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Normal Topic Johannes der Täufer (Gelesen: 52 mal)
Brigitta B
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Mein Herz für JESUS, MARIA
und JOSEF

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Johannes der Täufer
28.08.2020 um 23:58:21
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Johannes der Täufer

Stelle dir den großen Vorläufer des Herrn in seinem merkwürdigen Auftreten am Jordan vor Augen.
Schon die bloße Erscheinung des Heiligen verriet einen direkten Gegensatz gegen den Geist der Welt und ihrer Kinder.
Diese lieben Bequemlichkeit, weichliche Kleider, gut Essen und Trinken und hier stand ein Mann,
dem Fasten zur zweiten Natur geworden, dessen Kleidung aus rauen Kamelhaares bestand
und der eine unfreundliche Wüste seinen Wohnort nannte.
Doch nicht bloß äusserlich zeigte sich dieser Gegensatz, auch innerlich.

Betrachte nur:
1) Johannes ist stolz, wo die Welt demütig ist.
Es pflegt nämlich diese Welt den Demütigen, den Unterwürfigen, den Gehorsamen zu spielen
gegenüber den Großen und Mächtigen der Erde, deren Fehler sie Tugenden, deren Laster sie Vollkommenheit nennt.
Es pflegt die Welt und pflegen die vom Weltgeist angesteckten Diener Gottes, wie die jüdischen Priester und Gesetzeslehrer,
demütig und unterwürfig dem Andringen Mächtiger, dem ungestümen Verlangen des leidenschaftlichen Volkes
gegenüber die Rechte Gottes und seines Gesetzes preiszugeben und in feiger Menschenfurcht
wider das bessere Gewissen zu handeln. Zu alledem war aber Johannes im guten Sinne - zu stolz.
Dieser heilige Stolz verbot ihm, sich selbst und sein Gewissen wegzuwerfen.
"Ihr Natterngezücht, wer hat euch gelehrt, dem bevorstehenden Zorns zu entfliehen?" (Luca. 3,7.)
Das ist die stolze Sprache, welche, der Prediger der Wahrheit zu den mächtigen Pharisäern redet.
Er tritt hin vor den allgewaltigen Herodes; wird er sich vor diesem Manne beugen, vor dem Hunderte auf dem Boden kriechen?
" Es ist dir nicht erlaubt, des Bruders Weib zu haben" (Matt. 14,3), so redet derjenige, von dem Jesus sagte:
"Was seid ihr hinausgegangen in die Wüste zu sehen? Ein Schilfrohr?" (Matt. 11,7.)
Nein kein Schilfrohr, das von jedem Windhauche der Tagesmeinung, der Menschengunst, des Zeitgeistes zittert,
war Johannes, sondern eine stolze Eiche, die wohl gebrochen, aber nicht gebogen werden kann.
Dieses Bild heiligen Stolzes gegenüber der falschen Demut der Welt betrachtend frage dich, meine Seele, was bist denn du?
Ein Johannes oder ein Weltkind?
Nichts hat der Kirche, den religiösen Orden, den christlichen Gemeinden mehr geschadet
als diese verderbliche Nachgiebigkeit, Unterwürfigkeit und Zurückhaltung auch an sich frommer Personen.
Es gibt Lagen, wo wir "Johannes" sein müssen gegenüber den Paharisäern und den Herodianern in unserem Kreise,
wo schweigen und Nachgeben die größte Sünde wäre und wo wir selbst auf die Gefahr hin,
Haß und Verachtung zu ernten, unsere Stimme erheben müssen; namentlich gilt gilt dies Obern eingeschlichenen
und einschleichenden Mißbräuchen gegenüber, denen sie sich, wie Johannes, entgegenstellen müssen
mit dem festen, unbeugsamen Worte: "Es ist dir nicht erlaubt."

Fortsetzung folgt
Aus Tugendspiegel für Priester und Ordensleute
v. Pater Augustin Maria Ilg,
Altötting 1876
  

Jesus, Maria und Josef, ich liebe Euch  Smiley rettet Priesterseelen, rettet alle Seelen, erbarmt Euch der Armen Seelen im Fegefeuer, der Sterbenden und der Ungeborenen
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Brigitta B
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Re: Johannes der Täufer
Antwort #1 - 28.08.2020 um 23:59:09
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Johannes der Täufer
Fortsetzung
2) Betrachte, wie Johannes demütig war, wo die Welt stolz ist.
"Größer als Johannes ist keiner der vom Weibe Geborenen" (Matth. 11,11).
Dieses glänzende Zeugnis hat Christus selbst dem Täufer ausgestellt.
Ganz Jerusalem und halb Judäa strömt zu ihm hinaus in die Wüste und es tönt an sein Ohr die Frage:
"Wer bist du?" "Der Christus?" (Joh. 1,19)
Meine Seele, wäre Johannes stolz gewesen im Sinne der Welt, wie würde ihm diese allgemeine Achtung
geschmeichelt haben, wie würden diese Fragen ihm gar arge Versuchungen bereitet haben -
aber hier ist eben Johannes demütig und demütig weist er die Ehre zurück, die ihm nicht gebührt,
und wagt es nicht, sich mit einem Elias oder anderen Propheten auf gleiche Linie zu stellen.
Wie ganz anders handeln in dieser Hinsicht die Kinder der Welt? - Noch mehr!
Es spricht der große Täufer nicht nur demütig sein Unwürdigkeit aus, dem kommenden wirklichen Messias
die Schuhriemen aufzulösen, er gesteht auch neidlos und ohne alle Betrübnis:
"Er (Christus) muß wachsen, ich aber abnehmen" (Joh. 3,30)
Wo spricht je die Welt solch ein Wort?
Die vom Weltgeist Befangenen wollen um keinen Preis abnehmen.
Sie betrachten mit neidischem Stolze jedes aufstrebende Talent, jede jüngere Kraft, kurz Jeden,
der Besseres zu leisten verspricht und mehr Beifall und Anklang findet als sie, voll grämlicher Eifersucht.
Und findet sich dieser Stolz nicht auch bei Priestern ja selbst Ordensleuten?
Da erforsche dich, meine Seele, ob du ein "demütiger" Johannes bist und erinnere dich
wohl an die schönen Worte des hl. Gregor:
"Siehe zu, ob du, wenn ein anderer gut predigt, wenn ihm alles nachläuft und wenn er großen Nutzen den Seelen bringt,
dieselbe Freude darüber empfindet, als wenn du es selber tätest. Erfreust du dich nicht ebenso darüber,
entsteht im Gegenteil ein Art Neid in deinem Herzen, so ist das ein untrügliches Zeichen, dass du nicht rein die Ehre Gottes suchst."
Diese Ehre Gottes suchte in allem Johannes und darum war er zur rechten Zeit stolz und zur rechten Zeit demütig. Und was bist du? -
Aus Tugendspiegel für Priester und Ordensleute

v. Pater Augustin Maria Ilg,
Altötting 1876
  

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