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Normal Topic Unbeflecktes Herz Mariä Gedenken Monat August (Gelesen: 242 mal)
Inka
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In tiefer Liebe für JESUS,
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Unbeflecktes Herz Mariä Gedenken Monat August
06.08.2020 um 12:43:47
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1.Von der Verehrung des heiligsten Herzens Mariä.
Maria die allerseligste Jungfrau, ist unsere Mutter; und ihr reinstes Herz ist das Herz unserer Mutter; sie hat zur Menschwerdung des Sohnes Gottes ihre Einwilligung gegeben; ihr jungfräuliches Herz war die Werkstätte Gottes bei der Wirkung unsers Heiles, denn aus dem Blute ihres Herzens hat der Heilige Geist den Leib unsers Herrn Jesu gebildet, ist Jeus der Sohn Gottes Mensch und unser Bruder geworden. Ist aber der Gottmensch Jeus unser Bruder, so sind wir geistiger Weise auch Kinder Mariens, und ihr heiligstes Mutterherz schlägt auch für uns. – Als Maria unter dem Kreuze stand, da hat sie uns in dem Augenblicke, da Jesus zu Johannes sprach: „Siehe deine Mutter“, mit den größten Schmerzen ihres Mutterherzens geboren, sind wir ihre Schmerzenskinder geworden. – Welches Kind wird aber das Herz seiner besten Mutter, die für es das Teuerste, das Leben ihres einzigen Sohnes hingegeben hat, nicht lieben und ehren? – Ist ja dieses allerbeste Mutterherz auch das schönste, reinste, heiligste unter allen Menschenherzen; denn in dasselbe hat Gott, der Herr, eine solche Fülle der Gnaden niedergelegt, dass der Engel bei der Verkündigung zu Maria sprach: „Du bist voll der Gnaden“; ist ja dieses heiligste Mutterherz so reich an Tugenden, dass kein Menschenherz ihm gleicht. Wer wird daher ein so schönes, gnadenvolles, tugendreiches Herz nicht verehren? So überaus schön, so reich an Gnaden und Tugend denn, so voll von Liebe ist dieses reinste Mutterherz gegen uns, ihre Kinder. Ein Mutterherz kann nur lieben, wie groß, wie flammend muss seine Liebe zu uns sein, weil Gottes Sohn, der die Liebe selbst ist, unter ihrem Herzen geruht hat. Wer wird ein so liebevolles Mutterherz nicht lieben? So voll der Liebe das heiligste Mutterherz Mariens ist, so voll des Erbarmens ist es auch gegen ihre armen, Trost- und hilflosen Kinder. Es gibt so viel Kreuz, Jammer und Elend auf dieser Erde und so wenig Trost und Hilfe; so wenig Mitleid und Erbarmen; wer von den Unglücklichen soll nicht zu dem erbarmenden Mutterherzen Mariens seine Zuflucht nehmen, welche helfen will, kann und wird? Sie will helfen, weil die Mutter ist, die kann helfen, weil Sie die Mutter des Sohnes Gottes ist, sie wird helfen, weil sie als Mutter ihre Kinder nicht verlassen kann. – Die Unglücklichsten, die Verlassensten unter den Menschenkindern sind aber die armen Sünder. Nur sie haben das Leben der Gnade verloren. Siehe, da tritt das Mutterherz Mariens für sie ins Mittel. Das Herz ist ja der Sitz des Lebens, und wie von da aus altes Leben ausströmt in den ganzen Leib des Menschen, so strömt auch in unsern Tagen neues Leben aus dem heiligten Herzen Mariä in die Glieder des Leibes Jesu, der heiligen katholischen Kirche. Deswegen wird auch Maria „unser Leben“ von der katholischen Kirche genannt und auf sie die Stelle der heiligen Schrift angewendet: „Wer mich findet, findet das Leben und schöpfte das Heil von dem Herrn.“ (Sprüche. 8, 35.) Diese Macht aber, das wahre Leben, d. i. die heilig machende Gnade Gottes zu erwerben und mitzuteilen, hat Maria von Jesus, ihrem göttlichen Sohne, erhalten, den sie schon mit brennender Liebe im Geiste umfasste, ehe sie Ihn vom heiligen Geiste empfing, den sie unter ihrem Herzen getragen, und der Fleisch von ihrem Fleische, Blut von ihrem Blute angenommen hat. Ganz besonders hat aber Maria diese Macht der Gnade, das Leben zu erwerben und mitzuteilen, damals empfangen, als sie unter dem Kreuze ihres geliebtesten Sohnes stand, und an ihr in Erfüllung ging, was der heilige Greis Simeon ihr vorausgesagt hatte: „Deine eigene Seele wird ein Schwert durchdringen.“ Damals hat sie unter unnennbaren Schmerzen das allergrößte Opfer für uns dargebracht, – das Leben ihres Sohnes, weswegen der heilige Augustin ausruft: „Zwei Altäre findet meine Seele an diesem Tage: einen in dem Leibe Christi, den andern im Herzen der Jungfrau; auf jenem wird das Fleisch des Sohnes, auf diesem die Seele der . Jungfrau geopfert.“ Durch dieses schmerzlichste Opfer seiner Mutter bewogen, hat uns Jesus seiner Mutter als Kinder übergeben, und von nun an gehören wir ihr an, und wir haben das Vertrauen, durch sie Alles zu erlangen, was zu unserm Heile notwendig ist. Diess ist auch der Grund, warum von jeher in der katholischen Kirche die allerseligste Jungfrau so kindlich ist verehrt worden.


  

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Re: Unbeflecktes Herz Mariä Gedenken Monat August
Antwort #1 - 08.08.2020 um 14:14:45
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2.Von der Verehrung des heiligsten Herzens Mariä.
Höre, was der heilige Cyrillus, Patriarch von Alexandria, spricht, der im Jahre 444 n. Chr. G. gestorben ist: „Sei von mir gegrüßt, Maria, Mutter meines Gottes, verehrungswürdige Beschützerin der ganzen Christenheit! Leuchte, die nie erlischt, hellleuchtender Stern der Wahrheit und wahren Lehre. Sei von mir gegrüßt, Maria, die du in deinem reinen, jungfräulichen Schoße den Unendlichen, den Unbegreiflichen trügest; du, durch die allein der aller heiligsten Dreifaltigkeit wahre Ehre und Anbetung zu Teil ward; durch die das kostbare Kreuz der Erlösung über den ganzen Erdkreis prangt, durch die die Himmel triumphieren, die Engel frohlocken, das Antlitz der Erde sich erneut, die höllischen Geister erschrecken, der Versucher entflieht, das gefallene Geschlecht Adams sich wieder zum Himmel erhebt, und die Sonne der Gerechtigkeit und Wahrheit über den Gräbern des Götzen Thums wieder aufgeht. Sei mir gegrüßt, Maria, durch die die Gläubigen der Taufe teilhaftig und mit dem Öle der Freude gesalbt werden. Sei mir gegrüßt, Maria, durch die der einzige Sohn Gottes, das wahre und einzige Licht der Welt, jene, welche im Schatten des Todes sitzen, erleuchtet hat. Wer könnte dich, namenlos heilige Jungfrau, wer könnte dich nach Würde loben?“– Du siehst also, mein Christ, wie schon in der frühesten Zeit der katholischen Christenheit der allerseligsten Jungfrau die höchste Ehre erwiesen und das größte Vertrauen auf ihre Fürbitte ist gesetzt worden. Nicht durch sich selbst, sondern durch ihre mächtige Fürbitte bei Gott erlangt sie uns das wahre Leben, nämlich alle jene Gnaden, welche zu einem christlich frommen und Gott wohlgefälligen Leben notwendig sind, und ihr Herz ist der Kanal, durch welchen uns alle diese Gnaden zufließen. Deswegen haben sich besonders in unsern Tagen nicht bloß Tausende, sondern Millionen von katholischen Christen jeden Alters, Stan des und Geschlechtes der Verehrung des heiligsten Herzens Mariä gänzlich hingegeben, in der Hoffnung, durch dieselbe die Gnade zu einem Gott wohlgefälligen Leben, Hilfe in allen Anliegen, und das ewige Heil zu erlangen. Selbst der Heilige Vater zu Rom, Papst Gregor XVI. glorreichen Andenkens, hat seine kindliche Verehrung des heiligsten Herzens Mariä schon offen an den Tag gelegt, und in seinem im Jahre 1838 an den Direktor der Erzbruderschaft zu Paris gerichteten apoſtoliſchen Breve erklärt, „dass ihm Nichts so sehr „am Herzen liege, als auf jede mögliche Weise das „Wohl der Christgläubigen zu befördern, und die Verehrung der jungfräulichen Gottesmutter zu verbreiten, „welche als Königin zur Rechten Gottes stehend im goldenen Kleide und bunten Gewande Alles von ihm zu erlangen vermag, und welche die wirkliche Schützerin der katholischen Kirche und unsere allersicherste Hoffnung ist. Die Verehrung des heiligsten Herzens Mariä ist also von der Kirche bestätigt, und dieser hat durch ihre Bestätigung nichts anders getan, als was Gott selbst durch die vielen und großen Wunder, welche fast täglich auf die Fürbitte dieses mächtigen Herzens geschehen, bezeugt hat, dass ihm nämlich diese Verehrung angenehm und wohlgefällig sei. Du wollt dir aber unter dem Herzen Mariä kein fleischliches Herz vorstellen, sondern ihr ganzes Leben, ihre heiligen Gedanken und Begierden, ihre himmlischen Vorstellungen und Empfindungen, ihr brennendes Ver langen nach Gott, ihre grenzenlose Liebe Gottes und des Nächsten, ihre herrlichen Tugenden als ebenso viele Schätze ihres reinsten Herzens betrachten und nachzuahmen suchen. Trachte also vor Allem bei deinen Gedanken, Begierden, Empfindungen, Worten und Werken immer das Leben der seligsten Jungfrau, ihr herrliches Beispiel vor Augen zu haben, und darnach dein eigenes Leben zu ordnen; und wenn du dann in deinen Nöten und Ängsten, in deinen Versuchungen und Anfechtungen zu Maria deine Zuflucht nimmst, dann wirst du finden, dass der hl. Bernard mit Recht von Maria gesagt hat: „Es ist noch nie erhört worden, dass einer von denen, welche um deinen Schutz flehten, deinen Beistand anriefen, und zu dir ihre Zuflucht nahmen, jemals verlassen worden wäre.“ Um nun dir und allen wahren Verehrern des heiligsten Herzens Mariä, unserer liebreichsten Mutter, eine Anleitung zur heilsamen Verehrung dieser hohen Himmelskönigin in die Hand zu geben, habe ich dieses Gebetbuch verfasst, und dabei nur das Heil deiner unsterblichen Seele und die Verherrlichung unserer geliebtesten Mutter im Auge gehabt. Möge Maria ihre segnende Hand auf dieses Werk legen und uns Allen verhelfen, dass wir dahin gelangen, wo sie ist, in den Himmel, und dort mit ihr und allen Engeln und Heiligen loben und preisen Gott den Vater, den Sohn und den heiligen Geist in alle Ewigkeit.


Quelle : Ein Gebetsbuch für Die wahren Verehrer der seligsten Jungfrau
Von Georg Ott, Decan und Stadtpfarrer in Abensberg Erschienen 1878 im Verlag von Friedrich Pustet
  

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Re: Unbeflecktes Herz Mariä Gedenken Monat August
Antwort #2 - 12.08.2020 um 12:50:22
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3.Kurzer Bericht über die Entstehung und wunderbare Ausbreitung der Erzbruderschaft des heiligsten und unbefleckten Herzens Mariä. 

Die Liebe zum Allerheiligsten Herzen Jesu ist immer mit der Liebe zu dem reinsten Herzen Mariä verbunden. Das Herz der jungfräulichen Mutter ist mit dem Herzen ihres Sohnes innigst vereinigt, es ist der vollkommenste Spiegel, der lebendige Abdruck des göttlichen Herzens Jesu und nach diesem das reinste, zärtlichste, liebreichste, erbarmungsvollste Herz, das jemals war und sein wird, mithin nach demselben auch der würdigste Gegenstand unserer Liebe und Verehrung. Maria ist „die Mutter der schönen Liebe“; zu ihr müssen wir hingehen, wenn wir wollen, dass unser Herz vom heiligen Feuer der göttlichen Liebe entflammt werde. Maria ist die Zuflucht der Sünder, zu ihr, der Mittlerin zwischen Jesus, ihrem Sohne und dem sündigen Menschengeschlechte, müssen wir also eilen, um von Sünden rein und mit Jesus wieder ausgesöhnt zu werden. Ihr Herz ist der Eingang zum Herzen Jesu. Niemals bestand daher die Andacht zum göttlichen Herzen Jesu, ohne die Andacht zum heiligsten Herzen seiner hochgebenedeiten Mutter. Schon im Jahre 1668 erlaubte der Heilige Stuhl zu Ehren des unbefleckten Herzens Mariä öffentliche Andachten, und bis zum Jahre 1743 gab es in der katholischen Kirche 84 Bruderschaften zu Ehren des heiligsten Herzens Mariä! Allein im Laufe der Zeit, besonders in den letzten Kriegsjahren gingen durch die herrschende Gottlosigkeit diese öffentlichen Andachten und Bruderschaften unter; nur in wenigen frommen Herzen flammte noch die An dacht zu dem liebreichsten Herzen Mariä. Da aber sollte in unseren Tagen die Zeit gekommen geheimen und wunderbaren Absichten Gottes die Verehrung des heiligsten und unbefleckten Herzens Mariä als ein neues Zeichen des Sieges über Gottlosigkeit, Irrtum und Unglauben in der Welt sollte aufgerichtet werden. Die Veranlassung dazu war folgende: 

Inmitten von Paris, der Hauptstadt Frankreichs im Mittelpunkte des Handels und der Gewerbe, von Schauspielhäusern und Belustigungsorten erfüllt und umringt, liegt die Pfarrkirche unserer lieben Frau vom Siege, und auch die Pfarrei gleichen Namens. Weil diese Pfarrei in jenem Stadtviertel lag, wo die Menschen fast alle nur an den abscheulichen Lüsten ihre Freude hatten und nur nach Gewinn trachteten, so war auch da die größte Gleichgültigkeit gegen den Glauben, ja Geringschätzung und Widerwillen gegen die Ausübung desselben anzutreffen. Die Pfarrkirche unserer lieben Frau war selbst an den höchsten Festtagen wie leer, und der Gebrauch der heiligen Sakramente dermaßen vernachlässigt, das sogar auf dem Todbette dieselben nicht verlangt wurden. Es schien, als sei alles Gefühl für die heilige Religion aus allen Herzen verschwunden. Dem frommen und eifrigen Pfarrer blieb keine andere Zuflucht, als sein tiefverwundetes Herz vor seinem göttlichen Heilande und dessen erbarmungsvollen Mutter auszuschütten. Am 3 Dezember 1836 brachte er das heilige Messopfer an demjenigen Altare Mariens dar, welcher seitdem ihrem heiligsten und unbefleckten Herzen gewidmet worden ist. Sein Gemüt war in tiefen Schmerz versunken bei dem Gedanken, wie elend und Gott vergessen seine Pfarrkinder dahinleben, und wie alle seine Mühe und Arbeit seit 5 Jahren vergeblich gewesen. Da kam ihm plötzlich während der heiligen Messe der Gedanke in den Sinn, seine Pfarrei dem heiligsten und unbefleckten Herzen Mariä anzuempfehlen, und auf diese Weise die Bekehrung der Sünder zu erwirken. Er wollte diesen Gedanken als eine Zerstreuung ausschlagen, allein vergebens, immer kehrte der Gedanke wieder zurück, bis zum Sanctus. Am Ende der Danksagung aber kam der Gedanke nochmals und so heftig, dass der fromme Pfarrer nachgab und dachte: „Es ist immerhin eine Andacht zur seligen Jungfrau, die einen guten Erfolg haben kann; wir wollen einen Versuch machen.“ Am 11. Dezember, als am dritten Adventsonntage, verkündete er vor dem Hochamte, dass abends um 7 Uhr in der Pfarrkirche eine Andacht gehalten werden sollte, um die göttliche Barmherzigkeit durch die Fürbitte des Herzens Mariä um die Bekehrung der Sünder anzuflehen. Hören wir nun den Erfolg, wie ihn der gottesfürchtige Seelsorger selbst erzählt: „Während des ganzen Tages schwankte ich zwischen Furcht und Unruhe und einigen Strahlen von Hoffnung; ich rechnete, dass nach der Zahl der Gläubigen beim Hochamte, kaum mehr als sechzig bis siebenzig am Abende erscheinen würden und siehe da um 7 Uhr fand ich in der Kirche eine Versammlung von 4 bis 500 Personen. Niemals, als an den hohen Festen von Weihnachten und Ostern hatte ich hier in der Kirche so viele Leute gesehen, und namentlich nicht so viele Männer. Wer hatte sie hereingeführt? Die Mehrzahl wusste nicht einmal was vorging, sondern nur der Umstand, dass sie die Kirche zu so ungewöhnlich später Zeit offen sahen, hatte sie veranlasst hineinzugehen.“ Die Andacht begann mit der Vesper der heiligen Jungfrau, man wohnte derselben mit Ruhe, aber auch mit Gleichgültigkeit bei; man wusste nicht, warum man da war. Es wurde hierauf eine kurze Lehre gehalten über die Absicht und den Zweck der Zusammenkunft, welche mit Aufmerksamkeit und Sammlung angehört wurde; der Eindruck, den diese Lehre gemacht hatte, gab sich sogleich dadurch kund, dass Alle mit Andacht die Gebete vor dem Segen mitbeteten, bei der Litanei unserer Lieben Frau verdoppelte sich die Inbrunst und die Worte: „Zuflucht der Sünder, bitt für uns! Wiederholten sie von freien Stücken dreimal, sowie die Orte: „Verschone uns, o Herr!“ „Ich lag“, erzählte der Pfarrer, „auf den Knien vor dem Allerheiligsten Sakramente: bei dem Ausrufe der Reue und Liebe hüpfte mein Herz vor Freude; ich erhob mein Auge voll Tränen zu dem Bildnisse Mariens und wagte ihr zu sagen: „O meine liebe Mutter du hörst den Ruf der Liebe und des Vertrauens; du wirft diese armen Sünder retten, welche dich ihre Zuflucht nennen. O Maria, nimm an diesen Bund; gib mir hierüber ein Zeichen durch die Bekehrung des Herrn N . . .; morgen will ich in deinem Namen zu ihm gehen.“

Quelle : Ein Gebetsbuch für Die wahren Verehrer der seligsten Jungfrau
Von Georg Ott, Decan und Stadtpfarrer in Abensberg Erschienen 1878 im Verlag von Friedrich Pustet

  

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Re: Unbeflecktes Herz Mariä Gedenken Monat August
Antwort #3 - 17.08.2020 um 13:10:26
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3 Teil 2
N . . . war ein alter und der letzte Minister Ludwig XIV., Königs von Frankreich; er hing der Sekte der sogenannten Philosophen des achtzehnten Jahrhunderts an, und lebte seit seiner Jugend fast ohne Religion. Über 80 Jahre alt, blind und krank seit mehreren Monaten, war er doch noch kräftig. Er war ein gründlicher Rechtsgelehrter und zugleich der Rathgeber einer Menge Familien, deren Angelegenheiten er verwaltete. Zehnmal hatte ich mich als sein Pfarrer an seiner Türe eingefunden, aber ebenso oft war ich abgewiesen worden. Am 12. Dezember stellte ich mich von Neuem bei ihm ein; man will mich abermals abweisen, allein ich ging nicht und wurde in sein Zimmer geführt. Nachdem ich einige höfliche Worte mit dem Kranken gesprochen hatte, sagte derselbe ohne weitern Umschweif zu mir: „Herr Pfarrer, haben Sie die Güte, mir den heiligen Segen zu geben.“ Nachdem ich dieses getan hatte, fügte er hinzu: „O, was hat mir Ihr Besuch wohlgetan; zwar kann ich Sie nicht sehen aber ich fühle Ihre Gegenwart; seid Sie bei mir sind, habe ich einen Frieden, eine Ruhe, eine bisher nie gekannte Freude.“ Als der Pfarrer merkte, dass der Kranke so gerührt sei, brachte er ihn auch dahin, dass er seine Beichte ablegte. Gott gab dem Kranken viele, große Gnaden, und er machte einen recht guten Ge brauch davon. Das Leben desselben wurde noch bis zum 10. April 1837 verlängert, und jeden Tag weihte er Gott mit inniger Reue, mit Liebe und Ergebung in seinen heiligen Willen.“ - Diese auffallende Bekehrung eines Mannes, der viele Jahre ohne Ausübung der heiligen Religion lebte und sich nicht bekehren wollte, benahm nun dem Pfarrer alle Furcht und Besorgnis; er wurde vielmehr mit dem festesten Vertrauen erfüllt, dass sein Unternehmen Gott wohlgefällig sei und von ihm gesegnet werde. Er hatte nämlich im Sinne, eine Bruderschaft zu Ehren des heiligsten und unbefleckten Herzens Mariä zu errichten, und hatte deswegen schon die Bruderschaftsregeln aufgesetzt, welche der hochwürdigste Herr Erzbischof von Paris genehmigen und betätigen sollte.


Quelle : Ein Gebetsbuch für Die wahren Verehrer der seligsten Jungfrau
Von Georg Ott, Decan und Stadtpfarrer in Abensberg Erschienen 1878 im Verlag von Friedrich Pustet

  

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Re: Unbeflecktes Herz Mariä Gedenken Monat August
Antwort #4 - 21.08.2020 um 12:14:25
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3 Teil 3
Am 22. Januar geschah dieses, indem der Erzbischof die Bruderschaft betätigte und den Beginn der Einschreibung in die Bruderschaft erlaubte. Kaum war die Bruderschaft errichtet, kaum hatten die Andachten alle Tage um 7 Uhr abends angefangen, so zeigte sich auch eine Veränderung in dem sittlichen Zustande der Pfarrei; die Kirche wurde immer mehr besucht, den heiligen Messen und andern Verrichtungen beigewohnt, und so gab denn die österliche Zeit wegen der Menge, welche zum Tische des Herrn gingen, diesmal dem Pfarrer der Gemeinde einen um größeren Trost. Wie wunderbar diese Veränderung war, kann man aus den Kommunionen abnehmen, welche jetzt verrichtet wurden. - Im Jahre 1835 kommunizierten unter 26,000 bis 27,000 Seelen, welche die Pfarrei enthält, nicht mehr als 720; dagegen im Jahre 1837 empfingen 9950 und im Jahre 1838 über 12.000 die heilige Kommunion. Am Vorabende hoher Festtage den ganzen Tag bis Mitternacht Beichte gesessen werden. Von nun an folgte eine wunderbare Bekehrung auf die andere; in allen sieht man die wunderbare Gnade des Herrn und die große Macht des heiligsten Herzens Mariä. Die verstocktesten Sünder wurden erweicht. Menschen, die von Gott ganz abgefallen waren, wurden wieder zu Gott zurückgeführt, in Lastern aller Art ergraute Sünder warfen sich mit Tränen der Reue zu den Füßen des Priesters; auch Krankheiten des Leibes wurden plötzlich geheilt, Blinde sehend gemacht. Die vielen wunderbaren Bekehrungen, welche gleich nach oben gemeldeter Andacht in der Kirche unserer Lieben Frau vom Siege sich ereigneten, veranlassten den frommen Pfarrer, die Regeln und Statuten der Bruderschaft dem päpstlichen Stuhle zur Bestätigung vor zulegen, mit der ehrfurchtsvollsten Bitte, dass die in seiner Kirche errichtete Bruderschaft zu einer Erzbruderschaft in ganz Frankreich erhoben würde. Der Heilige Vater aber, innigst erfreut über die großen Gnadenwirkungen, welche durch Anrufung des mütterlichen Herzens Mariä selbst an den größten Sündern sich fortwährend kund gaben, und vom herzlichen Wünsche beseelt, dass die ganze Christenheit an denselben Anteil haben möchte, willigte in das fromme Begehren des eifrigen Seelsorgers nicht nur gerne ein, sondern er tat noch weit mehr, indem er durch ein Breve vom 24. April 1838 „die in der Pfarrkirche zu unserer lieben Frau vom Siege in Paris errichtete Bruderschaft vom heiligsten und unbefleckten Herzen Mariä für die Bekehrung der Sünder“ zu einer Erzbruderschaft für die ganze Welt erhob, so dass alle anderen Bruderschaften dieses Namens von derselben ausgehen und von ihr abhängen sollten; und er verlieh ihr alle jene Ablässe, die wir unten angeben werden, und die auch den übrigen Bruderschaften vom Herzen Mariä, sofern sie mit der Hauptbruderschaft in Paris vereinigt sind, gemeinschaftlich angehören.


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Re: Unbeflecktes Herz Mariä Gedenken Monat August
Antwort #5 - 24.08.2020 um 15:29:21
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3 Teil 4
Am 16. Juni 1842 machte der Pfarrer von unserer Lieben Frau vom Siege eine Reise nach Rom, um vom Heiligen Vater, dem damaligen Papst Gregor XVI., für sich und die ganze Erzbruderschaft den heiligen Segen zu empfangen und am Grabe der heiligen Apostel Petrus und Paulus für das Gedeihen seines großen Werkes zu beten. Zweimal durfte er vor dem Heiligen Vater, dem Nachfolger des heiligen Petrus, dem Stellvertreter Jesu, dem allgemeinen Hirten der Völker, erscheinen, und jedes Mal wurde er mit der größten Liebe aufgenommen. Seinen Abschied vom Papste beschreibt er mit folgenden Worten: „Als wir den Heiligen Vater verlassen wollten, warfen wir uns zu seinen Füßen nieder, um seinen Segen zu empfangen, den ich für die Erzbruderschaft verlangt hatte und mit gesenktem Haupte erwartete. Der Heilige Vater richtete mein Haupt empor mit der linken Hand. Ich hob meine Augen zu ihm auf und vernahm aus seinem Munde folgende Worte, die ich euch, treuere Mitbrüder, in goldenen Buchstaben rüberschicken möchte: „Die Erzbruderschaft, ich bin dankbar, sehr dank bar für alles Gute, das sie in Frankreich und in der ganzen Kirche wirkt; ich segne sie, ich segne sie. Saget es ihr.“ Bei den Worten: „ich segne sie, ich segne sie,“ machte er jedes Mal das Zeichen des heiligen Kreuzes. Da nun die Bruderschaft den Beifall und den Seen des Obersten der Hirten, des Vaters der Christen hatte und die Zahl der wunderbaren Bekehrungen und Heilungen sich von Tag zu Tag mehrten, so verbreitete sich diese Andacht zum heiligsten Herzen Mariä mit unbegreiflicher Schnelligkeit über ganz Frankreich und die ganze Welt. Binnen zwei Jahren zählte sie schon in Paris allein 58,962 Mitglieder und in den verschiedenen Städten und Dörfern des Landes waren schon 187 Bruderschaften errichtet. Von allen Seiten beeilte man sich, verstockte Sünder den Gebeten der Erzbruderschaft zu empfehlen und oft an demselben Tage schon, wo diese Empfehlung von der Kanzel war verlesen worden, geschah es, dass das Herz des Sünders plötzlich zur Buße erweicht wurde. Unter solchen Umständen musste auch das Ausland nach dieser Andacht Verlangen tragen, und in der Tat war sie schon im Jahre 1840 von Frankreich aus in allen Weltteilen verbreitet. Die Missionäre führten sie, sobald sie davon hörten, unter den Wilden ein, die sie zum Christentum bekehrt hatten, und da, wo sie sonst nichts ausrichteten, erlangten sie durch das heiligste Herz Mariä die wunderbare Bekehrung auch der widerspenstigen Heiden. Überall, wo diese Andacht bekannt wurde, ergriff sie auch sogleich die Herzen der Gläubigen. In Frankreich allein waren im Jahre 1843 schon über drei Millionen Mitglieder, unter denen sich sehr viele Männer aus allen Ständen, selbst von den höchsten Würden befanden. Im Jahre 1842 belief die Zahl der Filialbruderschaften auf 2382 und im Jahre 1843 wurden 338 gezählt. Diese Angabe der zum unbefleckten Herzen Mariä bestehenden Bruderschaften ist aber bei weitem nicht vollständig, da fast jeden Tag solche Bruderschaften errichtet werden. Auch nach Bayern hat sich diese Andacht zum heiligsten und unbefleckten Herzen Mariä verbreitet, und überall fühlen sich die Gläubigen mit wunderbarem Verlangen zu dem eigen Herzen der glorreichsten Gottesmutter hingezogen! –


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Antwort #6 - 26.08.2020 um 16:45:52
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3 Teil 5
Bei dem Vorstande der Erzbruderschaft in Paris laufen beständig die erfreulichsten Berichte darüber ein. Man meldet von allen Seiten, dass da, wo diese Bruderschaft errichtet wurde, auch der Glaube neu belebt, die Frömmigkeit angeregt, der Gebrauch der heiligen Sakramente vermehrt, und der Kirchenbesuch befördert worden ist, dass manche Kirche die Andächtigen nicht mehr zu fassen vermag. So freigebig erzeigt sich Maria gegen diejenigen, für welche ihr mütterliches Herz mit Vertrauen angerufen wird. Niemand soll unter ihrem Schutze verzweifeln, weil sowohl ihre Macht bei Gott als auch ihre Liebe zu den Menschen ohne Grenzen sind. Ich bitte dich daher, christliche Seele, übergib dich dein ganzes Leben lang dem Schutze der allerseligsten" Jungfrau, weihe deinen Leib und deine Seele für Zeit. und Ewigkeit ihrem mildesten, mächtigsten, liebevollsten Herzen. Glaube ja nicht, dass die Verehrung dieser glorwürdigsten Mutter, deren heiligstes und unbeflecktes Herz als Zeichen des Sieges und Triumphes über Sünde und Unglauben am Himmel strahlet und mit seinem Glanze die ganze Welt erleuchtet, glaube ja nicht, sage ich, dass die Verehrung dieser mächtigsten Jungfrau etwas Neues ist. Nein, so lange Jesus als der Sohn des lebendigen Gottes angebetet und verherrlicht wird, wird auch seiner liebreichsten Mutter Ehre und Liebe erwiesen; das aber Maria heiligstes Herz gerade in unsern Tagen so verehrt und verherrlichet wird, ist ein Zeichen der menschlichen Erbarmung Gottes gegen uns armselige Menschen. Wie in den Tagen Noes die Arche der einzige Ort der Zuflucht und der Rettung aus der allgemeinen Sündflut gewesen, so ist das heiligste Herz Mariä die Rettungsarche, durch welche alle diejenigen, die mit der gottlosen, ungläubigen Welt nicht zu Grunde gehen wollen, gerettet werden.


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Re: Unbeflecktes Herz Mariä Gedenken Monat August
Antwort #7 - 28.08.2020 um 13:48:54
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4.Geistliche Gnaden und heilige Ablässe, welche den Mitgliedern der Bruderschaft des heil. Herzens Mariä zu teil werden.
Der Zweck dieser Bruderschaft ist wie bekannt dieser. Durch die mächtige Fürbitte des heiligsten Herzens Mariä die Bekehrung der Sünder und Irrgläubigen von Gott zu erlangen. Schon aus Bestreben, dieses schöne Ziel zu erreichen, gehen mehrfach Gnaden für alle Mitglieder dieser Bruderschaft hervor: die erste und wohl die größte ist diese, dass alle Mitglieder an den Verdiensten und der Kraft des großen Erlösungswerkes Jesu Teil nehmen, welches die Rettung der sündigen Menschheit zum Zwecke hat. Die zweite Gnade ist das tröstliche Bewusstsein, durch unser beharrliches Gebet zur Rettung unsterblicher Seelen beigetragen zu haben. Darum ermahnt uns auch der Apostel Jakobus: „Meine Brüder, wenn „Jemand unter euch von der Wahrheit abgewichen ist „und Jemand ihn bekehrt, der wisse, dass, wer den „Sünder von seinem Irrwege zurückführt, dessen Seele „vom Tode errettet, und die Menge der Sünden bedeckt.“  Die dritte Gnade ist, dass wir selbst dadurch immer besser und Gott wohlgefälliger werden, weil nur der für die Bekehrung der Sünder beten kann, welcher selbst den Weg der Sünde verlassen hat. Zu diesen Gnaden hat auch Papst Gregor XVI. noch viele heilige Ablässe gefügt, welche den Mitgliedern zu Gute kommen, und zwar: Vollkommene Ablässe
1) am Tage der Aufnahme in die Bruderschaft,
2) am Bruderschaftsfeste,
3) am Neujahrstage,
4) am Feste Mariä Reinigung.
5) Mariä Geburt,
6) Mariä Himmelfahrt,
7) Mariä Empfängnis,
8) der Schmerzen Mariä,
9) der Bekehrung des heiligen Apostels Paulus und
10) der heiligen Magdalena, wenn sie an diesen Tagen beichten und kommunizieren, 11) in der Todesstunde, so oft sie dann reumütig beichten und kommunizieren, und wenn sie dieses nicht können, wenigstens den heiligsten Namen Jesus mit dem Munde oder doch mit dem Herzen arufen,
12) am Jahrestage ihrer Taufe, sofern sie als dann beichten und kommunizieren und nicht unterlassen, täglich ein Gegrüßt seist du Maria mit dem Beisatz: „O Maria, Zuflucht der Sünder, bitt für uns!“ für die Bekehrung der Sünder zu beten.

Quelle : Ein Gebetsbuch für Die wahren Verehrer der seligsten Jungfrau
Von Georg Ott, Decan und Stadtpfarrer in Abensberg Erschienen 1878 im Verlag von Friedrich Pustet
  

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Antwort #8 - 30.08.2020 um 15:30:47
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Außer diesen Ablässen hat Papst Gregor XVI. am 4. Februar 1841 den Mitgliedern verliehen, dass sie in jedem Monat zweimal einen vollkommenen Ablass gewinnen  können (der auch den Seelen im Fegfeuer zu gewendet werden kann), wenn die an zwei liebigen Tagen mit wahrer Reue beichten, das Allerheiligste Altarsakrament empfangen, eine Kirche besuchen, und dort einige Zeit nach Meinung Sr. Heiligkeit beten. Einen unvollkommenen Ablass von 500 Tagen, für alle Christgläubigen, sie seien Mitglieder der Bruderschaft oder nicht, welche der Bruderschaftsmesse, die für die Bekehrung der Sünder gelesen wird, andächtig beiwohnen, und für die Bekehrung der Sünder beten. Wenn nun Gott in der Andacht zum heiligsten und unbefleckten Herzen Mariä eine reiche Quelle von Gnaden allen Völkern und Nationen eröffnet hat, und durch die Tatbeweise, dass eben diese Andacht das von ihm bestimmte Mittel ist, durch welches wir die Augen seiner Barmherzigkeit am besten auf uns lenken und in den unendlichen Verdiensten seines Sohnes Gnade und Erlösung finden können: warum sollten wir dennoch anstehen, diese Wohltat von der Hand Gottes anzunehmen und selbe zu gebrauchen? Ach, wie traurig sieht es in unserem deutschen Vaterlande aus! Wie viele Millionen sind noch im Irrtume, wie viele Tausende leben ohne allen Glauben, den Lastern ergeben, dahin! Sollte der ewige Untergang so vieler unsterblicher Seelen uns nicht zu Herzen gehen? O, so flehen wir denn oft zum erbarmungsvollsten Herzen Mariä um die Erleuchtung und Bekehrung unserer verirrten Mitbrüder! Maria, die diese Seelen so innig liebt, weil ihr göttlicher Sohn, für sie am Kreuze sterbend, ihr dieselben im Tode noch zärtlichst empfohlen hat, wird mit innigstem Wohlgefallen auf unser Flehen herabsehen und den elenden Sündern die Gnade der Aussöhnung bei ihrem göttlichen Sohne ermitteln, auf dass erfüllt werde, was Jesus so innig verlangt hat, dass nämlich Niemand verloren gehe, sondern Alle das Leben haben und Ein Hirt und Ein Schafstall werde. Amen.

Quelle : Ein Gebetsbuch für Die wahren Verehrer der seligsten Jungfrau
Von Georg Ott, Decan und Stadtpfarrer in Abensberg Erschienen 1878 im Verlag von Friedrich Pustet
  

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Re: Unbeflecktes Herz Mariä Gedenken Monat August
Antwort #9 - 31.08.2020 um 12:36:33
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5. Über die Andachten zur heiligsten Gottesmutter Maria
Vom heiligen Alphonsus Liguori


Unsere Himmelkönigin ist so freigebig und dankbar, dass sie ihre Diener für die geringsten Andachtsübungen mit großen Wohltaten belohnt, sagt der heilige Andreas von Kreta. Um aber diese Gnaden aus unsern Andachtsübungen zu Ehren Mariens zu erlangen, werden zwei Dinge erfordert: erstens muss derjenige, welcher dieselben verrichtet, von Todsünden frei sein, sonst würde Maria zu einem Solchen sagen, was sie eines Tages zu einem lasterhaften Soldaten sprach, der nach dem Berichte des heiligen Petrus Cölestinus  täglich einige Andachtsübungen zu Ehren der göttlichen Mutter verrichtete. Als nämlich dieser Soldat eines Tages heftigen Hunger hatte, da erschien ihm die Allerheiligste Jungfrau und bot ihm ausgesuchte Speisen an, die sich aber in einem so schmutzigen Gefäße befanden, dass er nicht den Mut hatte, dieselben anzurühren. Da sprach die allerseligste Jungfrau: Sieh, ich bin die Mutter Gottes und bin gekommen, deinen Hunger zu stillen. Aber, antwortete der Soldat, ich kann mich nicht entschließen, diese Speise aus einem solchen Gefäße anzunehmen. Wie ist es aber möglich antwortete Maria, dass du verlangst, ich solle deine Andachtsübungen günstig aufnehmen, die du mir mit einem so beschmutzten Herzen darbringst! Als der Soldat dies vernahm, bekehrte er sich wurde Einsiedler, lebte dreißig Jahre in der Wüste, worauf Maria ihm in seiner Todesstunde erschien, und ihn in den Himmel führte.

Ich habe behauptet, es sei unmöglich, dass ein Verehrer Mariens ewig verloren gehe; das darf man aber nur unter der Bedingung verstehen, dass ein solcher im Stande der Gnade Gottes sei, oder wenigstens den Wunsch habe, die Sünde zu verlassen, weil Maria ihm dann gewiss dazu verhelfen wird. Sollte hingegen Jemand fortfahren wollen zu sündigen, in der Hoffnung, dass die Mutter Gottes ihn dennoch selig machen werde, so würde er durch seine eigene Schuld unwürdig und unfähig werden, dass Maria ihm beistehe. Zweitens muss man, um die Andachtsübungen zur göttlichen Mutter mit Segen zu verrichten, beharrlich im Dienste Mariens bleiben. Die Beharrlichkeit allein, sagt der heilige Bernard, verdient die Krone. Als der fromme Thomas von Kempis noch ein kleiner Knabe war, hatte er die Gewohnheit, täglich gewisse Gebete zu Ehren Mariä zu verrichten. Da geschah es aber, dass er Diess einmal unterließ; später unterließ er es eine ganze Woche, endlich ganz und gar. Da erschien ihm in der Nacht Maria im Traume, die seine Mitschüler umarmte; als sie aber zu ihm kam, da sprach sie, was erwartest du von mir, nachdem du deine Andachtsübungen unterlassen hast? Entferne dich, du verdienst es nicht, dass ich dich umarme. Darauf erwachte Thomas; er war ganz erschrocken und begann wieder von diesem Tage an seine gewöhnlichen Gebete. Richardus hatte Recht, wenn er sagte, dass derjenige, welcher Maria beharrlich dient, selig in seiner Hoffnung sei, weil alles, was er wünscht, geschieht; weil aber Niemand sicher ist, dass er beharrlich sein werde, so ist Niemand vor seinem Tode seiner Seligkeit gewiss. Eine sehr wichtige Lehre hat der fromme Jüngling Johannes Berchmanns, aus der Gesellschaft Jesu, bei seinem Tode seinen Mitbrüdern hinterlassen. Als dieselben ihn nämlich fragten, welche Andachtsübung der göttlichen Mutter am wohlgefälligsten sei, und durch welche sie am sichersten ihren Beistand erlangen würden, antwortete derselbe: Auch die kleinste Andachtsübung wenn man sie nur beharrlich ausübt. Ich empfehle aber, fährt der heilige Alphonsus fort, nichts so sehr, als dass man die Andachtsübungen, welche man sich selbst gewählt hat, mit Beharrlichkeit fortsetze, fürchtend, dass die göttliche Mutter dem ihren Beistand versagen werde, welcher nachlässig sein wird, in denselben fortzufahren O wie viele, die sich jetzt in der Hölle befinden, würden selig geworden sein, wenn sie mit den Andachtsübungen, die sie zu Ehren Mariens begonnen, fortgefahren hätten. 

Quelle : Ein Gebetsbuch für Die wahren Verehrer der seligsten Jungfrau
Von Georg Ott, Decan und Stadtpfarrer in Abensberg Erschienen 1878 im Verlag von Friedrich Pustet
  

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