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Hot Topic (More than 33 Replies) Ein verschlossener Garten. (Gelesen: 7.100 mal)
Brigitta B
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Mein Herz für JESUS, MARIA
und JOSEF

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Ein verschlossener Garten.
21.01.2017 um 20:44:26
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Die hl. Gertrud die Große (1256-1302, Zisterzienserin im Kloster Helfta (Sachsen),
führte unter vielerlei Krankheiten ein mystisch reichbegnadetes Leben.
Es war ihre Sendung, ein Zeichen zu sein für die große Herablassung des menschgewordenen Gottes,
der den freundschaftlichen Umgang und die volle Vereinigung mit dem Menschen sucht.
Dieses Zeichen ist an keine bestimmte Zeit gebunden, sondern immer von derselben Bedeutung und Dringlichkeit.
Das Büchlein bietet eine kleine Auswahl aus dem zweiten, dritten und vierten Buch des „Gesandten der göttlichen Liebe“,
der die meisten Berichte über das innere Leben der Heiligen enthält.
Die ausgewählten Kapitel sind in gekürzter und vereinfachter Form wiedergegeben
mit der Absicht, einen mühelosen Zugang zu bieten in den Reichtum dieses „verschlossenen Gartens“.

Die Begegnung
In ihrem sechsundzwanzigsten Lebensjahr hatte Gertrud die erste tiefgreifende Begegnung mit dem Herrn.
Am Abend des 27. Januar 1281 nach der Komplet, als sie sich im Schlafsaal befand,
erblickte sie neben sich einen Knaben von etwa sechszehn Jahren.
Sein Anblick war überaus schön.
Liebevoll sprach er zu ihr: „Schnell, wird kommen dein Heil“ (Is. 56,1). „Warum verzehrst du dich in Trauer?
Ist dir nicht ein Ratgeber zur Seite, da der Schmerz dich verändert hat?“ (Mich 4,9).
Bei diesen Worten war es ihr, als befände sie sich an ihrem Platz im Chor und hörte:
„Mit meinen Feinden hast du Erde geleckt“ (Psalm 71,9) „und Honig unter den Dornen gekostet, kehre endlich zurück zu mir,
und ich will dich aufnehmen und mit dem Strom meiner göttlichen Wonne berauschen“  (Ps. 35,9).
Dann sah sie zwischen ihnen beiden einen langen Zaun, der sie voneinander trennte und der mit dichtem Dorngestrüpp überzogen war,
so dass sie nicht zu ihm gelangen konnte. Sie stand einen Augenblick da und empfand großen Schmerz.
Da ergriff sie der Knabe, erhob sie und stellte sie neben sich.
An seinen Händen erblickte sie die Wundmale und erkannte ihn.

Fortsetzung folgt.

Die Werbung
Seit jenem Erlebnis war Gertrud wach geworden für das Innerste ihres Herzens, für jene innere Welt,
in der Christus beim Menschen Wohnung nehmen will, um mit ihm freundschaftlichen Umgang zu pflegen.
Sie war entschlossen, ihr Herz für ihn zu reinigen und sich ihm ernstlich hinzugeben.
Und er selber verhalf ihr dazu, indem er sich ihr zeigte, sooft sie die Kommunion empfing.
Sie sah ihn nur in schwachen Umrissen, wie man eine Gestalt in derMorgendämmerung sieht.
Diese Schau sollte sie dahin bringen, ihn noch mehr zu ersehnen, nach ihm zu verlangen und alles zu tun, was sie konnte,
um mit ihm vereinigt zu werden.
Christus warb um Gertrud, indem er sich immer wieder in Erinnerung rief.
Auch erleuchtete er ihr Herz, so dass sie seine zarte Liebe zu ihr erkennen konnte.
Dies lockte sie an, sich mit ihm zu beschäftigen und versetzte sie in Staunen über sein Erbarmen.
Denn zugleich mit der Einsicht in seine Liebe gewann sie auch Einsicht in ihre Unwürdigkeit und sah, dass seine Liebe ein reines Geschenk war,
das sie unverdient empfing.

Aus: Ein verschlossener Garten – Herausgegeben von der Trappistinnen-Abtei „Maria Frieden“, Dahlem/Eifel mit Imprimatur ohne Copyrightangabe
  

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Mein Herz für JESUS, MARIA
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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #1 - 22.01.2017 um 20:57:49
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Christus wohnt in ihr

In jenen Tagen besann sich Gertrud darauf, was für sie zu tun sei, um sich dem Herrn ganz angenehm zu machen.
Sie saß´eines Morgens im Klosterhof am Weiher und freute sich an seinem durchsichtigen Wasser,
an den taufrischen Bäumen und den umherschwirrenden Tauben.
Da kam ihr der Gedanke: wenn sie sich den Lockungen des Herrn ganz hingäbe und ihm so seine Gnaden dankbar zurück schenkte
und ihr ganzes Herz mit ihm allein beschäftigte: dann könnte es für ihn eine angenehme Wohnung sein.
Mit diesen Gedanken beschäftigte sie sich den ganzen Tag.
Am Abend, als sie zum Gebet niederkniete, kamen ihr die Worte in den Sinn:
„Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben,
und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen.“ In diesem Augenblick empfand ihr Herz,
dass der Herr es als seine Wohnung in Besitz genommen hatte.
Und von dieser Stunde an fand sie ihn immer in ihrem Innern, sooft sie sich nach innen wandte.
Von dieser göttlichen Herablassung ganz ergriffen, erkannte sie klar, dass sie so inniger Nähe und Vertrautheit
mit einem so erhabenen Herrn unwürdig war.
Am meisten bewegte es sie, dass er sich immer in ihrem Herzen von ihr finden ließ, auch dann, wenn sie sich zerstreut
und bei Menschen und Dingen Freude gesucht hatte.
Er entzog ihr seine fühlbare Gegenwart nicht, sondern bewahrte ihr seine Freundschaft.

  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #2 - 23.01.2017 um 12:19:21
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Von den Wunden Christi
Gertrud bat den Herrn, er möge mit seinem kostbaren Blut seine Wunden gleichsam in ihr Herz schreiben,
damit sie in ihnen seine Leiden wie seine Liebe lesen könne, um selber zu einer großen Liebe zu gelangen.
Als sie so betete, erkannte sie, dass die heiligen Wunden ihrem Herzen eingedrückt wurden
und sie nun in ihrem Innersten dieses Andenken an das Leiden des Herrn besaß.
Täglich verehrte sie jetzt die Wundmale Christi und dankte ihm für sein Erbarmen,
wodurch er sie so im Geiste mit ihnen bezeichnet hatte.

An den Wunden seiner Füße wurde sie von ihren Sünden gereinigt,
an der Wunde seines Herzens frei von jeder allzu menschlichen Freude.
Bei der Wunde der linken Hand empfing sie tiefe innere Ruhe
und vor der Wunde der Rechten die Gnade, alle Schwächen und Fehler durch die Heiligkeit des Herrn zu ergänzen.
Vor allem ließ sie der Herr sie, wie sie gebeten hatte, in den Wundmalen seine Leiden und seine Liebe lesen,
so dass sie daraus tiefe Kenntnis seines Herzens schöpfte.
Diese Gnade, die Wunden des Herrn innerlich zu tragen, blieb ihr das ganze weitere Leben hindurch erhalten.
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #3 - 24.01.2017 um 21:08:07
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Das göttliche Kind
An einem Weihnachtsfest, auf dessen Feier sie sich innig vorbereitet hatte, wandte sich Gertrud im Geist an die himmlische Mutter,
um ihr in der Stunde der Geburt des Gottmenschen zu dienen.
Da sah sie innerlich, wie ihr plötzlich ein zartes neugeborenes Kindlein gezeigt und dargereicht wurde.
Ihr war, als werde es im Geiste ihrem Herzen eingeprägt.
Sofort sah sie auch die große Würde dieses Kindes:
dass die Fülle der Gottheit in ihm wohnt und es das wunderbarste Geschenk an die Menschheit ist.
Kaum sah sie es in sich, da merkte sie auch, dass sie selbst ganz eingetaucht war in dasselbe Licht, das von dem Kinde ausging.
Sie empfand eine unaussprechliche Freude über die Worte:
Gott wird alles in allem sein.
Denn das  göttliche Kind gab ihr zu verstehen, dass sie ein Abbild des Vaters in der Gottheit ist.
Denn sie sollte Christus immer in sich aufnehmen, wie die Luft die Strahlen der Sonne aufnimmt,
um zu einer immer vertrauteren Vereinigung mit ihm zu gelangen.
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #4 - 24.01.2017 um 21:08:32
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Die Vereinigung mit Christus
In Krankheit, als sie sehr litt, erkannte Gertrud einmal nach der Kommunion, dass sie der Brust des Herrn sehr nahe war,
innerlich an sein Herz gezogen und ganz von ihm aufgenommen wurde.
Dabei verstand sie, während ihr Sinn ganz auf ihn gerichtet und sie ihm ganz hingegeben war,
dass ihr Inneres in dem sanften Feuer des Herzens Christi wie feucht und schlüpfrig zu sein schien
und dass dieses Feuer sich an ihrer Feuchtigkeit noch mehr entzündete, bis sie ganz von ihm aufgetrocknet war.
Diese Feuchtigkeit war die Befriedigung des Herzens an irdischen Dingen, die dann aufhören muss,
wenn der Mensch ganz mit Christus vereinigt wird.
Von diesem Augenblick an konnte sie sich nur noch um des Herrn willen an Geschaffenen erfreuen.
Wer mit ihm vereinigt ist, sieht überall Christus und empfängt dadurch auch einen tieferen Sinn für die Schöpfung.
Dieses Feuer des göttlichen Herzens reinigte wunderbar ihr Herz und ihren Geist, erneuerte sie ganz zur vollen Hingebung an ihn
und gestaltete sie um, so dass sie ihm ganz wohl gefallen konnte.
Gertrud erkannte, dass das jedem zuteil wird, der, von den Täuschungen durch die Geschöpfe endlich ermüdet,
sich nur noch der Wahrheit, Christus selbst, entschieden zuwendet.
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #5 - 24.01.2017 um 21:09:03
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Von den Lockungen des Herrn
Während einer Sonntagsmesse, als gesungen wurde:
„Denn dir und deinen Nachkommen will ich dieses Land geben“, sah Gertrud im Geiste den Herrn.
Er berührte seine Brust, um ihr zu zeigen, was für ein Land er ihr versprach.
Sie empfand große Freude; denn sie hatte schon ein wenig die Herrlichkeit seines göttlichen Herzens geschaut
und verstand jetzt, dass er ihr eine noch höhere Vereinigung mit seinem Herzen zugedacht hatte.
Sie sah klar, dass sie dieses erhabene Geschenk nur aus Barmherzigkeit empfing,
denn sie sah sich dem Herrn so ungleich und seiner so unwürdig,
das sie sich auch nicht die kleinste dieser Gnaden verdienen konnte.
Und während sie empfand, wie der Herr sie an sein Herz lockte und es ihr als das Heilige Land versprach,
war sie überzeugt, dass er das nur tat, damit in der Kirche jeder Mensch ein um so größeres Vertrauen bekäme,
wenn er sah, dass der Herr sich einem so tief stehenden Menschenkind zuneigte.
Gertrud versuchte später auszudrücken, was das Herz des Herrn demjenigen bietet, der sich ihm hingibt.
Aber sie fand, dass selbst die Kraft aller Engel nicht ausreichen würde, um auch nur ein einziges Wort hervorzubringen,
das der Herrlichkeit dieser Liebe entsprechen könnte.
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #6 - 25.01.2017 um 09:52:41
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Ein Geschenk
Gertrud war krank.
Da sah sie den Herrn. Aus seinem Herzen floss ein Strom von großer Klarheit, der seine Brust in Form einer Kette bedeckte,
die durchsichtig in goldener und roter Farbe schimmerte.
Dieses Bild deutete er ihr, indem er erklärte, dass er ihr für die Krankheit dies zum Geschenk mache;
sooft sie in seiner Liebe jemanden behilflich sei, werde sie sich nie weiter von ihm entfernen, als ihr in diesem Strom gezeigt werde.
Und so wie die goldene und rote Farbe durch die Klarheit leuchtete,
werde seine göttliche Wirksamkeit, die durch das Gold versinnbildet wurde,
und die Geduld seiner Menschheit, die das Rot bezeichnete, aus ihren Absichten hervorleuchten.

Eine Versuchung
Der Herr ließ Gertrud nicht im unklaren darüber, dass wir uns immer in Gefahr befinden,
auch dann, wenn er sich dazu herablässt, uns freundschaftlichen Umgang mit ihm zu schenken.
Als sie einmal vor Empfang der Kommunion ganz auf ihn allein achtete, schien er ihr im Geist einen Kelch zu reichen.
Ihr Herz wurde aber in der Nähe des Herrn so tief ergriffen, dass ihr viele Tränen aus den Augen stürzten, um gleichsam den Kelch zu erfüllen.
Da bemerkte sie zu ihrer Linken ein hässliches Wesen, das ihr etwas Bitteres in die Hand legte
und sie heftig dazu antrieb, dieses in den Kelch zu legen.
Kaum hatte sie das getan, empfand sie ein heftiges Verlangen nach Ruhm und Ehre.
Daraus erkannte sie, wie Satan uns verfolgt aus Neid gegen die Gnadengeschenke des Herrn.
Auch verstand sie, wie der Herr unsern Kampf gegen Satan zu dem seinigen macht, wenn er sieht, dass wir uns vertrauensvoll auf ihn stützen.
Und zwar tut er das derart, dass er sich selbst den Kampf vorbehält und uns den Sieg gibt.
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #7 - 26.01.2017 um 15:16:17
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Von der Geduld des Herrn
Eines Abends hatte sich Gertrud zum Zorn hinreißen lassen.
Als sie sich am andern Morgen ins Gebet begab, sah sie den Herrn ganz verändert.
Er war wie ein völlig verarmter und erschöpfter Mensch. Dies erschütterte sie sehr und ihr Gewissen machte ihr heftige Vorwürfe.
Sie dachte darüber nach, was das bedeutet, wenn Christus, die vollkommene ruhe und Milde, in uns wohnt, und wie unpassend es ist,
sich in seiner Gegenwart aufzuregen.
Sie fragte sich, ob es nicht besser sei, für die Stunde, da sie wieder schwach und nachlässig sein werde,
lieber seine Abwesenheit als seine Nähe zu wünschen.
Da erklärte ihr der Herr, da er sich nun einmal aus Liebe dazu entschlossen habe,
trotz ihres Elends für immer auf Besserung warten und auf die Ruhe der Demut.

Umgang mit dem göttlichen Kind
An einem Weihnachtsfest empfing Gertrud das göttliche Kind im innersten ihres Herzens, um es zu pflegen.
Sooft sie sich sammelte und sich nach innen wandte, sah sie es in ihrem Herzen ruhen.
Sie merkte aber, dass sie in der Liebe nur wenig zunahm, wenn sie nur versuchte, das Kindlein liebevoll zu pflegen.
Erst als sie anfing, für die Sünder, für die Verstorbenen am Reinigungsort und für andere Leidende zu beten, empfand sie sofort Wirkung.
Auch kam es ihr vor, dass sie dem Kind sehr wohltat, wenn sie im Chor beim Absingen der Noten angestrengt auf seine Anwesenheit achtete
und es anschaute.
So ähnlich wie jemand in ein Buch schaut, der etwas singt, was ihm noch nicht geläufig ist.
Dies geschah während der ganzen Weihnachtszeit bis Maria Lichtmeß.
Als an diesem Fest die Prozession gehalten wurde, verlangte die himmlische Mutter mit ernstem Gesicht ihr Kind von Gertrud zurück
so als sei sie mit der Pflege des Kindes gar nicht zufrieden.
Gertrud aber erinnerte sie inständig daran, dass sie die Mutter der Barmherzigkeit ist
und ihre Liebe unsere Sünden und Fehler bedeckt.
Sofort verschwand der Ernst auf dem Gesicht
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #8 - 27.01.2017 um 18:31:30
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Von der Mutter des Herrn
An einem anderen Jahr, als das Fest der Geburt des Herrn gefeiert wurde, hatte Gertrud dieses Erlebnis:
Während man aus dem Evangelium die Stelle las:
„Sie gebar ihren erstgeborenen Sohn.. reichte seine Mutter ihr mit den Händen das zarte Kind,
indem sie es Gertrud innig in die Arme drückte.
Sie nahm es auf, und das Kind schlang seine Ärmchen um ihren Hals.
Später sah sie, wie die himmlische Mutter das Kind in Windeln wickelte; es wurde in die weiße Leinwand der Unschuld gehüllt
und mit dem goldenen Band der Liebe umschlungen.
Bei diesem Anblick begriff sie, dass sie sich um die Reinheit des Herzens und die Liebe bemühen musste.
Dann begann sie, die Unschuld des Kindes und seiner Mutter zu bewundern, ihre tiefe Demut und starke Liebe.
Sogleich war es ihr, als habe sie Mutter und Kind durch diesen Lobpreis in schöne Gewänder gehüllt:
in das leuchtend weiße Kleid der Reinheit, in das grüne Obergewand der Demut und in den purpurnen Mantel der Liebe.
Und Gertrud erkannte, dass wir alle durch die Herrlichkeit der Mutter unaussprechlich bereichert werden.
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #9 - 28.01.2017 um 19:57:29
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Wie das kleinste Kind
Einmal empfand Gertrud große Furcht vor dem Ansehen, das sie bei manchen Menschen genoß und dachte,
dies könne den Herrn hindern, ihr weiterhin seine barmherzige Gnade zu schenken.
Darum erbat er sich von ihm klare Einsciht in diese Frage.
Der Herr, der sich keiner ihrer Bitten entzog, ließ sie wissen;
sie solle seine Liebe zu ihr auffassen wie die eines Vaters zu seinem kleinsten Kind.
Die andern Kinder werden von den Hausbewohnern und den Nachbarn gelobt, aber das Kleinste,
das die Schönheit seiner Geschwister noch nicht erreicht hat, wird vom Vater öfter auf den Schoß genommen
und durch Worte und kleine Geschenke von ihm ausgezeichnet.
Wenn sich Gertrud so in rechter Selbsterkenntnis für geringer hielte als alle andern,
werde die Herrlichkeit Gottes nie aufhören, sich in ihr Herz zu ergießen.
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #10 - 28.01.2017 um 23:48:21
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Eine Danksagung
Gertrud hatte die Gewohnheit, Christus oft Dank zu sagen für fünf erhaltene Wohltaten.
Erstens dafür,
dass er sie so gnädig an sich gezogen hatte.
Und dies, so sagte sie, sei das Werk jener Sanftmut und Liebe, die ihm von Natur aus eigen ist.
Drittens dafür,
dass er sie o innig mit sich vereinigt hatte.
Dies habe er getan, sagte sie, damit in ihr, die dafür so ungeeignet war, sein Erbarmen um so deutlicher hervorleuchtete.
Viertens dafür,
dass er an ihr seine Freude haben wollte.
Dies käme nur von seiner übergroßen Liebe, meinte sie, die sich gerade mit dem verbinden will, was ihr ganz unähnlich ist.
Fünftes dafür,
dass er sie zur seligen Vollendung führen wollte.
Und dies erhoffte sie mit ganzem Herzen als sein Geschenk, weil sie sein Erbarmen kannte.

Vom Antlitz des Herrn
An einem Fastensonntag, als man das Responsorium sang:
„Ich habe den Herrn von Angesicht zu Angesicht gesehen“, wurde ihr Inneres von göttlicher Erkenntnis erleuchtet.
Es war ihr, als sei ihrem Antlitz ein anderes Antlitz angeschmiegt.
Bei dieser lichtvollen inneren Schau sah sie die sonnenhellen Augen des Herrn ganz nah ihren Augen gegenüber.
Von diesem Eindruck wurden nicht nur Herz und Geist, sondern auch alle ihre Glieder wunderbar ergriffen.
Das Licht dieser vergöttlichenden Augen durchdrang die ihren und ihr ganzes Wesen wurde davon so erfasst,
als sei sie selbst nichts anderes als dieser göttliche Lichtstrahl;
der schien in sich selbst zu spielen und erfüllte sie mit großer Freude und Ruhe.

Gertrud verstand, dass niemand Christus so verkünden kann, wie er sich selbst zu verstehen gibt, wenn er will und wie es ihm gefällt.
Diese innere Schau seines Antlitzes, das in zarter Herablassung sich an das ihrige schmiegte, hätte genügt,
ihrem Leben ein Ende zusetzen, wenn der Herr es nicht durch besonderes Eingreifen erhalten hätte.

  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #11 - 31.01.2017 um 22:32:34
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Der mütterliche Schutz
Als Gertrud erkannte, dass ihr ein Leiden bevorstehe, erschrak sie und wurde zaghaft.
Aber der Herr, der ihr schon oft sein Mitleid erwiesen hatte, gab ihr dies zu verstehen:
sooft sie ein Leid bedrängte, solle sie sich an seine Mutter wenden, die Mutter der Barmherzigkeit.
Sie werde ihr immer eine sichere Zuflucht sein.

Von zwei Ringen
Sie hatte die Gewohnheit, Christus jede Beschwerde zu schenken, die sie erdulden musste.
Als sie ihm so auch einmal alles Leid zum Geschenk machte, um es aus Liebe zu ihm geduldig auszuhalten
und zugleich auch alle jene Freuden, die sie entbehren musste, schaute sie ihn im Geiste.
Er trug beide Geschenke; das von ihr erduldete Leid und die von ihr entbehrten Freuden als zwei Ringe an seinen Händen.
Mit dem Ring an der linken Hand, der ihr Leid bedeutete, bestrich er ein wenig ihr linkes Auge.
Von da an schmerzte sie dieses Auge zeitlebens.
Zugleich gab er ihr dies zu verstehen:
so wie der Ring das Zeichen der Vermählung ist, so ist auch das Leiden das Zeichen der göttlichen Auserwählung.
  

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Antwort #12 - 01.02.2017 um 13:19:35
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Smiley Smiley Smiley

Trost im Krankenbett
Gertrud war so krank, dass ihre Mitschwestern ihren Tod erwartet hätten,
wenn sie nicht schon öfter von ähnlicher Krankheit sich wieder erholt hätte.
Da geschah es, dass ihr der Herr selber beistand, besonders dann, wenn sie von ihrer Pflegerin vernachlässigt wurde.
Er zeigte sich ihr dann sehr liebevoll und milderte durch seine Anwesenheit ihren Schmerz.
Sobald man sie aber sorgfältiger pflegte, nahmen ihre Leiden zu, weil sich Christus dann ein wenig zurückzog.
Dadurch ließ er sie erkennen, dass das göttliche Erbarmen uns näher ist, wenn wir von menschlichen Trost verlassen sind.

Wie man den Herrn allem vorziehen soll
Einmal fiel sie in so große Traurigkeit und Ungeduld, dass sie glaubte, die innere Gegenwart des Herrn verloren zu haben.
Das dauerte einige Tage.
Aber am nächsten Samstag, asl die Antiphon „Maria, Stern des Meeres“ gesungen wurde, empfand sie den Trost der Gottesmutter.
Am Sonntag, als sie den Trost zunehmen fühlte, dachte sie an Ihren Zustand und hatte großes Missfallen an sich selber.
Sie bat den Herrn inständig, allen ihren Übeln einEnde zu setzen und sich sie zu stellen.
Daraufhin zeigte ihr der Herr im Geiste einen kleinen Garten voller Blumen und mit einem Dornenzaun umgeben.
Er fragte sie, ob ihr dieser Garten wohl lieber sei als er? Sie antwortete:
„Durchaus nicht, mein Herr und Gott.“
Dann zeigte er ihr einen schmutzigen Garten mit wenigen unschönen Blumen und fragte sie dasselbe.
Aber hiervon wandte sie sich mit Unwillen ab.
Da sagte er ihr, dass sie also ganz ruhig sein könne, da sie nichts ihm vorziehe.
Denn der Blumengarten bedeute ein ehrenvolles, bequemes Leben, und der schmutzige Garten das sinnliche Vergnügen.
Da schmiegte sich Gertrud dem Herrn so innig an, dass alle Geschöpfe nicht imstande gewesen wären,
sie auch nur einen Augenblick von ihm zu trennen.
  

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Antwort #13 - 03.02.2017 um 06:52:46
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Hingabe
Während einer Eucharistiefeier, als der Kelch vom Priester erhoben wurde, opferte Gertrud diesen Kelch dem Herrn zur Danksagung auf.
Da erkannte sie, dass sie damit nur wenig getan hatte, solange sie sich nicht selbst ihm anbot.
Von diesem Verlangen erfasst warf sie sich auf den Boden und sagte ihm, dass sie sich anbiete, alles zu ertragen,
was zu seiner größeren Ehre gereichen könne.
Da neigte sich Christus über sie, zog sie an sich und sprach:
„Dies ist mein!“ Von seinem Wort ergriffen, erhob sie sich und erwiderte:
„Ja, mein Herr, ich bin das Werk deiner Hände.“

Das Vertrauen
Als Gertrud einmal Mühe hatte, sich zur Vorbereitung auf die Kommunion zu sammeln, bat sie den Herrn um Hilfe.
Da gab er ihr freundlich zu verstehen, wie angenehm es ihm ist, wenn jemand in Versuchung sich vertrauensvoll an ihn wendet
und bei ihm Schutz sucht.
Wenn ein Mensch zuversichtlich glaubt, dass er ihm helfen kann und will,
dann tut das der Liebe des Herr eine so große Gewalt an, dass er sich ihr nicht entziehen kann.
Gertrud entgegnete:
Wenn das Vertrauen ein so hoher Wert sei, was sollten dann jene tun, die es nicht haben?
Denn man könne es doch nur als sein Geschenk beseitzen.
Darauf der Herr:
Jeder könne doch seinen Kleinmut einigermaßen besiegen und ihm wenigstens mit den Lippen versichern, dass er auf ihn vertraue.
  

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Antwort #14 - 04.02.2017 um 14:51:44
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Liebe zum Herrn
Einmal, als Gertrud ganz verzagt wurde beim Anblick ihrer Unwürdigkeit, erkannte sie,
wie sie plötzlich durch das Erbarmen Christi erhoben wurde, um wie eine Freundin bei ihm zu sein.
Dabei nahm ihr Verlangen, ganz eins mit ihm zu werden, heftig zu, und ihr war, als käme sie ihm durch dieses Verlangen immer näher.
Da fragte er sie gütig nach ihren Wünschen.
Sie konnte in der großen Liebe, von der sie ergriffen war, nur antworten:
„Ich bitte, o Herr, dass dein Wille an mir geschehe.“
Daraufhin nannte er alle jene beim Namen, die sich ihrem Gebet empfohlen hatten
und fragte sie, was sie für jene wünsche. Sie entgegnete:
„Nichts anderes, Herr, als das dein Wille in allen geschehe.“
Noch einmal fragte er sie, was er ihr tun solle und sie gab zur Antwort:
„Vor allem ersehne ich, dass in mir und in allen Geschöpfen dein Wille erfüllt werde und dass ich immer bereit sei,
jede Art von Leiden dafür zu ertragen.“
Von dieser Hingebung gerührt, gab ihr der Herr dies zum Geschenk:
dass sie ihm so wohlgefällig erschien, als hätte sie seinen Willen niemals übertreten.,

Ein Baum
Der Herr belehrte Gertrud durch ein Bild.
Während einer Eucharistiefeier nach der Wandlung sah sie ihn mit beiden Händen einen Baum halten; dieser war über der Erde abgeschnitten.
Er war voll leuchtender Früchte und seine Blätter glänzten.
Der Herr schüttelte den Baum für die Gemeinschaft der Heiligen im Himmel; für alle war das ein wunderbarer Genuß.
Der Baum bedeutete die Liebe.
Darum war er nicht nur voll von den Früchten der Werke, sondern auch von den Blüten der guten Entschlüsse
und den Blättern wohlwollender Gefühle.
Der Herr schien nun den Baum in ihr Herz zu pflanzen, das in dieser Schau einem Garten glich.
Sie sollte sich nun bemühen, die Früchte zu ehren und sich in seinem Schatten ausruhen.
Sofort betete sie für einen Menschen, der sie sehr betrübt hatte.
Sie war bereit, den Schmerz, den sie noch immer empfand, noch einmal zu ertragen,
damit die Betreffende um so mehr Gnaden erhalte.
Da sah sie an dem Baum der Liebe sogleich eine sehr schöne Blüte, die zur Frucht ausreifen sollte,
wenn sie den Entschluß zur Ausführung brächte.

Zugleich erkannte sie klar, wie die Engel und Heiligen sich freuen, wenn ein Mensch mit dem andern Mitleid hat und seine Not zu lindern versucht.
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #15 - 06.02.2017 um 08:16:25
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Ein Kummer

Als einst über das Bistum Halberstadt das Interdikt verhängt worden war und so auch im Kloster Helfta keine Eucharistiefeier stattfinden konnte,
fragte Gertrud den Herrn, wie er die Kommunion in dieser Not trösten werde.
Er versicherte ihr, dass er seine Freuden in ihnen mehren werde.
Der Kummer der Schwestern werde seine Freude sein; denn dadurch werde die Liebe in ihnen zunehmen wie ein geschlossenes Feuer.
Seine Freude und ihre Liebe würden ineinander einmünden.
Gertrud bat ihn, ihr zu sagen, wie lange diese Prüfung dauern werde.
Als sie darauf keine Antwort erhielt, dachte sie an ihre Unwürdigkeit, von ihm, dem höchsten Herrn, ins Vertrauen gezogen zu werden.
Er aber ließ sie gleich wissen, dass er nicht aus dem Grunde schwieg, sondern weil es so für sie besser sei.
Von Zeit zu Zeit wolle er sie an seinen Geheimnissen teilnehmen lassen, dann wieder sie davon ausschließen.
So werde sie immer klar sehen, was sie durch ihn sei und was sie aus sich selber sei.

Der Herr teilt Geschenke aus
Am Weihetag der Johanneskapelle, die an die Klosterkirche angebaut war, sagte der Herr zu Gertrud,
er wolle herabsteigen und allen Mitgliedern der Klosterfamilie Geschenke austeilen.
Sogleich sah sie ihn in bischöflichen Gewändern in der Kapelle sitzen.
Er blieb dort bis zur Präfation des Hochamts, dem Priester zugewandt.
In seinen Händen hielt er einen Kelch, ähnlich dem Speisekelch.
Zu seinem Dienst war eine sehr große Schar majestätischer Engel anwesend, die den ganzen Teil der Kapelle erfüllten, wo der Herr saß.
Sie hielten sich alle zu seiner Rechten und zeigten große Freude, an diesem Ort zu weilen.
Auf der linken Seite sah Gertrud nur einen Chor von Engeln, daran anschließend den Chor der Apostel,
den Chor der Martyrer, der Bekenner umd Jungfrauen.
Seine wunderbare Anwesenheit war für jede der Schwestern ein besonderes Geschenk,
je nach dem Grad ihrer inneren Verbundenheit mit ihm.
Obwohl nur Gertrud allein ihn schauen durfte, empfingen alle andern einzeln die große Gnade seiner innigeren Nähe.
Als dann der Augenblick der Kommunion gekommen war, schien der Herr von Liebe überzuströmen und sagte:
„Ich bin ganz euer eigen. Jede von euch darf mich nach ihrem Verlangen genießen.“
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #16 - 06.02.2017 um 14:46:18
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Von der Einheit der Gläubigen
Als Gertrud den Herrn so in der Johanneskapelle schaute, dachte sie an einige Schwestern,
die mit Arbeit beschäftigt waren und diese Freude nicht haben konnten.
Darum fragte sie besorgt den Herrn, womit er denn jene beschenke?
Da belehrte er sie und erklärte ihr, dass, wenn der Mensch Speise zu sich nimmt, der ganze Körper gestärkt wird.
Ebenso wird die ganze Kirche und noch mehr die Kommunität eines Klosters beschenkt,
wenn davon einigen Auserwählten, sei es auch nur einer einzigen, besondere Gnaden zuteil werden.
Ausgenommen diejenigen, die sich selbst durch bösen Willen davon ausschließen.

Kein Hindernis
Bevor sie einmal die Kommunion empfing und sah, dass manche aus verschiedenen Gründen daran gehindert wurden,
dankte sie dem Herrn, dass er sie so geführt hatte, dass weder Verwandte noch andere äussere Umstände sie hindern konnten, zu kommunizieren.
Darauf erwiderte ihr der Herr, liebreich wie immer:
„So, wie es nichts gibt, das dich von mir abhält, so gibt es auch nichts, weder im Himmel noch auf Erden,
das mich hindern könnte, dir wohl zu tun, wie es meine Herzensfreude ist.“
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #17 - 07.02.2017 um 23:19:24
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Smiley

Vorbereitung auf die Kommunion
Als sie einmal kommunizieren wollte und ihr nur wenig Zeit zur Vorbereitung blieb, fragte sie sich, was sie nun tun solle.
Sie sagte sich, dass ihr auch tausend Jahre zu kurz wären, um sich aus eigener Kraft völlig vorzubereiten.
Sie wollte daher dem Herrn mit Vertrauen entgegengehen.
Er sei ja reich genug, um ihr in seiner Liebe alles zu geben, was ihr an Vorbereitung fehle.
In diesem Gedanken schritt sie auf den Priester zu, der die Kommunion austeilte.
Da zeigte sich ihr der Herr schon nach wenigen Schritten, blickte sie mitleidig und liebevoll an
und gab ihr seine eigene Unschuld als ein weißes Gewand.
Dann als violettes Obergewand seine Demut, mit der er sich zur Vereinigung mit so Unwürdigen herablässt.
Dann frisches Grün, womit sie sich schmücken sollte, als seine Hoffnung, in der er die Vereinigung mit dem Menschen erwartet.
Seine Liebe gab er ihr als einen goldenen Mantel;
seine Herzensfreude, die er an der Vereinigung mit dem Menschen hat, setzte er ihr als Krone aufs Haupt.
Und das Vertrauen, mit dem er sich auf die Schwache Menschheit stützt – weil es ihn freut, bei den Menschenkindern zu sein -, z
og er ihr als Schuhe an die Füße.
So bekleidet, war sie würdig vorbereitet, ihn zu empfangen.

Von der Barmherzigkeit
Einmal ließ der Herr sie folgendes wissen:
Obwohl er alles, was man zu seiner Ehre tut, gnädig anblickt – wie mündliche Gebete, Fasten, und Nachtwachen -,
so ist er doch mit größter Innigkeit den Seinen gegenwärtig, wenn sie, von ihrer Schwachheit dazu gedrängt, sich in sein Erbarmen flüchten.

  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #18 - 08.02.2017 um 07:56:48
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Von der Freude der Mutter

Weil Gertrud die Gewohnheit hatte, alles, was ihr begegnete und was ihrem Herzen naheging, auf Christus zu beziehen,
dachte sie auch an den Festen der Gottesmutter und der Heiligen mehr an ihn als an jene.
Da nun einmal am Fest der Verkündigung bei der Predigt die seligste Jungfrau gepriesen,
aber die Menschwerdung Gottes mit keinem Wort erwähnt wurde, mißviel ihr das sehr.
Und als sie an diesem Tag zur Seligsten Jungfrau betete, merkte sie, dass sie dabei mehr auf den Herrn achtete.
Da begann sie zu fürchten, sie könnte der Gottesmutter missfallen.
Aber der Herr tröstete freundlich, indem er ihr versicherte:
wenn sie bei der Verehrung der Seligsten Jungfrau mehr auf ihn achte als auf sie, gefalle dies seiner Mutter am besten...

Eine größere Freude für den Herrn
Als Gertrud wegen Krankheit verhindert war, die Ordensregel in ihrer ganzen Strenge zu befolgen,
war sie betrübt und befragte den Herr im Gebet:
Ob es ihn nicht mehr ehren würde, wenn sie jetzt am Chorgegbet teilnehme,
anstatt wegen ihrer Schwäche soviel Zeit nachlässig zu verbringen?
Aber der Herr entgegnete ihr, dass ein Bräutigam mehr Freude an seiner Braut hat, wenn er mit ihr imHause zusammensein kann,
als wenn sie sich geschmückt in der Öffentlichkeit zeigt.
Daraus verstand sie, dass der Mensch dann gleichsam an die Öffentlichkeit tritt,
wenn er mit allen Kräften zur Ehre des Herrn tätig sein kann.
Dass er aber dann beim Herrn im Hause ist, wenn sein Wirken entweder durch Krankheit oder Misserfolg eingeschränkt wird.
Denn dann ist er dem göttlichen Willen allein überlassen.
Und der Herr scheint sich um mehr an einem Menschen zu erfreuen, je weniger dieser in sich selber Erfreuliches findet.
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #19 - 09.02.2017 um 17:22:57
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Ein Segen der heiligsten Dreifaltigkeit

Als Gertrud eines Tages mit aller Andacht an der Eucharistiefeier teilnahm, schenkte ihr Christus als Ergänzung für ihre Armseligkeit sein ganzes heiliges Erdenleben.
Dadurch war es, als sei sie mit leuchtenden Gewändern geschmückt und zum Vollalter Christi herangewachsen.
Da neigte sich Gott Vater liebevoll zu ihr und gab einen dreifachen Segen.
Dieser bewirkte die Nachlassung aller ihrer Sünden, wodurch sie jemals gegen die göttliche Allmacht gefehlt hatte.
Zum Dank dafür gab sie ihm das heilige Erdenleben seines Sohnes hin.
Darauf empfing sie von Christus selbst einen dreifachen Segen, durch den ihr alle Sünden gegen die göttliche Weisheit nachgelassen wurden.
Schließlich erteilte ihr auch der Heilige Geist einen dreifachen Segen und vergab ihr dadurch alle Sünden gegen die göttliche Güte.
Dies geschah, während man im Chor das neunmalige Kyrie eleison sang...

Vom Herzen des Herrn

Einmal bemühte sich Gertrud beim  Chorgebet mit aller Kraft, die einzelnen Worte und Noten andächtig zu singen.
Als es ihr nicht gelang, trauerte sie im stillen darüber, dass sie den Herrn nicht besser preisen konnte.
Er aber, der ihre Trauer nicht ertragen konnte, zeigte ihr sein göttliches Herz in Gestalt einer brennenden Lampe.
Dazu sagte er:
er zeige nun ihrem Geist sein Herz, das Instrument de rHeiligsten Dreifaltigkeit.
Dem dürfe sie alles, was sie aus sich nur unvollkommen tun könne, zur Ergänzung anempfehlen.
Denn so wie ein treuer Knecht für seinen Herrn verfügbar sei, so könne sie von jetzt an über sein Herz verfügen,
dass es alles, was sie nachlässig tat, ergänze.
Darüber erschrak und staunte sie sehr.
Sie hielt es für ganz unpassend, dass der Herr sich so tief herabließ, um ihr zu dienen.
Er aber kam ihrer Verzagtheit entgegen und versicherte ihr, dass er, der die menschliche Schwachheit kennt,
unbeschreiblich danach verlangt, dass man ihm mit einem Wort oder einem Blick all das zur Ergänzung überlasse,
was man selbst weniger gut zustande bringe.
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #20 - 10.02.2017 um 22:41:15
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Vereinigung mit dem göttlichen Herzen

Je vertrauter der Herr mit Gertrud umging, desto klarer sah sie ihre Unwürdigkeit.
Sie erlebte es an sich selbst, dass sich der Herr mit besonderer Liebe der Armen und Schwachen annimmt.
Als sie sich so einmal in sich selbst versenkte und deutlich erkannte, dass sie eigentlich keiner Gnade wert sei, sah sie,
dass der Herr ihr sein eigenes Herz schenkte.
Sie sollte aus ihm alles empfangen, was sie aus sich selbst nicht hatte.
Anstelle ihres Elends empfing sie so die Herrlichkeit seiner Liebe,
und das machte sie in seinen Augen schöne und anziehend.
Alles, was sie sich wünschte, um ihm angenehm zu werden, strömte ihr sofort aus seinem Herzen zu.
Als sie sich eine Weile daran erfreut hatte, ganz mit der Herrlichkeit des Herrn – nicht mit eigener Schönheit –
geschmückt zu sein, hörte sie ihn im Geiste ein Lied singen:
„Komm, du Meine, in mich!
Geh ein, die du mein bist, in mich! Bleibe, du Meine, bei mir!“
Zugleich gab er ihr den Sinn des Liedes zu verstehen:
„Weil ich dich liebe, darum rufe ich dich.
Weil ich meine Freude an dir habe, will ich, dass du in mich eingehst.
Und weil ich dich erwählt habe, verlange ich, dass du bei mir bleibst in unzertrennlicher Vereinigung.“
Gleichzeitig empfand sie, wie sie wunderbar in das Herz des Herrn hineingenommen wurde.
Was sie aber hier erfuhr, konnte sie niemandem mitteilen...

Christus allein
Eines Tages, als Gertrud an ihre Unbeständigkeit dachte, schaute sie auf den Herrn und sagte zu ihm:
„Es ist gut, sich an Dir allein festzuhalten.“
Und der Herr neigte sich freundlich zu ihr und erwiderte:
"Und mir ist es immer angenehm, bei dir zu bleiben.“
Als er dies gesagt hatte, sah sie, wie alle Heiligen sich erhoben
und dem Herrn ihre Würden und Auszeichnungen schenkten aus Ehrfurcht gegen ihn,
damit er Gertrud davon mitteile und sie eine würdige Wohnung für ihn sei.
Daran erkannte sie, wie gern sich der Herr dem Menschen zuneigt
und wie bereitwillig ihm dabei alle Heiligen ihre Dienste anbieten,
um die Unwürdigkeit des Menschen durch ihre besonderen Würden zu ergänzen.
Hierauf schaute sie wieder mit großer Sehnsucht auf den Herrn und sagte:
„Ich kleines Menschenwesen grüße Dich, liebreichster Herr.“
Und sofort empfing sie die gütige Antwort: „Und ich grüße dich wieder, meine Geliebte.“

  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #21 - 11.02.2017 um 14:47:00
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Der göttliche Wille
Einmal erklärte ihr der Herr, dass der gute Wille des Menschen imstande sei, sich jede geistige Gabe anzueignen.
Wenn zum Beispiel jemand danach verlange, ihm soviel Liebe zu schenken, wie ihn noch niemand geliebt habe,
dann nähme er diesen guten Willen für die Tat an.
Dann sah Gertrud, wie die ganze Kommunität den Herrn umstand und jede Schwester gemäß ihres guten Willens
die göttliche Gnade in sich aufnahm.
Manche empfingen sie unmittelbar aus seinem Herzen, andere aus seinen Händen.
Je entfernter sie von seinem göttlichen Herzen waren, desto schwieriger war es, das Ersehnte zu bekommen.
Diejenigen, die seinen Herzen nahestanden und daraus schöpften, taten es mühelos und empfingen reichlich.
Das waren jene, die sich dem göttlichen Willen ganz angepasst und unterworfen hatten.
Sie wünschten nichts, als dass der göttliche Wille in allem erfüllt werde.
Die anderen, die aus den Händen des Herrn die erbetenen Gnaden entgegennahmen, waren jene,
die noch eigene Wünsche hatten.
Je weniger sie sich der Vorsehung des Herrn überließen, desto schwerer war es, die erbetenen Gnaden zu erlangen.

Das Geschenk des Herzens
Gertrud bot dem Herrn ihr Herz an, dass er es durch seine Liebe reinigen und mit sich vereinigen möchte.
Da sah sie, wie er es in sein Herz aufnahm, das heißt, ihr innerstes Wesen mit dem seinigen verband
und sich so mit ihr dem Vater hingab.
Nun bat sie den Herrn, dafür dzu sorgen, dass ihr Herz immer bei ihm sei und er es frei benützen könne
als ein Instrument der Liebe, wann und für wen er wolle.
Dies gefiel dem Herrn sehr.
Er wandte sich an den Vater und bat ihn, dass Gertrud aus ihrem Innern immer seine Liebe und Wahrheit ausspenden dürfe,
wie er selber in seinem irdischen Leben beides ausgestrahlt hat und dies zur Verherrlichung des Vaters.
Sooft Gertrud von jetzt an ihr Herz dem Herrn aufs neue schenkte, empfand sie, wie sie von Lob und Dank erfüllt wurde.
Und dies schien die Freude der Heiligen im Himmel zu erhöhen und war auch eine wirksame Hilfe für die Mitmenschen.
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #22 - 12.02.2017 um 15:29:55
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Wie der Herr sich versöhnen lässt

Einmal erkannte sie, als das Wort des Propheten Isaias gesungen wurde:
„Erhebe dich, erhebe dich, steh auf, Jerusalem“ (Is. 51,17)
was für eine Kraft das Gebet derjemigen für die Kirche bedeutet, die mit Christus innig verbunden sind.
Wenn nämlich ein Mensch das Verlangen hat, dem Herrn alles zu ersetzen an Glaube, Anbetung und Liebe,
was ihm von den Menschen vorenthalten wird, nimmt er das sehr gnädig an.
Und wenn er im Gebet dem Herrn voll Liebe freundlich zuredet, versöhnt er ihn so sehr, dass er manchmal die ganze Welt verschont.

Wenn man an Gott denkt
Gertrud wollte wissen, wie Gott es aufnimmt, wenn man die Gedanken auf ihn richtet.
Darüber wurde sie in einem Gleichnis belehrt:
Sooft der Mensch an ihn denkt, stellt er vor der Herrlichkeit Gottes gleichsam einen Spiegel auf,
worin Gott seine eigene Herrlichkeit erblickt.
Und je mehr der Mensch sich damit abmüht, seine Gedanken auf ihn zu richten, desto klarer
und herrlicher wird dieses Spiegelbild der Heiligsten Dreifaltigkeit.
Und dies wird ewig bleiben, zur Ehre Gottes und zum ständigen Jubel dieses Menschen.

  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #23 - 13.02.2017 um 23:19:28
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Das Wohlgefallen Gottes

Während der Betrachtung erkannte sie einmal ihre Schwächen und Fehler so deutlich,
dass sie sich mit Bangen fragte, ob sie dem Herrn wohl jemals gefallen könne.
Denn sie sah an sich selbst soviel Ungutes und war überzeugt, dass der Herr noch viel mehr sähe.
Er aber gab zur Antwort:
„Die Liebe bewirkt Wohlgefallen.“
Im Licht dieses Wortes verstand sie, dass keiner ihrer Fehler ihn davon abhalten konnte, an ihr Wohlgefallen zu haben, weil er sie liebte.
Schon unter Menschen geschieht es, dass Mißgestaltete bei denen, die sie lieben, Wohlgefallen hervorrufen.
Um wie viel mehr muss man von Gott erwarten, der die Liebe selber ist, dass wir ihm gefallen können.
Die Kraft seiner Liebe macht ihm den Menschen angenehm.
Besonders diejenigen, die auf seine Liebe ihr ganzes Vertrauen setzen.

Vom Verlangen nach Gott

Einmal klagte Gertrud bei sich darüber, dass sie kein so großes Verlangen nach Gott in sich trage,
wie seine Ehre es verlange.
Auch hierüber schenkte ihr der Herr eine klare Erleuchtung:
Wenn jemand auch nur wünscht, ein großes Verlangen zu haben, so genügt das Gott vollauf; vorausgesetzt,
dass der Mensch wirklich kein größeres Verlangen haben kann.
Dann bewirkt der Wunsch in den Augen des Herrn dasselbe, als wenn er es tatsächlich besäße.
Und gerade der Wunsch, ein großes Verlangen zu haben,
macht, dass Gott mit besonderer Freude im Herzen eines solchen Menschen wohnt...
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #24 - 14.02.2017 um 22:58:05
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Das menschliche Herz

Gertrud sann darüber nach, auch welchem Grund wohl manche Menschen im Dienst Gottes
so reichen Trost und innere Freude empfangen, während andere unter Trockenheit leiden.
Da belehrte sie der Herr etwa mit diesen Worten:
Das menschliche Herz ist dazu geschaffen, göttliche Freuden in sich zu tragen, wie ein mit Wasser gefühltes Gefäß.
Wenn das Wasser aber durch kleine Risse und Spalten tropft, wird das Gefäß nach und nach leer und trocknet aus.
So geschieht es oft, dass das menschliche Herz, das die göttliche Freude umfasst so viel nach außen abfließen lässt,
weil es dem Geschaffenen zu große Aufmerksamkeit schenkt, dass die Freude an Gott ganz austrocknet.
Diese Erfahrung kann jeder machen.
Sobald man dem Verlangen sofort nachgibt, etwas zu sehen oder zu sagen, was bedeutungslos ist,
hält man die Freude an Gott für nichts, und sie entrinnt wie Wasser; achtet man aber auf den Herrn
und beherrscht jenes Verlangen, so steigert sich sofort die Freude an Gott und man gewöhnt sich daran, immer mehr auf ihn allein zu achten...

Die Ruhestätte
Gertrud fühlte sich eines Tages wegen einer geringen Sache sehr belastet.
Während der Feier der Eucharistie schenkte sie dem Herrn diese Trostlosigkeit zu seiner Verherrlichung,
so wie sie gewohnt war, ihm alles zu schenken.
Darauf schien der Herr sie im Geist an seine Brust zu lehnen und sie freundlich anzureden, indem er ihr sagte,
dies sei die Ruhestätte, an der sie immer aufatmen dürfe in jeder Not.
Sobald sie sich aber von seinem Herzen abwende, müsse sie irgendeine Bitterkeit als heilsames Gegengift erfahren.

  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #25 - 15.02.2017 um 23:45:27
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Von der Nähe des Herrn

Ein andermal belehrte sie der Herr darüber, was für eine große Freude es ihm bedeutet,
dem Menschen verbunden zu sein und mit ihm Umgang zu haben.
Aber der Mensch muß dazu auf Christus eingestellt sein.
Und weil es oft gschieht, dass der Herr beim Menschen diese Einstellung nicht findet,
lässt er Not und Leid über ihn kommen, körperlich und geistig.
Dadurch schafft er sich die Gelegenheit, beim Menschen zu sein, entsprechend den Schriftworten:
„Nahe ist der Herr denen, die betrübten Herzens sind“
(Ps 33,19), und: „Ich bin bei ihm in der Bedrängnis“
(Ps 90,15).

Wie Christus für uns vor dem Vater steht

Der Herr belehrte sie darüber, wie wichtig es für den Menschen ist, sich immer wieder daran zu erinnern,
dass er für ihn beim Vater einsteht.
Weil der Herr selber Mensch ist und zugleich das vielgeliebte Du des Vaters,
sühnt er immerfort die Fehler des menschlichen Herzens.
Denn der Vater schaut auf das Herz seines Sohnes und auf die Wunden seiner Hände und Füße.
Und dies versöhnt ihn so vollkommen mit dem ganzen Menschengeschlecht, dass jeder durch Reue leicht Verzeihung erlangen kann.
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #26 - 16.02.2017 um 14:50:32
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Von der Nähe des Herrn

Ein andermal belehrte sie der Herr darüber, was für eine große Freude es ihm bedeutet,
dem Menschen verbunden zu sein und mit ihm Umgang zu haben.
Aber der Mensch muß dazu auf Christus eingestellt sein.
Und weil es oft gschieht, dass der Herr beim Menschen diese Einstellung nicht findet,
lässt er Not und Leid über ihn kommen, körperlich und geistig.
Dadurch schafft er sich die Gelegenheit, beim Menschen zu sein, entsprechend den Schriftworten:
„Nahe ist der Herr denen, die betrübten Herzens sind“
(Ps 33,19), und: „Ich bin bei ihm in der Bedrängnis“
(Ps 90,15).

Wie Christus für uns vor dem Vater steht

Der Herr belehrte sie darüber, wie wichtig es für den Menschen ist, sich immer wieder daran zu erinnern,
dass er für ihn beim Vater einsteht.
Weil der Herr selber Mensch ist und zugleich das vielgeliebte Du des Vaters,
sühnt er immerfort die Fehler des menschlichen Herzens.
Denn der Vater schaut auf das Herz seines Sohnes und auf die Wunden seiner Hände und Füße.
Und dies versöhnt ihn so vollkommen mit dem ganzen Menschengeschlecht, dass jeder durch Reue leicht Verzeihung erlangen kann.
  

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Antwort #27 - 17.02.2017 um 22:54:24
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Wie Christus unsere Unterlassung ergänzt

An einem Freitagabend empfand Gertrud Kummer darüber, dass sie den ganzen Tag nicht an das Leiden des Herrn gedacht hatte.
Als sie ihm dies sagte, gab er ihr vom Kreuz herab die Antwort, dass er selber in sein Herz gesammelt habe,
woran sie heute hatte denken sollen und dadurch sei sein Herz übervoll geworden.
Er hatte nur darauf gewartet, dass sie wenigstens am Abend an seine Passion denken würde;
denn zugleich mit diesem Gedanken wolle er jetzt dem Vater schenken, was er den ganzen Tag für sie ersetzt hatte;
ohne diesen Gedanken an ihn, mit dem sie jetzt zum Kruzifix herangetreten war, hätte ihr nämlich diese Ergänzung nicht soviel geholfen...

Der Blick auf den Gekreuzigten

Einmal, als Gertrud ein Kruzifix betrachtete, gab ihr der Herr zu verstehen, wie wertvoll es ist,
von Zeit zu Zeit den Blick auf den Gekreuzigten zu richten.
Denn wenn ihn jemand so mit inniger Aufmerksamkeit anblickt, wird er dessen Blick mit großer Liebe erwidern.
Das Leuchten dieser Liebe des Herrn wird sich in seinen Herzen spiegeln, und alle Heiligen des Himmels
werden sich über ihn freuen, der Auge in Auge mit dem Herr steht.
Und weil jedes, auch das kleinste Liebeszeichen, das man Christus schenkt, von ihm ewig vergolten wird,
so wird auch dieser Blick auf den Gekreuzigten die Seligkeit des Menschen vermehren.
Und das im selben Maß, als er es auf Erden oft und ehrfurchtsvoll getan hat.

  

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Antwort #28 - 18.02.2017 um 09:37:36
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Vom freundschaftlichen Umgang mit dem Herrn

Gertrud empfand im Umgang mit den Menschen oft Überdruß, so wie jeder, der den Herrn herzlich liebt,
überall Heimweh nach ihm hat.
Sie entfernte sich dann, wenn es möglich war, ging an ihren Platz im Chor und sagte zum Herrn,
dass sie jetzt nur bei ihm sein wolle.
Sie küsste im Geist seine Wundmale und sagte ihm, dass sie ihn grüße und küsse mit der Sehnsucht der gesamten Schöpfung.
Da verschwand ihr Überdruß bei seinen Wunden und sie empfand große Freude in ihm.
Der Herr versicherte ihr, dass er sich schon jetzt darauf freue, ihr jeden Gruß und jeden Kuss im Himmel mit tausendfacher Liebe zu vergelten.

Zwei Schläge des göttlichen Herzens

Der Herr nahm Gertrud im Geiste an sein Herz und ließ sie zwei wunderbare, sanfte Schläge hören.
Dann erklärte er ihr, dass er durch diese Schläge die Welt heile und heilige.
Der erste gelte den Sündern,
der zweite den Gerechten.
Durch den ersten spreche er immer zum Vater, um ihn für die Sünder gnädig und barmherzig zu stimmen.
Auch wende er sich damit an alle Heiligen, um die Sünder vor ihnen zu entschuldigen und sie zur Fürbitte für sie anzuregen.
Schließlich spreche er mit diesem ersten Schlag des Herzens den Sünder selbst an, indem er ihn innerlich anlocke,
umzukehren und zu ihm zu kommen.
Durch den zweiten Schlag des Herzens, sagte der Herr, rede er Gott den Vater an,
dass er sich mit ihm freue über die Gerechten.
Denn sie sind die Frucht seines heiligen Blutes.
Dann spreche er alle heiligen Engel an, dass sie den Lebenswandel der Gerechten loben,
bei denen er Wohnung nehmen konnte und damit ihm alle Engel danken für die Gnaden, die er seinen Erlösten erwiesen hat.
Auch spreche er diese selbst an, um sie anzulocken, sich immer mehr mit ihm zu vereinigen.
Und nichts, so schloß der Herr seine Belehrung, könne jemals die beiden Schläge seines Herzens hindern.

  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #29 - 19.02.2017 um 00:02:58
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Vom freundschaftlichen Umgang mit dem Herrn

Gertrud empfand im Umgang mit den Menschen oft Überdruß, so wie jeder, der den Herrn herzlich liebt,
überall Heimweh nach ihm hat.
Sie entfernte sich dann, wenn es möglich war, ging an ihren Platz im Chor und sagte zum Herrn,
dass sie jetzt nur bei ihm sein wolle.
Sie küsste im Geist seine Wundmale und sagte ihm, dass sie ihn grüße und küsse mit der Sehnsucht der gesamten Schöpfung.
Da verschwand ihr Überdruß bei seinen Wunden und sie empfand große Freude in ihm.
Der Herr versicherte ihr, dass er sich schon jetzt darauf freue, ihr jeden Gruß und jeden Kuss im Himmel mit tausendfacher Liebe zu vergelten.

Zwei Schläge des göttlichen Herzens

Der Herr nahm Gertrud im Geiste an sein Herz und ließ sie zwei wunderbare, sanfte Schläge hören.
Dann erklärte er ihr, dass er durch diese Schläge die Welt heile und heilige.
Der erste gelte den Sündern,
der zweite den Gerechten.
Durch den ersten spreche er immer zum Vater, um ihn für die Sünder gnädig und barmherzig zu stimmen.
Auch wende er sich damit an alle Heiligen, um die Sünder vor ihnen zu entschuldigen und sie zur Fürbitte für sie anzuregen.
Schließlich spreche er mit diesem ersten Schlag des Herzens den Sünder selbst an, indem er ihn innerlich anlocke,
umzukehren und zu ihm zu kommen.
Durch den zweiten Schlag des Herzens, sagte der Herr, rede er Gott den Vater an,
dass er sich mit ihm freue über die Gerechten.
Denn sie sind die Frucht seines heiligen Blutes.
Dann spreche er alle heiligen Engel an, dass sie den Lebenswandel der Gerechten loben,
bei denen er Wohnung nehmen konnte und damit ihm alle Engel danken für die Gnaden, die er seinen Erlösten erwiesen hat.
Auch spreche er diese selbst an, um sie anzulocken, sich immer mehr mit ihm zu vereinigen.
Und nichts, so schloß der Herr seine Belehrung, könne jemals die beiden Schläge seines Herzens hindern.
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #30 - 20.02.2017 um 08:21:18
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Von einer Wahl


In schwerer Krankheit lag Gertrud eines nachts fiebrig und fragte sich ängstlich,
ob ihr Zustand nun schlimmer oder besser werden müsse.
Da schaute sie den Herrn in erhabener Schönheit.
In seiner Rechten trug er Gesundheit, in der Linken Krankheit.
So streckte er ihr beide Hände entgegen, damit sie auswähle, was ihr am liebsten sei.
Aber sie schaute nicht auf seine Hände, sondern lehnte ihr Haupt an seine Brust, um seinen Willen zu erforschen.
Der Herr nahm sie freundlich auf. 
Aber sie verbarg ihr Gesicht an seinem Herzen, damit er nicht auf sie schaue,
sondern ohne Rücksicht auf sie nur seinen eigenen Willen tat.
Sie war nämlich mit einem so starken Vertrauen hingegeben, dass sie sich freute, nicht zu wissen,
was er mit ihr tun werde, um ganz sicher zu sein, dass er frei nach seinem göttlichen Willen handelte.
Da ließ der Herr einen geistigen Strom aus einem Herzen in das ihrige fließen und sagte, dass er,
weil sie so gänzlich ihrem eigenen Willen entsagt habe, alle Freuden seines göttlichen Herzens in das ihrige ergießen werde.

Von der Treue des Herrn

Einmal wurde Gertrud von einem Menschen enttäuscht, für den sie sich eingesetzt hatte,
um ihm im geistlichen Leben behilflich zu sein.
Sie wurde sehr betrübt, als sie sah, dass die Betreffende alles verachtete, was sie für sie tat
und es ihr überdies verkehrt auslegte. Wie immer, so nahm Gertrud auch jetzt ihre Zuflucht zum Herrn.
Er tröstete sie, indem er ihr zu verstehen gab, dass er dies zugelassen habe, um sie näher an sich zu ziehen.
Denn er wünschte, dass sie immer an seiner Seite blieb, und lasse sie daher nie in voller Übereinstimmung mit ihren Freunden sein,
damit sie sich um so inniger ihm allein anschließe. So sollte sie mehr und mehr die volle Freude in ihm allein finden.
Als er dies gesagt hatte, nahm ert sie im Geist wie ein Kindlein auf seinen Schoß und liebkoste sie.
Er näherte seinen göttlichen Mund ihrem Ohr und sagte freundlich:
„Wie eine gute Mutter ihrem Kindlein alles Unangenehme durch Küsse lindert,
so will auch ich deine Beschwerden durch liebevolle Worte mildern.“
Nachdem sie so eine Weile seinen Trost in sich aufgenommen hatte, gab ihr der Herr Einblick in sein Herz, um ihr zu zeigen,
wie er jeden ihrer Liebesbeweise treu bewahrt und zu ihrem eigenen Fortschritt fruchtbar gemacht hatte.
Schließlich sagte er ihr, dass er ihr alle Widerwärtigkeiten darum durch seinen Trost lindere,
damit sie nicht unter der Last zerbreche und doch die Geduld bewahren konnte.
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #31 - 21.02.2017 um 22:37:44
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Zuerst das Reich Gottes

Gertrud betete für eine Mitschwester, die dadurch sehr belastet war, dass sie äußere Angelegenheiten des Klosters zu regeln hatte.
Der Herr gab ihr zur Antwort, dass er dieser Schwester die Beschwerden der Aufgabe nicht abnehmen könne,
denn dadurch werde die Nachlässigkeit gut gemacht, mit der sie das Äussere dem Inneren einigermaßen vorzog.
Gertrud erwiderte, dass das Kloster gar nicht bestehen könne ohne die äußeren Güter
und wenn ihre Mitschwester für diese Dinge zu sorgen habe, wir könne ihr dies als Nachlässigkeit angerechnet werden?
Der Herr entgegnete, dass er diese Schwester zärtlich liebe; darum bedecke er ihren Fehler durch verschiedene Beschwerden,
die ohne Schuld über sie kamen, und schenke ihr überdies noch die nötige Geduld.
„Denn zuerst“ fügte der Herr hinzu, „habe ich im Evangelium befohlen, das Reich Gottes zu suchen,
das ist die Entfaltung des inneren Menschen.
Das Äußere aber soll nicht an zweiter Stelle gesucht werden; ich habe vielmehr verheißen, dass es hinzugegeben werde.“

Vigil von Weihnachten

Am Vortag der Geburt des Herrn trug man nach der Vesper ein Bild der Seligsten Jungfrau durch das Kloster, wie es der Sitte entsprach.
Da dachte Gertrud mit Trauer daran, dass sie während der ganzen Adventszeit nichts getan hatte,
um der himmlischen Mutter zu dienen, da sie durch Krankheit daran gehindert worden war.
Nun besaß sie nichts, was sie ihr zu diesem hohen Fest hätte schenken können.

Da wurde sie innerlich durch den Heiligen Geist belehrt, der Seligen Mutter das Herz Christi zu schenken,
damit der Herr alles ergänze, was durch sie vernachlässigt worden war.
Als Gertrud dies getan hatte, sah sie sofort, wie die Mutter des Herrn dieses erhabene Geschenk mit größter Freude empfing
und wie sie bei seinem Anblick so beseligt wurde, dass damit jeder Dienst und jede Ehre vollkommen ersetzt
und noch weit übertroffen worden war.
Dieses Herz, in dem die Fülle der Gottheit wohnt, schenkte ihr mehr als die Andacht der ganzen Menschheit aller Zeiten.
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #32 - 22.02.2017 um 00:04:32
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Weihnachten

In der Heiligen Nacht richtete sie ihre ganze Aufmerksamkeit auf den Herrn und suchte sich mit ihm zu vereinigen,
während sie die Vigilien betete.

Der Herr wollte ihr diesen treuen Dienst vergelten und zog sie ganz in sich hinein.
So erlebte sie bei den einzelnen Psalmen und Responsorien, wie seine Gottheit in ihr Herz einströmte
und wie ihr Herz dankbar in seine Gottheit zurückflutete.
Da sie aber krank war und dem Chorgebet fern bleiben musste, sah sie im Geiste,
wie der Herr in der Mitte des Chores auf einen erhabenen Thron saß und wie die Kommunität ihn ehrfürchtig im Kreis umstand,
während alle Vigilien zu seiner Verherrlichung sangen.
Da erinnerte sich Gertrud einiger Mitschwestern, die sich ihrem Gebet empfohlen hatten und sagte zum Herrn,
dass es doch gar nicht passend für sie sei, für jene zu beten, die ihn ganz andächtig verherrlichten,
während sie nicht imstande sei, etwas Ähnliches wie sie zu tun.
Aber der Herr belehrte sie, dass gerade sie für andere beten könne, da er sie ganz an sich gezogen habe,
damit sie alles erflehe und erlange, was sie nur wünsche.
Als sie ihm dann die einzelnen auch nur beim Namen nannte, wurde er sofort von Liebe bwegt,
sah die Bedürfnisse einer jeden und half ihnen freundlich.
Während des Responsoriums „Er stieg vom Himmel herab“ sah sie die himmlische Mutter in Herrlichkeit
neben ihrem göttlichen Sohn thronen, der sie liebevoll anblickte.
Durch diesen Blick wurde das Herz der Seligsten Jungfrau sehr bewegt.
Da neigte sich der Herr zu ihr und küsste den Mund seine Mutter,
um ihr alle Freuden an seiner heiligsten Menschheit zu erneuern und zu vermehren.

 
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #33 - 23.02.2017 um 09:03:19
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Das Fest des heiligen Johannes

Der Herr führte ihr am Fest des hl. Johannes diesen Jünger zu, damit sie in ihn einen besonderen Freund habe.
Sie sah ihn in großer Schönheit. Er trug gelbe Gewänder, in die goldene Adler eingewebt waren.
Diese Kleidung bedeutete, dass der heilige Johannes, als er noch auf Erden lebte, große Demut besaß,
während er zur höchsten Beschauung erhoben wurde.
Er sprach freundlich zu Gertrud und lud sie ein, mit ihm gemeinsam an der Brust des Herrn zu ruhen.
Er nahm sie mit sich und stellte sie zur Rechten des Herrn, während er sich zum Ausruhen an die linke Seite lehnte.
So ruhten beide an der Brust des Herrn.
Da berührte der Jünger ehrfürchtig das heiligste Herz und sagte:
„Sieh hier das Heiligtum das alles Gute im Himmel und auf Erden an sich zieht.“
Während Gertrud an der Brust Jesu große Seligkeit empfand, fragte sie den Johannes,
ob nicht auch  er dasselbe empfunden habe, als er beim Abendmahl an diesem Herzen hatte ruhen dürfen.
Er bestätigte ihr dies und sagte, sein Geist sei wie von einem starken Feuer ergriffen worden.
Da fragte ihn Gertrud, warum er dies so ganz verschwiegen und nichts von aufgeschrieben habe?
Darauf erwiderte er, es sei seine Aufgabe gewesen, das unerschaffene Wort Gottes des Vaters der jungen Kirche zu verkünden.
Die Botschaft von dem Herzen des Herrn aber sei für neuere Zeit aufbewahrt geblieben,
damit die in der Liebe erkaltende Welt durch dieses Geheimnis wieder erwärmt werde.

Am Fest des Namen Jesu
Am Namensfest des Herrn begrüßte sie ihn mit lieben Worten, um den Namen Jesu zu ehren.
Sie verlangte danach, so innige Bezeichnungen für seinen Namen zu finden, dass sie alle überträfen,
die sie sich bisher ausgedacht hatte.
Damit mühte sie sich ab, bis ihre Kräfte erschöpft waren.
Da neigte sich der Herr zu ihr, wie von Liebe besiegt und küsste sie im Geiste mit den Worten:
„Ich habe deinem Mund meinen Namen aufgedrückt, den du öffentlich vor allen tragen sollst.
Sooft du deine Lippen bewegen wirst, um ihn auszusprechen, wirst du mir eine wunderbare Melodie hervorbringen.“
Danach erkannte sie, dass ihr innerlich die Worte eingeschrieben waren:
Jesus der Gerechte.
Bei dem Namen Jesus, Erlöser, verstand sie, dass sie allen, die danach Verlangen hatten,
seine Barmherzigkeit verkünden sollte.
Und bei dem Wort „der Gerechte“, dass sie den anderen, die härteren Herzens waren,
die Strenge der göttlichen Gerechtigkeit darlegen müsse.
So sollen die einen durch Milde, die anderen durch Drohungen gebessert werden.
  

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Antwort #34 - 24.02.2017 um 00:24:28
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Am Fest der Erscheinung des Herrn
Als an diesem Tag im Evangelium gelesen wurde:
„Und sie fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf“, kniete sie nieder zu den Füßen des Herrn
und betete ihn an im Namen aller, die im Himmel, auf Erden und unter der Erde sind.
Aber sie fand kein Geschenk, das seiner würdig gewesen wäre.
Da begann sie im Geist das ganze Weltall zu durcheilen und jedes Geschöpf zu druchforschen,
um irgend etwas zu finden, das ein würdiges Geschenk für ihn sein könnte.
Als sie nun so dahin eilte, voll glühender Sehnsucht und ängstlichen Verlangens, fand sie einige wertlose Dinge am Wege,
die gar nicht geeignet waren für ihren Herrn; dennoch sammelte sie diese begierig auf
und suchte sie auf ihn zu beziehen, dem alles Geschaffene dienen muss. So nahm sie in ihr Herz alle Nöte auf,
die je ein Geschöpf nicht für den Herrn, sondern aus eigener Armseligkeit erduldet hatte; dies schenkte sie ihm als Myrrhe.
Dann nahm sie in sich auf alle Heuchelei und Scheinheiligkeit von Menschen.
Dies schenkte sie ihm als Weihrauch.
Dann schien sie in ihr Herz jegliche menschliche Zuneigung zu ziehen und die unechte und unreine Liebe aller Menschen.
Dies gab sie ihm als kostbares Gold.
All dies wurde durch die Glut der Liebe, womit sie alles in den Dienst des Herrn zu ziehen versuchte, wunderbar gereinigt und veredelt.
An diesen besondern Gaben hatte der Herr eine unaussprechliche Freude.


Am Fest des hl.Benediktus
Als Gertrud an diesem Fest die Vigilien mit besonderer Andacht betete, um ihren großen Vater zu ehren,
sah sie ihn im Geiste in der Herrlichkeit der heiligen Dreifaltigkeit stehen.
Er war von großer Herrlichkeit der heiligen Dreifaltigkeit stehen.
Er war von großer Anmut.
Seine Gestalt schien von Rosen zu blühen, die aus seinen Gliedern sprossten.
Jede Rose brachte aus ihrem Kelch eine neue Rose hervor und diese wieder eine andere;
so erblühten aus jeder einzelnen Rose viele andere von immer größerer Schönheit.
Und so war der über und über blühende Heilige wirklich ein Benediktus, ein Gesegneter, an dem die göttlichen Personen ihre Freude hatten.
Durch die Rosen sollte Gertrud gleichnishaft dargestellt werden, wie Benediktus sein Leben lang versucht hatte,
dem Herrn in allem zu dienen und sich mit ihm zu vereinigen.
Sein Denken und Tun kreiste nur um den Herrn.
Ebenfalls bedeuteten die blühenden Rosen auch die heiligen Gedanken und Werke derer,
die ihm auf dem Weg seiner Regel nachgefolgt waren.
Durch die Heiligkeit dieser Menschen gewinnt der Vater des abendländischen Mönchtums eine besondere Würde.
Gertrud sah, wie alle Heiligen ihn dazu beglückwünschten und seinetwegen den Herrn priesen...

  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #35 - 24.02.2017 um 22:56:36
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Am Fest der Verkündigung

Als am Vortag dieses Festes die Kommunität den Kapitelsaal betrat,
sah Gertrud den Herrn  mit seiner Mutter am Platz der Abtissin sitzen und die Ankommenden freundlich empfangen.
Dann wurde aus dem Martyrologium gelesen „Verkündigung des Herrn“
Und Gertrud sah, wie der Herr sich an seine Mutter wandte und sie liebevoll mit einer Verneigung grüßte.
Dadurch erneuerte er in ihr die Freude, die sie empfunden hatte, als die Gottheit sich in ihr mit unserer menschlichen Natur vereinigte.
Als beim Nachtgottesdienst des Festes das Invitatorium „Ave Maria“ gesungen wurde, sah Gertrud:
Von Vater, Sohn, und Heiligem Geist strömten drei Quellen in das Herz der himmlischen Mutter,
durchdrangen es mit sanfter Gewalt und strömten wieder in ihren Ursprung zurück.
Dadurch wurde Maria die Gnade geschenkt, dass sie an Macht, Weisheit und Güte den göttlichen Personen am nächsten stand.
Während der Messe aber sah Gertrud die Allerseligste Jungfrau in ihrer ganzen Schönheit.
Da warf sie sich ihr zu Füßen und bat, sie möge sie doch auf die Kommunion vorbereiten.
So neigte sich die Mutter liebevoll zu ihr und steckte einen leuchtenden Schmuck ihres Gewandes an Gertruds Kleid.
Er bestand aus sieben Edelsteinen:
Der erste war die Reinheit,
der zweite die Demut,
der dritte die Sehnsucht nach Gott,
der vierte die klare Erkenntnis,
der fünfte die unsterbliche Liebe,
der sechste die Freude an Gott,
der siebte die Ruhe in Gott.
Als Gertrud, so von ihrer himmlischen Mutter geschmückt, dem Herrn zur Kommunion entgegenging,
schien er von diesem Schmuck so angezogen zu werden, dass er sich freudig zu ihr hinneigte uns sie ganz in sich hineinzog.
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #36 - 26.02.2017 um 00:18:46
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Gebet für die Kirche

Am dritten Fastensonntag bat sie den Herrn, er möge ihr sagen, was sie in dieser Woche tun könnte.
Er sagte ihr, sie solle das Vaterunser beten im Gedanken an sein heiliges Leben auf Erden, um ihn dadurch zu ehren.
Als sie dies mit großer Innigkeit getan hatte, schaute sie im Geiste die ganze Kirche,
wie sie als Braut geschmückt war durch die Frucht dieses Lebenswandels Christi.
Am vierten Fastensonntag sah sie gleichfalls die ganze Kirche in großer Schönheit vor dem Herrn stehen.
Da fiel Gertrud vor ihm nieder.
Sie küsste seine llinke Fußwunde und bat ihn um die Vergebung aller Sünden,
die in der Kirche jemals durch Gedanken und Wünsche begangen worden sind.
Dann küsste sie die Wunde des rechten Fußes, wobei sie ihn bat, er möge alles ergänzen,
was in der ganzen Kirche jemals an heiligen Gedanken und Wünschen unterlassen worden sei.
Dann küsste sie die Wunde der linken Hand und bat ihn um Verzeihung für alle sündhaften Worte und Werke der Kirche.
Darauf küsste sie die Wunde der rechten Hand, damit der Herr barmherzig alle Worte und Werke ergänzen möge,
die die Kirche unterlassen habe.
Dann küsste sie aus ganzem Herzen die Wunde der Seite des Herrn und bat ihn,
er möge doch nun noch alle Verdienste seines Lebens auf Erden der Kirche schenken.
All dies wurde ihr gütig gewährt...

Dienst an der Kirche
Der Herr belehrte Gertrud (von Helfta ‚) darüber, wie fruchtbar es ist, für die Kirche zu beten.
Wenn jemand ein noch so geringes Werk tut oder ein Vaterunser, ein Ave-Maria oder ein anderes Gebet für die Kirche verrichtet,
nimmt Christus es gütig auf als eine Frucht seiner heiligen Menschheit und segnet es.
Durch diesen Segen wird es gleichsam vervielfacht und der ganzen Kirche zur Vermehrung ihrer Gnaden mitgeteilt.
  

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Antwort #37 - 27.02.2017 um 08:27:04
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Worte der Liebe für den Herrn

Als an einem Passionssonntag aus dem Evangelium die Worte gelesen wurden:
„Du hast einen Teufel“, wurde Gertrud der Beleidigung des Herrn wegen sehr erschüttert.
Sie konnte es nicht ertragen, dass er auf diese Worte höre und redete ihn darum sehr liebevoll an,
gab ihm zärtliche Namen und suchte ihm die innigste Liebe zu erweisen.
Da neigte sich der Herr freundlich zu ihr, um sie zu belohnen, indem er ebenso vertraut und herzlich mit ihr redete wie sie mit ihm.
Dabei erkannte sie, dass alle Heiligen des Himmels den Herrn priesen für diese wunderbare Herablassung zu seinem Geschöpf.
Christus aber gab ihr das Versprechen:
jeder Mensch, der ihm liebe Worte schenkt für die Lästerungen, die ihm auf Erden angetan worden sind,
wird von ihm dieselbe Freundlichkeit in der Todesstunde erfahren, wenn Satan gegen ihn Anklagen erheben wird.

Am Palmsonntag

Am Abend eines Palmsonntags dachte Gertrud daran, dass der Herr an diesem Tag noch spät zu Maria und Martha nach Bethanien ging.
Da wurde sie von dem Verlangen ergriffen, ihn gleichfalls zu beherbergen.
Sie trat zu einem Kruzifix, küsste mit großer Liebe die Wunde seiner Seite, atmete die Kraft allen Betens ein,
das je aus diesem Herzen geströmt war, und bat ihn, er möge doch in das Haus ihres Herzens einkehren.
Da gab ihr der Herr seine Gegenwart zu erkennen und sagte:
„Siehe, hier bin ich. Was willst du mir denn nun geben?“
Da begrüßte ihn Gertrud freudig und hieß ihn glücklich willkommen.
Dann gestand sie ihm, dass sie nichts hatte und ihn nicht so aufnehmen könne, wie es seiner Erhabenheit würdig sei;
aber sie bot ihm ihr ganzes Wesen als Geschenk an, dass er sich aus ihr selber bereiten könne, was er nur wolle.
Der Herr nahm dies freundlich auf, bat sie aber um den Schlüssel ihres Hauses, damit er sich daraus nehmen könne,
was ihm gefiele, ganz nach seinen eigenen Wünschen.
Sie fragte ihn, was denn der Schlüssel sei?
Er entgegnete:
„dein eigener Wille.“
Bei diesen Worten erkannte sie sofort, dass, wenn jemand den Herrn bei sich aufnehmen will,
er sich dem göttlichen Willen ganz ausliefern muss im festen Vertrauen, dass Christus nur sein Heil wirken wird.
  

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Antwort #38 - 27.02.2017 um 08:28:06
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Am Gründonnerstag
An einem Gründonnerstag war Gertrud ganz in sich gesammelt, um nur auf den Herrn zu achten.
Da zeigte er sich ihr im Geiste in seiner Todesangst.
Er schien so furchtbar zu leiden, dass sie zu starkem Mitleid erregt wurde und den ganzen Tag damit beschäftigt blieb.
Am Abend sagte der Herr zu ihr:
mit derselben Liebe wie damals habe er heute in ihrem mitleidigen Herzen gelitten zum Heil aller Menschen.
Wegen ihres Mitleids schenke er ihr die Frucht seines Leidens und Sterbens, wodurch ihre ewige Seligkeit erhöht werde.
Zugleich sicherte er ihr die Gnade zu, dass jede Angelegenheit, wofür sie beten werde, niemals gegen seinen Willen gelöst werde.
Am selben Tag erkannte sie, dass man die heilige Hostie oft mit Verlangen anschauen soll.
Denn sooft man dies tue, werde das Verdienst im Himmel vermehrt,
weil uns der künftigen Anschauung Gottes ebenso viele besondere Freuden zuteil werden soll,
als wir auf Erden die heilige Hostie mit Ehrfurcht und Verlangen angeschaut haben.

Am Karfreitag

Am Morgen eines Karfreitags, dankte sie innig dem Herrn, dass er vor einem Heiden zu Gericht stehen wollte.
Da sah sie ihn in großer Fröhlichkeit neben Gott dem Vater auf dem Thron sitzen
und unendliche Liebe von ihm empfangen für alle Schmähungen, die er ertragen hatte.
Alle Heiligen lagen aber vor ihm auf den Knien, um ihm zu danken,
dass sie durch seine Verurteilung von der Verdammnis verschont geblieben sind.
Als die Passion verlesen wurde, fühlte sie einen starken Andrang von Tränen, heilt sie aber zurück,
um ihre Andacht zu verbergen.
Da sagte der Herr:
„Ich ziehe diese Tränen in mich ein, die aus so reiner Absicht um meinetwillen zurückgehalten werden.“

Als sie ihn bat, er möge sie zur Kommunion vorbereiten, sagte er ihr, er eile mit großem Verlangen zu ihr,
um ihr die Frucht von allem Guten zu schenken, das heute in der ganzen Kirche zu seiner Ehre getan worden sei.
Darauf bat sie ihn, er möge ihr dies große Geschenk so geben, dass sie es an viele andere austeilen  könne.
Da fragte sie lächelnd, was sie ihm denn dafür gebe?
Sie erwiderte, dass sie nichts besitze, sie habe aber den Willen, dass, wenn sie soviel besäße wie er,
sie ihm alles zum Austeilen an andere überlassen würde.
Hiermit war der Herr sehr zufrieden.
Als sie ihn nun fragte, wie sie ihm zur Kommunion entgegengehen solle, erwiderte er:
„Nichts anderes verlange ich von dir, als dass du leer zum Empfang kommst.
Denn alles, was mir in dir gefallen soll, wirst du durch mein Geschenk empfangen.“
  

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Antwort #39 - 27.02.2017 um 08:29:33
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Am Fest der Auferstehung des Herrn

In der Nacht der Auferstehung des Herrn betete sie andächtig, ehe man mit den feierlichen Vigilien begann.
Da zeigte sich ihr der Herr in der Herrlichkeit seiner unsterblichen Majestät. Sie fiel zu seinen Füßen nieder und betete ihn an.
Dann sagte sie zu ihm:
da er sich herabgelassen habe, sich mit ihr zu vereinigen und da sie nichts anderes im Sinn habe als ihn uns seine Ehre,
bitte sie ihn, er möge seiner glorreichen Auferstehung wegen die Verstorbenen aus dem Reinigungsort befreien.
Dafür wolle sie ihm in Vereinigung mit seinem Leidem alle Bedrängnis schenken, die sie während ihrer Krankheiten erduldet hatte.
Sofort zeigte ihr der Herr eine große Schar Seelen, die er auf ihr Gebet hin von den Leiden der Läuterung befreit hatte.
Dazu sagte er,
diese alle weise er ihr als Brautgabe zu, weil es ewig im Himmel offenbar sein werde, dass sie durch ihr Gebet befreit worden seien.
Als sie sah, dass jene Seelen zwar von den Leiden erlöst, aber noch nicht in den ewigen Freuden waren,
bot sie sich dem Herrn ganz an, geistig und körperlich alles zu ertragen, was er wolle, um jenen der Herr sie alle zu den ewigen Freuden.
Als dann die Vigilien gesungen wurden, schenkte der Herr ihr so reiche beseligende Erleuchtungen,
wie sie dem hohen Fest seiner Auferstehung und ihrer gegenseitigen Liebe entsprachen.

Das Ordensgewand

An einem Ostermontag bei der Kommunion bat sie den Herrn, er möge durch dieses Sakrament alles ergänzen,
was sie jemals im Ordensleben vernachlässigt hatte.
Da nahm Christus sie an sich und stellte sie im Ordensgewand Gott dem Vater vor.
Das Kleid war aus so vielen Teilen zusammengesetzt, als sie Jahre im Orden verlebt hatte.
Der untere Teil galt als der erste, der nächste als das zweite Jahr und so fort bis zu jenem, in dem sie damals stand.
Das Kleid war so ausgebreitet, dass keine Falte etwas daran verbergen konnte.
Von jedem Jahr waren alle Stunden und Tage, alle ihre einzelnen Gedanken, Worte, Taten, die guten und die unguten,
deutlich eingezeichnet.
Auch was sie aus Liebe zu Gott oder um menschlicher Gunst willen oder zum Nachteil eines anderen getan hatte,
war sichtbar und alles Verkehrte hatte sie wie Staub an das Gewand festgesetzt.
Aber als nun der Herr Fürsprache für sie einlegte und seinem Vater den eigenen heiligen Lebenswandel für sie anbot,
war das Gewand plötzlich wie mit einer feinen durchsichtig schimmernden Goldplatte überdeckt.
Dadurch schien alles, was verkehrt war, wie durch einen Kristall hindurchzuleuchten.
Auch nicht das geringste Stäubchen oder Fleckchen konnte sich verbergen.
Im Licht der Wahrheit erschien es deutlich vor Gott, vor allen Engeln und Heiligen.
Dadurch verstand Gertrud, dass der Zustand eines jeden Menschen nicht allein Gott, sondern auch allen, die im Himmel sind, sichtbar ist.
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #40 - 27.02.2017 um 08:35:21
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Erneuerung

Am Osterdienstag wünschte sie vom Herrn bei der Kommunion,
dass er durch dieses Sakrament in ihr die geistige Verbindung mit ihm erneuerte. War sie ihm doch durch den Glauben verbunden und durch die Ordensgelübde ganz hingegeben.
Der Herr, der keinen ihrer Wünsche unerwidert ließ, neigte sich liebevoll zu ihr und sagte freundlich: „ Dies will ich tun.“
Darauf zog er sie im Geiste an sich, umarmte sie innig und drückte ihrer Seele den beseligenden Kuss auf.
Durch diesen Kuß erneuerte er in ihr den inneren Geist, die Vereinigung mit ihm.
Zugleich sah sie an ihrer Brust einen strahlenden Schmuck von großer Farbenpracht,
der ihr durch die liebreiche Umarmung des Herrn geschenkt worden war;
dadurch erneuerte er in ihr alles, was sie in ihrem geistlichen Leben vernachlässigt hatte.

Geistige Mutterschaft

An einem Ostermittwoch bat Gertrud den Herrn, er möge ihr durch das Heiligste Sakrament die Gnade schenken,
in der Vereinigung mit ihm furchtbar zu sein für die Kirche.
Darauf gab ihr derHerr zur Antwort:
„Gewiß will ich dich in mir Frucht bringen lassen und durch dich sehr viele an mich ziehen.“
Sie fragte ihn, wie er durch sie auch nur einige an sich ziehen könne,
da er ihr doch die Gaben der Belehrung und der Beredsamkeit entzogen habe, die ihr früher zu eigen gewesen seien?
Der Herr erwiderte ihr, wenn sie diese Gaben noch besäße, würde sie vielleicht glauben,
dass sie durch diese die Menschen zu ihm ziehen könne.
Aber er habe sie ihr zum Teil entzogen, damit sie einsähe, dass sie dies nur durch seine besondere Gnade vollbringen könne.
Und er gab ihr die Zusicherung, dass er alle die sich um seinetwillen Gertrud in Liebe und Andacht zuneigten an sich ziehen werde
und ihnen auch die Gnade schenken wolle, von Tag zu Tag ihm ähnlicher zu werden.
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #41 - 28.02.2017 um 12:31:23
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Das Wohlgefallen des Herrn

Am Donnerstag nach Ostern wurde im Evangelium gelesen, dass Maria Magdalena sich in das Grab beugte und zwei Engel sah.
Da sagte Gertrud zum Herrn:
„Wo ist das Grab, Herr, in das ich schauen und meinen Trost finden kann?“
Da wies sie der Herr an die Wunde seiner Seite, und als sie sich andächtig zu ihr hinneigte,
hörte sie von ihm die Worte- gleichsam anstelle des Trostes durch die Engel: - 
„Niemals wirst du von mir getrennt werden können.“ 
Und er fügte hinzu:
„Alle deine Werke gefallen mir aufs beste.“ Darüber staunte sie sehr.
Sie dachte nach, wie dies sein könne, da sie doch in allem so unvollkommen war,
dass nicht einmal einem Menschen auf Erden etwas gefallen könne, was sie tat; denn sie selbst sah viele Mängel an ihrem Tun.
Sie dachte also, wo sie selbst einen Fehler sah, werde die göttliche Erkenntnis tausend andere sehen.

Dazu sagte ihr der Herr: „Wenn man etwas in der Hand hält, was man leicht verschönern könnte,
wird man das bei gutem Willen gewiß tun.
Da du nun die Gewohnheit hast, alles, was du tust, mir anzuempfehlen, halte ich alles in meiner Hand und es macht mir große Freude,
alles zu verschönern und zu verbessern, so dass es mir selbst und dem ganzen Himmel gefällt.“

Himmelfahrt des Herrn
Schon am Morgen war Gertrud bemüht, sich darauf vorzubereiten, Christus viel Liebe zu erweisen um die Mittagszeit,
also etwa um die Stunde seiner Auffahrt. Da unterbrach er ihre Überlegungen und sagte:
„ Alles, was du mit heute Mittag Liebes erweisen willst, das erweise mir doch jetzt schon.
Denn die Freuden meiner Himmelfahrt werden schon dadurch erneuert, dass ich mit dir eins werde in der Kommunion.“
Als sie ihn dann empfangen hatte, sagte er zu ihr:
„Ich komme jetzt nicht nur, um dir gleichsam Lebewohl zu sagen, sondern auch um dich mit mir zu nehmen
und meinen Vater vorzustellen.
“ Sofort verstand sie, das Christus durch dieses Sakrament die Sehnsucht und den guten Willen des Menschen in sich aufnimmt
und dass dieser dadurch das Bild des Herrn in sich darstellt –
und dass Gott Vater, der im Menschen seinen Sohn erkennt, ihm seine Gnade gibt.
Als sie dann etwa zur Zeit der Non mit ganzem Herzen auf Christus achtete, als ob er jetzt zum Vater einginge,
sah sie ihn wunderschön, in großer Herrlichkeit.
Er trug ein grünes Gewand, das die bleibende Vollkommenheit seines menschlichen Lebens bedeutete
und einen hellroten Mantel als Zeichen seiner starken Liebe, durch die er so große Leiden auf sich genommen hatte.
In diesen Gewändern schritt der Herr der Heerscharen mit unzähligen Scharen von Engeln durch den Chor,
umfasste jede Schwester freundlich mit seiner Rechten und sagte:
„Seht, ich bin bei euch bis ans Ende der Welt.“
Dann schwang sich der Herr in seiner göttlichen Macht empor, in Begleitung der Engelscharen,
und segnete die Schwestern mit den Worten:
„Meinen Frieden gebe ich euch, meinen Frieden hinterlasse ich euch.“

  

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Antwort #42 - 28.02.2017 um 12:32:32
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Das Wohlgefallen des Herrn

Am Donnerstag nach Ostern wurde im Evangelium gelesen, dass Maria Magdalena sich in das Grab beugte und zwei Engel sah.
Da sagte Gertrud zum Herrn:
„Wo ist das Grab, Herr, in das ich schauen und meinen Trost finden kann?“
Da wies sie der Herr an die Wunde seiner Seite, und als sie sich andächtig zu ihr hinneigte,
hörte sie von ihm die Worte- gleichsam anstelle des Trostes durch die Engel - :
„Niemals wirst du von mir getrennt werden können.“ 
Und er fügte hinzu:
„Alle deine Werke gefallen mir aufs beste.“ Darüber staunte sie sehr.
Sie dachte nach, wie dies sein könne, da sie doch in allem so unvollkommen war,
dass nicht einmal einem Menschen auf Erden etwas gefallen könne, was sie tat; denn sie selbst sah viele Mängel an ihrem Tun.
Sie dachte also, wo sie selbst einen Fehler sah, werde die göttliche Erkenntnis tausend andere sehen.

Dazu sagte ihr der Herr: „Wenn etwas in der Hand hält, was man leicht verschönern könnte,
wird man das bei gutem Willen gewiß tun.
Da du nun die Gewohnheit hast, alles, was du tust, mir anzuempfehlen, halte ich alles in meiner Hand und es macht mir große Freude,
alles zu verschönern und zu verbessern, so dass es mir selbst und dem ganzen Himmel gefällt.“

Himmelfahrt des Herrn
Schon am Morgen war Gertrud bemüht, sich darauf vorzubereiten, Christus viel Liebe zu erweisen um die Mittagszeit,
also etwa um die Stunde seiner Auffahrt. Da unterbrach er ihre Überlegungen und sagte:
„Alles, was du mit heute Mittag Liebes erweisen willst, das erweise mir doch jetzt schon.
Denn die Freuden meiner Himmelfahrt werden schon dadurch erneuert, dass ich mit dir eins werde in der Kommunion.“
Als sie ihn dann empfangen hatte, sagte er zu ihr:
„Ich komme jetzt nicht nur, um dir gleichsam Lebewohl zu sagen, sondern auch um dich mit mir zu nehmen und meinen Vater vorzustellen.
“ Sofort verstand sie, das Christus durch dieses Sakrament die Sehnsucht
und den guten Willen des Menschen in sich aufnimmt und dass dieser dadurch das Bild des Herrn in sich darstellt –
und dass Gott Vater, der im Menschen seinen Sohn erkennt, ihm seine Gnade gibt.
Als sie dann etwa zur Zeit der Non mit ganzem Herzen auf Christus achtete,
als ob er jetzt zum Vater einginge, sah sie ihn wunderschön, in großer Herrlichkeit.
Er trug ein grünes Gewand, das die bleibende Vollkommenheit seines menschlichen Lebens bedeutete
und einen hellroten Mantel als Zeichen seiner starken Liebe, durch die er so große Leiden auf sich genommen hatte.
In diesen Gewändern schritt der Herr der Heerscharen mit unzähligen Scharen von Engeln durch den Chor,
umfasste jede Schwester freundlich mit seiner Rechten und sagte:
„Seht, ich bin bei euch bis ans Ende der Welt.“
Dann schwang sich der Herr in seiner göttlichen Macht empor, in Begleitung der Engelscharen,
und segnete die Schwestern mit den Worten: „Meinen Frieden gebe ich euch, meinen Frieden hinterlasse ich euch.“
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #43 - 28.02.2017 um 12:33:31
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Am Pfingstfest

Als man an einem Pfingstfest den Hymnus sang:
„O Schöpfer Geist“, erschien ihr der Herr selbst und öffnete gleichsam sein Herz für sie,
um ihr die Kraft des Heiligen Geistes zu schenken. Sie kniete vor ihm nieder und ließ ihr Haupt an seinem Herzen ruhen.
Dadurch heiligte der Herr ihren Willen.
Dann legte sie, von ihm dazu angeregt, ihre Hände an sein Herz, während man die zweite Strophe sang:
„Der du der Tröster wirst genannt.“ Dadurch schenkte ihr der Herr den Trost, dass ihm künftig alle ihre Werke gefallen sollten.
Beim dritten Vers „Du siebenfaches Gnadenpfand“
vereinigte er sie so innig mit seinem Herzen, dass auch alle ihre Wünsche geheiligt wurden.
Und beim vierten Vers „ O zünd ein Licht den Sinnen an“
versprach er ihr, alle ihre Sinne durch den Heiligen Geist so zu erleuchten,
dass durch sie auch andere zu großer Erkenntnis und Liebe gelangen sollten.
Schließlich beim fünften „Den Feind vertreib“
neigte sich der Herr liebevoll über sie und gab ihr im Geiste einen beseligenden Kuß,
wodurch er alle Nachstellungen des Feindes von ihr vertrieb.
Hierdurch empfand sie eine so tiefe geistige Freude, dass sie die Ankunft des Heiligen Geistes klar in sich erkannte.

Am Dreifaltigkeitsfest

Als Gertrud an diesem hohen Fest die göttlichen Personen mit einigen kleinen Gebeten zu ehren versuchte,
erschien ihr die zweite göttliche Person in ihrer Menschheit, mitten im Licht der ewigen Dreifaltigkeit.
Sie sah Christus unaussprechlich schön und jugendlich und verstand bei seinem Anblick,
dass er unsere Bemühungen, Gott zu ehren, annimmt, um sie durch sein Menschsein zu veredeln.
Denn nur durch ihn ist es uns möglich, die Dreifaltigkeit zu preisen.
Sein Herz schien alle Anbetung der Menschen in sich zu sammeln und zu heiligen, um sie im Heiligen Geist dem Vater anzubieten.
Auch sah Gertrud, wie die göttlichen Personen einander Liebe erwiesen.
Sooft im Offizium der Vater genannt wurde, erwies ihm der Sohn seine Liebe. Und wurde der Sohn genannt,
so empfing er die Liebe seines Vaters, wodurch gerade seine menschliche Natur an wunderbarer Hoheit gewann.
Und aus ihr empfingen alle Heiligen eine neue Erkenntnis der Heiligsten Dreifaltigkeit.
  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #44 - 28.02.2017 um 12:34:14
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Am Fest der Apostel Petrus und Paulus

Am Morgen dieses Festtages wandte sich Gertrud an den heiligen Petrus
und pries ihn voller Bewunderung für alles Große, das der Herr an ihm getan hat.
Unter anderem auch dafür, dass er aus dem Mund des Herrn dieWorte hören durfte:
„Alles, was du auf Erden binden wirst, wird auch im Himmel gebunden sein und alles was du auf Erden lösen wirst,
wird auch im Himmel gelöst sein.“ 
Da erschien ihr dieser Apostel in priesterlichen Gewändern und in päpstlicher Herrlichkeit.
Er streckte die Hand über sie aus und gab ihr den Segen, um in ihr alles Heil zu bewirken,
das er jemals in einem Menschen durch die Gewalt, die er von Christus empfangen hat, bewirken konnte.
Als sich dann später erhob, um zur Kommunion zu gehen, erfasste sie die Furcht vor ihrer Unwürdigkeit.
Da traten beide Apostel, der heilige Petrus und der heilige Paulus, herbei und führten sie ehrenvoll zur Kommunionbank,
der eine zur Rechten, der andere zur Linken.
Als sie dann dort angelangt war, sah sie den Herrn selbst. Er umfasste sie freundlich mit beiden Armen und sagte:
„Mit diesen Armen habe ich dich auch herbeigeführt. Aber ich wollte es heute doch lieber durch meine Apostel tun,
um deine Andacht zu vertiefen.“
Da bekannte sie dem Herrn ihre Schuld, dass sie nicht daran gedacht hatte, den heiligen Paulus auch besonders zu preisen,
und bat den Herrn, ermöge doch diesen Mangel durch sich selber ergänzen.

Am Fest der Aufnahme Mariens

Dieses Fest verbrachte Gertrud, auch wenn sie schwer krank war, in großem innerem Jubel,
während sie durch Schauungen und Erleuchtungen das hohe Festgeheimnis miterleben durfte.
Einmal, als die Kommunität zum Empfang des Sakramentes ging, stellte sich die himmlische Mutter zur Rechten einer jeden Schwester,
bedeckte sie teilweise mit ihrem Mantel und bat ihren göttlichen Sohn, er möge auf sie schauen.
Daraufhin schien der Herr selbst einer jeden die Kommunion zu reichen.
Als dann nach der Prozession die Antiphon gesungen wurde:
„Sei gegrüßt o Herrin der Welt, Maria“, war es, als ob der ganze Himmel in Frohlocken ausbräche.
Die Selige Jungfrau stand vor dem Altar zur Rechten ihres Sohnes, der Kommunität zugewandt.
Bei den Worten „sei gegrüßt, o Königin der Himmel“ knieten alles Heiligen vor nieder und verehrten sie als die Mutter Christi.
Als gesungen wurde „durch dich kam unsere Erlösung“, wurde ihr Herz von mütterlicher Liebe so tief ergriffen,
dass sie sich an die Brust ihres Sohnes stützen musste. Und bei den Worten:
„Wir bitten, bitte für uns „, umschlang sie den Hals ihres Sohnes und zeigte ihm jede einzelne anwesende Schwester und bat für sie.
Schließlich wurde die Antiphon „ Heute ist die seligste Jungfrau... „  angestimmt.
Da wurde diese, in unaussprechlicher Herrlichkeit, unter der Umarmung ihres Sohnes zum Himmel erhoben,
während alle Chöre der Engel sie begleiteten und priesen.
Als sie so in die ewige Glorie einging, ergriff sie die rechte Hand ihres Sohnes und segnete mit dieser die ganze Kommunität.

  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #45 - 28.02.2017 um 23:53:19
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Die Engel

Als das Fest des heiligen Erzengel Michael gekommen war, dachte sie dankbar an den treuen Dienst,
den die erhabenen Geister ihr erwiesen.
Im Verlangen, ihnen dies zu vergelten, opferte sie dem Herrn nach der Kommunion das Heiligste Sakrament für sie auf,
um ihre Freude und Glorie zu vermehren.
Da nahm der Herr das Sakrament in seine Gottheit auf und schenkte daraus den seligen Engeln eine neue, wunderbare Wonne.
Nun dankten ihr alle Chöre und sagten, dass sie dies mit Recht getan habe, da sie mit besonderer Liebe um sie besorgt seien.
Die Erzengel sagten ihr, dass sie immer versuchten, die göttlichen Geheimnisse, soweit sie diese fassen könne,
ihr liebevoll und vertraulich mitzuteilen.
Der Chor der Kräfte ließ sie wissen, dass sie sie in allem treu unterstützten,
wodurch sie die Ehre des Herrn mehren wolle.
Der Chor der Herrschaften teilte ihr mit, dass sie immer dann dem Herrn ihre besondere Ehrfurcht erwiesen,
wenn sie von ihm durch zärtliche Liebe erhoben wurde.
Ähnlich sprach der Chor der Fürstentümer, dass sie immer bemüht seien, sie mit Tugenden auszuschmücken,
damit der Herr sich an ihr freuen könne.
Und der Chor der Mächte sagte, dass sie, sooft sie den Herrn aufs innigste mit Gertrud vereinigt sahen,
alle äußeren und inneren Hindernisse beseitigten, die diesen trauten Umgang stören könnten.
Weil nämlich ein einziger liebender Mensch mehr beim Herrn vermag als viele Tausende, die die Liebe nicht haben.
Hierauf dankte Gertrud allen Engeln und dem Herrn der Heerscharen für alle Gnaden und Dienste, die ihr geschenkt wurden.

Am Fest Allerheiligen

An diesem Fest erkannte Gertrud die Heiligste Dreifaltigkeit, wie sie ohne Anfang und Ende in der Seligkeit gegenseitiger Liebe überströmt
und auch allen Heiligen ewige Freude schenkt.
Was sie aber da schaute, war so erhaben, dass sie es nicht wiedergeben konnte.
Später sah sie Christus als den Allherrscher, der um der Andacht willen, mit der die Kirche auf Erden dieses Fest beging,
die streitende Kirche mit der triumphierenden Kirche vereinigte.
So wurden alle, die in Treue zum Herrn in der Ehe lebten, mit den Patriarchen verbunden.
Diejenigen, die die verborgenen Geheimnisse Gottes erkennen druften, gehörten zu den Propheten;
die das Wort Gottes verkündeten,
zu den Aposteln und die Ordensleute zu den Martyrern.
Als sie nach der Kommunion für die Kirche beten wollte, fühlte sie keine Andacht.
Da bat sie den Herrn, ihr die Gnade der Andacht zu geben, wenn ihm ein Gebet für die Kirche gefalle.
Sofort wurden ihr die Würden aller Heiligen in  verschiedenen Farben gezeigt:
das Hyazinthenblau der Bekenner,
das Rosenrot der Martyrer und viele andere.
Da begann sie dem Herrn für die Verdienste aller Heiligen zu danken, für einen Chor nach dem anderen,
den sie in leuchtender Farbenpracht sah.
Jedesmal, wenn sie gedankt hatte, wurde sie selbst im Geiste in ein Gewand dieser Farbe gehüllt,
so dass sie schließlich mit den Farben aller Chöre geschmückt war.
Als sie so vor dem Herrn stand, streckte er seinen Arm aus, nahm sie an seine Brust und schien große Freude an ihr zu haben.

  

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Re: Ein verschlossener Garten.
Antwort #46 - 28.02.2017 um 23:53:47
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Am Fest der Kirchweihe

Während des Offiziums wurde sie an diesem Fest gleichsam in das Herz Jesu Christi geführt,
das wie ein Kirchenraum vorbereitet zu sein schien, worin man das Fest der Weihe feiern sollte.
Als sie darin einging, wurde sie im Geist so tark ergriffen, dass sie zum Herrn sagte,
es wäre für sie schon mehr als genug, wenn er sie an einen Ort geführt hätte, wo seine Füße gestanden hatten.
Aber was sie nun von einer so staunenswerten Herablassung sagen sollte?
Darauf antwortete ihr der Herr:
weil sie ihm so oft den besten Teil ihres Wesens, nämlich ihr Herz anbiete, darum tue er ihr ebenso.
In seinem Herzen werde sie alles finden, weil er alles in allem ist; alles dürfe sie hier nehmen, was sie sich wünsche.
Gertrud erwiderte ihm, dass es ja immer sein Geschenk war, wenn ihr Herz mit ihm irgendwie übereinstimmen konnte.
Aber der Herr gab ihr zur Antwort:
ihm sei es naturgemäß, dass er einem Menschen, dem er mit der Gnade zuvorgekommen sei,
auch die nachfolgende Seligkeit schenke.
Und wenn sich ihm ein Mensch hingebe, so dass er dessen Herz sich gleichgestalten könne,
dann müsse auch er, der Herr, ihm sein Herz schenken.
So weilte Gertrud an diesem Fest mit unaussprechlicher Freude im Herzen des Herrn.

Von einer Kapelle

Als man das Fest der Einweihung einer Kapelle feierte, die an das Kloster angebaut war,
sah Gertrud den Herrn, während man die Vigilien sang.
Er erschien in bischöflichen Gewändern auf dem Thron beim Altar und ordnete seine Kleider um sich,
als habe er sich diesen Ort zur Wohnung erwählt.
Dann sagte er: „Ich erfülle Himmel und erde, um wie viel mehr dieses Haus.“

Als beim Hochamt gesungen wurde:
„Mein Haus ist ein Bethaus“, legte der Herr die Rechte auf sein Herz und schien aus tiefstem Innern zu sprechen:
„Dies sage ich aus ganzem Herzen: ein jeder, der hier bittet, empfängt.“
Dann streckte er seinen Arm aus, senkte die Hand gleichsam von oben in die Mitte der Kapelle und blieb so,
als wollte er sie dort immer halten, um Wohltaten auszuspenden.
An diesem Fest erlebte Gertrud auch den Trost, dass die Chöre der Engel an ihrer Stelle Lobpreisungen
und Danklieder dem Herrn darbrachten, weil sie selbst zu krank warm, um ihn so zu ehren.

  

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Antwort #47 - 01.03.2017 um 00:19:34
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Eine Eucharistiefeier, vom Herrn persönlich für Gertrud gesungen

Einmal im Advent, am Sonntag Gaudete, klagte Gertrud dem Herrn, dass sie durch Krankheit verhindert sei,
an der Eucharistiefeier teilzunehmen.
Der Herr tröstete sie freundlich und sprach:
„Willst du nicht, dass ich dir selbst das Hochamt singe?“
Das nahm sie dankbar an.
Da begann der Herr mit lauter Stimme zu singen:
„Freuet euch im Herrn allezeit!“
Dadurch forderte er sie auf, sich an ihm zu erfreuen.
Er saß auf dem Thron seiner Majestät und Gertrud fiel im Geiste vor ihm nieder und küsste seine Füße.
Während er nun mit heller Stimme das Kyrie eleison sang, wurde sie von zwei erhabenen Engeln zu den göttlichen Personen geführt:
vom himmlischen Vater empfing sie die Verzeihung aller Sünden.
Von Christus wurde sie zu inniger Vereinigung freundlich an sein göttliches Herz genommen.
Vom Heiligen Geist wunderbar erleuchtet und gestärkt.
Dann stimmte der Sohn Gottes das Gloria in excelsis an, während er sich zu Gott Vater wandte.
Hierauf setzte er sich auf den Thron und die himmlischen Heerscharen sangen das Loblied zu Ende.
Gertrud aber saß zu Füßen des Herrn, indem sie ihr eigenes Nichts betrachtete und erkannte.
Da streckte der Herr seine Hand nach ihr aus und zog sie freundlich an sich.
Sofort erhob sie sich, stand neben ihm und wurde ganz durchstrahlt von seinem Licht.
Zwei Engel aus dem Chor der Throne brachten einen geschmückten Thron und stellten ihn ehrfurchtsvoll vor den Herrn.
Dann kamen zwei Engel aus dem Chor der Seraphim, setzten Gertrud auf den Thron
und stützten sie freundlich zu beiden Seiten.
Während sie so vor dem Herrn thronte, schien sie von seiner Herrlichkeit zu strahlen.
Nach dem Gloria erhob sich der Herr und grüßte Gertrud, indem er sang:
„Der Herr sei mit dir Geliebte“, und sie antwortete fröhlich:
„Und mein Geist mit dir Geliebter.“
Nachdem er die Oration gesprochen hatte, erhob sich der Evangelist Johannes und sprach das Evangelium:
„Es jubelte der Herr Jesus im Heiligen Geiste und sprach..
Hernach winkte der Herr Gertrud zu, dass sie in der Person der Kirche das Credo singe.
Als sie das getan hatte, sangen alle Heiligen das Offertorium.
Dann sah sie, wie das Herz des Herrn an seiner Brust sichtbar wurde und wie ein herrlicher Altar erschien,
auf dem die Engel alle Gebete und guten Werke der Menschen darbrachten, ebenso alle Heiligen des Himmels ihre Verdienst.
Nachdem der Herr selbst die Präfation gesungen hatte, trat in großer Schönheit seine himmlische Mutter hervor
und sang allein das Sanctus, weil sie von allen Geschöpfen der Heiligen Dreifaltigkeit am nächsten stand.
Am Schluß erhob sich der Herr und opferte dem Vater sein eigenes Herz und damit sich selber auf in so erhabender Weise,
dass kein erschaffenes Wesen dies erfassen kann.
Im selben Augenblick erklang in der Kirche die Glocke zur Wandlung...
Später winkte ihr der Herr, dass sie in Vereinigung mit ihm das Vaterunser bete.
Als sie es zu Ende gesprochen hatte, nahm er es sehr gnädig auf und wünschte, sie möge nun noch für die Kirche beten.
Dies tat sie mit ganzem Herzen. Dann zog der Herr sie an sich, umarmte sie sanft, strömte die Kraft seiner Gottheit in sie über,
machte sie eins mit sich und beseligte sie so sehr, wie ein Mensch in diesem Leben überhaupt dazu fähig sein kann.
In dieser Vereinigung empfing sie das Heiligste Sakrament. Nach der Kommunion sang der Herr mit klangvoller Stimme:
„Sieh, was ich begehrte, schaue ich ;
was ich hoffte, halte ich umfasst;
ihr bin ich vereinigt im Geiste, die ich auf Erden mit aller Treue geliebt habe.“
Dann wandte er sich an die Engel und Heiligen und sang:
„Freut euch ihr Gerechten“, worauf alle Scharen des Himmels Gertrud beglückwünschten.
Hernach sang der Herr in der Person der streitenden Kirche das Schlußgebet und als die Engel gesungen hatten:
„Dir gebührt Lobpreis und Ehre, o Herr“,
streckte seine Hand aus und gab Gertrud den Segen mit den Worten:
„Ich segne dich Tochter des ewigen Lichtes.
Jeder, für den du von jetzt an mit besonderer Liebe bittest, soll besonders beseligt werden.“
Jetzt kam Gertrud wieder zu sich und fühlte, dass ihr Geliebter mit ihr durch eine unauflösliche Vereinigung innig verbunden war.
ENDE


Aus: Ein verschlossener Garten – Herausgegeben von der Trappistinnen-Abtei „Maria Frieden“, Dahlem/Eifel mit Imprimatur ohne Copyrightangabe













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