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Locked Topic Kleiner Freund! Kommunion-Geschichten!    (Gelesen: 6.818 mal)
Margret FJM
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Mein Herr und mein Gott!
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Kleiner Freund! Kommunion-Geschichten!   
28.01.2005 um 01:21:51
 
Von Sophie zu Eltz (1936)
(gekürzt)


Vom Katecheten auf der Himmelsleiter, lauter wirkliche Begebenheiten.
Aber eine Erzählung wird leicht langweilig, wenn sie keinen Erzähler hat.
Dazu habe ich nun Karl Marten und seinen Schutzengel erdacht.
Die Mutter, Fr. Martens, Witwe, Fabriksarbeiterin, klagte der Mutter Gottes ihr Leid, dass ihr Sohn Karli, den Katecheten in der Schule, bei der Kommunion-Vorbereitung nicht verstehen kann. Jedenfalls hat die Mutter Gottes jedes Wort der betrübten Mutter angehört und liebevoll erwogen.
Nun rief sie den Schutzengel des kleinen Karl. Lieber Engel, sagte die Himmelskönigin, wir müssen die Erstkommunion- Vorbereitung deines Schülers in die Hand nehmen. Er kann seinen irdischen Religionslehrer nicht recht verstehen, so gib du ihm Extrastunden. Jede Woche einmal, in meiner Nacht (Samstag-Nacht) nimm ihn mit dir und erkläre und zeige ihm die Geheimnisse des Allerheiligsten Sakramentes.
So kam es, dass Karli in dieser selben geweihten Mutter Gottes Nacht erwachte. Ihm war, als hätte ihn jemand gerufen. Erstaunt öffnete er seine grossen blauen Augen und schaute sich um.
Da sah er, hell und leuchtend, schöner noch als der Mondschein, seinen Schutzengel auf seinem Bett sitzen, mit schimmernden weissen Flügeln, liebvollen Augen und grosser Schönheit. Einen Augenblick erschrak das  Kind über den unerwarteten Besuch. Dann betete es und sagte, du bist wirklich schön.
Der Engel lächelte, nahm ihn in seine grossen, starken Arme und trug ihn durch die sternfunkelnde Nacht. Endlich machten sie auf einer goldenen Leiter halt. Wir sind hier auf der Jakobsleiter, sagte der Engel. Hier steigen die Engel auf und nieder, du siehst sie ja! Sie halten goldene Schalen in Händen. In denen tragen sie alle Gebete, Opfer und guten Werke braver Menschen zum lieben Gott hinauf. Und herunter fliegend, bringen sie reiche Gnadenschätze den Menschen zurück. Hier spielen sich grosse Geheimnisse ab, mein Bub! Und hier nun will ich dein Katechet sein und dir die Heiligste Eucharistie zu erklären suchen.
Sag weisst du, wer das ist, der in der weissen Hostie lebt und sich dir am weissen Sonntag schenken will?
Der liebe Gott! Flüsterte Karli, der in diesen Höhen nicht laut zu sprechen wagte. Der Engel nickte.
Der liebe Gott, der grosse, Allmächtige, Ewige. Von dessen Herrlichkeit der ganze Himmel erstrahlt. Das ist ein gar gewaltiger Gast für dein kleines Herz, mein Kind! Wenn er sich in der Brotsgestalt nicht ganz verbergen würde, wenn ihr das Leuchten Seines Angesichtes einmal sehen könntet, ihr würdet euch niemals an die Kommunionbank heranwagen.
Das aber ist nicht der Wille unseres gütigen Herrn.
« Zuletzt geändert: 01.06.2013 um 19:21:42 von Sr.Theresia »  

Gott, du bist mein Gott, dich suche ich! Meine Seele dürstet nach dir, mein Leib schmachtet nach dir wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser. So schaue ich im Heiligtum nach dir aus, um deine Macht und Herrlichkeit zu sehen. Denn deine Huld ist köstlicher als Leben; meine Lippen sollen dich preisen.
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Margret FJM
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Re: Kleiner Freund! Kommunion-Geschichten!   
Antwort #1 - 21.04.2006 um 00:05:22
 
Der kleine Engelsschüler schaute zu Erde herunter, das ist das Kloster San Damiano vor den Toren der Stadt Assisi, erklärte der Engel es dem Buben. Die heilige Clara lebt hier drin mit ihren Klosterfrauen, es sind die ersten Franziskanerinnen. Karl guckte neugierig herunter.
Auf der kleinen Terasse sass  eine ältere Frau, deren Augen fast so lieb wie die seiner Mutter waren, er dachte sich`s gleich, dass das gewiss St. Clara sein dürfte. Auf dem Hof, im Garten, überall sah er Schwestern bei der Arbeit. Und man merkte, dass es ein Kloster war, das dem lieben Gott gefallen musste, denn immerfort eilten seine Schutzengel die Himmelsleiter hinauf, ihre Schalen ganz angefüllt mit Gebeten und Liebeswerken der frommen Nonnen.
Nun aber stand St. Clara auf und schaute angestrengt über die Mauern ihres Klosters nach dem nahen Bergrücken hin. Dann eilte sie zur Mauer und ergriff eine Glocke. Sie läutete energisch, und sogleich kamen die Klosterfrauen zu ihr gelaufen.
Die Oberin zeigte nach dem Berghügel und sprach zu ihnen. Karl sah, dass die Frauen erschraken, ihre blassen Gesichter, ihre Angst und Sorge. St. Clara aber zeigte keine Furcht. Ihr schönes Gesicht leuchtete vielmehr, und sie sagte: Seid doch nicht verzagt, liebe Töchter!
Nie ist es so schön, sich ganz in Gottes Hand zu wissen, wie in der Stunde der Gefahr! Dass dies kommen könnte, wissen wir ja schon lange. Und sie legte liebevoll den Arm um die jüngste  und ängstlichste der Schwestern.
Vor was fürchten sie sich denn? Fragte Karl. Der Engel sagte: Schau doch selbst, was da über die Berge kommt! Karl schaute und pfiff erschrocken zwischen den Zähnen. Denn ein Schwarm Reiter kam da heran, kahlgeschoren, auf struppigen Pferden, mit gezückten Schwertern und bitterbösen grünlichen Augen. O Türken! Rief der Bub.  Du hast recht, es sind Sarazenen, Seeräuber! Sie plündern das ganze Land. Nicht Mensch noch Heiligtum ist vor ihnen sicher.
Die armen Frauen! Wer wird sie denn beschützen? Schutzengel, geh du doch! Schau nur, sie sind nicht wehrlos! Erwiderte der Engel, und der Bub schaute.
Die Frauen waren in das Kloster zurückgelaufen, in die Kapelle.
Clara ging zum Tabernakel, und während die anderen auf die Knie fielen, öffnete sie das Heiligtum.
Sie nahm das Allerheiligste heraus, das in der Monstranz verborgen war,und hob es hoch über ihr Haupt.
An der Spitze der Frauen eilte sie wieder die Treppen hinauf, sie trat ans Fenster, das auf den kleinen Hof ging.
Singet dem Herrn, meine Töchter, singet dem Herrn! Rief St. Clara in grosser Freude, und alle sangen mit ihr: Wir preisen Dich, Herr, wir lieben Dich, wir wollen leiden und sterben für Dich, erhalte uns nur in Deiner Hut!
Inzwischen waren die Räuber ganz ans Tor des Klosters herangekommen. Mit Schwertern und Prügeln stürmten sie gegen das Verschlossene an. Nur wenige Minuten konnte es den Schlägen standhalten. Karl schauderte zusammen, als es krachend einbrach. Mit einem Satz waren  sie im Hof. Schon aber war auch die Klostertüre aufgegangen, der Zug der Franziskanerinnen kam den Muselmanen entgegen.
Die heilige Clara an ihrer Spitze. Sie trug das Hochheiligste Gut, ihre Blicke waren nur auf dieses gerichtet. Aber auch die andern Schwestern zeigten keinerlei Furcht mehr. Alle sangen sie feierlich und froh: Tantum ergo. Als zögen sie allein durch einen geschmückten Dom.
Im ersten Augenblick erschraken die Türken, im ersten Augenblick blieben sie stumm stehen und blickten der sonderbaren Prozession entgegen. Dann aber brach der Anführer in wüstes Lachen aus. Sind hier Narren? Rief er höhnisch. Köpfe ab, so gibt’s gleich Ruh. Mit gezückten Schwertern liefen sie auf die wehrlos scheinenden Frauen zu. Die wehrlos scheinenden.
Denn sie waren wohl nicht ohne Wehr und Schutz, da sie den Allmächtigen bei sich trugen. Für einmal lüftete der Herr das Geheimnis, das Er sonst über die Heilige Hostie gebreitet hat.
Denn plötzlich begann diese wunderbar zu leuchten. Gross und immer grösser schien sie den schaudernden Heiden zu werden. Ein Licht, hell und gewaltig wie die Sonne, ging von ihr aus. Blendend, sengend und furchtbar fiehlen ihre Strahlen auf die Raubmörder.  Sie verbrannten ihnen Gesicht und Hände, sie betäubten sie. Das Schwert in ihrer Hand wurde heiss wie Feuer, sie mussten es fallen lassen, auch Schild und Panzer begannen zu glühen.
Die Frauen aber übergoss das göttliche Licht nur mit wunderbarer Schönheit. Es verklärte sie, es machte sie hell und strahlend wie selige Geister. Jubelnd stiegen ihre Stimmen in den blauen Himmel hinauf. Nur einen Augenblick konnten die Sarazenen das gewaltige Feuer Gottes ertragen.
Dann wandten sie sich aufschreiend zur Flucht. Sie warfen die glühenden Waffen von sich, sie kämpften mit den wildbeissenden und sich bäumenden Pferden, die sie kaum aufsteigen lassen wollten. Kaum aber hatten sie sich auf deren Rücken geschwungen, so sausten sie auch schon davon wie der Wind. Nicht alles Gold der Welt hätte sie  wieder an diesen Ort locken können!
Die Heilige Hostie leuchtete nun immer sanfter, in unbeschreiblicher Freude trugen die geretteten Frauen sie in ihre Kirche zurück. Die heilige Clara stellte die Monstranz auf den Altar.
O wie köstlich ruhen wir in der Hand des Allmächtigen Gottes! Rief sie jubelnd, mit allen Nonnen fiel sie anbetend vor der Heiligen Hostie nieder, die wieder still und weiss war, wie sie sonst ist wenn Menschenaugen sie erblicken dürfen.
Dank sei Gott!  Tausendmal Dank sei Gott! Ach Karli, sag es nur immer dein ganzes Leben lang! Dem Allmächtigen, dem Wunderbaren! Ich glaube Kindchen, du wirst es nun nie mehr vergessen, wie gross der Herr ist.
Wenn ihn die Heilige Hostie auch noch so sehr verbirgt.
Nein, nie, niemals mehr! Versprach Karli sehr ernst und faltete seine Hände.
Da breitete der Engel seine grossen Schwingen  aus und flog Karlchen nach Hause.
« Zuletzt geändert: 01.06.2013 um 19:22:02 von Sr.Theresia »  

Gott, du bist mein Gott, dich suche ich! Meine Seele dürstet nach dir, mein Leib schmachtet nach dir wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser. So schaue ich im Heiligtum nach dir aus, um deine Macht und Herrlichkeit zu sehen. Denn deine Huld ist köstlicher als Leben; meine Lippen sollen dich preisen.
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Re: Kleiner Freund! Kommunion-Geschichten!   
Antwort #2 - 21.04.2006 um 00:24:53
 
Und als die Samstagnacht kam, da kam auch wieder der Schutzengel und holte seinen Schüler zur zweiten Stunde. Bald sass er auch wieder auf den goldenen Sprossen der Jakobsleiter.
Karl schaute, und er sah die schönste Zeit, die es je auf der Erde gab, die Zeit, in welcher der liebe Heiland unter den Menschen wandelte.
Vor seinen Blicken lag ein grosser Marktplatz, auf dem sassen die merkwürdigsten Leute, so etwas hässliches hatte Karl nie gesehen! Eine Frau hatte ein ganz und gar geschwollenes Gesicht, ein alter Mann humpelte heran auf nur einem Fuss. Ein dritter gar kroch wie ein Wurm und konnte die Beine nur hinter sich herschleppen. Eine Mutter hatte ein krankes kleines Kind am Arm, das wimmerte zum Herzerweichen. Ein Mädchen stand da mit blinden, toten Augen und lehnte sich müde an eine Wand.
O weh, diese armen Leute! Sagte Karl, warum steckt sie niemand ins Bett und ins Krankenhaus? Es gibt da kein Krankenhaus, antwortete der Engel, hier hat sich noch niemand um Kranke gekümmert. Aber schau weiter, schau auch vor die Stadt! Karl tat es, aber da schrie er entsetzt auf.
O pfui tausend! Rief er und drehte sich ganz und gar um, so dass er nur das lichte Kleid des Engels sehen konnte. Das will ich überhaupt nicht anschauen. Aber der Engel wandte ihn langsam zurück.
Fürchte dich nicht, Kind, sagte er, das da unten sind auch Menschen, aber es sind Aussätzige. Darum sehen sie so grauenhaft aus wie lauter hohle Gespenster. Sie sind nur krank. Aber ich kanns nicht sehen! Wiederholte der Bub und hielt den Kopf abgewandt.
Karli, der liebe Heiland kommt! Rief aber der Engel, da fuhr sein Schüler blitzschnell herum und spähte begierig herunter. Und wirklich, im Tor der kleinen Stadt, am Eingang zum Marktplatz, stand nun der Herr.
Seine Liebe, Seine Heiligkeit leuchteten um Ihn wie ein goldener Schein. Karl faltete glückselig die Hände.Der Herr ging mitten auf den Platz. Die Kranken kamen begierig heran, humpelnd, kriechend tastend, das kleine Kind wimmerte nicht mehr. Meister, erbarme Dich unser! Riefen sie wieder und immer wieder, und der liebe Heiland lächelte sie liebevoll an.
Seid getrost! Sprach er mit der gütigsten Stimme. Er streichelte jeden Kranken leise, und sofort ward dieser gesund. Der Lahme, der Kriechende, sie sprangen jubelnd empor, die Blinde riss die Augen auf und rief: Ich sehe, ich kann wieder sehen! Der Frau verging sofort das aufgetriebene Gesicht, das kleine Kind wurde still und rosig, und alles war heil und voller Freude.
Der Heiland nickte ihnen zu und ging weiter, hinaus vor die Stadt, und Karli folgte Ihm mit brennenden Blicken. Und ertrug jetzt auch den grausigen Anblick der Aussätzigen. Die anderen Geheilten waren mitgekommen, nun traten sie scheu zurück. Aber der liebe Heiland ging ganz hin bis zu den Allerschrecklichsten.
Meister, erbarme Dich unser! Flehten diese mit heiseren Stimmen, und der Herr legte auch jedem von ihnen die segnende Hand auf das Haupt. Und sofort geschah es auch hier- alle die Krankheit fiel ab und verschwand, und Karl sah, dass die, welche ihn so erschreckt hatten, wirklich nur Menschen waren, Männer, Frauen und sogar Kinder! Und alle, die krank gewesen waren, umringten den Herrn und jubelten: O Barmherziger, Du machst alles gut! Die Blinden sehen, und die Lahmen gehen, und alles Unreine nimmst Du fort! Nun kamen andere Menschen gelaufen, die jubelten auch. Eine Frau rief: Meinen toten Sohn hat er mir zurückgegeben! Und ein Mann verkündete: Mein Töchterlein lebt wieder und ist gesund! Eine andere Frau aber sagte demütig: Ich war die grösste der Sünderinnen, und er hat mich zu seiner Jüngerin gemacht. Viele kleine Kinder kamen herbeigesprungen und sangen.
Die Leute sagen: geht weg! Aber der Herr sagt: Lasset die Kinder zu mir kommen! Sie liefen zu Jesus hin, er hob sie auf, setzte sie auf seine Knie und segnete und küsste sie alle.
Da sprang der kleine Karl auf und rief: Lasst mich auch zu Ihm, mich auch, ich bin auch ein Kind! Der Herr blickt gütig zu ihm auf und lächelte ihm zu.
Der Schutzengel aber hielt ihn fest – und das Heilige Land und der Anblick des Heilandes war verschwunden! Der Bub brach in Tränen aus. Warum hast du mich festgehalten? Rief er dem Engel unwillig zu, ich will doch auch zum lieben Heiland, so gut wie die anderen. Du sollst auch zum lieben Heiland, antwortete der Engel sanft, hast du vergessen, dass du am weissen Sonntag  zur ersten heiligen Kommunion darfst. Und dann noch oft, sehr oft, schliesslich jeden Tag! Was willst du denn noch mehr?
Karl hing den Kopf und schwieg ein Weilchen. Dann sagte er leise: Ja, lieber Engel, und bitte verzeih, dass ich frech war! Ich bin ja auch sehr froh wegen weissen Sonntag. Ich mein halt nur – es ist halt sehr schön, den lieben Heiland zu sehen! Freilich ist das unendlich schön! Erwiderte der Engel, und dafür ist ja auch der Himmel da. Die Erde freilich nicht. Aber du sollst nun jedes Mal, wenn du die heilige Hostie siehst, es wohl bedenken: so barmherzig ist Jesus, der hier drinnen wohnt..
Vergiss das nie! Ich werd`s gewiss nie vergessen! Versprach der Bub sehr ernst. Und fragte dann: Warum macht der liebe Heiland aus der Hostie heraus Leute jetzt nie mehr gesund?
Du musst wissen, war die Antwort, dort macht er vor allem die Seelen gesund. Nimmt ihre Feigheit und Schwäche und Schlimmheit fort. Solch einer gesunden Seele wachsen dann Flügel, Flügel der Liebe. Davon wird sie froh, dass alles Schwere leicht wird – Sogar Krankheit, Armut und Tod. Wenn man so froh ist, kann man die paar Jahre auch abwarten, bis es Zeit für den Himmel ist.  Aber manchmal, fügte der Engel bei, macht der barmherzige eucharistische Heiland auch kranke Menschenkörper gesund, mitsamt der Seele.
« Zuletzt geändert: 01.06.2013 um 19:22:23 von Sr.Theresia »  

Gott, du bist mein Gott, dich suche ich! Meine Seele dürstet nach dir, mein Leib schmachtet nach dir wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser. So schaue ich im Heiligtum nach dir aus, um deine Macht und Herrlichkeit zu sehen. Denn deine Huld ist köstlicher als Leben; meine Lippen sollen dich preisen.
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Antwort #3 - 21.04.2006 um 00:34:50
 
Mit fiebernder Ungeduld wartete Karl auf den nächsten Samstag; schliesslich kam er, und der Schutzengel mit ihm. Bald sassen beide wieder auf ihrer himmlisch glitzernden Schulbank.
Karli, begann der Engel, zwei grosse Eigenschaften Gottes hast du sehen dürfen, Seine Allmacht und seine Barmherzigkeit. Heute werde ich von der geheimnisvollsten sprechen, von Seiner Heiligkeit.
Der Engel begann also zu erzählen: Es war im Norden Böhmens, in einer grossen, hässlichen Fabrikstadt. Die Männer arbeiteten den ganzen Tag in den Kohlenbergwerken oder in den Eisenhütten. Die Luft war unrein, viele Menschen waren unzufrieden und böse. So hatten die Kinder dort oft eine schwere Zeit. Einer von den Arbeitern hiess Franz Feller. Er hatte eine Frau und fünf Kinder, die hausten in zwei kleinen Zimmern. Else, die Fünfzehnjährige, Fritz drei Jahre, Annemarie zwölf, Heinrich achzehn Jahre.
Es war aber so, dass Franz Feller ein Kommunist geworden war, ein Roter, wie man sagte. Er sagte auch, der Pfarrer wäre Opium, und er schimpfte so lange mit seiner sanften Frau, bis diese nachgab, und sich und alle Kinder aus der Kirche herausnahm. Der Kleinste wurde nicht einmal mehr getauft, die anderen durften nie in die Religionsstunde, der Name Gottes wurde in dem Arbeiterhaus nie oder nur unter Schimpfen und Schmähen genannt. Keines der fünf Kinder durfte jemals beten. Wenn Feller bös war und vor Zorn brüllte, musste man sich fürchten, und manchmal konnte er auch hart schlagen. Aber dazwischen war er gutmütig und ruhig, so hatten seine Kinder ihn doch gern.
Besonders die Annemarie. Sie machte in der Handarbeitsstunde ein Paar schöne rote Pantoffel für den Vater. Er freute sich sehr und fragte Annemarie: Wann bist du mit der Schule fertig, Mädel? Jetzt im Herbst, antwortete sie. Und was möchtest du anfangen? Ach, so gern nähen lernen! Meinte das Mädel unsicher. Denn – nähen lernen kostet Geld, ob ihr der Vater das erlauben würde? Und nähen lernen sollst du, sagte der Vater. Bei Frl. Hermann, der Näherin, bat Annemarie, sie war das frömmste Fräulein in der Stadt.
Das hochheiligste Kind im Tabernakel der Pfarrkirche, blickte voller Liebe und Sehnsucht auf die Kinder des kommunistischen Eisenarbeiters herab. Es liebte sie, wie es alle Menschen liebt, und sein Erlöserherz trauerte um diese vielen Kinder, die aufwachsen mussten, ohne den heiligsten Namen Gottes auch nur zu hören; es sei denn beim Fluchen und Lästern. Das Gotteskind liebte die kleine Annemarie ganz besonders, weil sie ein warmes, mutiges Herz hatte. Es sah auch die heimlichen Tränen der Mutter und beschloss, dieser Familie zu helfen. Der Herr sendet die Gnade, die leise, liebe Stimme des Herzens, und den mahnenden Schutzengel und freundliche Mitmenschen. Sie dürfen Seine Aufträge durchführen.
So kam es, dass Annemarie von Frl. Hermann, heimlich im Stadtpark, tgl. Religionsstunden bekam. Annemarie verstand, dass sie ein heimliches Königskind sei. Aber allmählich verstand sie auch, dass sie und alle Geschwister, besonders das ungetaufte Fritzchen, vom goldenen Tor zu Christi Reich abgeschnitten waren! Denn der Vater hatte die Macht, und verboten, dass sie wie Christenkinder lebten. Darüber weinte sie manche bittere Träne. Tagtäglich ging das Mädchen heimlich in die Kirche, in der, wie sie jetzt wusste, der Sohn Gottes wohnt. Sie bat und bat: Gotteskind, lass uns doch auch in dein Reich hinein!
Eines Tages sah sie, wie ein kleiner fünfjähriger Bub, den sie kannte, dessen Vater auch Kommunist war, in der Kirche an den Altar ging, und ganz zum Tabernakel kletterte, an die Tabernakeltür klopfte und fragte: Jesulein, bist du da? Er drückte sein Ohr ganz fest an die Tabernakeltüre, nickte befriedigt und rief dann: Jesulein hör mir zu! Mach doch den Vater brav! Die Mutter weint und ich hab ihr gesagt, ich werd es dir schon sagen! Also bitte denk daran! Dann drückte er noch einen grossen, lauten Kuss auf die Tabernakeltür, einen zweiten und dritten, und ihm war als hörte er ganz deutlich, wie das Gotteskind von innen Kuss um Kuss zurückgab.
« Zuletzt geändert: 01.06.2013 um 19:22:44 von Sr.Theresia »  

Gott, du bist mein Gott, dich suche ich! Meine Seele dürstet nach dir, mein Leib schmachtet nach dir wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser. So schaue ich im Heiligtum nach dir aus, um deine Macht und Herrlichkeit zu sehen. Denn deine Huld ist köstlicher als Leben; meine Lippen sollen dich preisen.
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Re: Kleiner Freund! Kommunion-Geschichten!   
Antwort #4 - 21.04.2006 um 00:43:42
 
Zwei Tage später stürzte sein Vater in einen alten Schacht, und wurde schwer verletzt heimgebracht. Als Annemarie einen Tag später sah, wie der Herr Pfarrer zum kranken Kommunisten kam, die Heilige Hostie in der Hand, lief sie von zu Hause fort und kniete lange, lange weinend  vor dem Altar.
Als sie dann abends heim kam – zu spät zum Abendessen, verrauft und  blass, da hatte sie den heldenhaften Entschluss gefasst: Am gleichen Tag noch würde sie den Vater bitten, sie alle wieder katholisch werden zu lassen! Das Gotteskind hatte sein Herz gesegnet, da war es stark geworden.
Wo hast du dich herumgetrieben? Fuhr es der Vater an, aber sie stellte sich ruhig vor den Vater hin und blickte ihm fest in die Augen. Ich war in der Kirche, antwortete Annemarie mit ruhiger Stimme. Was? Schrie der Arbeiter, wo warst du Nichtsnutz? In der Kirche, wiederholte Annemarie, da wo ich jeden Tag hingehe. Denn ich bin ein Christenkind.
O lieber Vater, bat sie plötzlich und hob beide Hände flehend zu ihm auf, lieber, lieber Vater, lass uns doch alle wieder fromm und katholisch werden und das Fritzchen taufen.
Das Gesicht des Kommunisten wurde schrecklich in seinem Zorn. Alle waren stumm vor schrecken , aber Annemarie hielt den wütenden Blick aus. Jesus hilf mir, rief sie im Herzen. Da brach der Mann in furchtbares Toben aus. Sie seien eine kommunistische Familie, schrie er und rief ganz furchtbare Dinge über den lieben Gott und die heilige Kirche. Alle fuhren zurück, der Mann war wie ein böser Stier, nur Annemarie bewegte sich nicht von ihrem Platz, wiewohl ihr kleines Gesicht ganz schneeweiss geworden war.
Da packte der wütende Mensch sie bei der Schulter, er schüttelte sie hin und her und schrie: Und dass ich das Wort Christi nie wieder höre, nie wieder, hast du`s verstanden? Das versprichst du mir jetzt auf der Stelle, du ungeratenes Geschöpf!
Annemarie zitterte so, dass sie zuerst nicht sprechen konnte, aber dann fasste sie sich und flüsterte: Vater das kann ich nicht! Weil ich ein Christenmensch bin wie auch du, Vater! Jetzt kannte die Wut des Mannes keine Grenzen.
Er ergriff den schweren eisernen Schürhaken. Entsetzt sprang das Mädel zu Seite; aber er warf ihn ihr nach. Er traf sie mitten auf die Stirn. Vater! Schrie sie und fiel um wie ein Stein. Ein Aufschrei ging durch die ganze Familie. Heinrich fuhr auf, hätte die Mutter ihn nicht gehalten, er hätte sich auf den Vater gestürzt. Else warf sich schluchzend neben die Schwester. Der kleine Fritz stand hell schreiend in seinem Bett.
Feller war wie versteinert. Das hatte er nicht gewollt, das nicht, sagte er sich. Er hatte das Mädchen nur erschrecken wollen, nicht richtig treffen. Er floh aus dem Haus und schlug die Tür zu. Wie ein Irrer lief er in der Nacht herum. Ich hab mein Kind umgebracht! Sagte er sich immer wieder, ich bin ein Mörder! Meine herzige Annemarie! Und er wollte auch selber nicht mehr leben. Nach einer halben Stunde wagte er es doch, ins Haus zurückzuschauen. Aber er sagte sich: Wenn sie wirklich tot ist, komme ich nie wieder! Da sass Annemarie auf einem Sessel, blass, aber lebend. Die Mutter badete ihre Stirn, auf der ein roter Streifen lag.
Eine unbeschreibliche Wonne ging durch den Mann, als er sein Kind lebendig erblickte.
Gott sei Dank, stammelte er, und so kam der heiligste Name nach vielen Jahren wieder ehrfurchtsvoll über seine Lippen,
Gott sei tausendmal Dank! Annemarie lächelte, als sie den Vater sah, und streckte die Hand nach ihm aus. Langsam kam er zu ihr, langsam kniete er vor ihr nieder. Sie streichelte sein Gesicht und blickte ihn flehend an. Da konnte er sein Herz nicht mehr verhärten. Er schlug den Blick nieder und fragte leise: Sollen wir wirklich wieder Christenmenschen werden?
O bitte, bitte, Vater! Flehte das Mädchen. Und auch die Mutter kam heran und meinte: Dann wäre ja alles wieder gut! O Franz, was hab ich in all den Jahren um meinen Glauben geweint!
Da seufzte dieser tief, denn die schwarzen Ketten des Gotteshasses lösten sich nicht leicht von seinem Herzen. Also wollen wir wieder Christenmenschen sein.
Es war ein wunderbarer Tag, als die ganze Familie wieder in die Kirche aufgenommen wurde. Das war aber eine schöne Geschichte, sagte der kleine Karl und seufzte tief. Nicht wahr? Meinte der Engel.
Und jetzt mein Freund, hast du gesehen, wie das hochheiligste Kind Seine Lieblinge in die Schule der Heiligkeit nimmt. Den lieben Heiland nur recht lieb haben, so muss es auch bei dir sein, mein Karli! Ja! antwortete der Bub sehr andächtig und faltete seine Hände: Jesukindchen mach mich fromm, dass ich zu dir in den Himmel komm. Mein Herz ist klein, darf niemand hinein, als du mein liebes Jesulein!
Betete er mit Innbrunst. Amen, sagte der Hl.Schutzengel und trug den Buben in sein Bett zurück.
« Zuletzt geändert: 01.06.2013 um 19:23:04 von Sr.Theresia »  

Gott, du bist mein Gott, dich suche ich! Meine Seele dürstet nach dir, mein Leib schmachtet nach dir wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser. So schaue ich im Heiligtum nach dir aus, um deine Macht und Herrlichkeit zu sehen. Denn deine Huld ist köstlicher als Leben; meine Lippen sollen dich preisen.
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Re: Kleiner Freund! Kommunion-Geschichten!   
Antwort #5 - 21.04.2006 um 11:04:32
 
Fest lag der Arm des Engels um den kleinen Karl, und schon flogen beide durch die Nacht davon.
Nur wenige Minuten und sie standen in einem tief verschneiten Wald. Du musst wissen, erklärte der Engel, wir sind in Russland, und hier herrschen lauter Bolschewiken. Sie sind genauso wie die Kommunisten. Hier hinterm Wald, liegt ein kleinwinziges Dorf. Katholische Bauern wohnen da. Ringsum ist so unendlich viel Wald, dass noch fast niemals Fremde hergefunden haben. Aber einmal waren doch auch Bolschewiken da, und darum fürchten sich die Bauern jetzt.
Ihre Kirche steht indessen noch. Heute aber ist ihnen etwas schreckliches geschehen. Vier Bolschewiken sind ins Dorf gekommen. Sie sitzen im Wirtshaus, und die Bauern fürchten sich vor ihnen, und müssen freundlich tun. Alle Bauern denken: wenn die nur wieder fortreiten und unsere Kirche nicht finden. Aber sie wissen etwas nicht, etwas furchtbares, die Feinde haben ihre Kirche schon gefunden! Sie wollen sie zerstören, sie wollen die Heilige Hostie rauben und zertreten. Denn sie wissen, die weisse Hostie ist das Heiligste für den Christen.
Wie furchtbar rief Karl, du musst die Kirche aber dann verteidigen, Hl. Schutzengel! Trag die vier Gauner einfach fort in die Luft, wie du mich trägst. Das darf ich nicht, antwortete der Engel, den Menschen hat der Herr sich anvertraut, und Menschen nur dürfen ihn schützen!
Aber……. Ich weiss! Hör zu! Sechs Menschen haben es gehört, was die Bolschewiken wollen, sechs kleine russische Buben, sie sind Ministranten in der Waldkirche, darum haben sie den Heiland besonders lieb. Da haben die sechs in dieser Nacht einen grossen Entschluss gefasst, sie wollen ihre Kirche in dieser Nacht beschützen.
Sie haben einander gesagt: Famos, wir sind die Soldaten des Königs, wir wollen für ihn kämpfen und sterben, versteht sich. Sie wollen das Liebesopfer sein, wie Jesus es Tag für Tag ist.
Verstehst du das, Karl? Der Bub nickte stumm, sein Herz klopfte wild! Und er begriff, dass er selber, den der Arm des Engels trug, nicht würde mitkämpfen dürfen. Das tat ihm bitter leid. Die Buben waren zwischen zehn und fünfzehn Jahr alt. Leise schlichen sie an die Kirche heran, Andrija schloss auf, sie huschten hinein und sperrten von innen zu. Sehr andächtig knieten die sechs Ministranten vor dem Altar. Sie beteten leise zusammen. Andrija steckte den Tabernakelschlüssel vorne in sein Hemd, sie sollen ihn nie finden, flüsterte er.
Wir wollen das Gotteskind schützen, keiner soll es anrühren, und wenn wir mitsamt unserer Kirche verbrennen.
Sie kommen! Flüsterte Andrija. Jesus Christus, Heiland wir schenken dir unser Leben! Sagte er mit weit ausgebreiteten Armen. Die anderen sprachen wie er. Sie standen wie eine Mauer um den niedrigen Altar.
Schon waren die Bolschewiken da.  Sie traten gegen die Tür, schon gab sie nach, die Bösen waren im Gotteshaus. Laut und hässlich, voller Branntweingeruch und fluchend.
Einen Augenblick erschraken sie doch, fuhren bestürzt zurück, als sie die sechs stummen Buben im schwachen Lichtschein der roten Lampen erblickten. Was macht ihr Lausbuben hier in der Nacht? Mit den Fratzen werden wir nachher sprechen!
Jetzt erst zur goldenen Tür. Die soll uns ihre Schätze ausliefern!
Zurück! Riefen alle sechs mit lauter Stimme. Hier ist Gottes Haus und ihr sollt die Hände davon lassen! Einen Herzschlag lang standen die Männer sprachlos vor so viel Mut, dann rief der Anführer: Werft diese Buben hinaus!
Er lief auf sie zu – schon aber waren alle sechs auf den Altar gesprungen. Sie knieten und sassen und hockten auf ihm, sie pressten ihre jungen Leiber gegen den geliebten Tabernakel. Ihr sollt nicht an unseren Heiland! Riefen sie hell, wir leben und sterben hier, nicht einmal unsere toten Finger könnt ihr von dieser Tür lösen! Nun begann ein fürchterliches Ringen.
Ein Ringen wie zwischen Engel und Teufel, zwischen Heiligkeit und Sünde. Sechs junge Buben, gegen vier starke, bewaffnete Männer. Aber die Buben wichen nicht! Sie verklammerten sich immer fester, sie achteten nicht auf das rote Blut, das von ihnen herabfloss, sie fürchteten nicht Schlag noch Stich. Wieder und wieder liefen die Männer gegen sie an, zerrten an ihren jungen Körpern, verletzten und verwundeten sie.
Jesus, Jesus!
« Zuletzt geändert: 01.06.2013 um 19:23:23 von Sr.Theresia »  

Gott, du bist mein Gott, dich suche ich! Meine Seele dürstet nach dir, mein Leib schmachtet nach dir wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser. So schaue ich im Heiligtum nach dir aus, um deine Macht und Herrlichkeit zu sehen. Denn deine Huld ist köstlicher als Leben; meine Lippen sollen dich preisen.
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Re: Kleiner Freund! Kommunion-Geschichten!   
Antwort #6 - 21.04.2006 um 11:11:31
 
Riefen die tapferen Buben. Und Karl ans Fenster geklammert, schrie mit ihnen: Jesus, hilf ihnen! Sein Engel hatte die Bauern geholt, indem er den Eltern der Buben ins Herz geflüstert: Wo ist euer Sohn? Schneeweiss, blutend, aber heldenhaft hielten die Buben noch immer den Tabernakel umfasst.
Nun gut, können wir diese Kletten nicht lösen, so wollen wir sie mitsamt ihrer Kirche verbrennen. Laut lachten die Männer bei diesem Einfall, ausbrennen, die Brut! Höhnten sie und verliessen das Gotteshaus.
So kam es, dass sie die Schritte hinter sich nicht hörten, und die Bauern sie überfallen konnten. So schnell und wuchtig, dass keiner der Bolschewiken sein Gewehr gebrauchen konnte. Mit Prügeln aller Art fielen sie über die Unholde her und schlugen sie windelweich. Die Bolschewiken brüllten wie Stiere. Die Nacht war stockfinster, sie konnten ihre Feinde nicht erkennen, so meinten sie nicht anders, als dass ein Heer wütender Geister über sie hergefallen sei. Kaum kamen sie mit dem Leben davon. Heulend und blutend entrissen sie sich endlich den Bauern und flohen zu ihren Pferden zurück. Sie glaubten nun, das ganze Dorf sei voller Geister, denn vor jeder Türe standen schreiende Frauen, die warfen Steine und Stöcke nach ihnen. Sofort spannten sie ihren Schlitten ein. Fort, fort, der Herr jener Kirche ist furchtbar! Keuchten sie und fuhren schleunigst davon.
Unendlich sanft lösten sie nun die verkrampften Hände ihrer Kinder, sorgsam hoben sie die Schwerverletzten herab. Der Pfarrer, der bei ihnen war, leuchtete jedem ängstlich ins Gesicht. Schneeweiss waren sie, bewusstlos, aber alle lebten. Langsam schlugen sie die Augen auf. Ists gut? Fragte Anrija ängstlich und noch kaum bei sich. Gut, sehr gut ist`s, keiner hat den Heiland berührt! Antwortete der Pfarrer mit grosser Innigkeit. Wie schön! Murmelte der Bub leise. Er zeigte auf sein Herz, der Priester verstand ihn bald. Sorgsam holte er den Tabernakelschlüssel heraus, er war mit Blut bedeckt. Opferblut eines Christen vereint sich mit dem Opferblut Christi! Sagte der Priester, und die Tränen liefen ihm herab.
Er erschloss den Tabernakel, nahm den Kelch heraus und öffnete ihn ehrfürchtig. Nun hielt er die Hostie in Händen, die Hostie, für welche diese Buben zu sterben bereit gewesen. Andächtig faltete Karl seine Hände, die Buben kreuzten mühsam ihre zerdrückten Finger. Dann empfing einer nach dem anderen die Heilige Kommunion. Sie lagen still und glücklich da.
Und Karl sah ein herrliches Leuchten. In jener Kirche aus den Bubenherzen, stieg eine wunderbare Blüte empor. Hell, licht und strahlend, mit einem Glanz, der selbst den Himmel erleuchtete. Der Hl. Schutzengel flüsterte ihm zu: Die Liebesblume der Ehre Gottes. Sie wächst auf dem Heiligen Grund des Opfers.
Zwei Bauern waren heimgelaufen, sie brachten Schlitten. Auf diese wurden die Verletzten gelegt, sorgsam zugedeckt und heimgefahren. Sie werden nicht sterben! Sagte der Hl. Schutzengel leise, sie werden alle wieder gesund werden. Kein Bolschewik wird aber je wieder diese Einsamkeit entweihen dürfen.
Der Herr hat einen Engel aufgestellt, den Zugang zu verwehren, wie es der Paradiesengel tut. Komm Karli, du musst nun heim! Stillschweigend lag der Bub in seinen Armen. Er schaute hinaus in die weiten Himmelsfernen. Jetzt weisst du, was es mit dem Opfer ist, sagte ihm der Engel, dem Opfer zu Gottes Ehre, das Christus darbringt samt seinen Brüdern und Schwestern. Jetzt weiss ich es! Antwortete der kleine Karl.
Da legte der Engel ihn auch schon in sein Bett hinein und küsste ihn leise.
« Zuletzt geändert: 01.06.2013 um 19:23:41 von Sr.Theresia »  

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Antwort #7 - 21.04.2006 um 11:20:56
 
Bald schwebten sie über fernen Erdteilen, und der Engel wies hinunter. Vor uns liegt Afrika. Und die Lichter funkeln wie Sterne zwischen den Palmen. Karl sah eine kleine hölzerne Kapelle stehen, daneben einige schilfbedeckte Häuschen. Es war zu Mittag, im Schatten sassen drei Schwestern und fünf Negermädchen.
Ein Pater trat aus einer dieser Hütten. Am Nachmittag werden wir die Kapelle schmücken. Das Jesukind freut sich doch Pater, nicht wahr? Aber sicher! Antwortete Pater Nikolaus, und wie es sich freut! Wenn es dann morgen zum Ersten mal in deinem Herzen ist, dann wird es dir das sagen. Freust du dich auch Njassa? Ich freue mich! Rief das Mädchen, ich freue mich wie- ein froher Vogel!
Du musst wissen, erklärte der Engel, dass diese Njassa von Pater Nikolaus gerettet worden ist. Ihr Vater ärgerte sich, als ihm eine kleine Tochter geboren wurde, und wollte sie nicht haben. Und wie die Mutter einmal fort war, nahm er das kleine Mädchen, trug es in den Urwald und band es fest. Der herzlose Vater dachte: So nützt mir das dumme kleine Ding wenigstens als Köder! Der Leopard wird es schreien hören und in der Nacht kommen. Vielleicht kann ich ihn schiessen, und sein Fell werd ich dem Häuptling bringen. Wahrscheinlich schenkt er mir ein Schaf dafür.
Pater Nikolaus ging an dem Tag durch den Wald, Njassas Schutzengel hatte ihn leise gerufen. Er hörte das Kindergeschrei, ging hin und sah das arme Kleine. Schnell schnitt er es los und ritt mit ihm in die Missionsstation, die Heilig Kreuz heisst, zurück. Der Vater wagte nicht, sich hier zu zeigen, nach dem was er getan. Aber er hasst den Missionar jetzt sehr. Bei den Klosterschwestern hat Njassa seitdem in Heilig Kreuz gelebt, hier wurde sie getauft und gut unterrichtet und ist ein glückliches frommes Kind geworden. Und morgen soll sie die erste heilige Kommunion empfangen. Darum freut sie sich so sehr, und darum schmücken sie und andere Christenkinder jetzt die Kapelle.
Es kam aber alles anders, als Pater Nikolaus gedacht. Denn in der gleichen Nacht stürmten wilde hasserfüllte Heiden die Station. Njassas Vater führte sie an, er hatte die schlimmsten Mörder und Räuber um sich geschart. Gegen Mitternacht geschah der Überfall. Priester und Nonnen lagen in tiefem Schlaf. Da brachen die Unholde über sie herein. Mit geschwungenem Messer, mit grässlichem Geschrei stürzten sie sich auf den Priester und die Schwestern. Sie warfen sie zu Boden und schlugen sie tot.
Auch die kleine Njassa war sofort erwacht, auch sie hörte das furchtbare Geschrei und wusste – das sind die Mörder! In Todesangst sprang sie aus ihrem Fenster.
Ihr Blick fiel auf die Kapelle, das Gotteskind wohnt da drin, sie werden es rauben! Trotz ihrer Angst lief sie in die Kapelle, öffnete den Tabernakel – sie wusste wo der Schlüssel verborgen war – schnell nahm sie den Kelch heraus, in dem die Heiligen Hostien ruhten. Und lief damit fort, atemlos, lautlos wie eine Katze. Bevor die Unholde noch ihr blutiges Werk vollendeten, war Njassa im Wald verschwunden.
Sprachlos vor Schrecken hatte Karl das alles mit angesehen. Jetzt nahm ihn der Engel bei der Hand, sie folgten dem kleinen Mädchen durch den unheimlich schwarzen Urwald. Zwei Stunden fast stolperte die Kleine durch die Dunkelheit, dann brach sie erschöpft zusammen. Ich kann nicht mehr! Weinte sie vor sich hin. Wohin auch überhaupt – o schrecklich! Und sie zitterte am ganzen Körper. Dann aber stellte sie den goldenen Kelch neben sich, öffnete ihn und blickte scheu hinein.
Da lag das Christkind, in der weissen Brotsgestalt verhüllt, und lächelte sie an. Und konnte Njassa Es auch nicht sehen, so glaubte sie doch fest und treu und darum lächelte sie auch.
Ich hab Dich gerettet, Christkind, sagte sie ganz zärtlich, sie haben Dich nicht geraubt. Aber was soll ich jetzt mit dir tun? Ich werd im Wald verhungern, und die Löwen werden mich auffressen, was geschieht dann mir Dir? Njassa wusste, dass man in der höchsten Not die Heilige Hostie sich selber reichen darf, auch ohne Priester, um sie zu retten. Hier aber waren sechs Heilige Hostien! Und dies wusste sie auch – nur einmal am Tag darf man zur heiligen Kommunion gehen.
Christkind! Bat sie, was soll ich denn jetzt machen?
« Zuletzt geändert: 01.06.2013 um 19:23:56 von Sr.Theresia »  

Gott, du bist mein Gott, dich suche ich! Meine Seele dürstet nach dir, mein Leib schmachtet nach dir wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser. So schaue ich im Heiligtum nach dir aus, um deine Macht und Herrlichkeit zu sehen. Denn deine Huld ist köstlicher als Leben; meine Lippen sollen dich preisen.
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Antwort #8 - 21.04.2006 um 11:29:12
 
Sie dachte nach und meinte dann: So wirst Du wollen, dass ich sechs Tage im Wald leb. Sechs Tage, bis ich sechs heilige Kommunionen haben kann. Gut, Gotteskind!
Und jetzt wird meine erste heilige Kommunion sein. Njassa stand auf, sie schaute sich um, Im Licht der aufgehenden Sonne sah sie weisse Blüten, und wand sie zu einem Kranz. Den setzte sie sich auf. Nun kniete sie nieder, mit ausgebreiteten Armen verrichtete sie laut ihre Kommuniongebete.
Affen kletterten in den Bäumen, Papageien flogen umher, aber alle schwiegen jetzt und beobachteten das wundersame Fest. Nachdem sie gebetet, begann Njassa zu singen. Hell und dünn, sang sie ein Lied, das Christkind zu begrüssen. Dann trat sie zagend scheu an das hochheiligste Gut. Mit zitternden Händen nahm sie eine heilige Hostie heraus und legte sie auf ihre Zunge. Jetzt kreuzte sie beide Arme und fiel auf ihr Gesicht. Sie erhob sich, ganz strahlend waren ihre Augen, und wieder sang sie ein Lied. Laut und fröhlich, als gäbe es weder böse Menschen noch gefährliche Tiere in der Wildnis.
Sechs Tage für sechs heilige Kommunionen! Sagte sie voll Freude. So liess es Gott auch geschehen! Sechs Tage wanderte das Kind durch den Urwald, und es geschah ihm kein Leid. Es fand Wasser und Beeren, sang meist ein Liebeslied  zum Christkind, hielt den heiligen Kelch immer in den Händen. Nachts schlief sie mit ihm, er lag auf ihrem Herzen. Und Karl sah, wie die Tiere des Waldes sich nicht heranwagten. Er sah Löwen und Leoparden durch das Gras schleichen, er sah böse Riesenaffen auf den Bäumen, er sah giftige Schlangen auf den Steinen. Njassa achtete auf nichts.
Es ging wie ein Licht von ihr aus. Sie zählte ihre Kommuniontage und Lebenstage und hatte keine Sorgen. Und alle Tiere wichen vor ihr zurück, ehrfurchtsvoll, als wüssten sie – hier wird der Schöpfer durch den Wald getragen! Tag um Tag kommunizierte das Mädchen, es wurde immer schwächer und immer froher. Und endlich war der sechste Morgen angebrochen. Nur mehr die sechste heilige Hostie lag im Kelch. Noch war die Sonne nicht aufgegangen, müde, schlafend lag Njassa da, den goldenen Kelch in den abgezehrten Händen.
Da fuhr sie auf. Sie hörte Pferdeschritte durch den Wald. Sie hörte Männerstimmen. Und plötzlich standen sechs Reiter vor ihr, ein Priester und fünf Soldaten. Sie blickten in sprachlosem Staunen auf das einsame Kind.
Was machst du hier? Fragte der Priester und sprang vom Sattel, wie kannst du allein durch diesen Wald laufen? Ich komm von Heilig Kreuz, antwortete das Mädchen, sie haben den lieben Pater Nikolaus und die Schwestern totgeschlagen. Ich weiss es, erwiderte der Priester, wir haben es erfahren. Aber Kind, was hältst  du da in Händen? Rief er entsetzt, als er den goldenen Kelch sah. Das Gotteskind! Sagte Njassa, sie haben es rauben wollen. Da hab ich es weggetragen. Ich sollte grad meine Erstkommunion haben.
Mein Gott! Murmelte der Priester erschüttert, das hast du getan, du Kind! Tränen waren ihm in die Augen gesprungen. Sechs Tage weit ist sie mit dem Herrn  inmitten der wilden Tiere gewandelt! Sagte der Priester. Er hob sie liebreich auf, da sah er wie schwach sie war. Er machte den Männern ein Zeichen und sie knieten nieder. Sie soll das Jesukind behalten, das sie gerettet hat! Sagte er ernst. Er öffnete den Kelch und nahm die letzte heilige Hostie heraus. Njassa streckte beide Arme aus. Liebes, liebes Jesukind! Rief sie mit solcher Freude, dass auch den Soldaten die Tränen kamen.
Dann empfing sie Den, Den sie so innig liebte. Und sank in das Gras zurück. Sie stirbt! Rief der Offizier erschreckt und lief um seine Feldflasche. Njassa wurde gelabt, aber sie rührte sich nicht. Ihr Gesicht strahlte wie eine kleine Sonne.
Und Karli sah, was die Männer nicht sehen konnten – wie das Christkind nun in den Armen des Negerkindes lag. Wie es sein Haupt an dessen Herz drückte, wie es Njassas kleines Gesicht streichelte. Und wie es zum Mädchen sprach: Soll ich dich noch hier lassen auf der Erde, oder willst du schon mit mir gehen, für immer bei mir zu sein?
O nimm mich mit Christuskind! Flehte Njassa, nie wieder, keinen Augenblick, kann ich ohne Dich sein! Da küsste das heiligste Kind das Negermädchen auf die Augen, und der Pater sagte: Meine Freunde, das Kind ist gestorben!
Requiescat in pace. Bitte für uns, kleine Gottesträgerin!
Nun hast du gesehen, wie selig es ist, wenn Jesus unser Seelengast wird, sagte der Engel zum Karlchen, als er ihn heimwärts trug. Ja, antwortete der Bub, ich hab es wohl gesehen! Wie Njassa durch den Wald gegangen ist, war sie voll Licht, und alles kam aus ihrem Herzen! Weil es ein Jesuherz war, erklärte der Engel.
Und neue Priester und Schwestern ziehen jetzt schon an die Stätte, die heilig ist vom Sterben der Märtyrer. Die bauen alles wieder auf. Pater Nikolaus, die Schwestern und Njassa sind  jetzt die Schutzheiligen von Heilig Kreuz.
Und jetzt schlaf gut, mein Kindchen, und freu dich tief und sehr, bis auch du ein Jesuherz hast! Ich freu mich, o ja, ich freu mich wie – auch wie ein froher Vogel, sagte Karl und dachte an das schwarze Mädchen.
Hab auch so grosse Liebe! Mahnte der Engel und verliess ihn.
« Zuletzt geändert: 01.06.2013 um 19:24:12 von Sr.Theresia »  

Gott, du bist mein Gott, dich suche ich! Meine Seele dürstet nach dir, mein Leib schmachtet nach dir wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser. So schaue ich im Heiligtum nach dir aus, um deine Macht und Herrlichkeit zu sehen. Denn deine Huld ist köstlicher als Leben; meine Lippen sollen dich preisen.
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Antwort #9 - 21.04.2006 um 11:36:18
 
Ehre-Gottes-Blume!

Karl sass also wieder erwartungsfroh auf seinem goldenen Sitz, und der Engel begann.So will ich heute versuchen, dir dieses grosse Geheimnis kundzutun. Du weisst, dass Gott die Welt für euch geschaffen hat und dass in ihr viele Schätze zu finden sind.- Früchte, Blumen, Gold, Eisen und tausen anderes. Das alles dürfen die Menschen pflegen und besitzen.
Aber er hat ihnen noch etwas gegeben, köstlicher als alles dieses, und das nennt man die Ehre Gottes. Das sollten sie lieben und hegen, es sollte ihre grösste Freude auf Erden sein. Das mit der Ehre Gottes ist schwer zu verstehen! Und doch ist es so wichtig, dass auch ein Kind es wissen muss. Es steht damit nämlich so: Wo immer ein Mensch den lieben Gott recht von Herzen liebt, wächst aus seiner Seele eine schöne, helle Blüte. Die duftet bis zum Himmel und freut den lieben Gott. Das nennt man Ehre Gottes.
Ach! Sagte Karl und  blickte auf sein eigenes Herz. Der Engel nickte. Natürlich, Kind, auch in dir wächst die lichte Gottesblume, wenn du den göttlichen Herrn lieb hast. Ich hab ihn lieb! Sagte der Bub leise, und der Engel strechelte ihn sanft. Und sprach dann weiter: So schön hat der Herr die Welt gemacht, für alle Menschen Tiere und Pflanzen. Der Sohn Gottes aber sprach: Die Menschen sind lieb, sie sollen nicht sterben und vergehen, sondern ewig bei uns im Himmel wohnen wie die Engel. Gott der Allergerechteste, erwiderte: Sollen die Menschen den ewigen Lohn erhalten, so müssen sie auch etwas Gutes tun. Der Mensch ist frei, so kann er tun und lassen was er will. Wenn er mir aus freiem Herzen liebend dient, wenn in seinem Herzen die Ehre-Gottes-Blume blüht, so soll er in die ewige Freude eingehen.
Aber du weisst ja, wie es leider kam! Adam und Eva wollten Gott nicht gehorchen, und tausendmal tausend Menschen sündigten nach ihnen. Sie rissen die Liebesblume aus ihrem Herzen, sie zertraten und zerstörten sie. Allein der Son Gottes wollte die Menschen trotz allem retten. So sprach er zum ewigen Vater: Ich werde die Blüte Deiner Ehre auf Erden wieder aufrichten!
Darum wurde das hochheiligste Kind in Bethlehem geboren! Und als der Menschensohn am Kreuze starb, da erblühte die Ehre-Gottes-Blume so herrlich aus seinem Herzen, wie sie die Welt noch nie gesehen. Gott Vater vergab den Menschen. Das nennen wir das Kreuzopfer Jesu!
Opfern heisst schenken, so kann man auch sagen: Das grosse Kreuzgeschenk. Gott Vater und den Menschen schenkte Jesus Christus am ersten Karfreitag das, was sie haben wollten! Aber weil immer wieder schlimme Menschen kommen, die immer wieder Verzeihung brauchen, bringt Jesus alle Tage von neuem das grosse Opfer dar.
Das heisst jetzt: Heiliges Messopfer. Und alle Tage verzeiht der liebe Gott den Menschen um ihres grossen Bruders Jesus Christi willen! Der Engel schwieg, und schweigend schaute auch der Bub vor sich hin. Er versuchte die grossen Wahrheiten richtig zu verstehen. Dann meinte er: Das ist aber richtig lieb vom Heiland! Und muss Ers immer ganz allein tun? Wird er nicht müde?
Du denkst sehr gut! Lobte ihn sein Lehrer. Müde wird der Gottessohn zwar nicht, aber Er will nicht immer einsam opfern. Er bittet seine Brüder und Schwestern, Ihm zu helfen. Sie sollen auch etwas schenken. Ach! Meinte Karl erstaunt, aber was denn? Schau Karl, alle können helfen!
Aufstehen, wenn man noch so köstlich im warmen Bett liegt, Stillknien, wenn man anfängt, steif zu werden, fünf Pfennig in den Klingelbeutel werfen, die man vernaschen könnte, das alles sind schon Opfer. Das alles legt der Engel in den Kelch, es wird dem ewigen Vater mit Jesu Gaben dargebracht.
Aber manchesmal, Kind, da schenken Menschenkinder ihm auch mehr. Viel - alles - vielleicht sogar das Leben!
« Zuletzt geändert: 01.06.2013 um 19:24:29 von Sr.Theresia »  

Gott, du bist mein Gott, dich suche ich! Meine Seele dürstet nach dir, mein Leib schmachtet nach dir wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser. So schaue ich im Heiligtum nach dir aus, um deine Macht und Herrlichkeit zu sehen. Denn deine Huld ist köstlicher als Leben; meine Lippen sollen dich preisen.
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Antwort #10 - 21.04.2006 um 11:50:38
 
Karli, begann der Engel, hast du die Leute schon sagen hören, dass das Leben traurig und schwer ist? Freilich weiss ich das, antwortete der junge Mann überlegen, das Leben ist ein Jammertal.
Der Engel schien zu lachen. Für dich nicht, kleiner Wicht, sagte er, und danke dem gütigen Gott, dass es dir so gut geht! Solch eine liebe Mutter, weder Hunger noch Kälte, einen hellen Kopf in der Schule- nein, Karli dein Leben ist kein Jammertal, und Gott erhalt es dir!
Aber es kommt halt auch manchmal anders, und einmal im Leben muss jeder sein Kreuz tragen. Im Himmel ist dafür ewige Freude. Nun gibt es viele Seiten im Leidensbuch der Menschheit: Schmerzen, Armut Angst und manches andere. Aber weitaus die meisten Namen stehen auf jenen zwei Blättern, auf denen die Worte: Sehnsucht und Einsamkeit geschrieben sind. Die meisten Menschen wissen es nur allzu gut. Gerade das macht das Leben so bitter schwer.
Das hat der barmherzige Heiland gesehen und darum hat er gesagt: Meine Kinder sollen auf Erden nicht mehr einsam sein. Ich bleibe bei ihnen, zu mir können sie immer kommen, ich habe sie immer lieb. Und darum verlässt er auch nach der Heiligen Messe den Tabernakel nicht. Tag und Nacht, jederzeit bleibt er dort, der Lebensgefährte aller Menschen. Er ist der beste Kamerad. Du sollst den treuesten Freund in den stillen Kirchen sehen!
Und Karli schaute. Er sah einen Mann des Weges gehen, gebückt, traurig, und wusste: Das ist ein Arbeitsloser. Der Mann kam an einer offenen Kirchentüre vorbei, zögerte und trat dann ein. Schwer, müde setzte er sich in eine Bank. Der Bub konnte ihm ins Herz blicken. Er sah seine Trostlosigkeit, seine Sorge, seinen bitteren Gram. Eben wieder war er bei einem reichen Mann gewesen, um Arbeit bittend. Der sagte ihm: In den nächsten drei Jahren brauchen sie nicht wieder kommen! Seien sie froh, dass sie allein sind auf der Welt! Nun sass er da, und hörte die trostlosen Worte immer wieder: Allein auf der Welt! O nein er war nicht froh darum!
Aber je länger er auf den Altar schaute, desto heller wurde es in ihm. Ihm war, als fühlte er Jesu Blick auf sich ruhen,als ob der Heiland ihm liebevoll sagte: Bist du wirklich allein auf der Welt? Wo ich Tag und Nacht in Liebe an dich denke? Und er erinnerte sich daran, dass sogar Jesus einmal geklagt hatte: Die Füchse haben ihre Höhlen, und die Vögel ihre Nester, aber der Menschensohn hat nicht, wohin er sein Haupt legen könnte! Auch Jesus war ein Wanderer auf Erden gewesen wie er, Jesus konnte mit ihm fühlen! Da wurden die traurigen Männeraugen wieder friedlich, er macht ein grosses Kreuzzeichen und ging getröstet hinaus.
Karli schaute weiter, Da sah er ein Klosterkapellchen, und in der letzten Bank sass ein uraltes Weiblein. Ganz klein war es. Mit seinem alten müden Kopf, gar einsam und traurig, inmitten von Menschen, die es nicht mehr verstanden! Aber hier war es gar nicht einsam, hier sass es friedlich lächelnd da, blickte zum Tabernakel und flüsterte leise: Goldiges Kind, Liebe meines Herzens! Und Jesu Liebe floss aus dem Altar, strömte über das alte Weiblein und machte es froh.
Wieder sah Karl etwas anderes. Eine junge Frau in schwarzem Kleid und Schleier kniete in einer Kirche, zitternd wie vor Kälte. Sie hat soeben ihr liebes Kind begraben müssen, flüsterte der Engel ihm zu, sie ist so traurig, als ob sie sterben müsste. Aber der Heiland wird ihr helfen. Der Bub sah die Tränen der Mutter wie einzelne Perlen fallen, ihr Engel sammelte sie und trug sie zum Altar. Die Frau streckte beide Hände aus. Erlöser, Jesus hilf mir, ich kann nicht mehr! flehte sie in ihrer Verzweiflung. Und Karli, dem selbst die hellen Tränen kamen, sah, wie das Gotteskind den Tabernakel verliess. Wie ein goldener Sonnenstrahl eilte es durch die Kirche, geradewegs an das Herz der schmerzreichen Mutter.
Die Frau streckte beide Arme aus, und das himmlische Kindlein legte sich in dieselben, legte sich an dieses tiefbetrübte Herz. Du bist nicht allein, du hast dein Kind auch nicht verloren, flüsterte es der Mutter zu.
Dein Kindchen ist ja jetzt bei mir, immer bei mir, und ich will allezeit hier auf dich warten! Mich und dein Kindchen hältst du jetzt umarmt, und immer bringe ich dir dein Kindchen wieder, wenn du zu mir kommst! Die Frau blickte durch ihre Tränen nieder und sah sie beide - ihr verstorbenes Kind und das Jesukind, sie hatte sie beide im Arm!
Da füllte wunderbarer Trost ihre Seele, ihr war, als küsste sie Jesus und ihren toten Liebling mit einem Kuss, und beide schienen sie zu segnen.
So ist es auf der ganzen Erde,so weit es katholische Kirchen gibt, sagte der Engel. Von überall her pilgerten müde Menschen in die Kirchen, sie legten ihr Herz in Jesu Hände. Der streichelte und heilte es und gab es ihnen dann zurück. Gestärkt und föhlich zogen sie wieder ihrer Wege.
Es ist kein geringes Opfer, das Jesus bringt, indem er immer in den Kirchen bleibt. Leider lassen ihn die Menschen dort so schrecklich oft allein.
O Karl, einzig wir Engel ahnen, was das Jesuherz in seinen Tabernakeln oft erduldet! Er flieht nicht, nicht einmal wenn die verstocktesten Sünder kommen. Das alles tut Er, damit ihr immer euren besten Freund in jeder Kirche finden könnt.
Es ist ein unbegreifliches Geheimnis!
« Zuletzt geändert: 01.06.2013 um 19:24:46 von Sr.Theresia »  

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Antwort #11 - 21.04.2006 um 12:19:54
 
Du hast gesehen Karl, fuhr der Engel fort, wie lieb der Gottessohn mit allen Menschen ist, die auf ein Viertelstündchen zu ihm kommen, weil`s ihnen schlecht geht. Aber es gibt ja auch noch andere Christen. Solche, die nicht nur eben in die Kirche hineinschauen – und dann meist nur, weil sie getröstet werden wollen.
Sondern die aus Liebe und dem Heiland zur Gesellschaft kommen. Und lange bei ihm bleiben, um ihm Freude zu machen. Schau, was ich dir jetzt zeigen will, mein  Kind! Karl tat es und sah wieder eine Klosterkapelle. Vor dem Tabernakel kniete eine einsame Klosterfrau. Sie war sehr schön, und ihre Augen leuchteten. Ihre Hände waren weit ausgestreckt, als hinge sie selbst am Kreuz, aus lauter Liebe zum gekreuzigten Herrn. Und Karl sah, dass ihr Herz glühte wie eine einzige Flamme. Ja, sie war ganz voller Liebe und Sehnsucht, und der Engel sprach:
Das ist die heilige Theresia von Spanien. Die liebt den Herrn, fast wie die Seraphim Ihn lieben! O Jesus, dass ich Dich schauen dürfte! Rief die heilige Frau in glühender Sehnsucht, dass ich Dich schauen dürfte, wie die seligen Geister Dich schauen! Wie soll ich das ganze lange Leben so ertragen, immer liegt der grosse Schleier des Geheimnisses zwischen Dir und mir! Ich liebe Dich sosehr, ach, dass Du mir einmal sagen würdest, ob auch Du mich liebst! Verzeih diese allzu kühnen Worte, o mein Herr! Und Theresia schlug beide Hände vors Gesicht, als schäme sie sich ihres Verlangens, Karl sah, dass sie bitterlich weinte. Aber als sie den Blick wieder empor hob, fuhr sie erschrocken zusammen. Sie war nicht mehr allein.
Vor ihr stand ein Knabe von unbeschreiblicher Schönheit. Theresia schaute und schaute wieder, sie wusste nicht – träumte sie vielleicht? Der Knabe lächelte und nickte ihr zu. Endlich fasste sie Mut. Wer bist du? Fragte sie verwirrt. Der Knabe lächelte noch liebevoller. Erst sage mir, antwortete Er, und seine Stimme machte das ganze Herz warm und froh, wer bist denn du? Wer ich bin? Erwiderte Theresia, wer ich bin? Sie blickte zum Tabernakel, all ihre grosse Liebe flammte wieder auf. Theresia, sagte sie, ist mein Name, Theresia von Jesus. Denn es schien ihr, vor diesem Knaben durfte sie ihre übergrosse Liebe zum unsichtbaren Gotte schon gestehen.
Der Knabe streckte ihr eine Hand entgegen. Theresia von Jesus ist dein Name, wiederholte Er, nun, meiner ist: Jesus von Theresia! Und Er verschwand. Da wusste die Frau, dass sie das Gotteskind geschaut hatte und dass Sein Herz ihr ebenso gehörte wie ihr Herz Ihm!

Und dass du nicht glaubst, der liebe Heiland mache nur grossen Heiligen solche Freude, will ich dich jetzt zu einem kleinen Buben führen, sagte der Engel. Zu einem, der jünger war als du. Er hiess Hermann Joseph und ist wohl später ein grosser Heiliger geworden. Aber damals, als ihm das geschah, was du jetzt sehen wirst, war er nicht anders als andere frommen Kinder, die den Gottessohn lieb haben. Auf den freu ich mich ganz besonders, von dem hab ich schon bissl was gehört, sagte Karli und vor lauter Freude gab er schnell seinem Engel einen Kuss. Dieser herzte ihn liebevoll. Sieh, Kindchen, wir sind schon da, wir wollen still in dieser Bank hier sitzen, der kleine Mann kann uns nicht sehen, obzwar wir ihm zuschauen können. Siehst du, da kommt er bereits!
Schon fiel die Seitentüre des grossen Domes recht laut ins Schloss, und ein sechsjähriger Bub stapfte herein. Der Kleine zog die Mütze, machte eine schöne Kniebeuge, dann lief er vor an den Altar. Hier stand eine Statue der lieben Mutter Gottes, sie trug das Christkind am Arm. Hermann stellte sich vor ihm hin.
Liebe Mutter Gottes, liebes Jesukind, sagte er hell, wollt ihr hören, was ich heut gelernt hab? Und als hätte er eine bejahende Antwort erhalten – vielleicht hatte er es – sang er laut und schmetternd drei schöne frische Lieder. Dann nahm er zwei Äpfel aus der Tasche. Willst Du wieder einen Jesukind? Ach Mutter Maria, reich mir dein Kind doch wieder herunter, so wie du es vorgestern getan, dass es meinen Apfel nehmen kann! Ach bitte, Mutter Maria! Das hat die liebe Mutter Gottes ihm vor zwei Tagen gewährt, flüsterte der Engel Karl zu. Weil Hermann täglich kommt und mit Liedern und Sprüchen ihrem Kind im Tabernakel fröhliche Gesellschaft leistet. Sie hat`s von Gott erfleht – sie selbst und ihr hochheiliger Sohn standen statt der Statue da! Und Hermann durfte dem Jesukind seinen Apfel schenken. Aber auch heute wird das Jesukind seinem treuen Besucher danken.
Bekümmert schaute der kleine Hermann inzwischen zur Statue hinauf, wo nichts sich regte. Dann wanderte sein Blick zum Altar hinüber. Jesukind, bat er, liebes Jesukind, ich plappere hier so viel, sprich doch auch Du einmal ein Wort mit mir! Kaum hatte er die Bitte ausgesprochen, da trat er erschrocken einen Schritt zurück. Denn rings um den Altar war es auf einmal hell geworden, leuchtend und weiss. Auf den Altarstufen sass die holdseligste Gottesmutter, und zu ihren Füssen spielte das Himmelskind! Und Sankt Johannes, der liebe Knabe mit ihm. Christkind! Schrie Hermann auf, tanzte vor dem hohen Chorgitter herum, das ihn vom Altar trennte, um den so himmlische Gesellschaft war!
Versuch`s nur, klettere hinüber, munterte die Gottesmutter ihn auf, stand auf und trat ans Gitter. Hermann liess sich`s nicht zweimal sagen, wie ein Eichkatzl huschte er die Eisenstäbe hinauf. Und auf der anderen Seite hob ihn unsere liebe Frau herab. Das Christkind stand mit ausgebreiteten Armen da, Hermann kniete zitternd vor ihm nieder und durfte Es in die Arme nehmen. Ein ganzes Stündchen durfte der glückliche Bub mit dem heiligsten Kinde spielen als dessen lieber Freund.
Der Glückliche! Meinte Karl. Ja, der Glückliche und auch du Glücklicher, fügte der Engel bei. Nur mehr neun Tage, Karl, dann ist der Heiland auch bei dir.
Ach, mach dein Herz schön rein für diesen Seelengast, damit er dich auch einmal: Lieber Freund nennen kann. Hilf mir, bitte, Hl. Schutzengel, du kennst mich Lausbuben ja! Rief Karl voller Sehnsucht und schlang beide Arme um den Hals seines lieben Führers. Ich helfe dir sicher! Antwortete dieser innig.
Breitete seine leuchtenden Schwingen aus und trug den kleinen Buben schnell nach Hause.
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Gott, du bist mein Gott, dich suche ich! Meine Seele dürstet nach dir, mein Leib schmachtet nach dir wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser. So schaue ich im Heiligtum nach dir aus, um deine Macht und Herrlichkeit zu sehen. Denn deine Huld ist köstlicher als Leben; meine Lippen sollen dich preisen.
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Re: Kleiner Freund! Kommunion-Geschichten!   
Antwort #12 - 21.04.2006 um 12:29:48
 
                                                                                                                                                       
Der letzte Samstag, vor dem weissen Sonntag kam. Es war der Abschluss seiner Vorbereitungszeit. Der Bub hatte sich wirklich angestrengt.
Seine Mutter hatte eine Handvoll Weihrauch gekauft, den legte sie zu Hause in eine Schale. Und rechts und links vom Herrgottswinkel standen zwei Schachteln. In diese durfte der Bub abends Weihrauchkörner legen, wenn er sie sich verdient hatte. Die Schachtel rechts hiess: Opfer – jede kleine Abtötung war ein Körnchen Weihrauch wert. Die Schachtel links war: Bravsein – pünktlich zur Schule, den Zorn beherrschen, die Aufgabe gut wissen, am Heimweg sich nicht verspielen, und was tägliche Tugend sonst erfordert. Für jeden dieser Siege durfte man ein Körnchen in die Schachtel zur Linken legen. Und beide Opferbüchsen waren schön voll geworden! Ja, Karl hatte sich in diesen Wochen zusammengenommen.
Kurz vor Beginn der Kommunionvorbereitung hatte er seine erste heilige Beichte abgelegt die heutige war die Zweite. Mit Hilfe der Mutter hatte er alles sorgsam auswendig gelernt. Jetzt dachte er an den Gottessohn, wie er Ihn  in seinen nächtlichen Lehrstunden gesehen hatte, am liebsten erinnerte er sich an den heiligen Knaben, der mit ausgebreiteten Armen Hermann Joseph begrüsste, auch an das Christkind, das die kleine Njassa umschlang. Gern wollte er selber auch  so ein reines Herz haben, damit das Gotteskind freudig zu ihm kommen konnte wie zu jenen gottliebenden Kindern.
Karls Reue war daher stark und gut. Als dann an ihm die Reihe war, als er im Beichtstuhl kniete, kam alles grad heraus. Noch einige gute Ratschläge, die starken Wunderworte der Sündenvergebung und ein grosses Kreuzzeichen – dann war alles gut.

Dann kaufte seine Mutter die Kommunionkerze. Auch der schöne neue Anzug war erstanden, die Sparpfennige hatten gereicht. Wunderschön ist ein Kommunionkleid, wenn es die Schale ist, die ein schneeweisses Herz einschliesst. Ist aber das Herz nicht weiss, ist das Kleid das einzig Schöne, Neue am Kommunionkind, dann ist es ein Hohn und Ekel in Gottes Augen! Aber Karlchens Herz war schön weiss.
Und dann kam noch  die Engelstunde, die letzte liebe Kommunionstunde!  Schutzengel, ist das Jesukind auch froh? Schutzengel glaubst du es kommt gern zu mir? Fragte er immer wieder seinen lieben Lehrer, der immer wieder antwortete: Ganz sicher ist es froh. Es zählt die Stunden, Es sagt: Noch neun Stunden und ich bin beim Karl, den ich so lieb hab. Er wird mich in seine Arme nehmen, er wird mir viele gute Worte sagen. Er wird mein kleiner Freund werden und sein Herz rein erhalten, damit ich immer und immer wieder bei ihm einkehren kann! So sagt das göttliche Kind, Karl, das liebevolle gütige! Ach, das ist famos! Seufzte der Bub befriedigt. Ich möchte aber morgen auch alles gut machen, so dass dem Jesukind wohl bei mir ist, Schutzengel. Wir wissen`s ja beide, wie viele Leute grauslich mit ihm sind! Bei mir soll es sich angenehm fühlen und ausruhen. Glaubst du ich werd das treffen, Schutzengel? Ja, Karl, das glaub ich.
Wir haben heute doch noch einmal Stunde. Bei wem war das Gotteskind am allerliebsten. So komm mit mir, und ich werde dir die Seele zeigen, die das hochheilige Kind am allermeisten geliebt hat. Es ist Maria, unsere liebe Frau, zu der wollen wir heute Nacht in die Schule gehen. Und du kannst sicher sein – sie zeigt dir gar so gerne, wie man ihrem Sohne Freude macht, ihrem herzallerliebsten Sohn! So flogen die beiden davon, durch die Zeiten, zurück zur heiligsten, seligsten Nacht, in der zum ersten Mal die reinste Jungfrau das Gotteskind in Armen hielt.
Sie kamen nach Bethlehem, der königlichen Stadt. Karls Herz klopfte zum Zerspringen, als er schweigend an der Hand des Engels durch das Städtchen ging. Es war schon später Abend, ein kleiner Fussweg führte an die nahen Hügel. Es waren einfache Höhlen in den Berg gehauen, nur an den innen aufgestellten Krippen, an kleinen Bündeln Heu und Stroh konnte man erkennen, dass hier Ställe seien. Seit Gabriel kam und ihr das Himmelskind versprach, bereitet sie sich in grosser Freude vor.
Ihr erstes Wort war Demut: Siehe ich bin eine Magd des Herrn. Nicht, ich werde die Königin aller Menschen werden! Nur demütiger Gehorsam: Dass ich nur alles recht mache, so wie der Herr es will.
Dann kam die Nächstenliebe, wie bei allen Menschen die dem lieben Gott gefallen wollen. Schnell ging sie übers Gebirge zur Base Elisabeth und half der ältlichen Frau, und dachte nie, ich bin die Hochgebenedeite.
Und nachher war stilles Leben in Nazareth mit dem guten heiligen Josef zusammen in täglicher Pflichterfüllung, in Fleiss und grosser Liebe, in Freude auf ihr Kindlein.
Jetzt noch das Opfer: hierherzukommen, und doch hat Maria nicht mit einem Wort gejammert, als ihr der kaiserliche Befehl bekannt wurde: Ein jeder müsse in seine Vaterstadt. Karl, Marias Herz ist nun schon schön geschmückt wie der herrlichste Königssaal, von allen diesen Tugenden
« Zuletzt geändert: 01.06.2013 um 19:25:21 von Sr.Theresia »  

Gott, du bist mein Gott, dich suche ich! Meine Seele dürstet nach dir, mein Leib schmachtet nach dir wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser. So schaue ich im Heiligtum nach dir aus, um deine Macht und Herrlichkeit zu sehen. Denn deine Huld ist köstlicher als Leben; meine Lippen sollen dich preisen.
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Antwort #13 - 21.04.2006 um 12:38:51
 
Das Wunder der heiligen Nacht!

Sie kommen – o Karli, sie kommen! Der Engel sank in die Knie, der Bub neben ihm. Jetzt waren sie ganz bei ihnen angelangt. Karl blickte voll Liebe in das barmherzige Gesicht. Da blieb Maria stehen und legte ihre Hand segnend auf den Bubenkopf. Sie nickte ihm und seinem Engel zu  und folgte dann St. Josef in den Stall. Am Eingang der Höhle durfte das Kind knien bleiben. Es blickte freudig hinein. Sah, wie St. Josef ein Bündel vom Eselrücken nahm und sorgsam die harte Lagerstatt für seine Gefährtin so weich als möglich machte. Dann setzte er sich in einem Nebenraum des Stalles auf einen Stein und schlief bald ein. Denn die heilige Jungfrau ruhte nicht, Karl konnte erkennen, dass sie betete.
Und dann durfte der Glückliche in ihr Herz blicken! Er sah eine lodernde, helle Liebesflamme drin glühen. Mit einemmal aber wurde diese gross und immer grösser. Maria fiel vor ihrem Lager auf die Knie. Sie hielt die Arme weithin ausgebreitet. Erst blass, dann  glühend ward ihr Angesicht vor Liebe und Verlangen. Zuletzt brach ein übermächtiges Licht aus ihm hervor.
Im selben Augenblick riss der Himmel auf und Gott des Vaters Gnade und Wohlgefallen fielen wie verzehrendes Feuer von oben herab. Wie ein ungeheures Leuchten kam es von den ewigen Höhen und umgab Maria wie mit einem Sonnenmantel.
Fall nieder, flüsterte der Engel in höchster Erregung dem Buben zu.
Fall auf dein Gesicht, Menschenkind, der Sohn Gottes steigt zur Erde herab! Da fiel Karl zittern nieder, und der Engel tat wie er. Er war ganz in die gewaltigen Schwingen des himmlischen Geistes gehüllt. Eine Weile lag er unbeweglich so. Dann konnte er es nicht mehr aushalten.
Er wollte doch so unbeschreiblich gern das Christkind sehen, das Christkind, das eben geboren worden war! Ganz leise hob er ein Flügelzipfelchen fort und hoffte, der Engel merke es nicht. So konnte er doch etwas herausschauen.
Und er sah es – das Wunder der heiligen Nacht! Zu Füssen des Lagers sass die Gottesmutter jetzt, tief niedergebeugt, als könne sie das grosse Glück kaum ertragen.
Und in ihren Armen lag der Heiland  der Welt. Es war ganz einsam in der Höhle. St. Josef schlief noch, auch kein Engel wagte es, die heilige Stätte zu betreten. Karl heimlich umherspähend, sah ein ganzes Heer lichter Wesen, tief zur Erde geneigt knieten sie da. Weisses Himmelslicht  stand um den armen Stall wie Gottes Schutzmauer. Niemand sollte die ersten Minuten von Marias Danksagung stören dürfen!  Da schlüpfte auch Karl beschämt wieder ganz in das Flügelversteck zurück. Als er das nächste Mal aufschaute, als ihm der Engel das nun erlaubte, da war alles anders. Maria sass auf ihrem Lager, auf ihren Knien lag das holdseligste Kind. St. Josef kniete freudestrahlend davor. Und die Engel durften den Stall nun betreten, sie knieten in anbetender Wonne vor dem Neugeborenen. Auch Karls Engel trat ein, aber er nahm den kleinen Buben nicht mit. Der hätte sich auch nicht in solch schimmernde Gesellschaft gewagt.
Loben wir Gott den Herrn! Sprach Maria, und alle Engel stimmten den wunderbarsten Gesang der Anbetung an, der je auf Erden gesungen wurde. Maria hielt das Kind am Herzen, aus ihrer Seele stieg das Preislied am allersteilsten zum Thron des Vaters empor. Da sagte sich Karl:
So ist Kommuniondanksagung! Erst herzt man das Himmelskind und dann dankt man Gott. Die heilige Nacht ging weiter. Die Hirten kamen herbei. Maria sah sie von den Bergen steigen, atemlos, stolpernd. Sie legte ihr Kindlein in die Krippe, sie neigte sich über den Knaben und bat: Segne diese guten Menschen, mein Jesus! Und Karl dachte: sie betet auch für andere. Der Herr Katechet hat das heute wieder gesagt, dass wir es sollen. Und dann: Ach – bei den Hirten sind auch Buben! Da kann ich vielleicht auch? Fragend blickte er zum Schutzengel hinüber, der noch im Stalle kniete. Und dieser nickte ihm zu: Du kannst! Er kniete mit den Hirten in stummer Entzückung vor der Krippe. So klein, so armselig und dabei so unbeschreiblich lieb!
Und Gottes Sohn! Wie furchtbar war das gewaltige Licht gewesen, in welchem Er vom Himmel herabgestiegen war! Maria zeigte Ihn den Männern. Die wussten ja kaum, ob sie wachten oder träumten. Der Älteste hatte, als er den Raum betrat, verlegen gegrüsst: Fremde, sprach er ehrfurchtsvoll, nimms nicht übel, aber der Engel sagte, hier sei der Heiland der Welt geboren. Wir sollten Ihn in Windeln gewickelt und in einer Krippe finden. Ich weiss nicht ob wir recht kommen… Ihr seid sehr recht gekommen, hier ist der Messias, der Erlöser aller Menschen! Erwiderte die Gottesmutter mit unendlicher Güte. Und sie winkte den zögernden Männern und sie zeigte ihnen das göttliche Kind. Karl sah, wie den Alten die Tränen herunterliefen, als sie zitternd das Kinderhändchen küssten. Messias, O Messias! Sagten sie weinend. Schliesslich wagte sich auch Karl herbei.
Auch er durfte das Christkindchen küssen. Dann legte Maria ihren mütterlichen Arm um ihn und zog ihn an sich. Ja, Karl, sprach sie, hab doch auch du meinen Sohn recht lieb! Um euretwillen liegt er heute im kalten Stall, halte du ihm darum ein warmes Plätzchen bereit! Trotz aller Armut ist er gerne hierher gekommen, weil wir ihn lieben, Josef und ich. Mache es wie wir, dann kommt er auch gerne zu dir, dann bist du sein lieber kleiner Freund. Gott segne dich Karlchen! Maria machte dem glücklichen Buben ein Kreuzchen auf die Stirne, dann nahm ihn der Engel und trug in davon.
« Zuletzt geändert: 01.06.2013 um 19:25:40 von Sr.Theresia »  

Gott, du bist mein Gott, dich suche ich! Meine Seele dürstet nach dir, mein Leib schmachtet nach dir wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser. So schaue ich im Heiligtum nach dir aus, um deine Macht und Herrlichkeit zu sehen. Denn deine Huld ist köstlicher als Leben; meine Lippen sollen dich preisen.
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Antwort #14 - 21.04.2006 um 12:47:14
 
Maria Himmelfahrt!

Das, Karl, ist eine schöne, weiche Wolke, und auf diese wollen wir uns jetzt setzen. Und warten und schauen, bis die Allerseligste Jungfrau Maria voüberzieht auf ihrem Himmelsweg. Karl schlüpfte gern in die weiche Wolke, und beide warteten eine Weile. Da hörte Karl die wunderbarste Musik, ähnlich war das Engelssingen in der heiligen Nacht gewesen!
O Engel sicher kommen sie! Rief er und sprang an dem Wolkenrand auf und ab, dass sein Engel ihn halten musste. Sie kommen, sagte auch dieser. Sie kamen wirklich!
Maria fuhr in den Himmel auf. Karl kniete nieder, mit gefalteten Händen, ihm wurde es schwindlig vor Augen. Denn Maria flog der ewigen Herrlichkeit zu. Und war sie in Bethlehem holdselig schön gewesen, jetzt war sie strahlend und herrlich wie die Sonne und alle Sterne zugleich. Zwei leuchtende Engel stützten sie, der eine war Gabriel, der andere ihr eigener Schutzengel, so hörte Karl seinen Führer sagen. Und um diese Gruppe waren unzählbare andere Engel. Die jubilierten und sangen, die spielten auf tausend Instrumenten, die hielten Weihrauchfässer in den Händen. Unnennbar war der Jubel, der die aufsteigende Himmelskönigin umgab. Mit einemmal aber fiel ein glühgoldenes Licht in all die Pracht. Einen Augenblick verstummten die Engel, sie wichen ehrfurchtsvoll zur Seite. Und Karl konnte es sehen – es war die Himmelstür aufgesprungen.
Gottes Licht strahlte aus dem geöffneten Tor. Die Engelsheere wichen zur Seite, Karl und sein Schutzgeist mit ihnen, und nur Maria allein, Maria und ihre zwei Begleiter schwebten zum Eingang des Paradieses hin. Karl konnte kaum zu dem gewaltigen Licht hinaufschauen, die Tränen liefen ihm davon herunter. Aber ein wenig blinzelte er doch empor.
Und sah, wie einer aus dem Himmel kam. Einer, der so war wie keiner. Einer, der Gott war, Gottes hochheiligstes Kind. Da fielen auch Gabriel und der Schutzengel zurück, Maria war allein vor ihrem Sohn.
Sie sank nieder mit ausgebreiteten Armen, o Jesus, flüsterte sie. Schon hielt der Menschensohn sie in seinen Armen, schon trug er sie selbst in sein Reich. Ihre Hand aber hatte der liebe Heilige Josef ergriffen. Jesus, Maria und Josef zogen in den Himmel ein. Nun stand das gewaltige Himmelstor offen und Millionen seliger Geister strömten durch dasselbe aus und ein, einander begrüssend, gemeinsam lobpreisend. Der Engel sprach: Nun führt der Herr Seine Mutter zum Vater und zum Heiligen Geist. Dann wird sie gekrönt werden, gekrönt als Königin des Himmels und der Erde, als Königin aller Geschöpfe für Zeit und Ewigkeit.
Und in der Tat – aus den Tiefen des Himmels erscholl der Gesang, der an Gottes Thron gesungen wird, gewaltig, unbegreiflich wie das Licht der Ewigkeit.
Da konnte Karl es nicht mehr ertragen. Er brach in Tränen aus. Trag mich fort, schluchzte er, trag mich fort, es verbrennt mich! Der Schutzengel schlug beide Flügel gross und weich und schattend um ihn und trug den kleinen überwältigten Buben aus den himmlischen Höhen zurück. Und nun leb wohl mein Kleiner! Sagte er zärtlich, als Karl im Bett lag und sich endlich beruhigt hatte. Und nun leb wohl!
Deine Kommunionvorbereitung ist fertig. Du weißt jetzt was die heilige Eucharistie ist, du weißt wie man sie empfängt. Mein Lehramt ist zu Ende. Ich werde dich freilich auch weiterhin nicht verlassen, dein ganzes Leben lang nicht, aber sehen wirst du mich erst wieder, wenn du am Totenbett liegst. Dann steh ich wieder da und heb dich auf, dann trag ich dich zur selben goldenen Himmelstür – geb`s Gott! – vor der wir heute standen. Aber dann werden deine Augen stark sein, denn der Todesengel wird sie gesegnet haben, und du wirst alles ertragen können. Nun lerne direkt von Jesus weiter, von Jesus, bei jeder heiligen Kommunion. Gott segne dich mein Kleiner! Langsam und ernst machte der Engel, der noch immer neben dem Bett kniete, ein Kreuzchen auf Karlis Stirn, und der Bub schlang beide Arme heftig um seinen lieben Himmelsfreund.
O Schutzengel, lieber Schutzengel, so schade, und danke vielmals sehr, rief er und begann von neuem zu schluchzen. Dann fügte er ruhiger bei, während der Engel ihn leise streichelte: Und ich werd sicher nichts vergessen. Und ich werds dir immer erzählen, du bist ja doch da, und ich weiss jetzt wie du ausschaust.
Und gib mir doch gleich einen festen Klaps, wenn du merkst, dass ich was blöd mach – gelt, Schutzengel! Karl trocknete auch die letzte Träne. Ich bin ja auch so froh wegen morgen, sagte er und lachte dazu schon wieder. Und dass ich den Heiland anschauen kann und Er glänzt nicht so stark wie heute Nacht. Schutzengel, so wie das Jesukind in der Krippe, so wird er kommen, nicht wahr? Ja, gerade so, die Brotsgestalt verhüllt ihn wie die Windeln. So kann man ihn halten und herzen, versicherte der Engel und schlang die Decken fest um den kleinen Buben. Ich hab ihn nämlich sehr lieb, murmelte dieser und dann schlief er schnell und tief seinem Weissen Sonntag entgegen.  
« Zuletzt geändert: 01.06.2013 um 19:25:57 von Sr.Theresia »  

Gott, du bist mein Gott, dich suche ich! Meine Seele dürstet nach dir, mein Leib schmachtet nach dir wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser. So schaue ich im Heiligtum nach dir aus, um deine Macht und Herrlichkeit zu sehen. Denn deine Huld ist köstlicher als Leben; meine Lippen sollen dich preisen.
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Re: Kleiner Freund! Kommunion-Geschichten!   
Antwort #15 - 21.04.2006 um 12:56:36
 
WEISSER SONNTAG!

Er hatte sich nicht umsonst gefreut. Seine erste heilige Kommunion wurde wunderschön und froh, so froh, wie er es sich nur erträumt hatte. Und es fiel ihm ganz leicht, dem Gottessohn alles zu sagen, was er sich ausgedacht hatte. Er schloss die Augen, als er wieder zur Danksagung in seine Bank gekommen war, und sah Es ganz deutlich vor sich, wie Es jetzt in seinem Herzen wohnte, wie Es sich von ihm umarmen liess – das heilige, göttliche Kind! Er beteuerte ihm seine Liebe, er brachte alle seine Anliegen vor, er sagte seine Vorsätze – schön wirkliche, praktische, die man auch durchführen kann. Und das Jesukind segnete sein Herz auch reichlich. Karl kam es vor, als höre er Es ganz deutlich sagen:

KLEINER FREUND!


Und: Ich hab dich lieb, hier bin ich gern. Da war er ganz glückselig. Die Freude blieb den ganzen Tag, auch beim Festessen mit dem schönen grossen Kuchen. Am Nachmittag war Andacht für die Erstkommunikanten, da traten sie einzeln vor an den Marienaltar und weihten sich der allerreinsten Frau.
Karl dachte daran, wie gestern Nacht die Himmelsmutter ihn an der Krippe ihres Kindes gesegnet hatte, und er rief seine Weiheformel mit jauchzender, lauter Stimme.
Der alte Pfarrer hatte es bemerkt und freute sich darüber. Nach der Andacht standen die Kinder noch ein Weilchen vor der Kirchentüre zusammen. Da trat der Priester zu Karls Mutter. Nun schüttelte er ihr die Hand.
Ich muss ihnen Glück wünschen, Frau Marten, sagte er gütig, mir scheint, ihr kleiner Karl ist ein Gnadenkind.
Der weiss, welch hohes Glück ihm heute geschenkt wurde. Der alte Seelsorger ging weiter, Frau Marten aber blieb erfreut zurück. So endete der wunderschöne Tag auch wunderschön. Karl und seine Mutter feierten ihn in Freuden bis zum Abend. Wie hatte der Pfarrer gesagt:
Ein Gnadenkind! Und war das ihr Bub nicht in der Tat – mehr als der Priester es wissen konnte – der Kommunionschüler auf der Jakobsleiter? Wer hatte das schon erlebt? Als Karl, müde von allem Schönen, nun fest schlafend dalag, und seine Mutter allein am Bettrand sass, fuhr sie zusammen.
Am Fussende des Bettes stand Karls Schutzengel, strahlend und schön, wie ihn das Kind ihr beschrieben hatte. Die Frau erschrak so, dass ihre Knie nachgaben. Sie blickte den himmlischen Geist starr und wortlos an. Er setzte sich neben sie, du gute, sagte er mit tiefer weicher Stimme, du tapfere grossmütige Frau.

Dein Karl ist ein Gnadenkind um deinetwillen, du Mutter nach Gottes Herzen. Er soll ein rechter Mensch werden, zur Freude des Himmels und der Erde. Führe ihn nur weiter, wie du es bisher getan, er soll seinen stillen alltäglichen Weg gehen. Was die Zukunft bringt, wird dir dann schon gezeigt werden – vielleicht wird er berufen und darf als Priester dem eucharistischen Gotte dienen.

Vielleicht soll er auch leben wie du – meine ja nicht, meine Freundin, dass ein guter Fabrikarbeiter gering sei, geringer als irgend ein anderer Mensch auf Erden. Lehr nur deinen Buben weiterhin, dass er dem Heiland dient, und sein Leben wird wie eine Weihrauchschale werden, voll köstlichem  ewigem Wohlgeruch. Die ganze Welt wird gesegnet um jedes guten Christenmenschen willen. So wie dieses Kind um deinetwillen gesegnet wurde, du Mutter! Ich will dir weiterhelfen, wie ichs bis jetzt getan, wir wollen gemeinsam unseren kleinen Karl erziehen.

Der Engel lächelte die Frau an, die immer noch in sprachloser Freude dasass, dann war es, als wenn er in die Dunkelheit des Zimmers zurückversinken würde. Einige Augenblicke blieb Frau Marten regungslos und wusste kaum, ob sie geträumt oder gewacht hatte. Dann stand sie voll inneren Jubels auf.
Sie ging zum Herrgottswinkel, zündete das Lämpchen an, kniete nieder und dankte für die grosse, grosse Freude. Schliesslich stand sie auf, ging zum Bett, gab Karl einen letzten Kuss, die Morgendämmerung begann schon leise durchs Fenster zu schleichen. Der Bub bewegte sich ein wenig. Mutter, murmelte er im Schlaf und dann Jesukind und och –das ist famos! Dann drehte er sich um und schlief weiter. Es ist famos, wirklich, Gott weiss es! Sagte Frau Marten. Und sie lacht und weinte zur gleichen Zeit, und legte sich endlich schnell in ihr eigenes Bett
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« Zuletzt geändert: 01.06.2013 um 19:26:15 von Sr.Theresia »  

Gott, du bist mein Gott, dich suche ich! Meine Seele dürstet nach dir, mein Leib schmachtet nach dir wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser. So schaue ich im Heiligtum nach dir aus, um deine Macht und Herrlichkeit zu sehen. Denn deine Huld ist köstlicher als Leben; meine Lippen sollen dich preisen.
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