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Normal Topic Engel vom Wesen und ihr Wirken (Gelesen: 1.746 mal)
Inka
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In tiefer Liebe für JESUS,
MARIA und JOSEF

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Re: Engel vom Wesen und ihr Wirken
Antwort #25 - 02.10.2021 um 14:29:23
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Siebentes Kapitel Teil 3

In der Lebensbeschreibung des heiligen Chrysostomus steht von der Kaiserin Eudoria, auf welche Weise sich der Engel der Gewalttätigkeit derselben widersetzt und ihr böses Vorhaben verhindert habe. Diese Kaiserin, welche zwar eine kluge und verständige Fürstin gewesen, und die Gottseligkeit, welche sie gleichsam in ihrer Kindheit mit der Milch gezogen, von Natur lieb hatte, war doch ziemlich empfindlich, wenn man sich ihrem Ansehen ein wenig widersetzte; welches auch Ursache gewesen, dass sie gegen den heiligen Chrysostomus, der ein ernsthafter Mann war, und, der Schmeicheleien gegen die Hofleute nicht gewöhnt, sie bei verschiedenen Gelegenheiten mit - Worten getadelt hatte, sehr aufgebracht wurde, verschiedene Streitigkeiten mit ihm bekommen und ihn aufs Äußerste verfolgt hatte; wodurch sich diese armselige Fürstin die übrige Zeit ihres Lebens viele Bitterkeiten und Widerwärtigkeiten zugezogen, worin sie auch endlich mit geringem Lobe gestorben, den Vornehmen zum warnenden Beispiele, dass sie ihre unordentlichen Anmutungen im Zaume halten und sich niemals gegen das Ansehen der Kirche auflehnen sollen; als nun diese Fürstin einst zwei Hauptleute mit 200 Soldaten zu der Kirche schickte, damit sie den Kriegsobristen  Paulinus, welchen der heilige Chrysostomus zur Strafe darin hat verwahren lassen, mit Gewalt herausnehmen sollten, so haben sie einen Engel mit gezücktem Schwerte vor der Türe gesehen, der ihnen samt der Kaiserin den Untergang gedroht, wenn sie sich unterstehen würden, einen ritt in die Kirche zu tun oder eine Gewalttätigkeit auszuüben. Auf solche Weise wollte der Engel den Frevel und Hochmuth jener Kaiserin verhindern, ihre unordentlichen Anmutungen im Zaume halten, und da durch ihr zu verstehen geben, es sei eine gefährliche und Gott höchst missfällige Sache, sich gegen das Ansehen der Kirche aufzulehnen. Es darf uns überhaupt nicht wundern, dass der heilige Schutzengel, der voller Liebe ist, sich um das Heil des Menschen, der ihm anvertraut ist, so emsig annimmt; da doch im Gegenteil der Satan sich auf alle Weise bemüht, den Menschen ins Verderben zu stürzen, wovon wir tausend Beispiele haben. Der Schutzengel wartet dem Menschen anders auf; er will ihn vom Bösen ab halten, vom Untergange retten, im Guten erhalten und endlich in den Himmel führen, wie solches aus dem bisher Gesagten, sowie auch aus dem, was Barry erzählt, leicht kann ersehen werden.


Schutzengel-Hilf, oder Wohltaten, welche die heiligen Schutzengel jederzeit dem Menschen erwiesen haben. dargestellt und zusammengetragen von einem Priester der Gesellschaft Jesu erschienen 1850. Verlag von G. Joseph Manz.
Geschrieben von: Inka
  

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Re: Engel vom Wesen und ihr Wirken
Antwort #26 - 03.10.2021 um 13:54:07
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Siebentes Kapitel Teil 4

Es war ein lasterhafter, gottloser Mensch, der sich zwar dem Namen nach für einen Christen ausgab, dabei aber sein Leben mit Blut und Mordtaten befleckte, ja selbst vor dem heiligen Kreuzzeichen einen Abscheu hatte. Weil dieser elende Mensch durch ehrliche Leute von einem großen Verbrechen abgehalten wurde, entschloss er sich, dieselben zu ermorden. Um solches ins Werk zu setzen, ging er allein in die Kammer, lud die Flinte und richtete sie zum Schlusse; indem er aber mit diesem umging, sah er einen schönen Jüngling auf der Seite stehen, von dem die ganze Kammer erleuchtet war. Dieser Glanz er schreckte ihn so sehr, dass er anfangs nicht reden konnte; hernach aber ward er mit großer Ehrfurcht erfüllt. Der Jüngling, welcher der Schutzengel war, redet ihn so an: Was machst du hier, guter Freund? mit was gehst du um? Er antwortet: Ich mache nichts, ich vertreibe mir so die Zeit. Der Engel fragt ihn wieder und zum drittenmale, was er doch mache? Als aber der elende Mensch ihm sein Vorhaben nicht eröffnen, noch die Wahrheit bekennen wollte, spricht der Engel zu ihm: meinst du, ich wisse nicht, was du im Sinne hast? ich weiß alle deine geheimen Anschläge und sehe in dein innerstes Gewissen; es ist schon eine lange Zeit, dass ich deinen unglückseligen Zustand merke: dies und dies Laster hast du in dieser Zeit, zu dieser Stunde, bei dieser Gelegenheit begangen, und jetzt hast du vor, dich an denen zu rächen, welche dir nach deiner Meinung Verdruss verursacht haben. Mein lieber Sohn! höre mich und ändere dein Leben; lass die Rache fahren und verzeihe denen, welche du für deine Feinde hältst; geht dir denn gar nichts zu Herzen, dass dein Heiland so große Pein für dich gelitten, indem er so unbarmherzig gegeißelt wurde und den schmählichen Kreuzestod dir zu lieb ausgestanden hat? willst du dich nicht entschließen, ein besseres Leben anzufangen und die eingebildete Schmach vergessen; oder fragst du gar nichts nach dem Heile deiner Seele, da du keinen Abscheu trägst, die schwere Hand Gottes auf dich zu laden? Mein lieber Sohn! dieses ist die Zeit, von der deine ewige Seligkeit abhängt; darum verachte meinen Rath nicht. – Nachdem der Engel so geredet, fühlte sich der armselige Mensch ganz bewegt und zeigte durch Vergießung vieler Tränen den Entschluss, ein anderes Leben anzufangen. Als der Engel dieses bemerkte, bediente er sich lauter tröstlicher Worte und ermahnte ihn, indem er ihm allerlei himmlische Gnaden und Gaben versprach, sein Gewissen durch eine Generalbeichte zu reinigen. Indem der Engel noch redete, klopfte es an der Haustüre; als sich aber Niemand um dieses Klopfen bekümmerte, ermahnte ihn der Engel, er solle zum Fenster hinaussehen, wer hereinbegehre; während er dieses tat und den Kopf wieder vom Fenster hereinzog, fand er, dass der Engel, der sich gegen ihn so freundlich gezeigt, verschwunden sei. Da ließ er sich angelegen sein, die Sache bei sich zu erwägen und den guten Rat seines Engels zu befolgen, was er auch getan. Er beichtete einem Priester aus der Gesellschaft Jesu seine Sünden mit solcher Reue und solch gutem Vorsatze, dass er sich alsbald entschloss, die Welt zu verlassen und in den heiligen Kapuzinerorden zu treten (Ex Annal. S. 1600. In Collegio Consentius.). So hat der Schutzengel diesen Menschen von einem gottlosen Leben und bösen Willen abgehalten und zu einem besseren Leben angeeifert.


Schutzengel-Hilf, oder Wohltaten, welche die heiligen Schutzengel jederzeit dem Menschen erwiesen haben. dargestellt und zusammengetragen von einem Priester der Gesellschaft Jesu erschienen 1850. Verlag von G. Joseph Manz.
  

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Re: Engel vom Wesen und ihr Wirken
Antwort #27 - 06.10.2021 um 21:26:15
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Siebentes Kapitel Teil 5

Auf welche Weise der Schutzengel ferner dem Menschen die Abscheulichkeit der Laster, besonders der Unkeuschheit zu erkennen gibt, und so ihn von dieser schändlichen Sünde abhält, können wir lesen bei Antoninus (P. 4. Summ. Theol. L. 1. c. 6. §. 1.). Antoninus erzählt nämlich: Es sei ein Engel in Menschengestalt mit einem Einsiedler über Feld gegangen; von ungefähr gehen sie an einem toten Körper vorbei, der auf öffentlicher Straße dagelegen; der Einsiedler drückte seine Nase zu, sein Begleiter aber nicht. Bald darauf begegnet ihnen ein so hübscher Mensch, dass man ihn nicht schöner hätte malen können, dabei war er aber heimlich mit der Unkeuschheit behaftet; sonst aber war er so höflich und so wohl aufgeputzt, als ginge er zum Tanze. Er ist nämlich mit seinen Füßen und Schenkeln ganz artig und taktgemäß einher getreten, er hat auch einen herrlichen Geruch von Biſam und balsamierter Kleidung ausgeduftet. Als aber der Engel vor diesem Menschen wie vor einem stinkenden Aas Mund und Nase stark zugehalten und einen Abweg genommen, um solchem Gestank auszuweichen, so begehrte der Einsiedler die Ursache davon zu wissen. Der Engel sagte ihm: Ein unkeuscher und geiler Mensch stinkt übler, als alle Totenkörper. Auf dieses Wort verschwand er und hinter ließ so dem Menschen eine heilsame Erinnerung, wie sehr er dieses abscheuliche Laster fliehen solle, wenn er nicht begehrt, dass sein Schutzengel von ihm weiche; denn den Gestank fleischlicher Geilheit können die Engel nicht ausstehen. Mit höchstem Missfallen und Widerwillen entsetzen sie sich allem dem, was auf unverschämte Weise gegen die Keuschheit sündigt; sie hassen Niemanden heftiger, als den, der sich im Kote der Unlauterkeit herumwälzt. Gleichwie der Rauch die Bienen und der üble Gestank die Tauben vertreibt, so treibt den Schutzengel von uns hinweg die abscheulicher Sünde; deshalb sagt auch der heilige Basilius (in Ps. 33.): Wohlan, o Mensch! willst du, dass dein Schutzengel nicht von dir weiche, so hüte dich vor Sünde und Laster, besonders vor aller Unlauterkeit; entweder musst du der Unkeuschheit nicht hold oder befreundet sein, oder aber alle Engel zu Feinden haben.


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