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Locked Topic Gut kennst du das Heer der vom Elend Kranken (Gelesen: 365 mal)
Inka
Ritter der Unbefleckten
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In tiefer Liebe für JESUS,
MARIA und JOSEF

Beiträge: 2.736
Standort: Ruhrgebiet
Mitglied seit: 20.08.2006
Geschlecht: weiblich
Gut kennst du das Heer der vom Elend Kranken
05.07.2016 um 14:13:13
 
Gut kennst du das Heer der vom Elend Kranken, Laut hörst du ihr Schreien aus tiefster Not, Die in den Mooren der Armut versanken, Die Hunger haben und riechen nach Tod.

Du hörst in den Nächten die Kinder weinen, Nur Traum ist ein Diener, der Speise bringt. Doch will sie kein Schlummer mit ihm vereinen, Weil keine der Mütter in solcher Nacht singt.

Du weinst, weil die Armen das große Fasten Zu halten gezwungen von Geburt bis zum Tod. Demi die nicht vom Hunger nach Gesäuertem rasten, Verkosten nur selten das heilige Brot.

Du siehst viele Christen ihr Eigen umzirken, Als war" es ein Tempel zur Ehre des Herrn. Es würde sein ewiges Leben verwirken. Wer rüttelt am Zaun, so drohen sie gern.

Du große Äbtissin des größten der Orden Mit dein nur von Leiden singenden Chor, Zum mächtigsten Strom der Erde geworden, Sich wälzend zum Nichts - o wirf dich davor!

O komme doch wieder die Armen besuchen, Und ragt auch noch höher dein jetziger Thron Als der überm Walde von Eichen und Buchen, Als jener der Wartburg, dem du entflohn.

O komme doch wieder die Armen erfreuen, O weihe dem Orden Priorcn der Tat. Ein Heer Diakone, die Gaben zu streuen Und Meere von Rosen der Liebe zur Saat.

O neige dich duftender Zweig aus Süden, Umgepflanzt einst unter nördlichen Stern, Schon selber so leidvoll bis zum Ermüden Und dennoch dich rankend ins Leiden des Herrn.

Bis er die lastenden Früchte der Trauer Pflückte von dir, den zartesten Zweig, Und du aufschnelltest zur besonntesten Mauer -Über das ärmste Gezweige dich neig.


Zu allen im Elend, die weinen und warten. Von der Wartburg des Himmels, o säume doch nicht. Schönster der Bäume im deutschen Garten,
Du seine Krone im ewigen Licht!


Franz Johannes Weinrich 1897 - 1978


  

Der Himmel auf Erden ist überall,
wo ein Mensch von Liebe zu Gott, zu seinen
Mitmenschen und zu sich selbst erfüllt ist.

Hildegard von Bingen
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