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Normal Topic Maiandacht (Gelesen: 256 mal)
Brigitta B
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Mein Herz für JESUS, MARIA
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Maiandacht
09.05.2007 um 18:56:51
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Der Monat Mai ist - wie der Rosenkranzmonat Oktober - in besonderer Weise der Verehrung der Gottesmutter Maria geweiht.
Es werden noch an manchen Orten abends in den Kirchen vor einem blumengeschmückten Maialtar, Maiandachten  gehalten.
Auch bei uns wird in einer Kapelle noch der Rosenkranz, die Lauretanische Litanei gebetet und Marienlieder gesungen.
Ebenso werden im Mai, vermehrt Rosenkranz - betende Fußwallfahrten organisiert,
woran sich viele Gläubige gerne beteiligen, zur Ehre Gottes und der Mutter Gottes, -um ein Versprechen einzulösen, - als Dank für erwiesene Hilfe, oder als Bitte für ein bestimmtes Anliegen...
-------------------------------------------------------------
Jesus sagte einmal zu einer franz. Augustinerin:

Wenn du mich liebst, so liebe um meinetwillen auch meine Mutter. Du kannst mir keine angenehmere Huldigung darbringen, als wenn du sie aus allen Kräften liebst.


Aus dem Eucharistischen Kalender mit Imprimatur
Mit Erlaubn. des
Miriam- Verlag Jetstetten



 
   
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« Zuletzt geändert: 11.07.2013 um 00:11:31 von Brigitta B »  

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Brigitta B
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Re: Maiandacht
Antwort #1 - 11.05.2014 um 00:15:05
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Die Maiandachten

Im Monat Mai werden in den katholischen Gotteshäusern Andachten zur Mutter Gottes abgehalten.
Diese Andachten haben den Zweck, die Mutter Gottes zu preisen und sie um die Fürbitte bei Gott anzuflehen. –
Es wird gewöhnlich ein Marienlied gesungen, eine Predigt (oder Vorlesung) gehalten, dann die lauretanische Litanei gebetet
und zum Schluß mit dem Allerheiligsten der Segen erteilt.

Wir weihen der Muttergottes den Monat Mai, der wegen der Blütenpracht der schönste und angenehmste Monat des Jahres zu sein pflegt.
Wenn man ein Geschenk macht, so pflegt man das Beste zu geben, das man hat.
Noch aus folgendem Grunde ist der Mai zur Verehrung Mariens passend:
Der Mai heißt gewöhnlich auch der Wonnemonat, weil uns in diesem Monat die Blüten mit ihrem angenehmen Dufte erfreuen.
Nun, Maria ist die Wonne des Menschengeschlechtes, weil sie uns den Heiland geschenkt hat.
Die Blüten der Bäume und Blumen erinnern uns gewissermaßen an die Tugenden, mit denen die Gottesmutter geziert war.
Maria wird in Kirchenliedern oft mit einer herrlichen Blume verglichen. –

Maiandachten entstanden zur Zeit der französischen Revolution vor dem Jahre 1800.
Damals versammelten sich in Rom auf Anregung des Jesuiten Lalomia im Monate Mai viele fromme Personen
vor einem mit dem Bilde der Gottesmutter geschmückten Altare, um die „Helferin der Christen“ zu bitten,
dass sie den unglücklichen Franzosen die Augen öffne.
Diese Andacht fand bald in mehreren Kirchen Roms und Italiens Eingang.
Papst Pius VII., der durch Napoleon viel zu leiden hatte, billigte diese Andacht und verlieh den Besuchern der Maiandachten viele Ablässe. - 
Der Monat Mai ist der große Audienztag der Himmelskönigin; in diesem Monate ist Maria besonders geneigt, uns durch ihre mächtige Fürbitte bei Gott zu helfen.

Q: Volkskatechismus 1920

LINK: Maiandachten
  

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Re: Maiandacht
Antwort #2 - 30.04.2017 um 23:41:05
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Maiandacht
Ursprung
Schon im 5. Jahrhundert bestand in der alexandrinischen Kirche der Gebrauch, während des Monats Dezember
das Offizium von der Gottesmutter, das sogenannte Theotikon, zu verrichten, das seinen Ursprung vielleicht darin hat,
dass man gegen die Irrlehren des Nestorius, welcher der heiligsten Jungfrau  den Titel „Gottesgebärerin“ streitig machte,
eine Abwehr in diesem Offizium fand, worin unter den herrlichsten Wendungen und in zahlreichen Bildern
der Glaubensatz von der göttlichen Mutterschaft Mariä den Betenden stets fort in Erinnerung gebracht und versichert wird,
dass alle Rechtgläubigen Maria als Gottesmutter verehren. Auch hat dieses Offizium im Monat Dezember
noch seine besondere Begründung im Feste der Weihnacht gehabt.
Eine Ähnlichkeit mit unserer Maiandacht besteht auch darin, dass der Monat Dezember im Oriente ungefähr unserem Mai entspricht
und es wird heute noch in manchen heißen Ländern die unserer Maiandacht entsprechende Andacht in den Herbstmonaten gefeiert.
All das hindert aber nicht, dass sonst kein weiterer geschichtlicher Zusammenhang zwischen unserer Maiandacht
und dieser Dezemberfeier besteht. Sie war eine selbstständige Vorläuferin derselben.
2. Die Maiandacht, wie wir sie heute haben, entstand aus dem Gedanken und dem Bedürfnis, ausgeartete weltliche Feste und Gebräuche zu verdrängen.

Die Kirche ist überall, wo sie dem Heidentum den Sieg abgerungen, mit kluger Mäßigung vorgegangen, nach der Mahnung des hl. Apostels Paulus:
„Alles aber prüfet; was gut ist behaltet“ (1. Thes. 5,21). Sie hat an Vorhandenes, das den Völkern schon zur Gewohnheit geworden war,
angeknüpft, indem sie diese Gewohnheiten teils reinigte von dem, was an ihnen verwerflich war,
teils ihnen einfach einen christlichen Gedanken unterstellte.
Ähnlich verfuhr die Kirche auch bei Beseitigung von Missbräuchen unter den christlichen Völkern und so verfährt sie heute noch.
Sie weiß, was ihr göttlicher Meister ihr gesagt:
„Das zerknickte Rohr wird er nicht zerbrechen und den rauchenden Docht nicht auslöschen“ (Matth. 12, 20), und sie weiß,
wie tief manche Sachen im Volke eingewurzelt sind, darum nimmt sie ihnen das Verderbliche einerseits
und haucht ihnen anderseits einen guten christlichen Gedanken und Geist ein. Sie macht es wie der Gärtner, der einen Wildling vorfindet.
Er haut ihn nicht aus und wirft ihn ins Feuer, sondern er beschneidet die wilden Äste und pfropft ihnen ein Edelreis auf.
Nun gab es aber wohl noch aus heidnischer Zeit her auch unter den christlichen Völkern sogenannte weltliche Maifestlichkeiten,
wie ja heute noch der Mai, besonders der 1. Mai, in Köpfen drinnen spukt, die nichts weniger als christlich und katholisch sind.
Dieser vorgefundenen Feierlichkeiten des Mai gaben den Anlaß zur Maiandacht, wie wir jetzt noch näher sehen werden.
  

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Re: Maiandacht
Antwort #3 - 30.04.2017 um 23:52:33
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3. Schon die alten Römer hatten eine Art Maifeier, die sogenannten florealia, Blumenfeste,
die man jährlich Ende April und anfangs Mai zu Ehren der neuerwachten Natur feierte.
Dabei waren aber Ausschweifungen aller Art an der Tagesordnung.
Die alten Germanen hatten ebenfalls zu Ehren der Göttin Nerthus feierliche Umzüge zu dieser Zeit, die der neuerwachten Natur galten.
So blieb es auch ferner.
Im Mittelalter feierte jung und alt das uralte Maifest, alles war von neuer Lust beseelt, alles jubelte der neuerwachten Natur entgegen.
Dieses Maifest bestand darin, dass der Winter ausgetrieben und der Frühling eingeführt wurde.
Der Winter, ein alter Mann mit weißem Kleid, Bart und Haaren, wurde da in dramatischen Spielen bekämpft,
besiegt, enthauptet, verbrannt oder ins Wasser geworfen.
Der Frühling wurde eingeführt, teils schon am 23. April, am Georgstage, oder anderorts an Pfingsten oder am 1. Mai;
daher stammt die Sitte der Anzündung des Maifeuers in der Walpurgisnacht.

Mit Gesang und Peitschenknall zogen die heiratsfähigen jungen Leute auf eine Anhöhe vor das Dorf,
wo sie, Jünglinge und Jungfrauen, in lustigem Tanze sich ergötzten.
Es fand eine Art Versteigerung der Mädchen statt unter dem Ruf: „Heute zum Leben, übers Jahr zur Ehen.“

Am 1. Mai fand dann das Suchen des Sommers im Walde statt und als Zeichen des gefundenen Sommers
wurde der „Maibaum“ von Haus zu Haus geführt.
Oft war der so gefundene Sommer aber auch eine Person, der „Maigraf“, der „Maikönig“, dem zur Seite auch eine „Maikönigin“ sich fand.
Am „Maibaum“, den man auf dem Hauptplatze der Gemeinde aufgerichtet hatte, wurden allabendlich lustige Tänze und auch Spiele aufgeführt.
Junge Burschen setzten auch solche Bäume mit allerlei Bändern und Zierraten versehen vor das Fenster der Mädchen, die sie liebten.
Alle diese Sitten oder manchmal Unsitten hatten mehr oder weniger heidnischen Charakter
und nicht immer wurden die Schranken der Sitte eingehalten und es kam vor, dass Eltern, Mütter schweren Stand hatten,
die den Kindern diese gefährlichen Gelegenheiten verunmöglichen wollten.
Ja, Trunkenheit, Streitereien, unzüchtige Handlungen waren eine gewöhnliche Sache bei diesen Maifesten.
Die Kirche missbilligte nun allerdings diese Missbräuche. Bischöfe und ernste Prediger erhoben dagegen ihre Stimme.
Auch der große heilige Reformator Karl Borromäus klagte über diese Unsitten.
Die Kirche tat es aber nicht als eine griesgrämige Verleiderin aller Freude und harmlosen Sanges und Tanzes.
Sie verwehrte nicht Tanzen und Singen. Aufmunterung brauchte es dazu ja auch nicht.
Aber sie hat Interesse der Gesittung und Kultur das Überschäumen dieser Frühlingsfreuden eingedämmt
und sie in den Grenzen der Zucht und Sitte behalten wollen.
Bei diesen Mahnungen fand aber die Kirche auch Gehör.

4. Am 1. Mai feiert die Kirche das Fest des hl. Apostel Philippus, der gleich seinem Herrn und Meister gekreuzigt worden.
Ebenso finden im Mai die Feste Kreuzauffindung, der Nägel und der Lanze ihren Platz.

Es lag darum sehr nahe, dem weltlichen Maibaum denjenigen des hl. Kreuzes entgegenzusetzen. So tat es schon Heinrich Seuse (+1365),
er setzte in der Nacht des eingehenden Maien einen geistlichen Maibaum.
„Unter allen den schönen Zweigen, die je wuchsen, konnte er nichts Gleicheres finden dem schönen Mayreise,
als den wonniglichen Ast des hl. Kreuzes, der blühender ist mit Gnaden und Tugenden und aller schönen Gezierde, denn alle Maybäume hier wurden.“
Es wurden auch bald bei Aufrichten des Maibaumes geistliche Lieder gesungen und es wurde der Maibaum,
wie es jetzt noch vielerorts in Süddeutschland der Bauch ist, mit den Leidenswerkzeugen geschmückt.
Doch näher lag noch ein anderer Gedanke.
Die Kirche wendet auf Maria die Worte des Hohenliedes an: „Mache dich auf, meine Freundin, meine Schöne,
und komme, denn der Winter ist vergangen, der Regen vorüber; schon erscheinen die Blumen in unserem Lande“ (Hohel. 2,13, 10-12.
Alles, was man den Maifesten zugrunde legte, die Austreibung des Winters, Einzug des Frühlings, Liebe zu einer geehrten Jungfrau,
das fand die schönste, edelste, idealste Anwendung in mystischer Weise auf Maria.
Bei ihrem Erscheinen ist der Winter des göttlichen Fluches und der Sünde im Weichen begriffen, sie ist die Blume, der Blumen Königin,
„die Blume des Feldes, die Lilie des Talgrundes, gleichwie Zimt und wohlriechender Balsam gibt sie Duft
und wie köstliche Myrrhe spendet sie lieblichen Wohlgeruch“ (vgl. Hohel. 4,1; Sir. 24, 20).
Sie ist das Reis aus Jesses Wurzel, sie ist die minnereichste aller Frauen und hat mit ihrem allmächtigen Kinde
den Frühlingskönig unseres Heiles uns gebracht.
Darum sang man nur ihr die Lieder der wahren Liebe und Minne und wand man ihr die Kränze aus Frühlingsblumen. [/b]
So haben wir bereits aus dem 13. Jahrhundert solche Maigesänge auf Maria und zwar aus dem Lande der Poesie, aus Spanien und Frankreich.
Ein zartes Lied aus der Provence, das wir nach der Originalübersetzung von P. Joh. Bapt. Metzler S.J. ) hierhersetzen, lautet also:

Wenn Frühlingssonnen jäh den Schnee verjagen
Und milder Mai auf grünen Fluren      lacht,
dann lasst ihr der ersehnten Blumen Pracht
Am hohen Fest manch frohen Sänger tragen.
O Königin der Liebe, reich an Güte,
An dich mein ruhesuchend Herz sich schmiegt,
Und wenn mein Lied im edlen Kampfe siegt,
Find` ich die Blume, die aus dir erblühte.
Schon unter deinem Mantel sollte sprießen
Die Blume, die das Heil im Kelch enthüllt,
Die weithin herrschend alle Herzen füllt
Mit Frieden, den so freudig wir umschließen.

Die Blum` zu küssen, die des Heiles Quelle
Und alles Adels, ist mein stet`  Begehr,
Neigt sie sich nur zu meiner Reue her,
Dann weicht die Sünde von des Herzens Schwelle.

O Mutter Christi, teuer mir vor allen,
Bewahre uns, wenn es dir so gefällt,
Vor grausam` Drachen hier in dieser Welt
Und lass auf gradem Weg uns zu dir wallen.

So wären denn noch viele andere Gebräuche, welche der christliche Sinn aus den alten Maifeiern herübergenommen und auf Maria angewendet
und so veredelt hat, hier anzuführen, doch es soll das genügen.
Wir haben damit die Vorläufer der Maiandacht, wie wir sie jetzt üben, gekennzeichnet.
Es handelte sich schließlich nur mehr darum, der schon vorhandenen Marienverehrung im Monat Mai die Gestalt zu geben,
die sie jetzt in der Maiandacht besitzt.
  

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Re: Maiandacht
Antwort #4 - 01.05.2017 um 00:02:47
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Die eigentliche Maiandacht und ihre Einführung.

Wer die Maiandacht in der Form, wie wir sie heute haben, eigentlich zuerst geübt, also eingeführt hat,
das ist schwer festzustellen, da man eben nach und nach zu derselben gelangte.

Es gab zwar allerdings schon am Ende des 17. Jahrhunderts da und dort Leute, die einen ganzen Monat der lieben Mutter Gottes weihten,
auch gab es, wie wir gesehen, früher manche, die an einigen Tagen des Mai, d.h. bei der Ankunft des Frühlings der Himmelskönigin
zu Ehren die Maifeier gestalteten, aber dass man alle Tage des Monats Mai der Maienkönigin weihte,
das war erst die Errungenschaft der neueren Zeiten.
Es gab auch schon früher gedruckte Schriften, die Anleitung gaben zur Heiligung irgend eines Monats zur Ehre Mariens,
aber die Maiandacht war das noch nicht.
Schon näher dem Ziele und dem Grundgedanken der Maiandacht kam der bekannte poetische Kapuziner P. Laurentius von Schnüffis (Schnifis)
im Vorarlberg, der im Jahre 1692 eine Gedichtssammlung drucken ließ unter dem Titel:
„Miranische (Martinische) Mayenpfeiff oder Marianische Lob-Verfassung, in welcher Clorus, ein Hirt,
der großmächtigsten Himmelskönigin und Mutter Gottes Mariä unvergleichliche Schön- Hoh – und Vermögenheit anmutig besingt.“
Unter den dreißig Liedern dieser Sammlung findet sich auch das Original, der Grundtext,
zu dem vom Volke noch viel gesungenen „Wunderschön prächtige“ und lautet dort also:
„Sonnenschön prächtige, Überauß mächtige Himmlische Frau,
Welcher auch ewig ich Knechtlich verbindend mich
Billich im mein Leben alles beyneben kindlich vertrau!
Für diese Treugetane Pflicht nur zeige mir dein Angesicht.“

Der eigentliche Ausbau der Maiandacht ist nun aber in Italien zu suchen.
Im Jahre 1726 hat der Jesuitenpater Annibale Donese ein „Maibüchlein“ herausgegeben.
Man hat zwar schon dem hl. Philipp Neri die Einführung der Maiandacht zugeschrieben.
Allein, obwohl der Heilige ein glühender Verehrer Mariens war, kann man doch keinen bestimmten Anhaltspunkt hiefür ausweisen.
In diesem Büchlein erteilt nun der Pater als Seelenführer die praktischen Weisungen für die Übung der Maiandacht.
Er schreibt:

„Im eigenen Hause und zwar in dem Zimmer, in dem sich die Familienangehörigen zusammenzufinden pflegen,
um ihre Hausandacht zu verrichten, schmückt man am Vorabend des ersten Mai das Bild der seligsten Jungfrau.
Man errichtet ein Altärchen und ziert es, so gut man kann, z. B. mit Kerzen und Blumensträußen.
Mit Nutzen dürfte das Gleiche in jenen Räumen geschehen, in denen man studiert, arbeitet und sich erholt,
um auf diese Weise jene Orte zu heiligen und unsere Handlungen, die so gleichsam unter den Augen der seligsten Jungfrau vor sich gehen,
immer besser zu verrichten.
Am letzten April abends versammle sich die Familie vor dem so hergerichteten Altärchen, zünde die Kerzen an
und bete den Rosenkranz ganz oder zum Teile, wenigstens aber die Litanei der Mutter Gottes.
Andere Gebete können hinzugefügt werden, je nachdem es in der Familie Brauch ist und die Anliegen es erheischen.
Man achte jedoch darauf, dass man die Zahl der Gebete nicht zu sehr vermehre und die Andacht dadurch vermindere,
indem dieselben entweder zu schnell hergesagt oder die Beter ermüdet werden, besonders wenn es Kinder oder sehr beschäftigte Bedienstete sein sollten.“
Der fromme Verfasser erwähnt dann den Gebrauch der sogenannten „Maiblüten“, indem er fortfährt:
„Ist die Andacht zu Ende, so zieht jeder einen der kleinen Zettel, auf denen man die frommen Übungen abgeschrieben hat,
die in diesem Büchlein weiter unten zu finden sind.“ Als solche Übungen zählt er zwölf auf:
1.  Des Morgens, sobald die Zeit zum Aufstehen gekommen ist, erhebe dich sofort,
     um nicht dein Tagwerk schon träg zu beginnen; kleide dich bescheiden an und verrichte andächtig dein Morgengebet.
2.  Höre jeden Tag andächtig die hl. Messe; bete womöglich dabei die Tageszeiten der Mutter Gottes.
3.   Lies jeden Tag eine Viertelstunde in einem Erbauungsbuche, z. B. in der Lebensbeschreibung  eines Heiligen,
      oder etwas über die letzten Dinge. Lies hingegen keine Bücher, die du nicht lesen musst usw. usw.
     „Dieses so durch das Los bestimmte gute Werk übe man während des ganzen Monats. –
      Hernach oder auch zu einer andern gelegenen Zeit lese man die in unserm Büchlein für den folgenden Tag
      angegebnen drei Betrachtungspunkte nebst dem beigefügten Exempel.
      Auch vergesse man nicht, eines jener andern Zettelchen zu erlesen, worauf Tugendübungen für jeden Tag angegeben werden.
      Was für den ersten Abend gesagt wurde, gilt (mit Ausnahme des für den ganzen Monat bestimmten Zettelchens)
      für jeden der kommenden Tage.“ –
      Endlich gibt Donese noch einige Anweisungen, wie man großen Nutzen aus der Maiandacht ziehen kann.
     „Jede Woche oder mindestens alle 14 Tage empfange man mit der allergrößten Andacht die hl. Sakramente
      der Buße und des Altars.
      Verläßt man tagsüber das Haus, so kehre man nicht zurück, ohne eine Kirche der Mutter Gottes oder ein Heiligtum derselben
      besucht zu haben.
      Den ganzen Monat hindurch betrage man sich als ein wahres Kind Mariens und tue nichts, was ihrem reinsten Herzen
      missfallen könnte.“
      Auch sind dem Büchlein für jeden Tag berechnete Betrachtungen über die ewigen Wahrheit beigegeben,
      die mit einer Mariengeschichte schließen.

Damit war die Maiandacht in ihrer wesentlichen Form geschaffen.
Die Folgezeit brachte anstatt des Hausgottesdienstes den Gottesdienst in der Kirche vor dem mit Blumen
und Kränzen geschmückten Muttergottesaltar, dem Maialtar, an Stelle der Betrachtungen Predigten über die ewigen Wahrheiten, über Maria,
ihr Leben, ihre Tugenden usw.
Sehr rasch fanden diese Übungen beim Volke Boden, vorerst allerdings nur in Italien
und die Muttergottesaltäre waren im Mai bald auch in der heiligen Stadt, in Rom, von Scharen von Gläubigen umstanden.
Ein eifriger Förderer der Maiandacht, Muzzarelli, hielt daselbst von 1803-1809 in al Gesu allabendlich im Mai mit großem Erfolg die Maiandacht mit Predigt.
Bei seinem 1813 erfolgten Tod ward in Rom diese Andacht in 20 Kirchen gehalten.

Aber nicht bloß Italien, die ganze Welt sollte diese fromme Übung zu Ehren der Himmelskönigin sich zu eigen machen.
Allerdings erstanden schon anfänglich der Maiandacht gefährliche Gegner, unter ihnen vor allem die Jansenisten.
Leider sollte es ihnen gelingen, in manchen Kreisen gegen die Maiandacht Misstrauen zu säen,
ja selbst kirchlkiche Behörden musste man gegen sie einzunehmen. So erließ ein Bischof von Verona folgende Verordnung:
„Unter dem Vorwande, die Ehre der Jungfrau Maria zu mehren, wird in einigen Pfarrkirchen eine Andacht eingeführt unter dem Namen „Maimonat.“
Wir können diese Andacht nicht nur nicht empfehlen,
sondern sie scheint uns vielmehr der guten Ordnung und der wahren Frömmigkeiten gerade entgegen.
Darum erklären wir genannte Maiandacht für die Zukunft in allen Kirchen der Stadt und Diözese Verona für untersagt und verboten.“
Doch die Sache Mariens erlangte schließlich den Sieg. Es war aus dem Bedürfnis des Volkes die Maiandacht hervorgegangen,
was tat nun die Kirche in in der Sache, stellte sie sich auch auf den Standpunkt des Bischofs von Verona und der Jansenisten?
Mit nichten. Als man Jahre 1815 beim Apostolischen Stuhle um Bestätigung der Maiandacht nachsuchte, wurde von Papst VII.
diese bereitwilligst gewährt und die Andacht mit vielen Ablässen bereichert.
Man kann also folgende Vergünstigungen nach dem päpstlichen Reskript von 1815 und 1822 gewinnen:
1, 300 Tage Ablaß an jedem Tage des Mai, wenn man öffentlich oder privatim die allerseligste Jungfrau in diesem Monate
    durch besondere Übungen oder Tugendakte verehrt.
2. Vollkommenen Ablaß einmal in jedem Monat oder einem der ersten acht Tage des Juni unter den gewöhnlichen Bedingen.

Jetzt natürlich drang die Andacht auch über Italien hinaus in andere Länder.
Vorab kam dieselbe nach Frankreich und um dieselbe Zeit nach Spanien,
da vorab in Spanien die Maiandacht, wohl wie nirgends, feierlich begangen wird, weil in diesem Lande die Marienverehrung
des ritterlichen Spaniers Ehrensache ist.
Von Frankreich kam die Übung nach Belgien und in die Schweiz.
Hier waren es besonders zu Sitten die Väter des Glaubens, die sich den in Russland nach ihrer Aufhebung
weiterbestehenden Jesuiten anschließen durften, welche die Andacht pflegten.
Sehr schnell fand sie in der Schweiz unter dem Volke Verbreitung, wie im Kanton Wallis so auch im Kanton Freiburg
und in den übrigen katholischen Kantonen.
Deutschland blieb etwas zurück. In den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts fing übrigens auch  hier die Andacht an, gepflegt zu werden,
besonders durch die Verbreitung des „Monats Mariä“, das 1837 in Wien erschien und vom späteren General der Jesuiten P. Petrus Beck
nach einem italienischen Vorbild herausgegeben war.

  

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Patrona Bavaria
Antwort #5 - 30.04.2019 um 20:40:33
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Am 1. Mai begehen die Bayern das Fest der Patrona Bavariae (Patronin des Bayernlandes) dessen Titel auf Kurfürst Maximilian zurückgeht.
An diesem Tag wird wieder täglich der Wettersegen gespendet.

Im Mai finden auch zu Ehren der Mutter Gottes Maiandachten statt.
Der Mai gilt als der Marien- und Wonnemonat.
Fast in jeder Kirche wird ein „Maialtar”, hergerichtet, eine besonders mit Blumen und Kerzen geschmückte Marienstatue, die den Mittelpunkt der Maiandachten darstellten.
Früher fuhren wir fast jeden Tag  mit dem Rad zur Maiandacht  zu Ehren der heiligen Gottesmutter Maria.

Die erste von den Kamillianern (Krankenpflegeorden) durchgeführte Maiandacht fand in Ferrara (Italien) 1784 statt.
Im 19. Jahrhundert verbreitete sich diese Andachtsform von Italien aus weltweit.
In Deutschland fand die erste Maiandacht 1841 im Kloster der Guten Hirtinnen in München-Haidhausen statt.
Die deutschen Diözesen folgten innerhalb weniger Jahre: 1842 Aachen und 1844 Regensburg.
Bis in die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg war es in Deutschland üblich, dass auch jede Familie im Monat Mai zu Hause einen „Maialtar” aufbaute:
Im Herrgottswinkel eine Marienstatue mit Blumen geschmückt.
Ein zusätzliches Ave-Maria zum Morgen-, Tisch- oder Abendgebet und der „Engel-des-Herrn” um 12 Uhr galten als üblich.  

Information von einem Priester


auch ehren wir den Hl.Josef den Arbeiter am 1. Mai
   LINK: Erklärung JOSEF der Arbeiter




  

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