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Normal Topic Das Fegefeuer (Gelesen: 1.091 mal)
Brigitta
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Mein Herz für JESUS, MARIA
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Das Fegefeuer
02.11.2013 um 16:17:33
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Das Fegfeuer (Reinigungsort)

Als im Weltkriege von irgend einem Soldaten schon lange nichts mehr zu hören war, waren dessen Verwandten betrübt,
weil sie meinten er sei auf dem Schlachtfelde gefallen.
Doch welche Freude auf einmal als von ihm ein Schreiben eintraf, er sei am Leben und befinde sich in Gefangenschaft.
So sollte auch die Lehre vom Fegefeuer für uns ein großer Trost sein und uns mehr mit Trost als mit Furcht erfüllen.
„Das Fegefeuer ist ein Geschenk der göttlichen Barmherzigkeit. (Klara Moos)

1)  Das Fegefeuer ist ein Ort, wo die Seelen jener Menschen, die zwar ohne schwere Sünde gestorben sind,
    aber ihre Sünden noch nicht vollkommen abgebüßt haben, eine Zeit lang leiden müssen.
    Judas der Machabäer war überzeugt, dass die Seelen der gefallenen Krieger, die Opfergeschenke für die Götzen bei sich hatten,
    werden leiden müssen; daher ließ er im Tempel zu Jerusalem Opfer für sie darbringen. (Mach. 12,43)
    Vielen Menschen ergeht es nach dem Tode ähnlich wie dem abgemähten Weizen oder dem im Bergwerke aufgefundenen Golde.
    Der Weizen wird nämlich vor dem Einführen in die Scheune an der Sonnenhitze getrocknet und das Gold wird vor dem Gebrauche durch Feuer gereinigt.
    Was den Ort des Fegfeuers anbelangt, so ist er nach der Ansicht der meisten Heiligen unter der Erde (niedriger als diese sichtbare Welt);
    daher das bei Begräbnissen übliche Gebet der Kirche „A porta inferi...“ (= Aus dem Reiche der Unterwelt befrei ihn, o Herr!)
    Die hl. Theresisa sah öfters die Armen Seelen bei ihrer Erlösung aus der Tiefe der Erde hervorkommen. (Selbstbiographie 38)
    Jene die sich wie ein Maulwurf ins Irdische vergraben hatten, müssen dann in der Tiefe der Erde ihre Anhänglichkeit ans Irdische büßen. (Dr. Nicolussi)
    Viele meinen, es sei nicht ausgeschlossen, dass manche Seelen, wenn auch nur zeitweise, an jenen Orten auf Erden Fegefeuerstrafen abbüßen,
    die mit ihren Sünden in naher Beziehung stehen. –
    Was den Seelenzustand der Armen Seelen anbelangt, so sind die Heiligen der Ansicht, dass sie mit Gottergebenheit leiden und nicht die geringste Ungeduld zeigen.
    Der liebe Gott erfüllt die Armen Seelen mit großer Gottesliebe. Diese Liebe macht ihnen die schrecklichsten Qualen erträglich. (hl. Kath. V. Genua)
    Das Bewusstsein, dass sie Gott die gebührende Genugtuung leisten und für Gott leiden, macht sie mutig wie die Martyrer. (hl. Kath. G. )
    Auch die Gewissheit, dass sie dereinst zur Anschauung Gottes gelangen und ihres ewigen Heiles sicher sind, erfüllt sie mit Trost;
    ebenso die Freuden, die sie über die ihnen von den Gläubigen und Himmelsbewohnern zugewendeten Fürbitten
    und über die Besuche der hl. Engel haben. (hl. Franziska Rom)
    Dazu kommt der umstand, dass ihre Leiden mit der Zeit abnehmen und die Einwirkungen des Heiligen Geistes zunehmen.
    Die Armen Seelen gleichen einem beschmutzten Diamanten. Je mehr dieser vom Schmutze gereinigt wird, desto mehr erlangt das Licht in ihm Zutritt.
    Wenn aber die Einwirkungen des Hl.Geistes zunehmen, nehmen auch ihre inneren Freuden zu. (hl. Kath. v. Genua)
  Q:Volkskatechismus 1920
« Zuletzt geändert: 01.11.2016 um 21:13:57 von Brigitta »  

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Brigitta
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Re: Das Fegefeuer
Antwort #1 - 03.11.2013 um 19:05:00
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Die Seelen im Fegefeuer nennt man „Arme Seelen“, weil sie nicht mehr durch gute Werke,
sondern nur durch Erduldung von Leiden ihre Schuld abtragen können.

Im Jenseits kann niemand mehr durch gute Werke seine Sündenschuld bezahlen; für ihn ist die „Nacht, wo niemand mehr wirken kann“ (Joh. 9,4), hereingebrochen.
Die Seelen im Fegefeuer können also ihre Schuld nur durch Ertragung der ihnen von Gott auferlegten Leiden abtragen.
Sie müssen ihren Leidenskelch bis auf den letzten Tropfen austrinken; es ergeht ihnen wie dem Heiland auf dem Kalvarienberge,
dem der Vater trotz der unaussprechlichen Qualen nicht die geringste Tröstung sandte, so dass er ausrief:
„Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen.“  -
Wir auf Erden können aber (zufolge der Gemeinschaft der Heiligen) zur Linderung ihrer Schmerzen beitragen.
Leider aber vergisst man oft der Verstorbenen; manche begnügen sich mit rein weltlicher Trauer (schwarze Kleidung, schwarze Binde am Arm),
die den Verstorbenen vor Gott keinen Nutzen bringt. Die Seelen im Fegefeuer sind also tatsächlich „Arme Seelen“.
Die Seelen leiden im Fegefeuer entweder ihrer lässlichen oder jener schweren Sünden wegen, für die sie noch nicht vollkommen genuggetan haben.

Die lässliche Sünde straft Gott mit zeitlichem Übel; man denke an Zacharias, der dem Engel nicht glauben wollte; oder an den zweifelnden Moses.
Auch die bereuten und verziehenen schweren Sünden lässt Gott nicht ohne zeitliche Strafe; man denke an die Sünde des Adam und des David.

David bemühte sich ernstlich nach seiner Bekehrung, die Nachlassung der zeitlichen Strafe zu erlangen; allein es gelang ihm nicht,
der angekündigte Tod seines Sohnes trat trotzdem ein. Wer nun seine Sünden auf Erden nicht ganz abgebüßt hat, muss das im Reinigungsorte tun. (Kz. Tr. 6,30)

Es ist so wie beim weltlichen Gerichte. Hier wird über den Schuldigen manchmal eine Geldstrafe verhängt; falls er diese nicht leistet, tritt Gefängnisstrafe ein.
Ebenso macht es Gott; hat der Sünder die leichte Genugtuung auf Erden nicht geleistet, so muss er die Gefängnisstrafe im Fegefeuer antreten.

Begnüge dich also nach der Beicht niemals mir der vom Beichtvater auferlegten Buße, sondern verrichte noch freiwillig andere Bußwerke.
Auch kannst du sehr viel abbüßen, wenn du in schwerer Krankheit geduldig bist und dereinst den Tod willig aus der Hand Gottes annimmst.
Auch schätze nie die lässliche Sünde gering; denn sie muss abgebüßt werden.
Die Leiden im Fegefeuer sind folgende: Die Seelen sehen nicht Gott; auch sind dort Schmerzen der Empfindung auszustehen.
Da sich die Seelen zuvor auf Erden durch die Sünde von Gott abgewendet haben, werden sie im Jenseits eine Zeit lang von ihm ferngehalten.
Und da sie auf Erden durch sinnliche Genüsse die Gebote Gottes übertreten haben, leiden sie jetzt empfindbare Schmerzen.
Die unendliche Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes verlangt vollen Ersatz für die Ihm entzogene Ehre.
Siehe das Gebet:
„Herr gib allen verstorbenen Christgläubigen die ewige Ruhe (d. i. befreie sie von den Leiden), und das ewige Licht leuchte ihnen“ (d. i. lasse sie zur Anschauung Gottes gelangen).
Durch Anzünden von Kerzen bei Begräbnissen und auf Gräbern bitten wir Gott, er möge die Armen Seelen aus der Finsternis herausführen
und zur Anschauung des ewigen Lichtes, d. i. Gottes, gelangen lassen. -
Der größte Schmerz der Armen Seelen ist der, dass ihnen nicht die Anschauung Gottes gewährt wird.
Weil sie nämlich Gott über alles lieben und sich daher nach er Anschauung Gottes unaussprechlich sehnen,
so verursacht ihnen die Trennung von Gott unbeschreibliche Bedrübnis.
Man bedenke nur, wie sehr sich ein Mensch, der von Durst geplagt wird, nach Wasser sehnt, und welche Pein ihm die Vorenthaltung des Wasser verursacht.
Welche Pein mögen erst die Armen Seelen ausstehen, da ihnen das höchste aller Güter und das einzige Ziel ihres Strebens, Gott, vorenthalten ist.
Ihr Schmerz ist unbeschreiblich groß. – Außerdem sind im Fegefeuer Strafen der Empfindung; diese sind jenen Schmerzen ähnlich,
die uns auf Erden die Feuerqualen verursachen. Auf den Menschen, der im Fegefeuer leidet, beziehen sich die Wort des hl.Paulus:
„Er selbst aber wird selig werden, jedoch sowie durch Feuer.“
(1 Kor. 3,15)
Die Heiligen behaupten, es sei kein Unterschied zwischen den Qualen der Hölle und denen des Fegefeuers. (hl. Thom. Aquin.)
Deshalb ist es auch erklärlich, wenn die Kirche bei Requiem – Messen Gott bittet, ermöge die Verstorbenen von den Qualen der Hölle befreien. (Bened. XIV.)
Mehrere Heilige sind der Ansicht, dass einige (selbstverständlich vollkommenere Seelen im Fegefeuer nur von Anschauung Gottes ausgeschlossen sind
und keine Pein zu leiden haben (hl. Brigitta) Die Leiden im Fegefeuer sind weit beschwerlicher als die Leiden auf Erden.
Dort erscheinen Stunden wie Jahre und Tage wie Ewigkeiten.
„Wer in diesem Leben seine Sünden abbüßt, der bezahlt mit wenigen Pfennigen eine Schuld von 1000 Dukaten;
wer aber seine Sünden erst im anderen Leben abbüßt, der zahlt dort 1000 Dukaten statt weniger Pfennige. (hl.Kath. v. Genua)
Daher betete der hl. Augustinus mit Recht: „Herr, hier brenne, hier schneide, hier senge; nur schone meiner in der Ewigkeit.
Die Größe und Dauer der Leiden im Fegefeuer richtet sich nach der Größe der Sünden.
Je mehr Brennbares, d. h. i. je mehr Sünden jemand mit sich hinüber nimmt, desto mehr wird er dort gebrannt. (hl. Bonav.)
Wer in Sünden alt geworden, der braucht mehr Zeit, um durch den Feuerstrom hindurch zu gelangen. (hl. August.)
Mit einem solchen verhält es sich wie mit sehr harten Speisen; diese müssen auch länger gekocht werden.
Der selige Kardinal Bellarmin und andere halten es für möglich, dass die Strafen des Fegefeuers 100, auch 1000 Jahre, ja bis zum Weltende dauern können.
Die Kirche würde sonst jedenfalls Jahrhunderte lang andauernde Stiftungsmessen nicht zulassen.
Katharina Emmerich sagt in ihren Visionen, dass der Heiland jedes Mal am Jahrestage seines Todes, also am Karfreitage, ins Fegefeuer hinabsteige
und dort die eine oder andere Seele seiner Feinde befreie, die einst Zeuge seines blutigen Todes auf Golgotha gewesen ist
und bisher noch immer nicht zur Anschauung Gottes zugelassen wurde.
Den Mitgliedern der Skapulierbruderschaft ist eine besondere Verkürzung der Feuerstrafen zugesichert. (Siehe II. Teil zu Ende dieses Buches. )

Q: Volkskatechsimus 1920
« Zuletzt geändert: 01.11.2016 um 21:18:13 von Brigitta »  

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Re: Das Fegefeuer
Antwort #2 - 04.11.2013 um 06:39:13
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2)  Dass es ein Fegefeuer gibt, folgt aus den Gebräuchen und Lehren der Kirche.
     Auch ist Auffallend, dass fast alle Völker der Erde and das Dasein eines Fegefeuers glauben.
     Auch mit unserer Vernunft erkennen wir, dass es ein Fegefeuer geben muss.
     Sehr beobachtungswert ist jene Seele des alten Testamentes, wo von den Opfern des Feldherrn Judas für die gefallenen      Krieger berichtet wird.      
     Da finden sich die Worte: „Es ist ein heiliger und heilsamer Gedanke, für die Verstorbenen zu beten,
     damit sie von ihren Sünden erlöst werden.“ 2Mach. 12,46) Christus spielt auch aufs Fegfeuer an, wenn er sagt:
    “Wer aber wider den Heiligen Geist redet, dem wird in dieser, noch in der zukünftigen Welt vergeben werden.“ (Matth. 12,32)
     Ferner droht Christus dem Sünder mit einem Kerker und spricht: „Wahrlich sage ich Dir,
     du wirst von da nicht herauskommen, bis du den letzten Heller bezahlt hast.“ (Matth. 5,26)
     Auch der hl. Paulus sagt, das manche sowie durch Feuer zur Seligkeit gelangen. (1. Kor. 3,15) –

     An das Fegfeuer erinnern uns folgende Gebräuche der Kirche: Das Gebet für die Verstorbenen bei jeder Messe (das sogenannte Memento nach der Wandlung).
     Die Darbringung von Seelenmessen, (namentlich am Allerseelentage, am Todes und Begräbnistage und Jahrestages des Todes),
     das Läuten der Sterbeglocke (die zum Gebet für den soeben Verstorbenen auffordert)
     und die Trauerfeierlichkeiten am Allerseelentage am 2. November.
    „Die Gebräuche der Christen sind keine Schaugepränge, sondern Anordnungen des Heiligen Geistes.“ (hl. Chrys.)
     Die Bischöfe der Kirche haben auf Konzilien zu Florenz (1439) und Trient (1545 bis 1563) ausdrücklich erklärt, dass es Fegefeuer gibt. - 
     Der Glaube an ein Fegefeuer findet sich auch bei allen Völkern. Die Ägypter glaubten an eine Seelenwanderung durch Tierleiber.
     Bei den Griechen findet sich unter andern die Sage von den Qualen des Prometheus
    (der wegen eines Vergehens an einem Felsen des Kaukasus angeschmiedet war, wo ihm ein Geier beständig an der Leber fraß,
     bis er von Herakles befreit wurde). Auch die Juden glaubten an ein Fegefeuer. Denn sie brachten Opfer dar für die Verstorbenen;
     wie die Geldsammlung des Feldherrn Judas des Machabäers und die Opfer, die hierauf im Tempel zu Jerusalem
     für die gefallenen Krieger dargebracht wurden, bewiesen. Auch die ersten Christen beteten für die Verstorbenen,
     namentlich bei der Hl. Messe. Der hl. Augustinus erzählt, dass seine Mutter Monika auf ihrem Totenbette zu ihm und seinem Bruder sagte:
    „Begrabet meinen Leib wo ihr wollet; nur darum bitte ich euch, dass ihr am Altare des Herrn stets meiner gedenket.“
     Der hl. Chrysostomus (+ 407) sagt, dass die Christen seit jeher auf Anordnung der Apostel bei der Hl. Messe für die Verstorbenen beten.
     Daher enthalten die ältesten Messgebete Fürbitten für die Verstorbenen. –
     Auch mittelst unserer Vernunft erkennen wir, dass es ein Fegefeuer geben muß.
     Denn wir wissen, dass nichts Unreines in das Himmelreich eingehen kann. (Offb. 21,27)
     Und doch ist mancher Mensch nicht so böse, dass er von Gott könnte auf ewig verdammt werden.
     Wenn er also weder in den Himmel, noch in die Hölle kommen kann, so muß er an einen dritten Ort kommen, wo er vollkommen gereinigt wird.

           Volkskatechismus 1920
  

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Re: Das Fegefeuer
Antwort #3 - 05.11.2013 um 18:34:24
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3.) Wir können den Seelen im Fegefeuer helfen durch das hl. Messopfer und durch gute Werke,
     wie Gebet, Fasten, Almosengeben, Empfang der hl.Sakramente und Gewinnung von Ablässen.

Wir können den Armen Seelen helfen durch das hl. Messopfer, durch Gebet, Almosen und andere Werke der Frömmigkeit. (2 Kz. Lyon 1274)

Am meisten und am sichersten hilft ihnen das hochheilige Messopfer. (Kz. Trient 25)
Denn das Messopfer wirkt schon durch sich, unabhängig von der Würdigkeit des Priesters oder der Anwesenden,
weil Christus selbst der opfernde Priester ist.
Anders verhält es sich mit dem Gebete und den übrigen guten Werken.
Denn deren Wert hängt von der Würdigkeit des Darbringers ab.
Der hl. Hieronymus meint sogar, dass jene Seele, für die das hl. Meßopfer dargebracht wird,
während dieses hl. Messopfers keine Pein zu leiden habe.


Die fromme Priorin Klara Moes zu Luxemburg (+ 1895), die seit frühester Jugend Offenbarungen hatte, sagt:
„Soweit ich Erfahrung machte, sind die hl. Messe, die hl. Kommunion
und die Aufopferung des kostbaren Blutes Christi
die wirksamsten Mittel, den Armen Seelen zu helfen.


Je öfter ich dem himmlischen Vater das kostbare Blut seines eingeborenen Sohnes aufopferte,
desto erträglicher und erquicklicher wurde ihre Lage.


Es war gewöhnlich der Fall, dass die Seele, für die ich das kostbare Blut Christi aufgeopfert hatte,
dann gemäß unserer Zeitrechnung wenigsten eine Viertelstunde von den Schmerzen des Fegfeuers frei blieb.-


Was insbesondere das Gebet anbelangt, so schaut Gott nicht so sehr auf die Länge, als vielmehr auf die Inbrunst.

Christus sagte zur hl. Gertrud:
„Ein einziges Wort, vom Grunde des Herzens gesprochen, hat mehr Kraft und Wirksamkeit zur Erlösung der Armen Seelen,
als das Hersagen einer Menge Psalmen und Gebete ohne Andacht;

sowie man auch die beschmutzte Hand durch Abreiben mit wenig Wasser besser reinigt als durch Übergießung mit vielem Wasser.“

Der hl. Thomas v. Aquin sagt, dass das Almosen, weil es ein Akt der Nächstenliebe ist,
eine größere genugtuende Kraft habe als das Gebet.


„Die „Barmherzigkeit triumphiert über das Gericht.“ (Jak. 2,13)
Almosen versöhnt also die Gerechtigkeit Gottes.
Die Kirche bedient sich des Weihwassers bei Begräbnissen, weil das Weihwasser den Armen Seelen Erleichterung verschafft.

„Sowie ein milder Regen die von der Sonnenhitze verdorrten Blumen erfrischt,
so erquickt das Weihwasser die im Fegefeuer brennenden Himmelsblumen.“

(hl. Theodatus)
Das Wasser, das das Feuer löscht, drückt auch die Bitte aus, Gott möge den Armen Seelen die Feuerqualen vermindern.
Sehr hilft ihnen der heldenmütige Liebesakt;
dieser ist die Aufopferung des (genugtuenden) Verdienstes aller
von uns vollbrachten guten Werke zu Gunsten der Seelen im Fegefeuer.
Wer diesen Liebesakt erweckt hat, kann, so oft er die  hl Kommunion empfängt, einen vollkommenen Ablass für die Armen Seelen gewinnen;
ebenso wenn er am Montage die hl. Messe anhört.
Priester haben alle Tage das persönliche Vorrecht des privilegierten Altars. (Pius IX. 30. 9. 1852.)
Der heroische Liebesakt kann auch widerrufen werden.  (Abl. Kong. 20.2. 1907)

Am Allerseelentage 2. Nov. Kann man den Armen Seelen viel helfen durch Zuwendung vollkommener Ablässe.

So oft man am  Allerseelentag nach würdiger  Beicht und Kommunion die Kirche besucht und daselbst der Meinung des Heiligen Vaters betet,
erlangt man einen nur den Armen Seelen zuwendbaren vollkommenen Ablass. (Pis X. 25.6. 1914)
Die Zeit zur Gewinnung des Ablasses beginnt am 1. Nov. 12 Uhr mittags und dauert bis zum 2. Nov. 12 Uhr mitternachts,
also 36 Stunden (h. Offiz. 26.1.1911)
Die Beicht kann man (wie beim Portiunkula – Ablass) schon an einem dedr 8, dem Ablasstage vorhergehenden Tage verrichten
und die hl. Kommunion kann man am Tage vor Allerseelen empfangen. (Die betreffenden Erlässe sind beim Portiunkula –
Ablass angeführt unter der Aufschrift „Ablaß“.)
Papst Benedikt der XV. erlaubte zur Zeit des großen Weltkrieges allen Priestern für immer am Allerseelentage drei hl. Messen darzubringen,
jedoch muß eine der drei Messen für alle Verstorbenen und eine zweite nach der Meinung des Papstes aufgeopfert werden.
Am Allerseelentage hat jede Messe für Verstorbene das Altarsprivilegium. (Bened. XV. 10. 8. 1915)
Wenn auf den 2. Nov. Ein Sonntag fällt, wird die Feier des Allerseelentages auf den darauf folgenden Montag,
also auf den 3. Nov. Verlegt. (Rit. Kong. 28. 2. 1917)
In diesem Falle fällt auch die Gewinnung des Ablasses auf den 3. Nov. (. Offiz. 13.12. 1916)

    Q: Volkskatechismus 1920
« Zuletzt geändert: 01.11.2016 um 21:26:09 von Brigitta »  

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Re: Das Fegefeuer
Antwort #4 - 06.11.2013 um 20:49:35
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Durch weltliche und übermäßige Trauer wird den Verstorbenen nicht geholfen.
„Nicht durch Weinen wird den Verstorbenen geholfen, sondern durch Gebet und Almosen.“ (hl. Chysostomus)
Die Bedeckung des Sarges mit zahllosen Kränzen hat gar keinen Wert; es müssen gute Werke hinzukommen.
Vernünftig handeln jene, die bei Begräbnissen statt eines Kranzes ein Almosen spenden, z. B. St.Vinzenz-Verein.
Das Almosen hilft nicht nur den Armen, sondern als gutes Werk auch den Verstorbenen.
Auch äußerlicher Trauerschmuck allein, als Trauerkleid, Tragen schwarzer Binden am Arme oder am Hut, ist vor Gott ganz wertlos.
Die Angehörigen der Verstorbenen sind am meisten verpflichtet, ihnen zu helfen.
Ihnen gelten die Worte der Hl. Schrift: „Erbarmet euch meiner, wenigstens ihr, meine Freunde; denn die Hand des Herrn hat mich getroffen.“ (Job. 19,21)
Weil fromme Christen ihre verstorbenen Angehörigen nicht vergessen, 
so lassen sie ihnen auf dem Grabstein die Worte der Heiligen Schrift schreiben: „Die Liebe stirbt nicht.“ (1 Kor. 13,8), und pflanzen Blumen und Efeu auf das Grab.
Efeu, der auch dann grün bleibt, wenn im Winter das Leben in der Natur erstorben ist, versinnbildet, dass sowohl die Seele des Verstobenen
als auch die Liebe der Angehörigen trotz des leiblichen Todes fortlebt. –
Leider ist oft das Sprichwort wahr: „Aus den Augen, aus dem Sinn.“
Deshalb soll man sich auf die guten Werke, die unsere Angehörigen vielleicht nach unserem Tode für uns verrichten werden, ja nicht verlassen.
Auch können uns die guten Werke nach unserem Tode verhältnismäßig nur wenig helfen.
„Eine einzige Messe im Leben andächtig gehört, nützt mehr, als soviel hinterlassen, dass nach dm Tode hundert gelesen werden können.“ (hl. Ans.)

Das Gebet für die Verstorbenen ist ein Werk der Barmherzigkeit und erwirbt uns Verzeihung der Sünden und den Segen Gottes.
Wer sich der Armen Seelen erbarmt, wird dereinst an Gott einen barmherzigen Richter finden, gemäß der Worte des Heilandes:
„Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.“ (Matth. 5,7) Christus sieht jedes Werk der Barmherzigkeit so an, als ob es ihm selbst erwiesen worden wäre.
Man denke an die Worte Christi beim Weltgericht. (Matth. 25, 40)

Zur hl. Gertrud sprach Christus:
„Wenn jemand für eine Arme Seele im Fegefeuer betet, so nehme ich ein solches Gebet ebenso liebreich und gütig auf,
als ob man mich, wenn ich in einem Gefängnisse wäre, öfter besuchen und trösten würde.“ –
Das Gebet für die Verstorbenen bringt auch Glück und Segen. Dieses Gebet ist das beste Mittel, um Unglück von sich abzuwenden.
(Abrah. a St. Kl.)
Die Verstorbenen erweisen sich ihren Wohltätern dankbar, namentlich dann, wenn sie in den Himmel kommen.
Wie wunderbar wurde Judas der Machabäer belohnt für die Opfer, die er für die verstorbenen Krieger hatte darbringen lassen:
Man denke an das ermutigende Traumgesicht und an den glorreichen Sieg über Nikanor. (2 Mach. 12 u. 15)
Die Armen Seelen, die du durch Gebet erlöst hast, werden im Himmel für dich bitten, auf dass du immer heiliger werdest und nach deinem Tode schnell aus dem Fegefeuer erlöst werdest. (Maria Lat.)

Als die hl. Gertrud, die alle ihren guten Werke für die Armen Seelen aufopferte, befürchtete,
dass sie dann selbst recht lange im Fegfeuer leiden könnte, erhielt sie vom Heiland folgenden Trost:
„Dein Liebesakt ist mir so angenehm, dass ich dir alle Strafen, die du im Fegefeuer aushalten solltest, hiermit erlasse; außerdem wirst du hundertfachen Lohn bekommen;
ferner werde ich anordnen, dass alle von dir erlösten Seelen dir beim Tode entgegenkommen und dich mit Jubel in den Himmel begleiten.“ –


Der Gottesgelehrte Suarez behauptet,
es sei unmöglich, dass der verloren gehe, der auch nur eine Seele erlöst habe;
denn er habe im Himmel einen Freund, der bei Gott kräftig für ihn Fürbitte einlege.


Auch Bischof Kolmar von Mainz (+1818)erklärte:
„Wenn ich bestimmt wüsste, dass ich das Glück gehabt habe, auch nur eine Seele aus dem Fegefeuer zu erlösen,
ich würde mich dann vor der Ewigkeit nicht mehr fürchten und hielte mein Seelenheil für eine sichere und ausgemachte Sache;
denn diese Seele könnte nicht zuschauen, wie ich zu Grunde gehe.“

Der hl. Hieronymus sagt auch:
„Wir sind der ewigen Seligkeit um so viel näher, je mitleidiger und gütiger wir gegen die Armen Seelen sind.“

Der hl. Augustin ermahnt uns,
„immer und allezeit für die Verstorbenen zu beten; wir würden dann keines bösen Todes sterben.“

Die Armen Seelen, die wir aus dem Fegefeuer erlöst haben, sind dann unsere Freunde im Himmel, die uns, wenn es mit uns „zu Ende gehen wird,
in die ewigen Wohnungen aufnehmen werden.“
(Luk. 16,9)
Mit Recht sagt die Hl. Schrift:
„Es ist ein heiliger und heilsamer Gedanke, für die Verstorbenen zu beten."(2. Mach. 12, 46)

Volkskatechismus 1920
Ende
  

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Re: Das Fegefeuer
Antwort #5 - 04.11.2018 um 21:16:54
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Obgleich sie ihren ewigen Heiles sicher sind, nennt man sie doch "arme" Seelen, weil sie in ihrem Zustand für sich selbst nichts mehr tun können.
An diese Stelle aktiver Genugtuung (satisfactio) tritt ein rein passives läuterndes Leiden (satispassio)
Schon seit frühester Zeit hat die Kirche das Andenken an die Verstorbenen in Ehren gehalten,
denn wenn sie auch für sich selbst nichts mehr tun können, so können doch wir dank der Gemeinschaft der Heiligen
den armen Seelen durch Gebet und Almosen, durch das hl. Messopfer uns durch Gewinnung von Ablässen helfen. vgl. KKK 1032

(Aus: Die letzten Dinge von Pater Martin Ramm)
  

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