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Normal Topic Schmerzen Mariens (Gelesen: 71 mal)
Inka
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In tiefer Liebe für JESUS,
MARIA und JOSEF

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Schmerzen Mariens
15.09.2020 um 07:12:09
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15 September Fest Schmerzen Mariens

Die Unermesslichkeit der Schmerzen Mariens. Wenn wir darüber nachdenken, wie wir die Schmerzen unserer göttlichen Mutter am besten beschreiben können, so kommen wir allmählig zur Einsicht, dass sie in der Tat unbeschreiblich sind. Wir sehen nur die Außenseite davon, und es gibt keine vollständig angemessenen Bilder,
durch die wir auch nur diese darstellen könnten. Wer über den weiten atlantischen Ocean hinblickt, sieht eine Wasserwüste mit einem weißen Horizonte auf allen Seiten, aber diese Wasserwüste sagt nichts von dem mannigfaltigen Leben, das sie in ihrem Schoße birgt, oder von den sein haften Ocean Gärten, voll bunter Gesträuche, von den phantastischen Felsengrotten mit buschigen, palmenähnlichen gelben Bäumen, die sie überhangen, und mit dem blauen Wasser, das sie rings umfließt, oder von den meilenweit aus gedehnten, rosenfarbigen Wäldern in der Tiefe, die von einem wunderbaren Leben wimmeln, wovon wir uns bisher keine Vorstellung machten. So ist es mit dem Schmerzen Meere, welches über die geheimen Tiefen des unbefleckten Herzens der Mutter Gottes einflutet. Was wir
sehen, ist zum Erstaunen, aber es deutet kaum an, was in der Tiefe drunten ist. Wie also sollen wir sagen, womit ihr Weh zu vergleichen ist? Heilige Menschen haben
Diess versucht, und sie taten es, indem sie ihr den Namen Miterlöserin der Welt gaben und von ihren Schmerzen sprachen als innig verkittet mit dem kostbaren Blute, und indem sie sagten, dass die beiden nur Ein Opfer ausmachten für die Sünden der Welt. Es liegt eine tiefe Wahrheit, und eine höchst wesentliche, unter diesen großen Worten verborgen, und doch können sie leicht in einem Sinne
verstanden werden, in welchem sie nicht wahr sein würden. Es sind die Ausdrücke einer vortrefflichen Andacht, welche der Schwäche unseres Verstandes zu einem wahren Begriffe von den Herrlichkeiten Mariens zu verhelfen sucht. Diese Ausdrücke sind genau richtig und nicht übertrieben; dennoch bedürfen sie vorsichtiger Worte und sorgfältiger Erklärung. Wir werden sie im neunten Kapitel betrachten und in
der übrigen Abhandlung einen andern Weg einschlagen, um zu unserem Ende zu gelangen, nicht nur, weil wir es nicht wagen, uns einer solchen Methode des Verfahrens anzuvertrauen, sondern auch, weil es gegen unsere Gewohnheiten und gegen unsere Vorliebe ist, und in Sachen der Andacht bringt, was nicht natürlich kommt, keine Überzeugung hervor. Wir werden es daher lieber vorziehen, unserm Gegenstande so nahe als möglich zu kommen, wenn wir ihn auch ohne Zweifel nicht erreichen, als über das Ziel hinauszuschießen, indem wir die Dinge durch ein zu starkes Licht undeutlich machen und andere durch ein Gefühl der Nichtwirklichkeit unbefriedigt lassen, wie es ein ungeschickter Maler mit einem Sonnenuntergange macht. Wir werden zuletzt zu demselben Ende kommen in einer Weise, die nicht nur unserer Schwäche überaus angemessen, sondern auch ganz darauf berechnet ist, das Zutrauen unserer Leser zu gewinnen. - -Das Erste also, was uns an den Schmerzen unserer göttlichen Mutter auffällt, ist ihre Unermesslichkeit, nicht
in buchstäblicher Bedeutung, sondern in dem Sinne, in welchem wir gewöhnlich das Wort in Bezug auf erschaffene Dinge gebrauchen. Auf ihre Schmerzen wendet die
Kirche jene Worte des Jeremias") an: „O ihr Alle, die ihr vorübergehet am Wege, gebet Acht und schauet, ob ein Schmerz sei gleich meinem Schmerze! Mit wem soll ich dich vergleichen? oder wen soll ich dir gleichhalten, Tochter Jerusalems? denn groß ist, wie das Meer, dein Elend; wer kann dich heilen?“ Von der Liebe Mariens wird gesprochen, als von einer solchen, die viele Wasser nicht löschen könnten. In gleicher Weise haben sich die Heiligen und Lehrer der Kirche über ihre Schmerzen geäußert. Der heilige Anselm sagt: „Alle Grausamkeit, die an den Leibern der Märtyrer verübt wurde, war gering, oder viel mehr wie nichts im Vergleich mit der Grausamkeit des Leidens Marien.“ Der heilige Bernhardin von Siena sagt: „So groß sei der Schmerz der seligsten Jungfrau gewesen, dass, wenn derselbe auch unter alle leidensfähigen Geschöpfe verteilt würde, sie sogleich sterben mussten.“ Ein Engel offenbarte der heiligen Brigitta), wenn Unser Herr seine Mutter nicht wunderbarlich unterstützt hätte, so würde sie ihr Martyrum unmöglich überlebt haben. Es wäre leicht noch eine Menge ähnlicher Stellen anzuführen, sowohl aus
den Offenbarungen der Heiligen, als aus den Schriften der Kirchenlehrer. Allein die Unermesslichkeit der Schmerzen Mariens zeigt sich insbesondere darin, dass sie alle Martern übertrafen. Nicht nur gab es niemals einen Märtyrer, so lange dauernd
und mannigfaltig seine Qualen gewesen sein mögen, der ihr im Leiden gleichkam, sondern die Leiden aller Märtyrer mit einander, wenn wir die Mannigfaltigkeit und
Heftigkeit derselben ganz in Rechnung bringen, kamen der Pein ihres Martyriums nicht nahe. Kein denkender Mensch wird jemals leichtfertig von dem Geheimnisse leiblichen Schmerzes reden; vielleicht hat seine eigene Erfahrung in dieser Hinsicht ihn beschämt und zur Einsicht gebracht. Durch leiblichen Schmerz wurde die Welt großen teils erlöst, und werden wir nicht selbst noch bis auf diese Stunde hauptsächlich durch dasselbe Verfahren geheiliget? Es ist die untrügliche Gerechtigkeit Gottes, welche auf das Haupt der Märtyrer jene eigentümliche Krone setzt, die Jenen gehört, welche in dem Heroismus physischen Leidens
ihr Leben für Christus gelassen haben. Aber sogar in Hinsicht der körperlichen Schmerzen übertraf Maria die Märtyrer. Ihr ganzes Wesen wurde mit Bitterkeit getränkt; die Schwerter in ihrer Seele durchdrangen jeden Nerv und jede Fiber ihres Körpers, und wir können kaum zweifeln, dass ihr sündloser Leib mit seinen herrlichen Vollkommenheiten  vor allen andern zum Leiden zart gebildet war, ausgenommen den ihres Sohnes.

Quelle: Der Fuß des Kreuzes, oder die Schmerzen Mariens.
Von P. Frederick William Faber Druck und Verlag von G. Joseph Manz. 1869.

  

Mt5/14
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