Willkommen Gast. Bitte Einloggen
YaBB - Yet another Bulletin Board
 
   
 
 
Normal Topic Betrachtung Rosenkranz (Gelesen: 1.466 mal)
Brigitta B
Helfer des Admin
****
Offline


Mein Herz für JESUS, MARIA
und JOSEF

Beiträge: 4.412
Mitglied seit: 12.10.2006
Geschlecht: weiblich
Betrachtung Rosenkranz
09.10.2012 um 14:00:35
Beitrag drucken  
BETRACHTUNG über die Heilsamkeit des heiligen Rosenkranzes.

Fromme Christen werden nicht müde, die seligste Jungfrau Maria zärtlich zu verehren und ihre erhabenen Vorzüge in heiliger Freude zu preisen.
Besonders ist es der heilige Rosenkranz, durch welchen sie der hochgebenedeiten Himmelskönigin die schönste Huldigung darbringen.
Denn der heilige Rosenkranz ist ein Gebet, welches sowohl hinsichtlich seines Inhalts als auch seiner trefflichen Einrichtung ausgezeichnet ist,
und ein wahrhaft königliches Gebet genannt zu werden verdient.
In der wirklich bewunderungswürdigen Verbreitung desselben durch die ganze katholische Christenheit ist der Finger der Vorsehung und das passende dieses Gebetes nicht zu verkennen.
Überdies ist es so einfach und  selbst für den Ungebildetsten an allen Orten und zu allen Zeiten anwendbar , während es auch die Gelehrtesten,
wenn sie nur frommen Sinn haben, zu kindlicher Andacht erhebt, welche allein dem Herrn gefällt.
Freilich hegen da manche eine Art frommer Besorgnis, als würde durch dieses Gebet nicht Gott, der doch allein aller Verehrung und Anbetung würdig ist,
sondern Maria zum Nachteile des Dienstes Gottes verehrt. Solche anscheinend fromm besorgte Gemüter mögen aber bedenken,
dass Gott vor allem durch das heilige Rosenkranzgebet geehrt und angebetet wird.
Denn so oft wir den heiligen Rosenkranz beten, beginnen wir mit dem apostolischen Glaubensbekenntnis und bekennen also gleich anfangs jenen heiligen Glauben,
welchen Jesus gestiftet, welchen die Apostel gepredigt und für welchen so viele tausend Martyrer ihr Blut mit Freuden vergossen haben;
wir glauben und bekennen gleich anfangs alle Geheimnisse und Wahrheiten eben dieses apostolischen Glaubensbekenntnisses,
welches von den Aposteln und ihren Nachfolgern allen Christen als Schutzwehr gegen sämtliche Irrtümer in die Hand gegeben
und bei den heiligen Kirchenversammlungen stets als Richtschnur des Glaubens aufgestellt worden ist.
Mit froher Zuversicht beten wir sodann das Gebet des Herrn und sprechen, von kindlicher Liebe durchdrungen, ihn aus den süßen Namen „Vater“:
denn nicht Herr, nicht Richter, nicht König, sondern Vater lehrte Jesus uns Ihn nennen in jenem himmlischen Gebete, welches das fasslichste für Kinder und das erhabenste für Erwachsene ist.
Vertrauensvoll legen wir ihm in diesem schönen Gebete unsere Wünsche und Bitten, unsere leiblichen und geistlichen Bedürfnisse vor Augen und flehen sehnlichst,
Er wolle uns alles Gute geben und vor allem Bösen uns bewahren. Dadurch geben wir deutlich zur Ehre Gottes zu erkennen,
dass wir alle zeitlichen Güter und alle himmlischen Gnaden von ihm erwarten und empfangen. Wer kann uns also vorwerfen,
als vergäßen wir Gott beim heiligen Rosenkranze und ehrten nur Maria, da wir uns doch gleich anfangs zu Gott wenden, auf Gott alles beziehen und feierlich bekennen,
dass wir an Ihn glauben, auf Ihn hoffen, und Ihn lieben. Wir beten Gott allein an, und ehren Maria die seligste Jungfrau nur Seinetwegen.
Erst vom Throne des ewigen Vaters wenden wir uns zu Seiner auserwählten Tochter, vom Throne des göttlichen Sohnes zu Seiner jungfräulichen Mutter,
vom Throne des heiligen Geistes zu Seiner geliebten Braut. Wir setzen Gott nicht auf die Seite und wenn wir uns an Maria wenden, so geschieht es nur
um in und durch Maria Gott zu loben und zu lieben. Denn wer Maria lobt und liebt, lobt und liebt auch zugleich den dreieinigen Gott.
Wie sollte auch nach Gott, nach Jesus Christus nicht jene genannt und begrüßt werden, welche Gottes reinste Wohnung war und von ihm über alle Engel und Heilige erhöht wurde?
Wie sollte nicht der Gerechte und der Sünder seine Blicke sehnsuchtsvoll auf jene richten, welche allen als die zärtlichste Mutter und mächtigste Fürsprecherin gegeben ist?
Wessen Auge wird nicht vor Freude strahlen, wenn er denkt: Maria bittet für mich bei ihrem göttlichen Sohn und unterstützt durch ihre kräftige Fürbitte mein schwaches unvollkommenes Gebet?
Wessen Herz wird nicht von reinster Wonne entzückt werden, wenn er mit kindlicher Andacht betet: Gegrüßt seist du, Maria?  
Wer erinnert sich da nicht mit Freuden an den heiligen Erzengel Gabriel, welcher im Auftrag und Namen Gottes sie mit diesen erhabenen Worten gegrüßt?

Und wenn wir so Maria grüßen und loben, wie kann man sagen, dass wir dadurch die Ehre Gottes vermindern?
Preisen wir dadurch nicht Gott Selbst, welcher Maria so ausnehmend begnadet hat? Fällt nicht alle Ehre, die wir ihr erweisen, auf Gott Selbst zurück?
Und wenn wir vertrauensvoll beten: Heilige Maria, Mutter Gottes bitt für uns arme Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes:
Was unternehmen wir da, das der Ehre Gottes nur im Geringsten zu nahe treten könnte? Bezieht sich nicht alles auf Gott?
Wohl ist Maria unsere Fürsprecherin, Gott aber unser Retter und Helfer. –
Wie nun aber die Rose aus grünen Blättern, aus scharfen Dornen und einer herrlichen Blume besteht, so sind auch hier die grünen Blätter durch die Freudenreichen,
die Dornen durch die schmerzhaften, die Blume durch die glorreichen Geheimnisse, welche bei jedem Ave eingelegt werden, recht sinnreich angedeutet.
Wie könnte nun der heilige Rosenkranz von der Verehrung und Anbetung des dreieinigen Gottes uns ableiten, da gerade diese eingelegten Geheimnisse es sind,
welche uns nachdrücklich auf Ihn, den Urheber aller Gnade hinweisen und uns die unendliche Liebe,
welche er für uns sündige Menschen hegt, kräftig zu Gemüte führen und uns so ernst an die Geheimnisse unseres Heils erinnern?
Dringe nur tiefer in den Geist des Rosenkranzes ein und du wirst an denselben immer neue Schönheiten finden
und freudig seine Zweckmäßigkeit für die Bedürfnisse der Menschen anerkennen und gestehen, dass es nicht leicht ein Gebet gibt,
das auf Frömmigkeit und Tugend mehr Einfluss statt als der hl. Rosenkranz, wenn man ihn andächtig betet
und die eingelegten Geheimnisse unseres heiligen Glaubens stets aufmerksam und mit frommer Rührung betrachtet.

Q: Goffine 1842
« Zuletzt geändert: 28.08.2013 um 10:57:31 von Brigitta B »  

Jesus, Maria und Josef, ich liebe Euch  Smiley rettet Priesterseelen, rettet alle Seelen, erbarmt Euch der Armen Seelen im Fegefeuer, der Sterbenden und der Ungeborenen
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Brigitta B
Helfer des Admin
****
Offline


Mein Herz für JESUS, MARIA
und JOSEF

Beiträge: 4.412
Mitglied seit: 12.10.2006
Geschlecht: weiblich
Re: Betrachtung Rosenkranz
Antwort #1 - 10.10.2012 um 15:56:43
Beitrag drucken  
Und wenn wir so Maria grüßen und loben, wie kann man sagen, dass wir dadurch die Ehre Gottes vermindern?

Preisen wir dadurch nicht Gott Selbst, welcher Maria so ausnehmend begnadet hat? Fällt nicht alle Ehre, die wir ihr erweisen, auf Gott Selbst zurück?
Und wenn wir vertrauensvoll beten:
Heilige Maria, Mutter Gottes bitt für uns arme Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes: was unternehmen wir da, das der Ehre Gottes nur im Geringsten zu nahe treten könnte?
Bezieht sich nicht alles auf Gott? Wohl ist Maria unsere Fürsprecherin, Gott aber unser Retter und Helfer. –
Wie nun aber die Rose aus grünen Blättern, aus scharfen Dornen und einer herrlichen Blume besteht,
so sind auch hier die grünen Blätter durch die Freudenreichen, die Dornen durch die schmerzhaften, die Blume durch die glorreichen Geheimnisse,
welche bei jedem Ave eingelegt werden, recht sinnreich angedeutet.
Wie könnte nun der heilige Rosenkranz von der Verehrung und Anbetung des dreieinigen Gottes uns ableiten,
da gerade diese eingelegten Geheimnisse es sind, welche uns nachdrücklich auf Ihn, den Urheber aller Gnade hinweisen und uns die unendliche Liebe,
welche er für uns sündige Menschen hegt, kräftig zu Gemüte führen und uns so ernst an die Geheimnisse unseres Heils erinnern?
Dringe nur tiefer in den Geist des Rosenkranzes ein und du wirst an denselben immer neue Schönheiten finden
und freudig seine Zweckmäßigkeit für die Bedürfnisse der Menschen anerkennen und gestehen, dass es nicht leicht ein Gebet gibt,
das auf Frömmigkeit und Tugend mehr Einfluss statt als der hl. Rosenkranz, wenn man ihn andächtig betet und die eingelegten Geheimnisse unseres heiligen Glaubens stets aufmerksam
und mit frommer Rührung betrachtet.

Die freudenreichen Geheimnisse werden dich immer mit den süßesten Empfindungen wahrer Liebe und Dankbarkeit erfüllen:
denn sie erinnern dich an die unendliche Liebe des himmlischen Vaters, welcher seinen eingeborenen Sohn hingab, damit alle, die an Ihn glauben nicht verloren gingen,
sondern das ewige Leben haben  (Joh. 3, 16)
Sie zeigen Dir die unendliche Liebe Jesu Christi zu den Menschen, Seine tiefe Erniedrigung und wunderbare Demut, Seinen vollkommensten Gehorsam.
Soll dein Herz sich nicht in dankbarer Gegenliebe entzünden wenn du bedenkst:
Um mich zu erlösen und selig zu machen, wolltest Du, unsterblicher König der Zeiten, Selbst ein Kind, ein armer Mensch werden!
So sehr hast Du Dich, mein Herr und mein Gott, verdemütigt, dass Du Knechtsgestalt annahmst, den Menschen gleich und im Äußern wie ein Mensch erfunden warst  
(Phil. 2,7.) und das aus reiner Liebe zu uns! Und wenn wir dies betrachten, sollten wir Dich nicht lieben?
O es ist billig, dass wir Dich lieben, dass wir Dich über alles lieben, und aus Liebe zu Dir Deine getreuen Jünger und Diener werden, weil Du für uns Mensch und ein armes Kind geworden bist!

Die schmerzhaften Geheimnisse geben uns die stärksten Beweggründe, die Sünde zu hassen und zu verabscheuen:
denn sie zeigen uns die Bosheit und Abscheulichkeit derselben, so wie die Größe der Strafen, welche der sündige Mensch ewig hätte leiden müssen.
Dem wenn man das am grünen Holze tut, spricht Jesus  (Luk. 23, 31)
Was wird mit dem dürren geschehen? Das ist, wenn der Gerechte und Heilige, solchen grausamen Leiden hingegeben wird, was haben erst die Bösen und Gottlosen zu erwarten?
Die schmerzhaften Geheimnisse ermuntern uns auch, uns selbst zu verleugnen, das Kreuz täglich auf uns zu nehmen,
dem gekreuzigten Heiland eifrig nachzufolgen und durch eifrige Nachfolge Ihm ähnlich zu werden. Wir begleiten da die jungfräuliche Mutter auf dem Wege des Kreuzes,
wir stellen uns mit Maria im Geiste unter das Kreuz, wir sehen ihre Tränen über das blasse Antlitz fließen,
vermengen unsere Seufzer mit ihren Seufzern und nehmen mitleidsvoll an ihren Schmerzen Anteil .
Wir sehen Jesus am Ölberge Blut schwitzen, von den Geißelstreichen auf das schmählichste zugerichtet, mit Blut überronnen die Dornenkrone tragen.
Wir sehen Ihn mit dem schweren Kreuze beladen durch Jerusalems Straßen ziehen und an das Kreuz genagelt unter unbeschreiblichen Schmerzen sterben.
Wir hören vom Kreuz gleichsam die Stimme: Sieh oh Mensch, dir gehört dieses Blut; Jesus leidet, damit du nicht ewig leiden, Jesus stirbt, damit du ewig leben sollst.
Was denkst du nun bei diesem Zurufe des sterbenden Jesus? Soll diese Stimme nicht dein Herz erweichen?
Soll sie nicht jedem schmerzhaften Rosenkranze den festen Vorsatz in dir hervor bringen:
Ich will die Sünde meiden, will meine bösen Neigungen bezähmen, will gerne Alles und geduldig leiden, da Jesus so viel für mich gelitten hat!
Oder sage mir, ist es möglich, dass ein Christ, wenn er das Leiden und den Tod Jesu betrachtet, nicht die Sünde auf das heftigste hassen und verabscheuen sollte?

Die glorreichen Geheimnisse zeigen uns den königlichen Überwinder des Todes, wie Er herrlich aus dem Grabe aufersteht, triumphierend gen Himmel fährt,
um auch uns dort eine Wohnung zu bereiten, und den Heiligen Geist uns zu senden, als das Unterpfand unserer Erlösung.
Wir sehen, wie Maria in den Himmel aufgenommen und mit unsterblicher Herrlichkeit gekrönt wird.
Erhebe also o Christ deine Augen bei dem glorreichen Rosenkranze. Richte deine Blicke himmelwärts! Jesus und Maria werden dir die unverwelkliche Krone der Unsterblichkeit vorhalten
und ermunternd dir zurufen: Sieh her von dem Jammertal auf dein Erbteil, auf den dir bereiteten Lohn! Vergiss das irdische und denk an das himmlische Vaterland!
Gib die flüchtigen Freuden, die vergänglichen Güter, gib die eitle Welt auf, du dauerhafte Freuden, unvergängliche Güter erlangest und genießest.
Nur eine kurze Zeit musst du noch leiden; dann ist der Himmel auf ewig dein!

Das sind also die Gesinnungen, welche uns ein andächtiges Beten des heiligen Rosenkranzes einflößt, das sind die Vorsätze, welche es in uns hervorbringen soll:
Liebe und Dankbarkeit gegen Gott, Abscheu vor der Sünde und Liebe zum Kreuze, himmlischer Sinn und Freude an himmlischen Gütern.
Wer könnte nun noch behaupten, dass durch ein andächtiges Beten des heiligen Rosenkranzes das Seelenheil nicht befördert wird,
da in demselben dem frommen Beter die mächtigsten Beweggründe vr Augen gestellt werden, Gott zu lieben und die Sünde zu hassen?
Darum haben auch die heiligsten und ehrwürdigsten Männer der katholischen Kirche dieses Gebet geübt und geliebt;
der hl. Philippus Neri, der hl. Vinzenz von Paul, der hl. Karl Borromäus, der heilige Franz von Sales, die hl. Theresia usw. es unter die wichtigsten
und heilsamsten ihrer Andachtsübungen gesetzt und es täglich gebetet.
Ja der heilige Rosenkranz ist sogar gleich dem heiligen Kreuze ein unterscheidendes Merkmal der katholischen Christen geworden, und wer ihn aus der katholischen Kirche hinwegnähme,
der würde sie einer ihrer schönsten Zierden berauben, und eine Lücke zurücklassen, welche durch alle noch so zierlich geschriebenen Gebetbücher nicht ausgefüllt werden könnte.


Q: Goffine
« Zuletzt geändert: 28.08.2013 um 10:57:50 von Brigitta B »  

Jesus, Maria und Josef, ich liebe Euch  Smiley rettet Priesterseelen, rettet alle Seelen, erbarmt Euch der Armen Seelen im Fegefeuer, der Sterbenden und der Ungeborenen
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Brigitta B
Helfer des Admin
****
Offline


Mein Herz für JESUS, MARIA
und JOSEF

Beiträge: 4.412
Mitglied seit: 12.10.2006
Geschlecht: weiblich
Rosenkranz, die Welt denkt anders.
Antwort #2 - 16.10.2012 um 21:48:52
Beitrag drucken  
De Welt denkt anders
Freilich ganz anders denkt und spricht die Welt vom heiligen Rosenkranze.
Stolz auf ihre eingebildete Weisheit und Wissenschaft nennt sie den heiligen Rosenkranz eine alte,
den vielen Bedürfnissen unseres aufgeklärten Zeitalters nicht mehr entsprechende Gebetsweise, welche mehr die Lippen als das Herz beschäftige und welche daher abgeschafft werden müsse.
Allein wie verkehrt denkt und spricht die Welt nicht?
Sie, die in Sinnlichkeit und Sünden versunkene Welt hat ja den Geist Jesu Christi nicht und kann ihn nicht haben, sie kann also auch das Geistige, das Übersinnliche, das Himmlische nicht fassen
und beurteilen. Sie ist eine Feindin des Gebetes und weil sie weiß, dass durch die Abschaffung des hl. Rosenkranzes der Geist des Gebetes, der Frömmigkeit
und der Andacht vom Volke weichen würde, sucht sie diese treffliche Andachtsübung verächtlich zu machen und als bloßes Lippengebet zu verschreien.

Gesetzt auch, dass viele Christen denselben geist - und herzlos beten,
so liegt doch wohl deswegen der Fehler nicht am heiligen Rosenkranze, sondern an dem zerstreuten, unandächtigen Beter.
Wegen des etwaigen Missbrauches darf der gute Gebrauch nicht aufgehoben werden, sonst müsste man ja auch das anerkannt vortrefflichste Gebet, das Vater unser aufheben,
weil es viele zerstreut, gedankenlos und unandächtig beten.

Der Rosenkranz, sagt man, ist so einförmig.
In unsern Tagen ist auch das Volk, das meistens lesen kann, so gebildet, dass es sich in andern Gebetsweisen nützlicher unterhalten kann. -  
Einfalt und Innigkeit aber sind so sehr die Seele des Gebetes, dass gerade alles Neue und Ungewohnte nur den Verstand beschäftigt, alles Künstliche
und in schöne Worte Gekleidete nur die Einbildungskraft aufregt, aber nicht den Glauben, das Vertrauen weckt und Liebe und Reue in der Seele hervorbringt.
Darum spricht Christus: „Ich preise Dich, Vater, dass Du dieses vor Weisen und Klugen verborgen, Kleinen und Einfältigen aber geoffenbart hast!“ (Math. 11,25.)
Zudem ist es noch sehr zu bezweifeln, ob denn der heilige Rosenkranz wirklich so einförmig ist, als diese Klugen und Erleuchteten vorgeben.
An der Spitze des heiligen Rosenkranzes steht das apostolische Glaubensbekenntnis, wundersam schön wechseln dann das Gebet des Herrn
und der englische Gruß mit den eingelegten Geheimnissen unseres heiligen Glaubens ab, so dass jetzt Lob und Dankgebete, dann Bittgebete folgen,
und die Gedanken bald auf Gott den Vater, bald auf Jesus Christus, bald auf die gnadenvolle Jungfrau und die der Gnade so bedürftige Menschheit gerichtet werden.

Der Rosenkranz ist also nichts weniger als ein beständiges Einerlei, welches den Bedürfnissen der Menschen nicht entspricht,
sondern verdient es wirklich, einem aus den schönsten Gebeten und Wahrheiten des Christentums lieblich geflochtenen Kranze verglichen werden.

Aber die oftmalige Wiederholung des Ave Maria`s ermüdet doch zu sehr und ist übertrieben; auch muß es Maria lästig sein, ihren Gruß so oft zu wiederholen zu hören. -  
Ein sterblicher Mensch mag durch das wiederholte Anhören derselben Sprache in seiner Geduld ermüden;
können wir aber mit dem Zustande der Menschen auf Erden den Zustand der seligen Geister im Himmel vergleichen?
Dann dürften wir auch nicht öfters als einmal des Tages das Vater unser beten, weil wir befürchten müssen, auch dem lieben Gott missfällig und lästig zu werden, wenn wir es öfters beten.
Allein Gott ist ein liebreicher Vater, welchem das Beten Seiner Kinder wohlgefällig ist, und der nimmer müde wird, den süßen Vaternamen von uns zu vernehmen.
So war es auch dem göttlichen Heilande gewiss weder lästig noch ermüdend, als bei Seinem Einzuge in Jerusalem das Volk ohne Unterlass die Worte rief: Hosanna dem Sohne Davids!
Nur die Ohren der stolzen und neidischen Pharisäer, welche Jesu diesen freudigen Zuruf missgönnten wurden dieses wiederholten Rufens müde und beinahe möchte man glauben,
dass es den Feinden des Rosenkranzes in ähnlicher Weise ergehe. Im Grunde ist nicht die Wiederholung, welcher sie zürnen,
sondern die Verehrung Maria`s, welche sie auf jede Weise vermindern und in Abnahme bringen möchten.

So sagt der hl. Johannes in seiner Offenbarung, dass die himmlischen Heerscharen unaufhörlich dem Herrn lobsingen mit den Worten:
„Heilig, Heilig, Heilig ist Gott, der Herr, der Allmächtige, der da war, und der das ist, und der da kommen wird!“ (Offenb. 4,8.)
So wenig nun dieses unaufhörliche Lob den lieben Gott ermüdet und Ihm beschwerlich ist, so wenig wird auch die öftere Wiederholung des englischen Grußes der Königin der Engel missfallen;
da es ja sogar einem irdischen Könige nichts weniger als beschwerlich und missfällig, sondern erfreuend und wohltuend ist,
wenn das Volk bei seinem Erscheinen unaufhörlich in einen tausendfältigen Lebehochruf ausbricht.
Lass dich also christliche Seele, nicht irre machen in der Verehrung Maria`s. Bete gern, oft und andächtig den heiligen Rosenkranz.
Betet ihn besonders mit den eurigen gerne, ihr Eltern und bedenket, dass die unfehlbare katholische Kirche es ist, welche ihn euch übergibt
und das andächtige Beten desselben mit reichlichen Ablässen belohnt. Höret nicht auf die falschen Scheingründe der Rosenkranzfeinde,
sondern folget viel mehr dem guten Beispiele eurer Ahnen und Vorelten, welche in diesem heiligen Gebete stets Freude und Erquickung fanden
und auf diese Andacht Alles hielten wie ihre Bildnisse beweisen, wo der Rosenkranz stets ich ihrer Hand oder in ihrem Gürtel ist.
Ja es ist so schön und erhebend und ihr Hausväter und Hausmütter könnet es euch nicht vorstellen, wie sehr es die heiligen Engel erfreut,
allen frommen Menschen erbaut und manchen vorüberwandernden von bösen Wegen zurückschreckt und tief rührt,
wenn er so in den einsamen Strassen der Stadt oder auf dem Lande, Abends in einer frommen  Familie den Rosenkranz laut beten,
und die heiligen Geheimnisse so lebendig in seiner Nähe aussprechen hört.

So seid denn standhaft in dieser schönen Andachtsübung und bestrebt auch, sie auch anderen zu empfehlen, liebenswürdig zumachen
und sie zur eifrigen Übung derselben zu ermuntern und durch gemeinschaftliches Zusammenbeten
und durch gemeinschaftliches Aufopfern der unendlichen Verdienste Jesu Christi unseres Erlösers,
sowie durch die mächtige Fürbitte der seligsten Jungfrau, der Rosenkranzkönigin, Maria, die strenge Gerechtigkeit Gottes zu versöhnen
und Seine Barmherzigkeit, Seine Gnade, Seinen Segen über uns herabzuziehen.
O Maria, bitt für uns!

Zu Maria vom Siege:

Siegreiche Jungfrau und Mutter Gottes Maria, erwirb mir bei deinem göttlichen Sohne die Gnade, dass ich den heiligen Rosenkranz gerne, oft
und andächtig bete, die eingelegten Geheimnisse stets mit frommer Rührung betrachte und der herrlichen Früchte,
welche das so schöne Rosenkranzgebet hervorbringt, auch teilhaftig werde. Lass mich, meine Mutter wider die Feinde meiner Seele standhaft streiten,
unter deinem mächtigen Schutz den Sieg erringen und einst im Himmel der ewigen Seligkeit mich ewig erfreuen. Amen.

Goffine 1842
« Zuletzt geändert: 28.08.2013 um 10:58:01 von Brigitta B »  

Jesus, Maria und Josef, ich liebe Euch  Smiley rettet Priesterseelen, rettet alle Seelen, erbarmt Euch der Armen Seelen im Fegefeuer, der Sterbenden und der Ungeborenen
Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert