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Normal Topic Frederick Faber Bekehrung (Gelesen: 141 mal)
Inka
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In tiefer Liebe für JESUS,
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Frederick Faber Bekehrung
17.05.2020 um 13:02:00
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Im Jahr 1814 wurde der englische Konvertit Frederick William Faber (1814-1863) im anglikanischen Pfarrhaus von Calverley geboren.
Sein Großvater war dort Pastor und sein Vater Sekretär des anglikanischen Bischofs der Stadt. der aufgeweckte Frederick wurde streng in der Lehre der anglikanischen Kirche von England erzogen, studierte später anglikanische Theologie und wurde 1839 mit 25 Jahren selbst Pastor. doch schon als Student hatte sich sein theologisches denken fragend romwärts gerichtet. Zudem kam er bereits vor seiner Tätigkeit als Pastor unter den Einfluss von John Henry Newman, der selbst ein aufrichtig Suchender war und zu der Zeit noch heftig gegen das Papsttum argumentierte. Entschlossen reiste Faber 1841 auf den Kontinent, um sich an Ort und Stelle selbst ein Bild über die römischkatholische Kirche zu machen.  Mit vielen unbeantworteten Fragen kam er zurück nach England, doch sein bitterer Ton der Gottesmutter und dem Papsttum gegenüber war einer stillen Offenheit gewichen. in dieser inneren Verfassung übernahm er im Herbst 1842 die anglikanische Pastorenstelle in Elton und entschloss sich kurz darauf, im Mai 1843, erneut zu einer Reise - diesmal auch nach Rom. entscheidend war dabei der Eindruck, den eine Papstmesse in der Lateranbasilika auf Faber machte. es war eine wirkliche gnadenstunde für den anglikanischen Pastor! in ihm, für den das Papsttum bisher ein unüberwindlicher „Stolperstein“ war, erwachte Bewunderung für das Oberhaupt der katholischen Kirche, Papst Gregor XVI., als er sah, wie dieser am Fuß des Altares vor dem Allerheiligsten niederkniete: „Wir alle knieten mit ihm nieder; eine bewegendere Szene habe ich nie gesehen. Die knienden Kardinäle und Prälaten, die knienden Soldaten, die bunt gemischte Volksmenge, die Pracht der herrlichen Kirche und in ihrer Mitte der in Weiß gekleidete päpstliche greis, demütig hingestreckt vor dem erhobenen hochheiligen Leib unseres Herrn; und dabei lautloses, tiefes Schweigen. Welch ein Anblick war das doch!“  Auf dem Platz vor der Lateranbasilika empfing Faber mit all den anderen kniend den päpstlichen Segen. „ich glaube nicht“, schrieb er nach England, „dass ich jemals von einem Gottesdienst so durch und durch verchristlicht und in so guter Herzensstimmung heimkam wie an diesem Tag.“ Zweimal war Faber bereits in Rom nahe daran, sich zur Konversion zu melden, wären nicht Hindernisse dazwischengekommen. Zurück in Elton, wirkte Faber weiter als Pastor, doch bereits ganz in katholischer Glaubenshaltung. Vor allem faszinierte ihn die wirkliche Gegenwart Christi in der hl. Eucharistie, und so musste er ganz einfach darüber predigen. er empfahl seiner Gemeinde zudem die Herz Jesu-Verehrung und führte sie sogar zur regelmäßigen Gewissenserforschung und zur hl. Beichte! Alles geradezu undenkbare Dinge für Anglikaner! Doch durch seine warmherzige, mildtätige und freundliche Art hatte er großen pastoralen Erfolg. Bald beichtete eine eifrige Schar junger Männer regelmäßig. Sie empfingen oft das Abendmahl und beteten gewöhnlich um Mitternacht eine Stunde mit P. Faber in dessen Rektorat. Er selbst betete das römische Brevier und fastete so streng, dass seine Gesundheit bald darunter litt. In der Zeit schrieb er auch an einem Buch über englische heilige, wie es ein katholischer Priester nicht besser hätte tun können. Immer deutlicher wurden ihm die Widersprüche in der anglikanischen Hochkirche, Zweifel bedrängten ihn von allen Seiten, und in wachsendem inneren Kampf schrieb er einem Freund: „ich werde täglich mehr ‚römisch‘, aber ich hoffe, nicht dem Willen nach.“ Fabers neue Methoden versetzten die Anglikaner in hellste Aufregung. er selbst war friedlos und immer schmerzlicher zerrissen zwischen seinem Stand als anglikanischer Seelsorger und seinem bereits durch und durch katholischen denken und Wirken. da erreichte ihn Anfang Oktober 1845 die Nachricht, John Henry Newman, sein hochgeachtetes Vorbild, sei in die katholische Kirche übergetreten, weil er endgültig in ihr die Kirche der Apostel und Kirchenväter erkannt hatte. Wenige Wochen später, es war in der Nacht des 12. November 1845, kam es schließlich auch für Pastor Faber zum entscheidenden Ereignis: er brachte gerade einem kranken Gemeindemitglied das Abendmahl, als er plötzlich von der unumstößlichen Gewissheit lebhaft durchdrungen wurde: „das, was ich hier spende, ist gar nicht der Leib des Herrn, weil ich kein wirklicher Priester mit der nötigen Wandlungsvollmacht bin!“  Von diesem Moment an vermochte er niemandem mehr das Abendmahl auszuteilen. nur vier Tage später, am 16. November, hielt er den letzten anglikanischen Gottesdienst und erklärte seiner erstaunten Gemeinde: „die Lehre, die ich euch verkündet habe, ist zwar wahr, entspricht jedoch nicht der Lehre der anglikanischen Kirche, ja sie wird von ihr sogar verworfen. Deshalb kann ich nicht mehr bei euch bleiben, sondern muss dorthin gehen, wo sich die volle Wahrheit befindet.“ Hastig stieg er von der Kanzel, warf den Chorrock ab und eilte durch die Sakristei ins Pfarrhaus. Seine Zuhörer waren bestürzt, doch die meisten eilten ihrem Pastor nach und baten ihn inständig, doch weiterhin bei ihnen zu bleiben. er dürfe ruhig weiterhin so predigen, wie er es bisher für richtig empfand, es habe ihnen gefallen. doch Faber verließ am 17. November endgültig sein anglikanisches Wirkungsfeld. noch am selben Tag wurde er zusammen mit seiner Männervereinigung, die sich nicht von ihrem geistlichen Vater trennen wollte, in Northampton vom Bischof in die katholische Kirche aufgenommen. tags darauf, am 18. November, empfing Faber mit seinen Gefährten die hl. Erstkommunion und die hl. Firmung. Von da an herrschte in seinem Herzen Friede.  Nach zwei Studienjahren empfing Faber 1847 die katholische Priesterweihe und trat ein Jahr später mit seiner kleinen Konvertiten Gemeinschaft in das Oratorium des hl. Philipp Neri in Birmingham ein, dessen Leiter John Henry Newman war. 1849 gründete F aber selbst das Oratorium in London, wo er die letzten 14 Lebensjahre als ausgezeichneter Prediger und erfahrener Seelenführer fruchtbar wirkte. Bis zu seinem Tod mit 49 Jahren weihte P. Faber sich und sein intensives Apostolat oftmals der Gottesmutter, zu der er so tief gefunden hatte, dass er sie auch in seinen schönen spirituellen Schriften gerne „Mama“ und „Miterlöserin der
Menschheit“ nannte.


Quelle: F. Holböck, das Allerheiligste und die heiligen, Christiana Verlag 1986
  

Mt5/14
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