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Hot Topic (More than 33 Replies) Ein verschlossener Garten. (Gelesen: 7.098 mal)
Brigitta B
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Mein Herz für JESUS, MARIA
und JOSEF

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Ein verschlossener Garten.
21.01.2017 um 20:44:26
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Die hl. Gertrud die Große (1256-1302, Zisterzienserin im Kloster Helfta (Sachsen),
führte unter vielerlei Krankheiten ein mystisch reichbegnadetes Leben.
Es war ihre Sendung, ein Zeichen zu sein für die große Herablassung des menschgewordenen Gottes,
der den freundschaftlichen Umgang und die volle Vereinigung mit dem Menschen sucht.
Dieses Zeichen ist an keine bestimmte Zeit gebunden, sondern immer von derselben Bedeutung und Dringlichkeit.
Das Büchlein bietet eine kleine Auswahl aus dem zweiten, dritten und vierten Buch des „Gesandten der göttlichen Liebe“,
der die meisten Berichte über das innere Leben der Heiligen enthält.
Die ausgewählten Kapitel sind in gekürzter und vereinfachter Form wiedergegeben
mit der Absicht, einen mühelosen Zugang zu bieten in den Reichtum dieses „verschlossenen Gartens“.

Die Begegnung
In ihrem sechsundzwanzigsten Lebensjahr hatte Gertrud die erste tiefgreifende Begegnung mit dem Herrn.
Am Abend des 27. Januar 1281 nach der Komplet, als sie sich im Schlafsaal befand,
erblickte sie neben sich einen Knaben von etwa sechszehn Jahren.
Sein Anblick war überaus schön.
Liebevoll sprach er zu ihr: „Schnell, wird kommen dein Heil“ (Is. 56,1). „Warum verzehrst du dich in Trauer?
Ist dir nicht ein Ratgeber zur Seite, da der Schmerz dich verändert hat?“ (Mich 4,9).
Bei diesen Worten war es ihr, als befände sie sich an ihrem Platz im Chor und hörte:
„Mit meinen Feinden hast du Erde geleckt“ (Psalm 71,9) „und Honig unter den Dornen gekostet, kehre endlich zurück zu mir,
und ich will dich aufnehmen und mit dem Strom meiner göttlichen Wonne berauschen“  (Ps. 35,9).
Dann sah sie zwischen ihnen beiden einen langen Zaun, der sie voneinander trennte und der mit dichtem Dorngestrüpp überzogen war,
so dass sie nicht zu ihm gelangen konnte. Sie stand einen Augenblick da und empfand großen Schmerz.
Da ergriff sie der Knabe, erhob sie und stellte sie neben sich.
An seinen Händen erblickte sie die Wundmale und erkannte ihn.

Fortsetzung folgt.

Die Werbung
Seit jenem Erlebnis war Gertrud wach geworden für das Innerste ihres Herzens, für jene innere Welt,
in der Christus beim Menschen Wohnung nehmen will, um mit ihm freundschaftlichen Umgang zu pflegen.
Sie war entschlossen, ihr Herz für ihn zu reinigen und sich ihm ernstlich hinzugeben.
Und er selber verhalf ihr dazu, indem er sich ihr zeigte, sooft sie die Kommunion empfing.
Sie sah ihn nur in schwachen Umrissen, wie man eine Gestalt in derMorgendämmerung sieht.
Diese Schau sollte sie dahin bringen, ihn noch mehr zu ersehnen, nach ihm zu verlangen und alles zu tun, was sie konnte,
um mit ihm vereinigt zu werden.
Christus warb um Gertrud, indem er sich immer wieder in Erinnerung rief.
Auch erleuchtete er ihr Herz, so dass sie seine zarte Liebe zu ihr erkennen konnte.
Dies lockte sie an, sich mit ihm zu beschäftigen und versetzte sie in Staunen über sein Erbarmen.
Denn zugleich mit der Einsicht in seine Liebe gewann sie auch Einsicht in ihre Unwürdigkeit und sah, dass seine Liebe ein reines Geschenk war,
das sie unverdient empfing.

Aus: Ein verschlossener Garten – Herausgegeben von der Trappistinnen-Abtei „Maria Frieden“, Dahlem/Eifel mit Imprimatur ohne Copyrightangabe
  

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Mein Herz für JESUS, MARIA
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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #1 - 22.01.2017 um 20:57:49
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Christus wohnt in ihr

In jenen Tagen besann sich Gertrud darauf, was für sie zu tun sei, um sich dem Herrn ganz angenehm zu machen.
Sie saß´eines Morgens im Klosterhof am Weiher und freute sich an seinem durchsichtigen Wasser,
an den taufrischen Bäumen und den umherschwirrenden Tauben.
Da kam ihr der Gedanke: wenn sie sich den Lockungen des Herrn ganz hingäbe und ihm so seine Gnaden dankbar zurück schenkte
und ihr ganzes Herz mit ihm allein beschäftigte: dann könnte es für ihn eine angenehme Wohnung sein.
Mit diesen Gedanken beschäftigte sie sich den ganzen Tag.
Am Abend, als sie zum Gebet niederkniete, kamen ihr die Worte in den Sinn:
„Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben,
und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen.“ In diesem Augenblick empfand ihr Herz,
dass der Herr es als seine Wohnung in Besitz genommen hatte.
Und von dieser Stunde an fand sie ihn immer in ihrem Innern, sooft sie sich nach innen wandte.
Von dieser göttlichen Herablassung ganz ergriffen, erkannte sie klar, dass sie so inniger Nähe und Vertrautheit
mit einem so erhabenen Herrn unwürdig war.
Am meisten bewegte es sie, dass er sich immer in ihrem Herzen von ihr finden ließ, auch dann, wenn sie sich zerstreut
und bei Menschen und Dingen Freude gesucht hatte.
Er entzog ihr seine fühlbare Gegenwart nicht, sondern bewahrte ihr seine Freundschaft.

  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #2 - 23.01.2017 um 12:19:21
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Von den Wunden Christi
Gertrud bat den Herrn, er möge mit seinem kostbaren Blut seine Wunden gleichsam in ihr Herz schreiben,
damit sie in ihnen seine Leiden wie seine Liebe lesen könne, um selber zu einer großen Liebe zu gelangen.
Als sie so betete, erkannte sie, dass die heiligen Wunden ihrem Herzen eingedrückt wurden
und sie nun in ihrem Innersten dieses Andenken an das Leiden des Herrn besaß.
Täglich verehrte sie jetzt die Wundmale Christi und dankte ihm für sein Erbarmen,
wodurch er sie so im Geiste mit ihnen bezeichnet hatte.

An den Wunden seiner Füße wurde sie von ihren Sünden gereinigt,
an der Wunde seines Herzens frei von jeder allzu menschlichen Freude.
Bei der Wunde der linken Hand empfing sie tiefe innere Ruhe
und vor der Wunde der Rechten die Gnade, alle Schwächen und Fehler durch die Heiligkeit des Herrn zu ergänzen.
Vor allem ließ sie der Herr sie, wie sie gebeten hatte, in den Wundmalen seine Leiden und seine Liebe lesen,
so dass sie daraus tiefe Kenntnis seines Herzens schöpfte.
Diese Gnade, die Wunden des Herrn innerlich zu tragen, blieb ihr das ganze weitere Leben hindurch erhalten.
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #3 - 24.01.2017 um 21:08:07
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Das göttliche Kind
An einem Weihnachtsfest, auf dessen Feier sie sich innig vorbereitet hatte, wandte sich Gertrud im Geist an die himmlische Mutter,
um ihr in der Stunde der Geburt des Gottmenschen zu dienen.
Da sah sie innerlich, wie ihr plötzlich ein zartes neugeborenes Kindlein gezeigt und dargereicht wurde.
Ihr war, als werde es im Geiste ihrem Herzen eingeprägt.
Sofort sah sie auch die große Würde dieses Kindes:
dass die Fülle der Gottheit in ihm wohnt und es das wunderbarste Geschenk an die Menschheit ist.
Kaum sah sie es in sich, da merkte sie auch, dass sie selbst ganz eingetaucht war in dasselbe Licht, das von dem Kinde ausging.
Sie empfand eine unaussprechliche Freude über die Worte:
Gott wird alles in allem sein.
Denn das  göttliche Kind gab ihr zu verstehen, dass sie ein Abbild des Vaters in der Gottheit ist.
Denn sie sollte Christus immer in sich aufnehmen, wie die Luft die Strahlen der Sonne aufnimmt,
um zu einer immer vertrauteren Vereinigung mit ihm zu gelangen.
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #4 - 24.01.2017 um 21:08:32
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Die Vereinigung mit Christus
In Krankheit, als sie sehr litt, erkannte Gertrud einmal nach der Kommunion, dass sie der Brust des Herrn sehr nahe war,
innerlich an sein Herz gezogen und ganz von ihm aufgenommen wurde.
Dabei verstand sie, während ihr Sinn ganz auf ihn gerichtet und sie ihm ganz hingegeben war,
dass ihr Inneres in dem sanften Feuer des Herzens Christi wie feucht und schlüpfrig zu sein schien
und dass dieses Feuer sich an ihrer Feuchtigkeit noch mehr entzündete, bis sie ganz von ihm aufgetrocknet war.
Diese Feuchtigkeit war die Befriedigung des Herzens an irdischen Dingen, die dann aufhören muss,
wenn der Mensch ganz mit Christus vereinigt wird.
Von diesem Augenblick an konnte sie sich nur noch um des Herrn willen an Geschaffenen erfreuen.
Wer mit ihm vereinigt ist, sieht überall Christus und empfängt dadurch auch einen tieferen Sinn für die Schöpfung.
Dieses Feuer des göttlichen Herzens reinigte wunderbar ihr Herz und ihren Geist, erneuerte sie ganz zur vollen Hingebung an ihn
und gestaltete sie um, so dass sie ihm ganz wohl gefallen konnte.
Gertrud erkannte, dass das jedem zuteil wird, der, von den Täuschungen durch die Geschöpfe endlich ermüdet,
sich nur noch der Wahrheit, Christus selbst, entschieden zuwendet.
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #5 - 24.01.2017 um 21:09:03
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Von den Lockungen des Herrn
Während einer Sonntagsmesse, als gesungen wurde:
„Denn dir und deinen Nachkommen will ich dieses Land geben“, sah Gertrud im Geiste den Herrn.
Er berührte seine Brust, um ihr zu zeigen, was für ein Land er ihr versprach.
Sie empfand große Freude; denn sie hatte schon ein wenig die Herrlichkeit seines göttlichen Herzens geschaut
und verstand jetzt, dass er ihr eine noch höhere Vereinigung mit seinem Herzen zugedacht hatte.
Sie sah klar, dass sie dieses erhabene Geschenk nur aus Barmherzigkeit empfing,
denn sie sah sich dem Herrn so ungleich und seiner so unwürdig,
das sie sich auch nicht die kleinste dieser Gnaden verdienen konnte.
Und während sie empfand, wie der Herr sie an sein Herz lockte und es ihr als das Heilige Land versprach,
war sie überzeugt, dass er das nur tat, damit in der Kirche jeder Mensch ein um so größeres Vertrauen bekäme,
wenn er sah, dass der Herr sich einem so tief stehenden Menschenkind zuneigte.
Gertrud versuchte später auszudrücken, was das Herz des Herrn demjenigen bietet, der sich ihm hingibt.
Aber sie fand, dass selbst die Kraft aller Engel nicht ausreichen würde, um auch nur ein einziges Wort hervorzubringen,
das der Herrlichkeit dieser Liebe entsprechen könnte.
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #6 - 25.01.2017 um 09:52:41
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Ein Geschenk
Gertrud war krank.
Da sah sie den Herrn. Aus seinem Herzen floss ein Strom von großer Klarheit, der seine Brust in Form einer Kette bedeckte,
die durchsichtig in goldener und roter Farbe schimmerte.
Dieses Bild deutete er ihr, indem er erklärte, dass er ihr für die Krankheit dies zum Geschenk mache;
sooft sie in seiner Liebe jemanden behilflich sei, werde sie sich nie weiter von ihm entfernen, als ihr in diesem Strom gezeigt werde.
Und so wie die goldene und rote Farbe durch die Klarheit leuchtete,
werde seine göttliche Wirksamkeit, die durch das Gold versinnbildet wurde,
und die Geduld seiner Menschheit, die das Rot bezeichnete, aus ihren Absichten hervorleuchten.

Eine Versuchung
Der Herr ließ Gertrud nicht im unklaren darüber, dass wir uns immer in Gefahr befinden,
auch dann, wenn er sich dazu herablässt, uns freundschaftlichen Umgang mit ihm zu schenken.
Als sie einmal vor Empfang der Kommunion ganz auf ihn allein achtete, schien er ihr im Geist einen Kelch zu reichen.
Ihr Herz wurde aber in der Nähe des Herrn so tief ergriffen, dass ihr viele Tränen aus den Augen stürzten, um gleichsam den Kelch zu erfüllen.
Da bemerkte sie zu ihrer Linken ein hässliches Wesen, das ihr etwas Bitteres in die Hand legte
und sie heftig dazu antrieb, dieses in den Kelch zu legen.
Kaum hatte sie das getan, empfand sie ein heftiges Verlangen nach Ruhm und Ehre.
Daraus erkannte sie, wie Satan uns verfolgt aus Neid gegen die Gnadengeschenke des Herrn.
Auch verstand sie, wie der Herr unsern Kampf gegen Satan zu dem seinigen macht, wenn er sieht, dass wir uns vertrauensvoll auf ihn stützen.
Und zwar tut er das derart, dass er sich selbst den Kampf vorbehält und uns den Sieg gibt.
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #7 - 26.01.2017 um 15:16:17
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Smiley

Von der Geduld des Herrn
Eines Abends hatte sich Gertrud zum Zorn hinreißen lassen.
Als sie sich am andern Morgen ins Gebet begab, sah sie den Herrn ganz verändert.
Er war wie ein völlig verarmter und erschöpfter Mensch. Dies erschütterte sie sehr und ihr Gewissen machte ihr heftige Vorwürfe.
Sie dachte darüber nach, was das bedeutet, wenn Christus, die vollkommene ruhe und Milde, in uns wohnt, und wie unpassend es ist,
sich in seiner Gegenwart aufzuregen.
Sie fragte sich, ob es nicht besser sei, für die Stunde, da sie wieder schwach und nachlässig sein werde,
lieber seine Abwesenheit als seine Nähe zu wünschen.
Da erklärte ihr der Herr, da er sich nun einmal aus Liebe dazu entschlossen habe,
trotz ihres Elends für immer auf Besserung warten und auf die Ruhe der Demut.

Umgang mit dem göttlichen Kind
An einem Weihnachtsfest empfing Gertrud das göttliche Kind im innersten ihres Herzens, um es zu pflegen.
Sooft sie sich sammelte und sich nach innen wandte, sah sie es in ihrem Herzen ruhen.
Sie merkte aber, dass sie in der Liebe nur wenig zunahm, wenn sie nur versuchte, das Kindlein liebevoll zu pflegen.
Erst als sie anfing, für die Sünder, für die Verstorbenen am Reinigungsort und für andere Leidende zu beten, empfand sie sofort Wirkung.
Auch kam es ihr vor, dass sie dem Kind sehr wohltat, wenn sie im Chor beim Absingen der Noten angestrengt auf seine Anwesenheit achtete
und es anschaute.
So ähnlich wie jemand in ein Buch schaut, der etwas singt, was ihm noch nicht geläufig ist.
Dies geschah während der ganzen Weihnachtszeit bis Maria Lichtmeß.
Als an diesem Fest die Prozession gehalten wurde, verlangte die himmlische Mutter mit ernstem Gesicht ihr Kind von Gertrud zurück
so als sei sie mit der Pflege des Kindes gar nicht zufrieden.
Gertrud aber erinnerte sie inständig daran, dass sie die Mutter der Barmherzigkeit ist
und ihre Liebe unsere Sünden und Fehler bedeckt.
Sofort verschwand der Ernst auf dem Gesicht
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #8 - 27.01.2017 um 18:31:30
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Von der Mutter des Herrn
An einem anderen Jahr, als das Fest der Geburt des Herrn gefeiert wurde, hatte Gertrud dieses Erlebnis:
Während man aus dem Evangelium die Stelle las:
„Sie gebar ihren erstgeborenen Sohn.. reichte seine Mutter ihr mit den Händen das zarte Kind,
indem sie es Gertrud innig in die Arme drückte.
Sie nahm es auf, und das Kind schlang seine Ärmchen um ihren Hals.
Später sah sie, wie die himmlische Mutter das Kind in Windeln wickelte; es wurde in die weiße Leinwand der Unschuld gehüllt
und mit dem goldenen Band der Liebe umschlungen.
Bei diesem Anblick begriff sie, dass sie sich um die Reinheit des Herzens und die Liebe bemühen musste.
Dann begann sie, die Unschuld des Kindes und seiner Mutter zu bewundern, ihre tiefe Demut und starke Liebe.
Sogleich war es ihr, als habe sie Mutter und Kind durch diesen Lobpreis in schöne Gewänder gehüllt:
in das leuchtend weiße Kleid der Reinheit, in das grüne Obergewand der Demut und in den purpurnen Mantel der Liebe.
Und Gertrud erkannte, dass wir alle durch die Herrlichkeit der Mutter unaussprechlich bereichert werden.
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #9 - 28.01.2017 um 19:57:29
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Wie das kleinste Kind
Einmal empfand Gertrud große Furcht vor dem Ansehen, das sie bei manchen Menschen genoß und dachte,
dies könne den Herrn hindern, ihr weiterhin seine barmherzige Gnade zu schenken.
Darum erbat er sich von ihm klare Einsciht in diese Frage.
Der Herr, der sich keiner ihrer Bitten entzog, ließ sie wissen;
sie solle seine Liebe zu ihr auffassen wie die eines Vaters zu seinem kleinsten Kind.
Die andern Kinder werden von den Hausbewohnern und den Nachbarn gelobt, aber das Kleinste,
das die Schönheit seiner Geschwister noch nicht erreicht hat, wird vom Vater öfter auf den Schoß genommen
und durch Worte und kleine Geschenke von ihm ausgezeichnet.
Wenn sich Gertrud so in rechter Selbsterkenntnis für geringer hielte als alle andern,
werde die Herrlichkeit Gottes nie aufhören, sich in ihr Herz zu ergießen.
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #10 - 28.01.2017 um 23:48:21
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Eine Danksagung
Gertrud hatte die Gewohnheit, Christus oft Dank zu sagen für fünf erhaltene Wohltaten.
Erstens dafür,
dass er sie so gnädig an sich gezogen hatte.
Und dies, so sagte sie, sei das Werk jener Sanftmut und Liebe, die ihm von Natur aus eigen ist.
Drittens dafür,
dass er sie o innig mit sich vereinigt hatte.
Dies habe er getan, sagte sie, damit in ihr, die dafür so ungeeignet war, sein Erbarmen um so deutlicher hervorleuchtete.
Viertens dafür,
dass er an ihr seine Freude haben wollte.
Dies käme nur von seiner übergroßen Liebe, meinte sie, die sich gerade mit dem verbinden will, was ihr ganz unähnlich ist.
Fünftes dafür,
dass er sie zur seligen Vollendung führen wollte.
Und dies erhoffte sie mit ganzem Herzen als sein Geschenk, weil sie sein Erbarmen kannte.

Vom Antlitz des Herrn
An einem Fastensonntag, als man das Responsorium sang:
„Ich habe den Herrn von Angesicht zu Angesicht gesehen“, wurde ihr Inneres von göttlicher Erkenntnis erleuchtet.
Es war ihr, als sei ihrem Antlitz ein anderes Antlitz angeschmiegt.
Bei dieser lichtvollen inneren Schau sah sie die sonnenhellen Augen des Herrn ganz nah ihren Augen gegenüber.
Von diesem Eindruck wurden nicht nur Herz und Geist, sondern auch alle ihre Glieder wunderbar ergriffen.
Das Licht dieser vergöttlichenden Augen durchdrang die ihren und ihr ganzes Wesen wurde davon so erfasst,
als sei sie selbst nichts anderes als dieser göttliche Lichtstrahl;
der schien in sich selbst zu spielen und erfüllte sie mit großer Freude und Ruhe.

Gertrud verstand, dass niemand Christus so verkünden kann, wie er sich selbst zu verstehen gibt, wenn er will und wie es ihm gefällt.
Diese innere Schau seines Antlitzes, das in zarter Herablassung sich an das ihrige schmiegte, hätte genügt,
ihrem Leben ein Ende zusetzen, wenn der Herr es nicht durch besonderes Eingreifen erhalten hätte.

  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #11 - 31.01.2017 um 22:32:34
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Der mütterliche Schutz
Als Gertrud erkannte, dass ihr ein Leiden bevorstehe, erschrak sie und wurde zaghaft.
Aber der Herr, der ihr schon oft sein Mitleid erwiesen hatte, gab ihr dies zu verstehen:
sooft sie ein Leid bedrängte, solle sie sich an seine Mutter wenden, die Mutter der Barmherzigkeit.
Sie werde ihr immer eine sichere Zuflucht sein.

Von zwei Ringen
Sie hatte die Gewohnheit, Christus jede Beschwerde zu schenken, die sie erdulden musste.
Als sie ihm so auch einmal alles Leid zum Geschenk machte, um es aus Liebe zu ihm geduldig auszuhalten
und zugleich auch alle jene Freuden, die sie entbehren musste, schaute sie ihn im Geiste.
Er trug beide Geschenke; das von ihr erduldete Leid und die von ihr entbehrten Freuden als zwei Ringe an seinen Händen.
Mit dem Ring an der linken Hand, der ihr Leid bedeutete, bestrich er ein wenig ihr linkes Auge.
Von da an schmerzte sie dieses Auge zeitlebens.
Zugleich gab er ihr dies zu verstehen:
so wie der Ring das Zeichen der Vermählung ist, so ist auch das Leiden das Zeichen der göttlichen Auserwählung.
  

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Antwort #12 - 01.02.2017 um 13:19:35
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Smiley Smiley Smiley

Trost im Krankenbett
Gertrud war so krank, dass ihre Mitschwestern ihren Tod erwartet hätten,
wenn sie nicht schon öfter von ähnlicher Krankheit sich wieder erholt hätte.
Da geschah es, dass ihr der Herr selber beistand, besonders dann, wenn sie von ihrer Pflegerin vernachlässigt wurde.
Er zeigte sich ihr dann sehr liebevoll und milderte durch seine Anwesenheit ihren Schmerz.
Sobald man sie aber sorgfältiger pflegte, nahmen ihre Leiden zu, weil sich Christus dann ein wenig zurückzog.
Dadurch ließ er sie erkennen, dass das göttliche Erbarmen uns näher ist, wenn wir von menschlichen Trost verlassen sind.

Wie man den Herrn allem vorziehen soll
Einmal fiel sie in so große Traurigkeit und Ungeduld, dass sie glaubte, die innere Gegenwart des Herrn verloren zu haben.
Das dauerte einige Tage.
Aber am nächsten Samstag, asl die Antiphon „Maria, Stern des Meeres“ gesungen wurde, empfand sie den Trost der Gottesmutter.
Am Sonntag, als sie den Trost zunehmen fühlte, dachte sie an Ihren Zustand und hatte großes Missfallen an sich selber.
Sie bat den Herrn inständig, allen ihren Übeln einEnde zu setzen und sich sie zu stellen.
Daraufhin zeigte ihr der Herr im Geiste einen kleinen Garten voller Blumen und mit einem Dornenzaun umgeben.
Er fragte sie, ob ihr dieser Garten wohl lieber sei als er? Sie antwortete:
„Durchaus nicht, mein Herr und Gott.“
Dann zeigte er ihr einen schmutzigen Garten mit wenigen unschönen Blumen und fragte sie dasselbe.
Aber hiervon wandte sie sich mit Unwillen ab.
Da sagte er ihr, dass sie also ganz ruhig sein könne, da sie nichts ihm vorziehe.
Denn der Blumengarten bedeute ein ehrenvolles, bequemes Leben, und der schmutzige Garten das sinnliche Vergnügen.
Da schmiegte sich Gertrud dem Herrn so innig an, dass alle Geschöpfe nicht imstande gewesen wären,
sie auch nur einen Augenblick von ihm zu trennen.
  

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Antwort #13 - 03.02.2017 um 06:52:46
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Hingabe
Während einer Eucharistiefeier, als der Kelch vom Priester erhoben wurde, opferte Gertrud diesen Kelch dem Herrn zur Danksagung auf.
Da erkannte sie, dass sie damit nur wenig getan hatte, solange sie sich nicht selbst ihm anbot.
Von diesem Verlangen erfasst warf sie sich auf den Boden und sagte ihm, dass sie sich anbiete, alles zu ertragen,
was zu seiner größeren Ehre gereichen könne.
Da neigte sich Christus über sie, zog sie an sich und sprach:
„Dies ist mein!“ Von seinem Wort ergriffen, erhob sie sich und erwiderte:
„Ja, mein Herr, ich bin das Werk deiner Hände.“

Das Vertrauen
Als Gertrud einmal Mühe hatte, sich zur Vorbereitung auf die Kommunion zu sammeln, bat sie den Herrn um Hilfe.
Da gab er ihr freundlich zu verstehen, wie angenehm es ihm ist, wenn jemand in Versuchung sich vertrauensvoll an ihn wendet
und bei ihm Schutz sucht.
Wenn ein Mensch zuversichtlich glaubt, dass er ihm helfen kann und will,
dann tut das der Liebe des Herr eine so große Gewalt an, dass er sich ihr nicht entziehen kann.
Gertrud entgegnete:
Wenn das Vertrauen ein so hoher Wert sei, was sollten dann jene tun, die es nicht haben?
Denn man könne es doch nur als sein Geschenk beseitzen.
Darauf der Herr:
Jeder könne doch seinen Kleinmut einigermaßen besiegen und ihm wenigstens mit den Lippen versichern, dass er auf ihn vertraue.
  

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Antwort #14 - 04.02.2017 um 14:51:44
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Liebe zum Herrn
Einmal, als Gertrud ganz verzagt wurde beim Anblick ihrer Unwürdigkeit, erkannte sie,
wie sie plötzlich durch das Erbarmen Christi erhoben wurde, um wie eine Freundin bei ihm zu sein.
Dabei nahm ihr Verlangen, ganz eins mit ihm zu werden, heftig zu, und ihr war, als käme sie ihm durch dieses Verlangen immer näher.
Da fragte er sie gütig nach ihren Wünschen.
Sie konnte in der großen Liebe, von der sie ergriffen war, nur antworten:
„Ich bitte, o Herr, dass dein Wille an mir geschehe.“
Daraufhin nannte er alle jene beim Namen, die sich ihrem Gebet empfohlen hatten
und fragte sie, was sie für jene wünsche. Sie entgegnete:
„Nichts anderes, Herr, als das dein Wille in allen geschehe.“
Noch einmal fragte er sie, was er ihr tun solle und sie gab zur Antwort:
„Vor allem ersehne ich, dass in mir und in allen Geschöpfen dein Wille erfüllt werde und dass ich immer bereit sei,
jede Art von Leiden dafür zu ertragen.“
Von dieser Hingebung gerührt, gab ihr der Herr dies zum Geschenk:
dass sie ihm so wohlgefällig erschien, als hätte sie seinen Willen niemals übertreten.,

Ein Baum
Der Herr belehrte Gertrud durch ein Bild.
Während einer Eucharistiefeier nach der Wandlung sah sie ihn mit beiden Händen einen Baum halten; dieser war über der Erde abgeschnitten.
Er war voll leuchtender Früchte und seine Blätter glänzten.
Der Herr schüttelte den Baum für die Gemeinschaft der Heiligen im Himmel; für alle war das ein wunderbarer Genuß.
Der Baum bedeutete die Liebe.
Darum war er nicht nur voll von den Früchten der Werke, sondern auch von den Blüten der guten Entschlüsse
und den Blättern wohlwollender Gefühle.
Der Herr schien nun den Baum in ihr Herz zu pflanzen, das in dieser Schau einem Garten glich.
Sie sollte sich nun bemühen, die Früchte zu ehren und sich in seinem Schatten ausruhen.
Sofort betete sie für einen Menschen, der sie sehr betrübt hatte.
Sie war bereit, den Schmerz, den sie noch immer empfand, noch einmal zu ertragen,
damit die Betreffende um so mehr Gnaden erhalte.
Da sah sie an dem Baum der Liebe sogleich eine sehr schöne Blüte, die zur Frucht ausreifen sollte,
wenn sie den Entschluß zur Ausführung brächte.

Zugleich erkannte sie klar, wie die Engel und Heiligen sich freuen, wenn ein Mensch mit dem andern Mitleid hat und seine Not zu lindern versucht.
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #15 - 06.02.2017 um 08:16:25
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Ein Kummer

Als einst über das Bistum Halberstadt das Interdikt verhängt worden war und so auch im Kloster Helfta keine Eucharistiefeier stattfinden konnte,
fragte Gertrud den Herrn, wie er die Kommunion in dieser Not trösten werde.
Er versicherte ihr, dass er seine Freuden in ihnen mehren werde.
Der Kummer der Schwestern werde seine Freude sein; denn dadurch werde die Liebe in ihnen zunehmen wie ein geschlossenes Feuer.
Seine Freude und ihre Liebe würden ineinander einmünden.
Gertrud bat ihn, ihr zu sagen, wie lange diese Prüfung dauern werde.
Als sie darauf keine Antwort erhielt, dachte sie an ihre Unwürdigkeit, von ihm, dem höchsten Herrn, ins Vertrauen gezogen zu werden.
Er aber ließ sie gleich wissen, dass er nicht aus dem Grunde schwieg, sondern weil es so für sie besser sei.
Von Zeit zu Zeit wolle er sie an seinen Geheimnissen teilnehmen lassen, dann wieder sie davon ausschließen.
So werde sie immer klar sehen, was sie durch ihn sei und was sie aus sich selber sei.

Der Herr teilt Geschenke aus
Am Weihetag der Johanneskapelle, die an die Klosterkirche angebaut war, sagte der Herr zu Gertrud,
er wolle herabsteigen und allen Mitgliedern der Klosterfamilie Geschenke austeilen.
Sogleich sah sie ihn in bischöflichen Gewändern in der Kapelle sitzen.
Er blieb dort bis zur Präfation des Hochamts, dem Priester zugewandt.
In seinen Händen hielt er einen Kelch, ähnlich dem Speisekelch.
Zu seinem Dienst war eine sehr große Schar majestätischer Engel anwesend, die den ganzen Teil der Kapelle erfüllten, wo der Herr saß.
Sie hielten sich alle zu seiner Rechten und zeigten große Freude, an diesem Ort zu weilen.
Auf der linken Seite sah Gertrud nur einen Chor von Engeln, daran anschließend den Chor der Apostel,
den Chor der Martyrer, der Bekenner umd Jungfrauen.
Seine wunderbare Anwesenheit war für jede der Schwestern ein besonderes Geschenk,
je nach dem Grad ihrer inneren Verbundenheit mit ihm.
Obwohl nur Gertrud allein ihn schauen durfte, empfingen alle andern einzeln die große Gnade seiner innigeren Nähe.
Als dann der Augenblick der Kommunion gekommen war, schien der Herr von Liebe überzuströmen und sagte:
„Ich bin ganz euer eigen. Jede von euch darf mich nach ihrem Verlangen genießen.“
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #16 - 06.02.2017 um 14:46:18
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Von der Einheit der Gläubigen
Als Gertrud den Herrn so in der Johanneskapelle schaute, dachte sie an einige Schwestern,
die mit Arbeit beschäftigt waren und diese Freude nicht haben konnten.
Darum fragte sie besorgt den Herrn, womit er denn jene beschenke?
Da belehrte er sie und erklärte ihr, dass, wenn der Mensch Speise zu sich nimmt, der ganze Körper gestärkt wird.
Ebenso wird die ganze Kirche und noch mehr die Kommunität eines Klosters beschenkt,
wenn davon einigen Auserwählten, sei es auch nur einer einzigen, besondere Gnaden zuteil werden.
Ausgenommen diejenigen, die sich selbst durch bösen Willen davon ausschließen.

Kein Hindernis
Bevor sie einmal die Kommunion empfing und sah, dass manche aus verschiedenen Gründen daran gehindert wurden,
dankte sie dem Herrn, dass er sie so geführt hatte, dass weder Verwandte noch andere äussere Umstände sie hindern konnten, zu kommunizieren.
Darauf erwiderte ihr der Herr, liebreich wie immer:
„So, wie es nichts gibt, das dich von mir abhält, so gibt es auch nichts, weder im Himmel noch auf Erden,
das mich hindern könnte, dir wohl zu tun, wie es meine Herzensfreude ist.“
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #17 - 07.02.2017 um 23:19:24
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Smiley

Vorbereitung auf die Kommunion
Als sie einmal kommunizieren wollte und ihr nur wenig Zeit zur Vorbereitung blieb, fragte sie sich, was sie nun tun solle.
Sie sagte sich, dass ihr auch tausend Jahre zu kurz wären, um sich aus eigener Kraft völlig vorzubereiten.
Sie wollte daher dem Herrn mit Vertrauen entgegengehen.
Er sei ja reich genug, um ihr in seiner Liebe alles zu geben, was ihr an Vorbereitung fehle.
In diesem Gedanken schritt sie auf den Priester zu, der die Kommunion austeilte.
Da zeigte sich ihr der Herr schon nach wenigen Schritten, blickte sie mitleidig und liebevoll an
und gab ihr seine eigene Unschuld als ein weißes Gewand.
Dann als violettes Obergewand seine Demut, mit der er sich zur Vereinigung mit so Unwürdigen herablässt.
Dann frisches Grün, womit sie sich schmücken sollte, als seine Hoffnung, in der er die Vereinigung mit dem Menschen erwartet.
Seine Liebe gab er ihr als einen goldenen Mantel;
seine Herzensfreude, die er an der Vereinigung mit dem Menschen hat, setzte er ihr als Krone aufs Haupt.
Und das Vertrauen, mit dem er sich auf die Schwache Menschheit stützt – weil es ihn freut, bei den Menschenkindern zu sein -, z
og er ihr als Schuhe an die Füße.
So bekleidet, war sie würdig vorbereitet, ihn zu empfangen.

Von der Barmherzigkeit
Einmal ließ der Herr sie folgendes wissen:
Obwohl er alles, was man zu seiner Ehre tut, gnädig anblickt – wie mündliche Gebete, Fasten, und Nachtwachen -,
so ist er doch mit größter Innigkeit den Seinen gegenwärtig, wenn sie, von ihrer Schwachheit dazu gedrängt, sich in sein Erbarmen flüchten.

  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #18 - 08.02.2017 um 07:56:48
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Von der Freude der Mutter

Weil Gertrud die Gewohnheit hatte, alles, was ihr begegnete und was ihrem Herzen naheging, auf Christus zu beziehen,
dachte sie auch an den Festen der Gottesmutter und der Heiligen mehr an ihn als an jene.
Da nun einmal am Fest der Verkündigung bei der Predigt die seligste Jungfrau gepriesen,
aber die Menschwerdung Gottes mit keinem Wort erwähnt wurde, mißviel ihr das sehr.
Und als sie an diesem Tag zur Seligsten Jungfrau betete, merkte sie, dass sie dabei mehr auf den Herrn achtete.
Da begann sie zu fürchten, sie könnte der Gottesmutter missfallen.
Aber der Herr tröstete freundlich, indem er ihr versicherte:
wenn sie bei der Verehrung der Seligsten Jungfrau mehr auf ihn achte als auf sie, gefalle dies seiner Mutter am besten...

Eine größere Freude für den Herrn
Als Gertrud wegen Krankheit verhindert war, die Ordensregel in ihrer ganzen Strenge zu befolgen,
war sie betrübt und befragte den Herr im Gebet:
Ob es ihn nicht mehr ehren würde, wenn sie jetzt am Chorgegbet teilnehme,
anstatt wegen ihrer Schwäche soviel Zeit nachlässig zu verbringen?
Aber der Herr entgegnete ihr, dass ein Bräutigam mehr Freude an seiner Braut hat, wenn er mit ihr imHause zusammensein kann,
als wenn sie sich geschmückt in der Öffentlichkeit zeigt.
Daraus verstand sie, dass der Mensch dann gleichsam an die Öffentlichkeit tritt,
wenn er mit allen Kräften zur Ehre des Herrn tätig sein kann.
Dass er aber dann beim Herrn im Hause ist, wenn sein Wirken entweder durch Krankheit oder Misserfolg eingeschränkt wird.
Denn dann ist er dem göttlichen Willen allein überlassen.
Und der Herr scheint sich um mehr an einem Menschen zu erfreuen, je weniger dieser in sich selber Erfreuliches findet.
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #19 - 09.02.2017 um 17:22:57
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Ein Segen der heiligsten Dreifaltigkeit

Als Gertrud eines Tages mit aller Andacht an der Eucharistiefeier teilnahm, schenkte ihr Christus als Ergänzung für ihre Armseligkeit sein ganzes heiliges Erdenleben.
Dadurch war es, als sei sie mit leuchtenden Gewändern geschmückt und zum Vollalter Christi herangewachsen.
Da neigte sich Gott Vater liebevoll zu ihr und gab einen dreifachen Segen.
Dieser bewirkte die Nachlassung aller ihrer Sünden, wodurch sie jemals gegen die göttliche Allmacht gefehlt hatte.
Zum Dank dafür gab sie ihm das heilige Erdenleben seines Sohnes hin.
Darauf empfing sie von Christus selbst einen dreifachen Segen, durch den ihr alle Sünden gegen die göttliche Weisheit nachgelassen wurden.
Schließlich erteilte ihr auch der Heilige Geist einen dreifachen Segen und vergab ihr dadurch alle Sünden gegen die göttliche Güte.
Dies geschah, während man im Chor das neunmalige Kyrie eleison sang...

Vom Herzen des Herrn

Einmal bemühte sich Gertrud beim  Chorgebet mit aller Kraft, die einzelnen Worte und Noten andächtig zu singen.
Als es ihr nicht gelang, trauerte sie im stillen darüber, dass sie den Herrn nicht besser preisen konnte.
Er aber, der ihre Trauer nicht ertragen konnte, zeigte ihr sein göttliches Herz in Gestalt einer brennenden Lampe.
Dazu sagte er:
er zeige nun ihrem Geist sein Herz, das Instrument de rHeiligsten Dreifaltigkeit.
Dem dürfe sie alles, was sie aus sich nur unvollkommen tun könne, zur Ergänzung anempfehlen.
Denn so wie ein treuer Knecht für seinen Herrn verfügbar sei, so könne sie von jetzt an über sein Herz verfügen,
dass es alles, was sie nachlässig tat, ergänze.
Darüber erschrak und staunte sie sehr.
Sie hielt es für ganz unpassend, dass der Herr sich so tief herabließ, um ihr zu dienen.
Er aber kam ihrer Verzagtheit entgegen und versicherte ihr, dass er, der die menschliche Schwachheit kennt,
unbeschreiblich danach verlangt, dass man ihm mit einem Wort oder einem Blick all das zur Ergänzung überlasse,
was man selbst weniger gut zustande bringe.
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #20 - 10.02.2017 um 22:41:15
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Vereinigung mit dem göttlichen Herzen

Je vertrauter der Herr mit Gertrud umging, desto klarer sah sie ihre Unwürdigkeit.
Sie erlebte es an sich selbst, dass sich der Herr mit besonderer Liebe der Armen und Schwachen annimmt.
Als sie sich so einmal in sich selbst versenkte und deutlich erkannte, dass sie eigentlich keiner Gnade wert sei, sah sie,
dass der Herr ihr sein eigenes Herz schenkte.
Sie sollte aus ihm alles empfangen, was sie aus sich selbst nicht hatte.
Anstelle ihres Elends empfing sie so die Herrlichkeit seiner Liebe,
und das machte sie in seinen Augen schöne und anziehend.
Alles, was sie sich wünschte, um ihm angenehm zu werden, strömte ihr sofort aus seinem Herzen zu.
Als sie sich eine Weile daran erfreut hatte, ganz mit der Herrlichkeit des Herrn – nicht mit eigener Schönheit –
geschmückt zu sein, hörte sie ihn im Geiste ein Lied singen:
„Komm, du Meine, in mich!
Geh ein, die du mein bist, in mich! Bleibe, du Meine, bei mir!“
Zugleich gab er ihr den Sinn des Liedes zu verstehen:
„Weil ich dich liebe, darum rufe ich dich.
Weil ich meine Freude an dir habe, will ich, dass du in mich eingehst.
Und weil ich dich erwählt habe, verlange ich, dass du bei mir bleibst in unzertrennlicher Vereinigung.“
Gleichzeitig empfand sie, wie sie wunderbar in das Herz des Herrn hineingenommen wurde.
Was sie aber hier erfuhr, konnte sie niemandem mitteilen...

Christus allein
Eines Tages, als Gertrud an ihre Unbeständigkeit dachte, schaute sie auf den Herrn und sagte zu ihm:
„Es ist gut, sich an Dir allein festzuhalten.“
Und der Herr neigte sich freundlich zu ihr und erwiderte:
"Und mir ist es immer angenehm, bei dir zu bleiben.“
Als er dies gesagt hatte, sah sie, wie alle Heiligen sich erhoben
und dem Herrn ihre Würden und Auszeichnungen schenkten aus Ehrfurcht gegen ihn,
damit er Gertrud davon mitteile und sie eine würdige Wohnung für ihn sei.
Daran erkannte sie, wie gern sich der Herr dem Menschen zuneigt
und wie bereitwillig ihm dabei alle Heiligen ihre Dienste anbieten,
um die Unwürdigkeit des Menschen durch ihre besonderen Würden zu ergänzen.
Hierauf schaute sie wieder mit großer Sehnsucht auf den Herrn und sagte:
„Ich kleines Menschenwesen grüße Dich, liebreichster Herr.“
Und sofort empfing sie die gütige Antwort: „Und ich grüße dich wieder, meine Geliebte.“

  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #21 - 11.02.2017 um 14:47:00
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Der göttliche Wille
Einmal erklärte ihr der Herr, dass der gute Wille des Menschen imstande sei, sich jede geistige Gabe anzueignen.
Wenn zum Beispiel jemand danach verlange, ihm soviel Liebe zu schenken, wie ihn noch niemand geliebt habe,
dann nähme er diesen guten Willen für die Tat an.
Dann sah Gertrud, wie die ganze Kommunität den Herrn umstand und jede Schwester gemäß ihres guten Willens
die göttliche Gnade in sich aufnahm.
Manche empfingen sie unmittelbar aus seinem Herzen, andere aus seinen Händen.
Je entfernter sie von seinem göttlichen Herzen waren, desto schwieriger war es, das Ersehnte zu bekommen.
Diejenigen, die seinen Herzen nahestanden und daraus schöpften, taten es mühelos und empfingen reichlich.
Das waren jene, die sich dem göttlichen Willen ganz angepasst und unterworfen hatten.
Sie wünschten nichts, als dass der göttliche Wille in allem erfüllt werde.
Die anderen, die aus den Händen des Herrn die erbetenen Gnaden entgegennahmen, waren jene,
die noch eigene Wünsche hatten.
Je weniger sie sich der Vorsehung des Herrn überließen, desto schwerer war es, die erbetenen Gnaden zu erlangen.

Das Geschenk des Herzens
Gertrud bot dem Herrn ihr Herz an, dass er es durch seine Liebe reinigen und mit sich vereinigen möchte.
Da sah sie, wie er es in sein Herz aufnahm, das heißt, ihr innerstes Wesen mit dem seinigen verband
und sich so mit ihr dem Vater hingab.
Nun bat sie den Herrn, dafür dzu sorgen, dass ihr Herz immer bei ihm sei und er es frei benützen könne
als ein Instrument der Liebe, wann und für wen er wolle.
Dies gefiel dem Herrn sehr.
Er wandte sich an den Vater und bat ihn, dass Gertrud aus ihrem Innern immer seine Liebe und Wahrheit ausspenden dürfe,
wie er selber in seinem irdischen Leben beides ausgestrahlt hat und dies zur Verherrlichung des Vaters.
Sooft Gertrud von jetzt an ihr Herz dem Herrn aufs neue schenkte, empfand sie, wie sie von Lob und Dank erfüllt wurde.
Und dies schien die Freude der Heiligen im Himmel zu erhöhen und war auch eine wirksame Hilfe für die Mitmenschen.
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #22 - 12.02.2017 um 15:29:55
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Wie der Herr sich versöhnen lässt

Einmal erkannte sie, als das Wort des Propheten Isaias gesungen wurde:
„Erhebe dich, erhebe dich, steh auf, Jerusalem“ (Is. 51,17)
was für eine Kraft das Gebet derjemigen für die Kirche bedeutet, die mit Christus innig verbunden sind.
Wenn nämlich ein Mensch das Verlangen hat, dem Herrn alles zu ersetzen an Glaube, Anbetung und Liebe,
was ihm von den Menschen vorenthalten wird, nimmt er das sehr gnädig an.
Und wenn er im Gebet dem Herrn voll Liebe freundlich zuredet, versöhnt er ihn so sehr, dass er manchmal die ganze Welt verschont.

Wenn man an Gott denkt
Gertrud wollte wissen, wie Gott es aufnimmt, wenn man die Gedanken auf ihn richtet.
Darüber wurde sie in einem Gleichnis belehrt:
Sooft der Mensch an ihn denkt, stellt er vor der Herrlichkeit Gottes gleichsam einen Spiegel auf,
worin Gott seine eigene Herrlichkeit erblickt.
Und je mehr der Mensch sich damit abmüht, seine Gedanken auf ihn zu richten, desto klarer
und herrlicher wird dieses Spiegelbild der Heiligsten Dreifaltigkeit.
Und dies wird ewig bleiben, zur Ehre Gottes und zum ständigen Jubel dieses Menschen.

  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #23 - 13.02.2017 um 23:19:28
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Das Wohlgefallen Gottes

Während der Betrachtung erkannte sie einmal ihre Schwächen und Fehler so deutlich,
dass sie sich mit Bangen fragte, ob sie dem Herrn wohl jemals gefallen könne.
Denn sie sah an sich selbst soviel Ungutes und war überzeugt, dass der Herr noch viel mehr sähe.
Er aber gab zur Antwort:
„Die Liebe bewirkt Wohlgefallen.“
Im Licht dieses Wortes verstand sie, dass keiner ihrer Fehler ihn davon abhalten konnte, an ihr Wohlgefallen zu haben, weil er sie liebte.
Schon unter Menschen geschieht es, dass Mißgestaltete bei denen, die sie lieben, Wohlgefallen hervorrufen.
Um wie viel mehr muss man von Gott erwarten, der die Liebe selber ist, dass wir ihm gefallen können.
Die Kraft seiner Liebe macht ihm den Menschen angenehm.
Besonders diejenigen, die auf seine Liebe ihr ganzes Vertrauen setzen.

Vom Verlangen nach Gott

Einmal klagte Gertrud bei sich darüber, dass sie kein so großes Verlangen nach Gott in sich trage,
wie seine Ehre es verlange.
Auch hierüber schenkte ihr der Herr eine klare Erleuchtung:
Wenn jemand auch nur wünscht, ein großes Verlangen zu haben, so genügt das Gott vollauf; vorausgesetzt,
dass der Mensch wirklich kein größeres Verlangen haben kann.
Dann bewirkt der Wunsch in den Augen des Herrn dasselbe, als wenn er es tatsächlich besäße.
Und gerade der Wunsch, ein großes Verlangen zu haben,
macht, dass Gott mit besonderer Freude im Herzen eines solchen Menschen wohnt...
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #24 - 14.02.2017 um 22:58:05
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Das menschliche Herz

Gertrud sann darüber nach, auch welchem Grund wohl manche Menschen im Dienst Gottes
so reichen Trost und innere Freude empfangen, während andere unter Trockenheit leiden.
Da belehrte sie der Herr etwa mit diesen Worten:
Das menschliche Herz ist dazu geschaffen, göttliche Freuden in sich zu tragen, wie ein mit Wasser gefühltes Gefäß.
Wenn das Wasser aber durch kleine Risse und Spalten tropft, wird das Gefäß nach und nach leer und trocknet aus.
So geschieht es oft, dass das menschliche Herz, das die göttliche Freude umfasst so viel nach außen abfließen lässt,
weil es dem Geschaffenen zu große Aufmerksamkeit schenkt, dass die Freude an Gott ganz austrocknet.
Diese Erfahrung kann jeder machen.
Sobald man dem Verlangen sofort nachgibt, etwas zu sehen oder zu sagen, was bedeutungslos ist,
hält man die Freude an Gott für nichts, und sie entrinnt wie Wasser; achtet man aber auf den Herrn
und beherrscht jenes Verlangen, so steigert sich sofort die Freude an Gott und man gewöhnt sich daran, immer mehr auf ihn allein zu achten...

Die Ruhestätte
Gertrud fühlte sich eines Tages wegen einer geringen Sache sehr belastet.
Während der Feier der Eucharistie schenkte sie dem Herrn diese Trostlosigkeit zu seiner Verherrlichung,
so wie sie gewohnt war, ihm alles zu schenken.
Darauf schien der Herr sie im Geist an seine Brust zu lehnen und sie freundlich anzureden, indem er ihr sagte,
dies sei die Ruhestätte, an der sie immer aufatmen dürfe in jeder Not.
Sobald sie sich aber von seinem Herzen abwende, müsse sie irgendeine Bitterkeit als heilsames Gegengift erfahren.

  

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