Willkommen Gast. Bitte Einloggen
YaBB - Yet another Bulletin Board
 
   
 
 
Normal Topic Vom innerlichen Gebet (Gelesen: 960 mal)
Inka
Helfer des Admin
****
Offline


In tiefer Liebe für JESUS,
MARIA und JOSEF

Beiträge: 2.748
Standort: Ruhrgebiet
Mitglied seit: 20.08.2006
Geschlecht: weiblich
Vom innerlichen Gebet
26.09.2016 um 14:46:43
Beitrag drucken  
Jesus, der Erlöser sagte zu mir: «Es gibt zwei Arten von Gebet: das mündliche und das innerliche Gebet. Das Gebet des Herzens wird das innerliche Gebet genannt. Das Gebet des Mundes heißt: das mündliche. Das mündliche Gebet sowohl als das innerliche Gebet sind eine Unterredung mit Gott, eine Erhebung der Seele zu ihm. Folglich ist jeder gute Gedanke, jede fromme Empfindung, jedes gute Verlangen, jedes fromme Nachdenken und Betrachten ein Gebet. Heute will ich mit dir über das innerliche Gebet sprechen. Das innerliche Gebet ist eine Erhebung deines Geistes und deines Herzens zu Gott, um ihm deine Verehrung zu bezeugen, ihm deine Bedürfnisse zu offenbaren und ihn um seine Gnaden anzuflehen. Bei
diesem Gebet kommen vier Dinge in Betracht: die Betrachtung, das Nachdenken, die Bitte und die Gefühle oder Anmutungen.  Die Betrachtung bewirkt das Nachdenken. Das Nachdenken ruft die Bitte und die Bitte die Anmutungen hervor. Zuweilen bewirkt schon die Betrachtung die Anmutungen, die Anmutungen die Bitte und dann wird das Nachdenken mehr oder weniger notwendig. Worüber be-trachtet man beim innerlichen Gebet? Man betrachtet über Gott und seine Eigenschaften, auch über sich selbst und über seine bösen Neigungen, seine Laster, sein Elend und seine Nichtigkeit. Diese Betrachtung regt den Geist zum Nachdenken an und man spricht zu sich selbst: 'Weil Gott so mächtig und ich so schwach, weil Gott so heilig und ich so sündhaft, weil Gott so freigebig ist und ich so arm bin, darum will ich zu ihm meine Zuflucht nehmen. Dann wendet man sich zu Gott, trägt ihm seine Bedürfnisse und Nöte vor, schließt sich an ihn an, opfert ihm alles, was man hat, das wenige, das man besitzt, übergibt ihm sein Herz mit all der Liebe, die es in sich schließt und überläßt sich seiner Vorsehung.Das Gebet ist mehr oder weniger vollkommen, je nachdem die Gesin¬nung der Seele mehr oder weniger vollkommen, die Neigungen mehr oder weniger rein und losgeschält sind von der Erde. Eine der besten Vorbereitungen zum Gebet ist die Losschälung von allen Dingen, die Losschälung von sich selbst. Eine der vorzüglichsten Stimmungen für das fortwährende Gebet ist die Unterhaltung dieser guten Gesinnung, dieser heiligen Gefühle und Neigungen. Durch sie geht man leicht zu einer Unterredung mit Gott über.  In dem Maß, als sich die Seele von den irdischen Dingen und von sich selbst losschält, erleuchtet sie der Heilige Geist mit seinem Licht und läßt sie Gott und dessen Vollkommenheiten erkennen und je mehr die Seele Gott erkennen lernt, desto inniger schließt sie sich ihm an. Denn Gott erkennen heißt: ihn lieben. Das Herz des Menschen ist nicht für sich selbst geschaffen. Es soll dem anhangen, was ihm Befriedigung gewähren und ihm genügen kann. Nichts aber wird ihm je genügen außer Gott. In diesem fühlbaren Genuß Gottes haben die Heiligen so viele Süßigkeiten und Tröstungen gekostet.   Gleichwohl aber darf man sich Gott unter keinerlei Gestalt vorstellen. Gott hat keine Gestalt, weil er ein Geist ist. Man muß in Gott seine unbeschränkte Unermeßlichkeit betrachten, ein Wesen, das nicht begriffen werden kann und welches in unendlichem Maß alle Vollkommenheiten in sich schließt. Gott ist überall. Er ist im Himmel nicht mehr als auf Erden. Die Erde besitzt ihn ebenso wie der Himmel. Nur sieht man ihn nicht auf Erden: Im Himmel allein nur offenbar! er sich in seiner ganzen Herrlichkeit. Zu diesem Ort, wo er seine Herrlichkeit offenbart, will er, daß man seine Gebete emporsteigen lasse, weil es der Ort ist, den die Seelen eines Tages bewohnen werden. 


Hochschule Gottes S. 683  - 685


  

Wir wollen in der Freude nicht die Gottesfurcht vergessen und im Leid die Hoffnung niemals aufgeben.
Gregor von Nazianz

Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Inka
Helfer des Admin
****
Offline


In tiefer Liebe für JESUS,
MARIA und JOSEF

Beiträge: 2.748
Standort: Ruhrgebiet
Mitglied seit: 20.08.2006
Geschlecht: weiblich
Re: Vom innerlichen Gebet
Antwort #1 - 27.09.2016 um 14:12:43
Beitrag drucken  


Je mehr eine Seele sich von der Erde und von sich selbst losschält, desto größere Fortschritte macht sie in der Betrachtung und zuweilen fühlt sie in solchen Augenblicken, daß sie ganz in Gott ruhe und einschlummere, und das ist die Entzückung, die Ekstase. Manchmal wiederum wird die Seele durch die Glut ihrer Gefühle und durch die Lebendigkeit ihrer Neigungen ganz in Gott versetzt und glaubt sich mit ihm vereinigt. Das nennt man dann Entrückung. Die Ekstase und Entrückung sind aber zu einem vollkommenen Gebet nicht notwendig. Sie sind nur Belohnungen, die Gott dem einen oder andern zukommen läßt, wann es ihm gefällt.  Aber das Verdienst des Gebetes vermögen sie nicht zu erhöhen. Zur Betrachtung Gottes gelangt man nur nach vielen Mühen und großen Kämpfen und nur durch eine besondere Gnaden. Auch kann man sich nur durch große Demut und beständige Wachsamkeit darin erhalten. Gleichwohl soll man Gott nicht mit zu großem Eifer suchen. Wenn er sich aber finden läßt, soll man seine Gegenwart wie einen ganz besonderen Gnadenerweis genießen. Die Betrachtung ist ein gefährlicher Weg. Die Seele ist auf diesem Weg gleich einem Blinden auf einer Landstraße.  Wehe ihm, wenn er allein geht! So darf auch die Seele den Weg der Betrachtung nur betreten, wenn Gottes Geist kommt, um sie zu führen und zu erleuchten. Wenn das Licht erscheint, so soll man es dankbar annehmen und in seiner Helle wandeln. Kommt es aber nicht, so soll man stehen bleiben, weil dieser Weg von tiefen Abgründen durchzogen ist. Würde die Seele da allein fortgehen, so liefe sie Gefahr, in diese Abgründe hinabzustürzen. Sie bleibe also voll Demut stehen und erwarte mit Geduld Gottes Rückkehr. Man darf aber auch nicht Gott auf neugierige Weise suchen, sonst würde man sich der Gefahr aussetzen, getäuscht zu werden. Man müßte die Folgen seiner Anmaßung und Verwegenheit durchkosten. Gott widersteht den Stolzen und gibt seine Gnade nur den Demütigen (1 Petr 5,5). Oft haben sich gerade die, welche am tiefsten gefallen sind, am höchsten erhoben.  Um selig zu werden, muß man nicht notwendigerweise den Weg der Betrachtung betreten haben. Gott läßt diesen nur in Weise eines Vorrechts von Seelen betreten, die er sich kraft seiner Güte auserwählt hat.»Marie Lataste: Der Zustand, in dem ich mich seit einiger Zeit befand, verursachte mir einigen Kummer. Bei meinen Gebeten während der heiligen Messe und bei meinen Kommunionen war ich sozusagen ohne Gefühl. Ich war ganz versenkt in eine unaussprechliche Süßigkeit, die meine ganze Seele erfüllte, mich am Lesen und Beten hinderte und mich nötigte, dem Reiz dieser Süßigkeit zu folgen.

Hochschule Gottes S. 685 -686




  

Wir wollen in der Freude nicht die Gottesfurcht vergessen und im Leid die Hoffnung niemals aufgeben.
Gregor von Nazianz

Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Inka
Helfer des Admin
****
Offline


In tiefer Liebe für JESUS,
MARIA und JOSEF

Beiträge: 2.748
Standort: Ruhrgebiet
Mitglied seit: 20.08.2006
Geschlecht: weiblich
Re: Vom innerlichen Gebet
Antwort #2 - 02.10.2016 um 12:58:49
Beitrag drucken  
Ich sagte zu Jesus: «Herr! Ich weiß nicht, was in mir vorgeht. Erleuchte und unterrichte mich und laß mich erkennen, wie ich handeln soll!» — «Meine liebe Tochter», antwortete Jesus, der Erlöser, «ja, ich kenne dich. Ich weiß, was du empfindest. Du bist noch ein Lehrling, eine junge Novizin, die noch nicht weiß, wie sie sich benehmen soll auf dem neuen Weg, den ich sie habe betreten lassen. Diese Süßigkeit, die deine Seele erfüllt und sie wie ein süßer Schlaf einhüllt und in Gott ruhen läßt, wenn der Leib und dein Herz vor Übermaß dieser Seligkeit, die dich durchdringt und an mich fesselt, ohne Bewegung und Tätigkeit ist, diese Süßigkeit ist eine Gnade, die ich nach meinem Wohlgefallen dir verleihe und die ich antreiben soll zu innigerer Dankbarkeit gegen deinen Erlöser. Koste nur die Süßigkeit, wenn du sie empfindest und folge dem Reiz, den sie dir einflößt und in dir hervorruft und höre außerdem noch folgende Belehrung. Ich habe vor einiger Zeit mit dir vom innerlichen Gebet gesprochen. Es ist eine Unterhaltung, ein Verkehr der Seele mit Gott durch Worte, Gefühle, Gedanken und Anmutungen: Es ist eine Erhebung der Seele zu Gott! Diese Erhebung muß aber wirksam sein, d. h. sie muß Gott die gebührende Huldigung und Verehrung von Seiten der Seele darbringen und ihn um seine Gnade bitten. Denn das ist der Zweck des innerlichen Gebetes! Wenn du nun bei demselben ohne Gefühle und Neigungen bist, so suche solch gute Gefühle und Neigungen durch Lesen oder durch einige fromme Gedanken in dir zu erwecken. Kannst du aber dann nicht lesen noch dich bei irgend einem guten Gedanken aufhalten, sondern fühlst du sogleich diese Süßigkeit und diesen Reiz in dir, der dich Gott genießen läßt, so bleibe in diesem Zustand, wenn du auch weder Gefühle noch bestimmte Gedanken hast.
Denn dieser Zustand bildet gerade die Stufe der Vollkommenheit beim innerlichen Gebet und dieses Gebet ist mehr oder weniger vollkommen, je nachdem dieser Zustand der Ruhe mehr oder weniger vollkommen ist. Es ist dies der Zustand der Seligen im Himmel, die Ruhe in der Anschauung und Liebe Gottes! Auf diesem neuen Weg, meine Tochter, dessen erste Stufe du noch nicht überschritten hast, sollst du erstarken und wachsen. Bewaffne dich mit Wachsamkeit und Demut, sonst würdest du, statt aufwärts zu steigen, abwärts steigen und jenen Seelen gleichen, welche, nachdem sie sich wie Adler zum Himmel erhoben haben, wieder auf die Erde herabfallen und den niedrigsten Tieren gleich werden.


Hochschule Gottes S. 686 – 687
  

Wir wollen in der Freude nicht die Gottesfurcht vergessen und im Leid die Hoffnung niemals aufgeben.
Gregor von Nazianz

Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Inka
Helfer des Admin
****
Offline


In tiefer Liebe für JESUS,
MARIA und JOSEF

Beiträge: 2.748
Standort: Ruhrgebiet
Mitglied seit: 20.08.2006
Geschlecht: weiblich
Re: Vom innerlichen Gebet
Antwort #3 - 04.10.2016 um 15:17:56
Beitrag drucken  
Sei wachsam und demütig, wachsam, um vorwärts zu schreiten, demütig, um in der Freundschaft Gottes und in der Wahrheit zu verharren, die dir sagen wird, daß du nichts aus dir selber bist. Sei aber auch umsichtig, damit du dich nicht verleiten und nicht hinreissen lässt zu eitlen, unnützen oder sündhaften Dingen. Denn nur was heilig und gut ist, führt zu Gott. Dieser Weg ist nicht nur unbekannt, sondern auch ebenso gefährlich wie alle andern. Er ist gefährlich! Denn man kann auf diesem Weg jämmerlich fallen.  Man muß achtgeben, auf der Hut sein, seinen Weg wandeln und sich vollkommen auf Gott verlassen. Er ist unbekannt! Gott allein nur kann ihn zeigen! Unmöglich kann ihn eine Seele aus sich selber finden und auf demselben wandeln, wenn sie nicht vom Heiligen Geist erleuchtet und geführt wird. Der Heilige Geist aber unterrichtet und führt auf diese Weise nur wenige, ganz besonders begnadete Personen. Da nun dieser Weg aufgeschlossen vor dir liegt, meine Tochter, so folge demütig und umsichtig dem Zug, der dich denselben führt! Ich werde dich unterstützen und dich erleuchten. Wenn du meiner bedarfst, so rufe nur und ich werde dann helfend herbeieilen.  Sei es während der heiligen Messe oder nach der Kommunion, während des Gebetes oder während der Betrachtung! Immer folge dem Zug, der dir eingegeben wird! Folge ihm aber so, wie ich es dich gelehrt habe, nämlich indem du dich mit Gott oder mit dem, was sich auf Gott bezieht, beschäftigst und fest auf Ihn vertraust. Handelst du so, dann sei ruhig. Denn du handelst recht. Suche, meine Tochter, in deinem Benehmen lieber Gottes Willen zu tun als den deinigen! Suche lieber Gottes Wohlgefallen als das deinige.  Möge dich Gott so oder anders führen, was liegt daran? Wenn du nur seinen Willen erfüllst! O Marie, meine liebe Tochter, du bist zwar gering und unbekannt auf Erden. Aber in meinem Reich werde ich dir eine hohe Stelle anweisen. Teile deinem Seelenführer alles mit, was in dir vorgeht und folge in allem seinem Rat! Was du immer erfährst, teile es ihm mit und bleibe dann ruhig und zufrieden.»

Hochschule Gottes S.687 - 688
  

Wir wollen in der Freude nicht die Gottesfurcht vergessen und im Leid die Hoffnung niemals aufgeben.
Gregor von Nazianz

Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert
 
Inka
Helfer des Admin
****
Offline


In tiefer Liebe für JESUS,
MARIA und JOSEF

Beiträge: 2.748
Standort: Ruhrgebiet
Mitglied seit: 20.08.2006
Geschlecht: weiblich
Re: Vom innerlichen Gebet
Antwort #4 - 12.10.2016 um 15:31:52
Beitrag drucken  
Vom mündlichen Gebet, seiner Vollkommenheit und Kraft

Belehrung Jesu: «Nun will ich mit dir auch vom mündlichen Gebet sprechen! Das mündliche Gebet ist der Ausdruck der Gesinnungen und der an Gott gerichteten Bitten des Herzens. Das mündliche Gebet ist bekannter und gebräuchlicher als das innerliche Gebet. Es kann sehr vollkommen sein. Aber nur wenige kennen diese Vollkommenheit. Gott fordert diesen Tribut der Anbetung und des Lobes von der Zunge des Menschen. Damit ihm aber derselbe wohlgefällig sei, muß er mit Glaube, Hoffnung und Liebe, Demut und Beharrlichkeit verrichtet werden.  Soll das mündliche Gebet vollkommen sein, so muß ihm wie dem innerlichen Gebet die Losschälung von sich selbst und von allen Dingen vorausgehen. Dann ist die Seele frei von jeder irdischen Neigung und Anhänglichkeit, die gleich einer eisernen Kette sie fesseln und hindern könnte, sich zu Gott zu erheben. Sie erhebt sich mit größerer Freiheit und ihr Aufschwung wird umso rascher sein je freier er ist infolge der Reinheit, die sie besitzt. Ihr Wort gleicht einem Pfeil, der mit kräftiger Hand entsendet wird, bis zu Gott aufsteigt und zu seinem Herzen dringt.  Zuweilen ist die Seele so in Gott vertieft, das sie weniger die Worte beachtet, die sie ausspricht als vielmehr den, an welchen sie gerichtet sind. Das Gebet ist dann nur umso vollkommener und obgleich die Seele nicht auf ihre Bitten achtet, so findet sie doch bei Gott, der all ihre Bedürfnisse kennt, gütiges Gehör und Erhörung. Das mündliche Gebet ist ebenso mächtig wie das innerliche Gebet.  Betrachte die Psalmen der Propheten! Welch eine Kraft liegt in ihnen! Wie sollte eine innerliche Seele, die jedes Wort, das in den Psalmen vorkommt, erwägt, nicht das Feuer der göttlichen Liebe empfinden können, das diese Lieder und Gesänge erfüllt? Das mündliche Gebet ist die Erholung vom innerlichen Gebet. Es gibt Seelen, die nicht immer innerlich beten können. Diese werden dann im mündlichen Gebet ihre Erholung finden. Wenn du das mündliche Gebet verrichtest, meine Tochter, so gib weniger auf die Worte acht, die du verwendest als vielmehr auf den, an den du sie richtest. Übe die Worte, die du gebrauchst. Sei ohne Sorge. Denke vielmehr nur an das eine, daß du dich an Gott wendest!»

Q: Hochschule Gottes von Marie Lataste  Theresia – Verlag S. 688 – 689

  

Wir wollen in der Freude nicht die Gottesfurcht vergessen und im Leid die Hoffnung niemals aufgeben.
Gregor von Nazianz

Zum Seitenanfang
 
IP gespeichert