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Normal Topic Maria Mutter Gottes Betrachtungen (Gelesen: 75 mal)
Inka
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In tiefer Liebe für JESUS,
MARIA und JOSEF

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Maria Mutter Gottes Betrachtungen
10.10.2020 um 19:29:34
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Weissagungen und Vorbilder von der glorreichen jungfräulichen Gottesgebärerin.

„Alle Glorie der Königstochter ist von Innen!“ ruft der königliche Seher aus. Wessen Sinn wird aber je in Diess innerliche Heiligtum der Glorie, in diesen lebendigen Tempel des heil. Geistes eindringen, seine wunderbare geistige Schönheit zu schildern, die auch den zartesten Worten entflieht; – da, wenn es auch dem Taubenauge heiliger Betrachtung verliehen würde, sie zu schauen, dennoch keine menschliche Zunge es vermöchte, in Worte zu fassen, was hoch über allen sterblichen Worten steht! „Von Anbeginn und vor den Zeiten bin ich erschaffen!“ ruft die heilige Kirche von ihr aus. Denn vollendet stand sie in dem ewigen Gedanken Gottes! auserkoren war sie in dem ewigen Ratschlusse der allerhöchsten Dreieinigkeit, ehe noch die Welt im Dasein stand. Im frühesten Anbeginn, ehe noch ein Mensch vom Weibe geboren war, dämmerte ihr Aufgang schon im Paradiese, als das rosige Morgenrot der Erlösung, da der alten Schlange das Wort ertönte: „Ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe, und zwischen deinem Samen und ihrem Samen; und sie wird dir das Haupt zertreten.“ (Genes. 3.) Und diese erste der göttlichen Weissagungen entwickelte sich im Verlaufe der vorbildlichen Zeit durch immer lieblichere und sinnvollere Bilder. Vorgebildet ward ihre unversehrte und fruchtbare Jungfräulichkeit durch die Wunder des Alten Bundes: durch jenen flammenden und unverbrennbaren Dornbusch; durch Aarons grünende Ruthe; durch den Tau auf Gedeons Vlies; wie selbst ein Seher, der den andern deutete, von dem Sohne dieser Jungfrau bewundernd ausruft: „Du senktest dich herab, wie der Tau auf das Vlies.“ (Ps. 71.); – vorgebildet ihre Aufnahme in den Himmel durch die Arche des Bundes von unverweslichem Holze, vor welcher die Fluten des Jordans ihre Gewässer ehrfürchtig anhielten, sie frei hindurch ziehen zu lassen, und von welcher der königliche Sehr ausrief: Erhebe dich, Herr, in deine Ruhe; du und die Arche deiner Heiligung!“ (Ps 1, 31.) –vorgebildet endlich ward ihre Lieblichkeit und die Macht, die sie durch die Füllt der Gnade erhielt, durch den Bogen des Bundes, das Zeichen der Versöhnung zwischen Himmel und Erde; durch den Turm Davids, von welchem tausend Schilde zur Verteidigung gegen die Feinde herabhingen, und durch eine große Anzahl anderer sinnbildlicher Vorzeichen der alten Zeit. Und gleichwie endlich der Sohn des Allerhöchsten, den sie in ihrem keuschesten Schoß empfing, durch den schuldlosen Isaak, der sich selbst willig als ein Opfer zum Tode hingab; – durch Josua, der das Volk Gottes in das Land der Verheißung ein führte; – durch Samson, der im Tode die Feinde erschlug; – durch David, der jenen gewaltigen Riesen, den höhnenden Feind Israels, mit fünf Steinen erlegte; – durch den friedlichen Salomon und andere prophetische Gerechte vorgebildet wurde: also strahlte auch sie im Bilde aller wunderbaren Frauen des alten Bundes: in der Seherin Debora, die Richterin über Israel war; – in der schönen Esther, die dem Könige vor Allen gefiel, und nicht bloß von dem allgemeinen Gesetze ausgenommen war, das alle Übrigen zum Tode verdammte, da der König freundlich zu ihr sprach: „Nicht für dich, doch für alle Andere besteht dies Gesetz!“ (Esth. 15.); –(worin das Sinnbild der unbefleckten Empfängnis dieser Jungfrau der Jungfrauen auf höchst deutliche Weise erglänzt); sondern auch ihr ganzes Volk vom Tode errettete; – und abgesehen von allen übrigen lebendigen Vorbildern, auch in der tapferen Judith, die den furcht baren Holofernes erlegte. Denn wahrlich mehr auf sie, als auf diese Heldin sind die Worte des hohen Priesters anwendbar: „Du bist die Glorie Israels; du die Ehre unseres Volkes; denn du liebtest Keuschheit, deshalb wirst du gesegnet sein ewiglich! . . . Geregnet bist du, o Tochter, vom Herrn dem Allerhöchsten vor allen Weibern.“ (Judith. 13.) Zu diesen glorreichen Sinn- und Vorbildern aber stimmen in vollkommenem Einklange die prophetischen Aussprüche der Könige und Seher von jenem starken Weibe, dessen Wert von den äußerten Grenzen ist (Sprichw. 31.); von der fleckenlosen Taube und einzigen Braut des allerhöchsten Bräutigams (Hohl. 1. u. 2.); und jene Stimme der Weisheit: „Der mich erschuf, ruhte in meiner Hütte, und er sprach zu mir: du sollst in Jakob wohnen, und in Israel soll dein Erbe sein; Wurzeln sollst du setzen in meinen Auserwählten, und dein Lob haben in der Menge der Auserwählten!“ (Eccli, 24.) Von ihr rief Isaias, der herrlichste aller Seher, mehr denn sieben hundert Jahre früher, als sie der Welt aufging, in freudigem Tone aus: „Es eröffne sich die Erde und keime den Erlöser!“ Und aber mal: „Sieh, eine Jungfrau wird empfangen, und einen Sohn gebären, und sein Name wird heißen „Emanuel,“ das ist: Gott mit uns! Jes. 45. u. 7.) Von ihr sprach auf gleiche Weise Jeremias: „Neues schuf der Herr auf Erden: Ein Weib wird einen Mann umschließen!“ (Jerem. 31.); und Michäas, der das trauernde Volk vertröstere: „bis Jene geboren würde, die da gebären soll Denjenigen, dessen Ausgang von Anbeginn ist, und von den Tagen der Ewigkeit“ (Mich. 5); und die in der Kirche der Heiligen erglänzt: „schön wie der Mond, auserwählt wie die Sonne, schrecklich wie ein geordnetes Kriegsheer!“ (Hohe Lied.6.)


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Re: Maria Mutter Gottes Betrachtungen
Antwort #1 - 11.10.2020 um 12:13:18
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Von der wunderbaren Kindheit der allerseligsten Jungfrau.

„Deine Geburt, O jungfräuliche Gottesgebärerin,“ ruft die Kirche aus, „verkündiget Freude der gesamten Welt! – Es erfreue sich der Himmel,“ und frohlocke die „Erde!“ singt der heilige Psalmensänger, denn mit ihrer Geburt geht das Morgenrot der Erlösung auf! In heiliger Stille sah ich die Stadt Nazareth, die ein Blumental bedeutet, diese königliche Lilie, deren Innerstes, den Menschen verschlossen, die heiligsten Wohlgerüche vor Gott duftete und die Herde der himmlischen Engel erfreute. „Viele Töchter,“ spricht die Schrift zu ihr, „sammelten Reichtümer; du überschrittet sie Alle!“ (Sprüche. 31.) Denn - früher als Alle begann sie; von den frühestens Tagen ihrer Kindheit, ja, vom frühestens Momente ihres Bewusstseins an, zielte ihr ganzer Sinn, gleich einem flammenden Pfeile, nach dem Urheber ihres Seins; ohne Unterlass wirkte ihre, im Lichte Gottes strahlende, Seele zu seinem Lobe. Also nahm sie, gleich ihrem göttlichen Sohne, an Alter, Gnade und Weisheit zu, vor Gott und den Menschen. - Früher noch, als sie das Licht der Welt erblickt hatte, von ihren heiligen Eltern dem Dienten des Allerhöchsten geweiht, eilten sie, die von Schaudern heiliger Ehrfurcht ergriffen, sahen, wie Diess vom Himmel ihnen anvertraute Pfand voll des heiligen Geistes war, der mit seinem Lichte und seiner Gnade ihr zuvor gekommen war, und wie sehr sie bereits in ihrem frühesten Auf gang den Glanz der erlauchtesten Tugenden ausstrahlte, ihr Gelübde zu erfüllen: brachten sie bereits in ihrem dritten Lebensjahre nach Jerusalem, und opferten daselbst diese fleckenlose Taube in jenem Tempel, dessen Herrlichkeit größer war, denn einst die Glorie der Salomonischen Tempelhallen. Denn zum Ersten Male erschien hier ein fleckenloses; heiliges und annehmliches Opfer, das der ewige Vater mit Wohlgefallen sah, der sie von Ewigkeit zur jungfräulichen Mutter seines Eingebornen erkoren hatte. Mit wie zarter Andacht, mit wie heiliger Treue, mit wie unaussprechlichem Jubel und flammendem Liebeseifer die gebenedeite Jungfrau diese heilige Stätte betrat, mit wie süßer Inbrunst sie die Einsamkeit liebte, worin sie Tag und Nacht ihr Herz in Gebet und heiligen Tränen vor Gott ergoss, dem sie nach der ganzen Kraft ihrer Seele diente; in wie himmlischer Sorgfalt sie ihr Herz mit allen Gaben und Tugenden erfüllte, das, gleich einer hellglänzenden Lampe, durch das heilige und milde Öl ihrer Beispiele und Hochverdienste die Welt erleuchten sollte: wer wird Diess erfassen? wer schildern ? – Gleich einer Lilie im Thale, die, lieblich duftend, ihren eigenen Schmuck nicht kennt, hielt“ sie dabei, in wahrhaftiger und ungeheuchelter Demuth, sich für die niedrigste aus allen Dienerinnen Gottes; ermunterte und eiferte alle Übrigen zum Lob und zum Dienste der Gottheit an, und in stiller Bewunderung und heiligem Erstaunen blickten ihre Gefährtinnen und die Priester des Tempels zu ihr, als zu dem Siegel der Vollendung auf. Denn vollkommen hatte sie dem Allerhöchstens ihren Leib und ihre Seele geheiligt und geweiht, und er allein und seine heiligen Engel waren Zeugen ihrer innerlichen, flammenden Liebe, worin sie vor seinen Augen sich als sein beständiges Brandopfer auflöste. „Kein Mensch, der vom Weibe geboren ward, hatte die Gabe des beschaulichen Gebetes in so hohem Grade,“ spricht der heilige Ambrosius; „und ihr ganzes Leben war gleichsam eine heilige Entzückung; denn ihre Erkenntnis Gottes überstieg die Kenntnis aller Menschen, und nach dem Maße ihrer Erkenntnis wuchs ihre Liebe, die ihr Herz gleich einer heiligen Flamme verzehrte. So sehr glühte sie, seinen heiligen Willen zu erfüllen, dass sie fürwahr mit ihrem göttlichen Sohne sagen konnte: Meine Speise ist, dass ich den Willen meines Vaters tue!“ Darum glänzte sie auch als das Vorbild aller Jungfrauen, deren unzählige ihrem leuchtenden Beispiele folgten; wie lange zuvor der Seher geweissagt hatte, der da sprach: „Es werden dem Könige Jungfrauen nach ihr vorgeführt werden!“ (Ps. 44.)



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Re: Maria Mutter Gottes Betrachtungen
Antwort #2 - 13.10.2020 um 12:33:19
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Legende aus dem heiligen Bonaventura.

Viele heil. Seelen betrachteten in Andacht die Weihe dieser gebenedeiten Jungfrau und ihr stilles Leben im Tempel; und zum Troste und zur Belehrung derselben führen wir hier eines der kostbarsten Fragmente aus einer sehr einfachen Legende an, die der heilige Bonaventura uns erhielt, und die mehr Licht über das Leben dieser gebenedeiten Jungfrau verbreitet, als große Fände apokryphischer Schriften. Dieser große Kirchenlehrer erzählt nämlich, die glorreiche Jungfrau sei einst einer sehr heiligen Seele erschienen, und zwar, wie er vermutet, der heiligen Elisabeth, und habe sie, unter Andern,– folgender Ansprache gewürdigt: - „Als am Ende meines dritten Jahres, mein Vater und meine Mutter mich im Tempel zurückgelassen hatten, beschloss ich in meinem Herzen, Gott zum Vater zu haben, und oftmals bedachte ich in Andacht, was ich tun möchte, das Gott wohl gefällig wäre, auf dass er seiner Gnade mich würdigen möchte. Und ich ließ mich im Gesetze meines Gottes unterrichten. Aus allen Geboten des göttlichen Gesetzes aber bewahrte ich vorzüglich drei in meinem Herzen; nämlich: ,,Du sollst Gott deinen Herrn aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele, aus ganzem Sinne und aus allen Kräften lieben;“ ferner: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst;“ und endlich: „Du sollst deinen Feind hassen.“ Diese drei Gebote also bewahrte ich in meinem Herzen, und alsbald erfasste ich alle Tugenden, die darin enthalten sind. Und dies sollst du auch tun. Denn nimmermehr kann die Seele irgendeine Tugend haben, wofern sie nicht Gott aus ganzem Herzen liebt. Denn von dieser Liebe steigt alle Fülle der Gnade herab; doch bleibt sie nicht in der Seele, sondern sie fließt gleich dem Wasser hindurch, wenn sie nicht auch ihre Feinde, nämlich alle Laster und Sünden hasst. Wer also Gottes Gnade empfangen und besitzen will, der muss sein Herz zur Liebe und zum Hasse ordnen. Was ich nun tat, meine Tochter, das will ich, sollst auch du tun. Denn immer stand ich, wenn die Nacht zur Mitte war, vom Schlafe auf, und ging vor den Altar des Tempels, wo ich mit so großem Verlangen, mit so eifrigem Willen und so innigem Zartgefühl, als ich nur konnte und wusste, zu dem Allmächtigen um die Gnade flehte, diese drei Gebote und alle übrigen Befehle des Gesetzes zu halten. Und lag ich also vor dem Altare, so tat ich folgende Bitten an den Herrn: Dass er mir die Gnade verliehe, wodurch ich es vermöchte, das Gebot seiner Liebe zu erfüllen; ihn nämlich aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele, aus ganzem Sinne und aus allen Kräften, den Nächsten aber, nach seinem Willen und Wohlgefallen, wie mich selbst zu lieben, und dass er mich anregte, Alles zu lieben, was er selbst liebt; so wie auch Alles zu hassen und zu fliehen, was er hasst. Dann flehte ich auch zu ihm um Demuth, Geduld, gütiges Wohlwollen, Sanftmut, und um alle Tugenden, durch die ich vor seinen heiligen Augen könnte wohlgefällig werden. Ferner bat ich ihn, mich die Zeit erleben zu lassen, wo jene glückselige Jungfrau sollte geboren werden, die den Sohn Gottes gebären sollte; und dass er meine Augen. bewahrte, auf dass ich sie sehen; meine Zunge, dass ich sie loben; meine Hände, dass ich ihr dienen; meine Füße, dass ich in ihren Dienst eilen, und meine Kniee, dass ich den Sohn Gottes in ihrem Schoße anbeten könnte. Überdies bat ich ihn auch um die Gnade, den Befehlen und Anordnungen des hohen Priesters vollkommen zu gehorchen: und endlich, dass er in seiner Barmherzigkeit den Tempel und das ganze Volk in seinem heiligen Dienste erhalten möchte.“ - - „Als die Dienerin Christi dies gehört hatte, rief sie voll Erstaunen aus: O süßeste Frau und Herrin! warest du denn nicht von dem ersten Augenblick deiner Empfängnis an voll der Gnade und aller Tugenden? Hierauf antwortete die heil. Jungfrau: „Wisse für gewiss, meine Tochter, dass ich mich für ſo höchst niedrig und der Gnade Gottes unwürdig hielt, als du. Deswegen flehte ich auch auf solche Weise um die göttliche Gnade und um Tugenden.“ Und abermals sprach sie: „Du glaubst, meine Tochter, dass ich alle Gnade, die ich hatte, ohne alle Mühe und Arbeit erhielt; – doch nimmer ist dies also. Fürwahr, ich sage dir, dass ich keine Gnade, keine Gabe, keine Tugend von Gott bekam, ohne große Arbeit, ohne inbrünstiges Verlangen, ohne tiefe Andacht, ohne viele Tränen und große Trübsale; indem ich immer, so gut ich nur wusste und konnte, dachte und sprach, was ihm wohlgefällig war; die einzige Gnade der Heiligung ausgenommen, Kraft welcher ich im Mutterleibe geheiligt ward.“ Sie fügte noch bei: „Dies wisse für gewiss, dass keine Gnade in die Seele hinabsteigt, außer durch Gebet und Trübsal. Wenn wir aber Gott gegeben haben, was wir durch uns vermögen, ob es auch wenig ist, dann kommt sie in die Seele und bringt diese allerhöchsten Gaben: dass die Seele in sich selbst zu vergehen scheint, und es aus ihrem Gedächtnisse verschwindet, dass sie je etwas getan oder gesprochen hat, das Gott angenehm gewesen wäre; und sie bedünkt sich dann geringer und verächtlicher, als je.“


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Re: Maria Mutter Gottes Betrachtungen
Antwort #3 - 14.10.2020 um 10:38:05
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Von der Vermählung der allerseligsten Jungfrau.

Also erschwang diese bräutliche Taube des Heiligen Geistes. sich von Gnade zu Gnade, von Liebe zu Liebe, von Heiligkeit zu Heiligkeit, und bereitete ihr Herz zu dem erhabensten aller Geheimnisse Gottes, nicht ahnend, dass dasselbe in ihr in Erfüllung gehen sollte. In süßester Freude ihres Herzens, wäre sie ewig als die Letzte der Dienerinnen Gottes in seinem heiligen Tempel geblieben; denn vollkommen im Gesetze unterrichtet, dessen Betrachtung sie mit süßem Troste und heiliger Freude erfüllte, war sie frühe in den innersten Geist desselben eingedrungen, und hatte, den Buchstaben überschreitend, dem Herrn ewige Jungfräulichkeit gelobt. Allein der Allerhöchste, dessen Augen mit Wohlgefallen auf ihr ruhten, und der sie, als die Krone des menschlichen Geschlechtes, zur Erfüllung seiner göttlichen Absichten erkoren hatte, und selbst der Schirmer des jungfräulichen Gelübdes war, das er ihr eingeflößt hatte, erwählte, das Heiligste aller Geheimnisse der Welt und der Hölle zu verbergen, bis es öffentlich erscheinen sollte, den Gerechtesten aus Israel zum Gefährten ihres Lebens, zum Beschützer ihrer Jungfräulichkeit, und zum Nährvater seines Eingebornen, der in ihrem jungfräulichen Schoße mit der menschlichen Natur sich vermählen, und in derselben Adams Geschlecht vom Fluche erlösen sollte. Und wahrlich, in vollendeter Tugend glänzte ihr heiliger Gehorsam, ihre treue Ergebung in die Absichten des Herrn, und ihr festes Vertrauen auf seine Vorsehung, als sie, trotz ihres unverbrüchlichen Gelübde des, das sie selbst dem Engel Gottes als Hindernis anzeigte, den Befehlen ihrer Vorgesetzten ohne Widerrede sich fügte, und mit ihrem heiligen Bräutigam Joseph sich verloben ließ, der gleich ihr, aus dem königlichen Hause David entsprossen war; doch in unscheinbarer Demut, Armut, heiliger Keuschheit und Verborgenheit, als ein Fremdling in dieser Welt vor Gott wandelte, der allein den Schatz seiner blühenden Tugenden kannte.


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Re: Maria Mutter Gottes Betrachtungen
Antwort #4 - 17.10.2020 um 18:59:47
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Von dem Aufenthalte der allerseligsten Jungfrau zu Nazareth, und dem Geheimnis der Menschwerdung Christi.

Ein heiliger Schleier lag auf jener bedeutungsvollen Zeit, dem Mittelpunkt und der Fülle aller Zeiten. Tief verborgen war der Welt das erhabenste aller Geheimnisse; tief verborgen den Blicken der dämonischen Geister; aber in heiligem Entzücken sahen die himmlischen Heerscharen auf das stille Haus zu Nazareth hernieder. Nach dieser Zeit hatte der sterbende Jakob sich gesehnt, als er ausrief: „Ich werde dein Heil erwarten!“ (Genes. 49.); nach ihr sehnten sich die Stammeltern des menschlichen Geschlechtes; nach ihr alle heiligen Patriarchen und Propheten, die in hocherhabenen Aussprüchen diese Fülle der Zeit verkündiget, doch die göttlichen Verheißungen nur von ferne begrüßend, in ihrer Pilgrimschaft vorüber gegangen waren: Dies war die Zeit, wo der Allerhöchste seinen heiligen Engel sandte, der Gnadenvollen und Gesegneten aus allen Weibern, seinen ewigen Ratschluss zu verkündigen; das köstlichste Kleinod seines Herzens, seinen Eingebornen Sohn ihr zu vertrauen, dessen Menschwerdung der heilige Geist auf unergründliche und unaussprechliche Weise in ihr wirkte; als die Kraft des Allerhöchsten sie überschattete, dass sie in den Flammen des ewigen Lichts sich nicht auflöste; wo große Dinge - an ihr tat, Der da mächtig, und Dessen Name heilig ist; wie die erlauchte Königin der Propheten in jenem feierlichen Hochgesang bei Elisabeth aussprach, die über die tiefe Herablassung der Mutter des ewigen Königs staunte, der bald hierauf, und noch vor seiner zeitlichen Geburt, von der undankbaren Welt, die er zu erlösen kam, verstoßen in einem armen Stalle geboren ward, indes die himmlischen Heerschaaren festliche Jubellieder anstimmten, denjenigen, die in den Schatten des Todes saßen, ein großes Licht aufging, und ein neuer Stern an den himmlischen Höhen Könige aus fernen Landen herbeiführte, den armen König der Könige in Demuth anzubeten! –„Wer die Größe der Mutter erkennen will,“ ruft ein heiliger Kirchenvater aus, „der Blicke auf die Größe des Sohnes!“ – Überaus wunderbar ist die Erhabenheit dieses starken Weibes, die die Arme dessen bindet, der in seiner Allmacht Himmel und Erde schuf, die mit der Milch ihrer engelreinen Brüste ihn säugt, der die Vögel des Himmels nährt, und ihn Sohn nennt, den die Cherubim und Seraphim zitternd und in Ehrfurcht anbeten!


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Antwort #5 - 18.10.2020 um 12:50:45
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Von den übrigen Geheimnissen der Menschwerdung Christi.
1 Teil
In stiller Demut, wie sie dem Befehle des Kaisers sich gefügt hatte, und mit ihrem heiligen Bräutigam Joseph nach Bethlehem zur Einschreibung gepilgert war; welche Zeit Gott, der die Zeiten und ihre Fülle lenkt, und dessen Weisheit von einem Ende zum andern reichend, alle Dinge mit lieblicher Milde ordnet (Weisheit 8.), ohne dass die menschliche Klugheit es geahnt hatte, zur Erfüllung jener Weissagung bestimmte: ,,Und du, Bethlehem Ephrata, bist zwar gering unter den Tausenden von Juda; doch aus dir wird Derjenige mir hervorgehen, der da Herrscher sein soll über Israel, und dessen Ausgang von Anbeginn, von den Tagen der Ewigkeit ist!“ (Mich. 5.) in eben dieser Stille und Demut kehrte sie nach der einfachen Stadt Nazareth zurück, und pflegte daselbst, in heiliger Verborgenheit, die Kindheit dieses ewigen Herrschers, des Gottes in kindlicher Gestalt! In ganz eigentlichem Sinne konnte diese Dreieinigkeit auf Erden sprechen, was der Apostel späterhin aussprach: „Unser Leben ist mit Christo in Gott verborgen!“ (Koloss. 3.) Ihm lebte, ihm diente die himmlische Königin gleich der geringsten Magd, und Herzensergießungen der Heiligen über die süße Kindheit Christi. Wunderlich sind die Betrachtungen der Heiligen über das, ob auch undurchdringliche, doch überaus süße Geheimnis der heiligen Kindheit des eingebornen Sohnes Gottes in Menschengestalt; und Viele hinterließen ihre Herzensergießungen darüber in bleibenden Denkschriften. „Wer spricht es aus,“ ruft der heilige Thomas von Villanova, „von welcher Liebesglut Maria glühte, wenn sie ihren drei- bis vierjährigen Sohn anblickte, wie er kindlich vor ihren Augen spielte, mit freundlichem Antlitze sie anlächelte, mit süßer Kindlichkeit ihr liebkoste, den sie mit ihrer eigenen Milch getränkt, und aus ihrem Eigenen ernährt hatte! O jungfräuliches Herz, vom Feuer der Liebe glühend! o heilige Brust, brennend gleich untilgbaren Feuern, und flammend gleich den Seraphim! O zarter jungfräulicher Leib, wie wirst du von solchen Gluten nicht aufgelöst! Welche Beredsamkeit reicht hin, die feurigen Entrückungen deines jungfräulichen Herzens zu entfalten! Welche Fassungskraft, sie mit den Gedanken zu erreichen! Jene allerhöchste Sonne hat mit ihren lebendigen Gluten sie durchströmt. Doch fürchte dich nicht, o Tochter Jerusalem ! denn mit dir ist der heilige Geist; dich überschattet des Allerhöchsten Kraft, dass du es vermögest, in den Gluten einer so gewaltigen Sonne zu bestehen; und sie, die Andere erleuchtet, überschattet dich, dass sie das Feuer und den Blitzglanz des göttlichen Lichtes für dich milderte.“ „Entfalte uns,“ spricht der nämliche heilige Bischof an einer andern Stelle, „entfalte uns, o seligste Jungfrau, jene göttlich süßen Gespräche, jene vertrauliche Ansprache, jene geheimen Unterredungen, die du mit dem Söhnlein pflegtest, wenn er, in deinem Schoße liegend, himmlische Geheimnisse dir eröffnete! O. was sprach er da? Was lehrte er? Was fragtest du ihn? Was antwortete er dir? Denn innigst war es dir kund, wer er wäre; Du wusstet, dass die unendlichen Schätze der Weisheit Gottes in ihm verborgen waren; dass der tiefte Abgrund des göttlichen Lichtes in seiner kindlichen Brust sich behielt; und bewahrtest alle Worte seines Mundes als göttliche Aussprüche O glückselige Frau, die du so lange mit dem Nektar der göttlichen Weisheit gekränkt wurdest! Warum, o glorreiche Jungfrau, hast du diese so großen Wonnen uns vorbehalten? warum diese so er sehnlichen Schätze vor deinen Dienern verborgen? warum diese süßesten Gespräche nicht zu unserer Belehrung und zu unsrem Troste in den heiligen Schriften aufzuzeichnen befohlen?“ Was wäre uns lieblicher; was je süßer und erfreulicher, was auch heilsamer, als dass wir durch die Speise so heiliger Weisheit er nährt würden, durch diese himmlischen Dinge, von welchen Sohn und Mutter sich besprachen? Doch nimmer geziemte es sich, diese so kostbaren Edelgesteine vor Allen zu entfalten, und Dinge, die den Menschen nicht erlaubt sind zu sprechen, Allen öffentlich kund zu tun! Wundersam hebt jedoch der liebreiche und feurige Betrachter, der heilige Antonius, den Schleier dieser heiligen Verborgenheit, und zeigt uns die Jungfrau im süßesten Gespräche mit dem göttlichen Kinde.


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Antwort #6 - 19.10.2020 um 11:55:52
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Teil 2

„War auch die Jungfrau,“ spricht er, „durch ihre heilige Geburt die wahrhaftige Mutter Christi, so erzeigte sie, da es ihr kund war, ihr Sohn sei ihr Schöpfer, sich dennoch nimmermehr gegen ihn als Mutter, sondern als seine demütigste Magd; wiewohl er ihr, als seiner wahren Mutter, mit Ehrfurcht begegnete. Keine Ehrfurcht forderte sie jedoch, sondern fromm entsagte sie der ihr erwiesenen, und führte sie auf ihn zurück.“ O welch ein frommer Wettstreit in der heiligen, verborgenen Hütte zwischen der Mutter und dem Sohne! Zuvorkommen wollte sie durch Kniebeugungen ihm, der sich gehorsam vor ihr neigte; er dagegen, dem alles Künftige gegenwärtig war, kam der ihm Zuvorkommenden selbst mit Ehrfurcht zuvor. Auf den Knien betete sie den Sohn an; er aber neigte sein Haupt demütig vor der Anbetenden. Nimmer geziemt es sich, sprach sie, dass Gott vor einem Weibe sich neige; er aber antwortete; Gleichwohl geziemt es sich auf alle Weise, dass der Sohn der Mutter unter geben sei! – Lass, mein Sohn, sprach Maria, mich jenes Gesetz vollbringen, das dein göttlicher Mund aussprach: „Du sollst Gott, deinen Herrn anbeten!“ – Er jedoch erwiderte: Lass auch du, geliebte Mutter, deinen Sohn sein Gebot vollbringen, dass ich, meine Menschwerdung vorwissend, aussprach: „Du sollst Vater und Mutter ehren!“ – Nimmer, sprach die Mutter, sollen die Engel denjenigen, den sie anbeten, zu den Füßen eines dürftigen Weibes schauen! Steh auf, mein Geliebter! – Jesus, ihr Sohn, aber, damit nicht die Kinder der Menschen die Mutter vor dem Sohne gebeugt schauen: Erhebe dich, meine Vielgeliebte! – Sträflich bin ich vor Gott und den Engeln, erwiderte sie, wofern ich dich nicht anbete und es dulde, dass du mir Ehrfurcht erzeigest! – Ich aber würde vor dem Herrn, vor den Engeln und Menschen sträflich erscheinen, wenn ich die Ehrfurcht dir nicht erzeigte, die dir als meiner wahren Mutter gebührt. – Solche und ohne Vergleich süßere Dinge, die alle Fassungskraft des Geistes übersteigen, gingen zwischen dieser Mutter und diesem Sohne vor. Nur noch einmal sehen wir, nach seiner Rückkehr, dies Licht der Welt vor seiner öffentlichen Erscheinung in den Fluren des Evangeliums. Wo anders aber sähen wir ihn, den Herrn des Tempels, als im Tempel des Herrn? – Namenloser Schmerz und tödliche Angst erfüllte die Brust der liebendsten und beliebtesten Mutter, als sie das einzige und köstlichste Kleinod ihres Herzens vermisste, und tiefe Rührung ergreift jede fromme Seele, die die Geschichte dieser heiligen, anmutigen und lehrreichen Wallfahrt der Heiligen Familie nach Jerusalem erwägt. Doch nur wie der eine Blitz des Himmels, der das Azurgewölbe schnell eröffnet, und ebenso schnell wieder verschließt, strahlt dies göttliche Licht aus der tiefen Verborgenheit, und ein undurchdringlicher Schleier verbirgt uns eine lange Reihe von Jahren diese hochheilige Familie, das himmlische Paradies auf Erden, das ganz in Gott verborgen, ihm allein lebte; und wo das ewige Wort des Vaters, den Menschen gehorsam, uns stolzen Menschenkindern die wichtige Lehre des Gehorsams und der Demuth empfahl. Wer ermisst aber die Glückseligkeit der Jungfrau und des heiligen Greises, die über dem größten Schatz des Himmels aller irdischen Dürftigkeit vergaßen, und in süßer Einsamkeit an einem Anblick sich weideten, nach dessen Anschauung die Engel des Himmels gelüftet! In heiliger Freude gedachten so viele fromme Seelen dieses verborgenen Lebens, wo der Herr der Welt und seine hochgeliebte Mutter durch ihr Beispiel uns lehren, dass nicht äußerliche und glänzende Taten in den Augen der Welt, sondern ein innerlicher Wandel vor Gott in stiller Demut, Arbeitsamkeit und Gebet das Wohl gefallen des Allerhöchsten erwerben, und die Taten aller Helden überwiegen. - Viele, dem innerlichen Gebet ergebene Seelen sehnten sich, diesen heiligen Schleier zu heben, und mehr von dem liebevollen Leben dieser gebenedeiten Jungfrau zu erfahren, die sondern Zweifel aus demütiger Sittsamkeit die meisten ihrer wunderbaren Geheimnisse im Innern verschloss, und nur so viel davon kund gab, als die Ehre Gottes erforderte, und für die Verkündigung des Evangeliums notwendig war. Was schriebe aber auch die geübteste Feder von dieser himmlischen Taube, die bloß mit ihren Füßen die Erde berührt; mit den Flügeln ihrer Liebe aber ohne Unterlass in den himmlischen Höhen schwebte, alle Geheimnisse und Worte ihres göttlichen Sohnes tief in ihrem Herzen erwog, das der geheiligteste Tempel des Heiligen Geistes war, in dessen Lichte sie ewige Dinge schaute, die in keine menschlichen Worte sich fassen ließen! Nur vier Mal ertönt ihre liebliche Stimme in der heiligen Geschichte. Einmal, als sie dem Erzengel das Gelübde ihrer Jungfräulichkeit eröffnete, und, in die Botschaft des Allerhöchsten  willigend, seine demütigte Magd sich nannte; – ferner als sie alle Lobeserhebungen ihrer heiligen Muhme von sich ablehnte, und aus der Fülle ihres Herzens jenen königlichen Lobgesang zum Preis des Herrn anstimmte; – dann, als sie im Tempel zu Jerusalem in die rührende Klage ausbrach: „Mein Sohn, warum hast du uns dies getan!“ – und endlich, als sie jener Hochzeit zu Cana beiwohnte, wo ihr mitleidvolles Herz, über die Armut der Gäste gerührt, zu ihrem göttlichen Sohne die milden Worte sprach: „Sie haben keinen Wein!“ Und sicherlich sprach auch dies vollendete Vorbild aller Auserwählten nie ein Wort, das nicht zum Lobe des Herrn oder zum Nutzen des Nächsten gereichte.


Q:  Maria meine Zuflucht und mein Trost Ein vollständiges Lehr und Gebetsbuch für die Verehrer der allerseligsten Jungfrau und Mutter Gottes Maria gesammelt von Michael Sintzel erschienen 1846 beim Friedrich Pustet Verlag
  

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Inka
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In tiefer Liebe für JESUS,
MARIA und JOSEF

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Re: Maria Mutter Gottes Betrachtungen
Antwort #7 - Gestern um 10:57:23
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Von dem Wandel der allerseligsten Jungfrau während des öffentlichen Lebens Jesu.

Höchst wahrscheinlich war der jungfräuliche Bräutigam der Mutter des Herrn bereits unter dem süßesten Beistande Jesu und Mariä in heiligem Frieden entschlafen, als die ewige Weisheit aus der Verborgenheit trat, mit ihren Strahlen die Welt zu erleuchten; auf dass, wie der heilige Ambrosius sehr schön er innert; die Krone des weiblichen Geschlechtes, nachdem sie das Vorbild der Jungfrauen und der Vermählten gewesen war, auch das Vorbild frommer Witwen würde. In heiliger Treue folgte sie dem Sohne, dessen süße Kindheit sie gepflegt hatte, als er das große Werk der Erlösung begann. Wie hätte auch ihr Mutterherz, das nur in ihm, für ihn und um Seinetwillen lebte, ihr Einzig und Alles je verlassen! Indessen tritt sie auch hier nur höchst selten aus ihrer jungfräulichen Verborgenheit; denn selten nur sollte die heilige Geschichte ihrer gedenken. Einmal gedenkt der heilige Lukas (Kap. 11. V. 27.), der vom Geiste Gottes erleuchtet, die wunderbarsten Züge ihrer hocherhabenen Geheimnisse als ein Denkmal für alle Zeiten aufzeichnete, eines Weibes, das, von der Lehre des Heiles ergriffen, sich nicht erwehren konnte, auszurufen: „Selig der Leib, der dich getragen; selig die Brüste, die du gesogen!“ Worauf die ewige Weisheit, diese Worte bekräftigend, antwortete: „Ja freilich selig, die das Wort Gottes anhören und dasselbe tun! Selig und gesegnet vor allen Weibern ist demnach die, deren keuschester Leib mich getragen, und deren Brüste ich gesogen; denn mit tieferer Aufmerksamkeit, als irgendein Mensch, hörte und befolgte sie das Wort Gottes.“ Auf ähnliche Weise antwortete der ewige Sohn Gottes in Menschengestalt Jenen, die, als er das Reich Gottes verkündigte, ihm ansagten: „Sieh, deine Mutter und deine Brüder sind draußen und suchen dich!“ – Wer ist meine Mutter? und wer sind meine Brüder? Und er streckte seine Hände über seine Jünger aus und sprach: Sieh da meine Mutter und meine Brüder; denn wer immer den Willen meines Vaters tut, der im Himmel ist, der ist mir Bruder, Schwester und Mutter!“ (Matth. 12.) Und überaus notwendig und angemessen war diese Antwort den fleischlichen Juden, denen er, als der Sohn und Gesandte Gottes, den Weg zum Himmel zeigte, und die ihn, trotz seiner göttlichen Lehren und der zahllosen und hocherstaunlichen Wunder, die er vor ihren Augen wirkte, seine Gottheit zu beweisen, dennoch nur als einen bloßen Menschen betrachteten und sprachen: „Ist dies nicht der Sohn des Zimmermanns? und heißt seine Mutter nicht Maria?“ (Matth. 13.) Wie wäre aber die Hochgebenedeite, die die namenlose und höchst zärtliche Liebe ihres göttlichen Sohnes von seiner frühesten Kindheit an kannte, und vom heiligen Geiste selbst erleuchtet und belehrt war, nicht in den tiefen Sinn seiner Worte eingedrungen, und hätte die nicht als höchst notwendig erkannt; die, als bei jenem hochzeitlichen Mahle Jesus in derselben Abicht zu ihr gesprochen hatte: „Weib, was habe ich mit dir gemein?“ (Joh. 2) mit so großer Zuversicht die Diener ermahnte, zu tun, was immer er ihnen befehlen würde; weil es ihr bewusst war, dass er ihr nimmermehr eine Bitte versagen, und sogar, ihr Ver langen zu erfüllen, die Stunde seiner Offenbarung beschleunigen würde, die, wie er gesprochen hatte, noch nicht gekommen! – Denn Niemand drang tiefer in seine göttlichen Absichten und erkannte selbe so klar, als sie, die Tag und Nacht für das Heil und die Erlösung Israels zu Gott flehte, dass er seiner Jünger wegen also sprechen musste, auf dass sie an seine allmächtige Gottheit glaubten; welche Absicht auch vollkommen in Erfüllung ging, da der Evangelist diese liebliche Erzählung mit den Worten schließt: „Und seine Jünger glaubten an Ihn.“ Es lehrt uns aber diese kindliche Liebe Jesu auch, wie wirksam die Fürbitte seiner hochgeliebten Mutter für alle Gläubigen bei ihm ist, die sie in Andacht verehren; und wie sollte er nun, im Aufenthalt der Glückseligkeit, eine Bitte versagten, die er ihr auf Erden so schnell und so liebreich erhörte!


Q:  Maria meine Zuflucht und mein Trost Ein vollständiges Lehr und Gebetsbuch für die Verehrer der allerseligsten Jungfrau und Mutter Gottes Maria gesammelt von Michael Sintzel erschienen 1846 beim Friedrich Pustet Verlag
  

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