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Normal Topic Die katholische Ehe (Gelesen: 267 mal)
Inka
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MARIA und JOSEF

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Die katholische Ehe
09.08.2021 um 13:38:07
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Die katholische Ehe.

Hochzeit zu Kana

http://vulgata.info/index.php/Kategorie:Vulgata:NT:Joh02

Was muss das wohl sein, was, wie wir heute lesen, Jesus der menschgewordene Gottessohn, heimsuchst und mit seiner Gegenwart beehrt? „Eine Hochzeit wurde, so heißt es im Evangelium, wurde zu Kana in Galiläa gehalten. Es war aber auch, die Mutter Jesu daselbst, und auch Jesus und seine Jünger wurden zur Hochzeit geladen.“ Jesus folgte der Einladung, wohnt der Hochzeit an; ja noch mehr: er wirkt zur Unterstützung der nicht sehr bemittelten Brautleute ein glänzendes Wunder der Evangelist sagt, es sei sein Erstes gewesen. Dürfte Jemand annehmen, es sei die vergängliche weltliche Luftbarkeit gewesen, zu welcher der Gottmensch und seine Mutter samt seinen Jüngern sich einfand, und sie noch dazu durch einen Erweis seiner göttlichen Schöpferkraft, Verwandlung von Wasser in Wein, verherrlichte. Das sei ferne! Niemals verwendete Christus eine Zeit und seine Kraft an eitle, rein weltliche Dinge. Alles, was von ihm geschah, oder was er an sich geschehen ließ, jedes Wort, jeder Schritt, jeder Blick, jeder Atemzug, jeder Bissen den er genoss, jede seiner Handlungen, endlich, jedes Leiden, welchem er sich unterzog, diente höheren göttlichen Zwecken, war ein Theil am Ganzen seiner Menschwerdung, bildete einen Zug zur Vollendung des göttlichen Erlösungsbildes. Umso mehr müssen wir in einer so auffallenden Handlungsweise, in einem so hervorragenden Ereignis, wie sie das heutige Evangelium er zählt, einen tiefen geheimnisvollen Grund und eine göttliche Belehrung erkennen. - In der Tat stimmen auch die großen Lehrer der Kirche, welchen wir die apostolischen Überlieferungen verdanken, die heiligen Väter, mit einem Munde darin zusammen, dass Christus heute die christliche Ehe habe heiligen wollen durch seine Teilnahme an derselben, und dass er dadurch und durch, das dabei gewirkte Wunder eine große Lehre über die Ehe, ihre göttliche Abstammung und ihre Ehrwürdigkeit habe erteilen wollen. Von der Erhabenheit der christkatholischen Ehe gibt da Verhalten Jesu bei der Hochzeit zu Kana uns einen nicht geringen Begriff. Und dieselbe Anschauung wurde auch zu allen Zeiten von der Kirche Jesu, der hl. römischen Kirche, der Mutter und Lehrerin aller Völler festgehalten. Allerdings steht nah katholischer Lehre, die sich auf Jesus und die Apostel stützt, der jungfräuliche Stand, weil ein Stand der Enthaltsamkeit, höher. Allein das benimmt dennoch der Ehe nichts von der ihr innewohnenden Heiligkeit. Denn a) die Ehe des N.T. ist keine bloße Natureinrichtung wie das verschiedene ältere und neuere Sekten und der moderne Zeitgeist irrtümlich behaupten. Zwar müsste sie auch schon unter diesem Gesichtspunkt immerhin ehrwürdig er erschienen. Denn die Natur und alle ihre Einrichtungen sind als solche von Gott   in seiner Eigenschaft als Schöpfer geordnet. So auch die Ehe als natürliches Institut. Gott schuf sie zu einem wichtigen Zweck zur Erhaltung des menschlichen Geschlechts. Sie dient ihm als Mittel zum Werke seiner göttlichen Allmacht, insofern sich, diese mit der Erhaltung der geschaffenen Dinge beschäftigt und gleichsam die erste Schöpfung jeden Augenblick fortsetzt. Denn die anbetungswürdige göttliche Weisheit hat die lebenden Naturwesen so eingerichtet , dass Gott, nachdem er sie zum ersten mal erschaffen, von da an eins durch das andere erhält, und nicht alle nachfolgenden Wesen der gleichen Gattung in jedem Moment selbst neu und durch sich allein ins Dasein' ruft, sondern mittels der Beihilfe seiner Geschöpfe.

Quelle: Bamberger Pastoralblatt Nr.2 vom 11 Januar  aus dem Jahre 1879 Druck von J.M Reindl
  

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Re: Die katholische Ehe
Antwort #1 - 18.08.2021 um 12:54:57
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Nun muss man aber wohl beobachten und erwägen, wie verschieden Gott zu Werke ging, als er die erwähnte Natureinrichtung bei dem Menschen, und als er sie bei den niederen, unter dem Menschen stehenden Geschöpfen traf. Ganz ähnlich, wie er schon die Schaffung des Menschen auf eine weit über die des Tieres erhabene Weise auszeichnete, ebenso auch die Anordnung jener Einrichtung, die man die Ehe nennt. Wie Gott, als er den Menschen erschuf, zuvor mit sich selbst zu Rate ging : „Nun lasst uns den Menschen machen nach unserem Ebenbild und Gleichnis“ , und ihn nicht so kurzweg und alle auf einmal mit einem einzigen Wort hervorbrachte; ebenso geht auch die menschliche Ehe aus einer besonderen Überlegung und einem eigenen Ratschluss des dreifaltigen Gottes hervor, der zu sich sprach, als Adam schon geschaffen war : Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei , wir wollen ihm eine ihm ähnliche Gehilfin machen ". Und nun folgt die aus der bibl. Geschichte allen bekannte Erschaffung der Eva aus einer Rippe des schlafenden Adam. Also nahm Gott die eheliche Verbindung der Menschen schon von Natur aus in eine ganz besondere Obhut, überließ dieselbe nicht wie bei den übrigen Naturbingen sich selbst, sondern feste gleich bei deren Gründung jene bestimmten Regeln fest, durch welche eben die menschliche Ehe weit über alles Ähnliche bei den Tieren sich erhebt. Da ist vor Allem die Einheit Ein Weib schafft Gott für einen Mann und umgekehrt. Die zur Einheit gehörige Unauflöslichkeit, ausgesprochen in den vom beil. Geist dem Adam eingegebenen prophetischen Worten : „Sie werden zwei sein in einem Fleische" ; eine Verbindung also und eine Liebe, welche an Stärke sogar jene zwischen Eltern und Kindern übertrifft. ,,Denn, so heißt es weiter, „der Mensch wird Vater und Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen .“  Auf eine so feierliche Weise also trifft Gott im Anfang der Welt jene Anordnung, und mit solcher Auszeichnung um gibt er den damals eingesetzten Stand der Ehe, in welchem er mit dem Menschen in einem gewissen Maße seine göttliche Schöpfungsalmacht teilt, und in welchen aus dem einen Paare der ganze Erdkreis mit Menschenkindern bevölkert werden sollte. Wie erhaben erscheint somit die Ehe schon als bloße Natureinrichtung. Wie trägt sie schon vom ersten Anfang göttlichen Charakter! b. Demzufolge finden wir merkwürdiger Weise, dass die Ehe selbst in der Entartung in welche sie wie alles Übrige durch die Sünde geriet, dennoch in der Meinung der Menschen die Eigenschaft einer Heiligen, religiösen Sache behielt; und zwar nicht bloß beim Volke Gottes, Israel, war dies der Fall, sondern auch bei den verdorbenen Heiden. Die Eheschließung war auch bei diesen letzteren mit gottesdienstlichen Feierlichkeiten umgeben, von den heidnischen Priestern eingeweiht, von Opfern und Götterspenden begleitet, die darauf bezüglichen falschen Göttern wurden mit Gebeten angerufen u. dgl. Wir erblicken in diesen Gebäuden der Menschen auch in ihrer Verirrung noch einen Restschimmer von jener Heiligkeit, mit welcher der Schöpfer selbst im Anfang die Ehe bekränzt hatte. Im auserwählten Volke Israel aber bildete die Ehe einen eigenen hochwichtigen Gegenstand der Mosaischen Gesetzgebung, und die Hochzeit gehörte zu den feierlichen Kultushandlungen, wie Beschneidung oder Tempelweihe.

Quelle: Bamberger Pastoralblatt Nr.2 vom 11 Januar  aus dem Jahre 1879 Druck von J.M Reindl

  

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Re: Die katholische Ehe
Antwort #2 - 21.08.2021 um 13:44:13
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Indessen hatte der Sündenfall der Stammeltern seine Folgen auch in den Stand der Ehe, und da noch einschneidender und verheerender eingegraben, als in die übrigen menschlichen Verhältnisse, und von dem allgemeinen Schlamm der Unheiligkeit war an ihr sehr viel hängen geblieben. Die Entwürdigung des Weibes, die Vielweiberei, die leichtfertig betrachtete, fast unbestrafte eheliche Untreue im Heidentum sind einige bekannte Belege dafür. Spuren davon weist selbst das Judentum auf. Wer erinnert sich nicht z. B. an die Leichtigkeit der Ehescheidung, welche Moses erlaubt hat und welche durch die Geringfügigkeit der Scheidegründe, deren man sich im Laufe der Zeit bediente, in den Tagen Jesu zu einem vom Heiland scharf gerügten Ärgernisse herangewachsen waren. Wohl war es also nötig, dass Einer käme, der auch dies, das Menschengeschlecht in seiner innersten und tiefsten Wurzel berührende Institut Heilte, aus seiner Versunkenheit emporhöbe, es erneuerte. Jesus ist es, der kam, der alles erneuerte, und auch die Ehe neu machte. Von Allem nahm sein Blut die Sünde hinweg, in Alles goss sein erneuernder Geist neues Leben ein; so auch in die Ehe. Durch seine himmlische Lehre läuterte die verdorbenen Anschauungen über sie. Durch seine Gebote stellte er eine neue Ehegesetzgebung auf. Er schnitt die schlechten Auswüchse der Verwilderung hinweg, welche sich, an das heilige Gewächs im Lauf der Jahrhunderte angesetzt hatten: die leichtfertige Scheidung, die er für sündhaft erklärte, die gänzliche Auflösung, welche er ganz aufhob: „Was Gott verbunden hat, sagt er, soll der Mensch nicht trennen.“  Er erklärt das im A. T. geduldete lare Verfahren hierin für ein durch die „Herzenshärtigkeit“ d . h. die geringe Empfänglichkeit“ für höhere göttliche Dinge auf Seite der Juden nötig gemachtes Uebel, durch welches man als das kleinere, einem größeren, der Abgötterei, vorbeugen wollte. Er gab laut, deutlich und ausführlich Zeugnis von der ursprünglichen Heiligkeit und göttlichen Einsetzung der Ehe im Paradiese. Er donnert gegen den Ehebruch, dessen Verbot er einschärft und es auf den verbrecherischen Blick und den unkeuschen Gedanken ausdehnt.  Und um diesen seinen Worten , diesem seinem Zeugnisse für die Heiligkeit der Ehe einen besonderen Nachdruck durch das Zeugnis seiner Tat zu geben , deshalb ließ er sich, seine liebe Mutter, seine Jünger, heute zur Hochzeit nach Kana einladen, folgte dieser Einladung, und wirkt der Ehe zu lieb, und zur Ehre und Hilfe des neuen Ehepaares ein Wunder.

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Re: Die katholische Ehe
Antwort #3 - 23.08.2021 um 14:02:12
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Die Heil. Kirchenväter aber machen darauf aufmerksam, dass hierin keine leere äußerliche Ehrenbezeugung zu erkennen sei, sondern dass mit jenem äußeren Wunder ein noch größeres, innerliches Wunder vollbracht und dadurch angezeigt worden sei. Jesus reinigte nicht nur die Ehe, versetzte sie in ihren paradiesischen Stand zurück, sondern er erhob sie noch darüber hinaus, indem er die Ehe in die heil. Siebenzahl jener Schätze aufnahm, in welche er wie in sieben Brunnen die am Kreuz erworbene Erlösungsgnade verschloss; er erhob die Ehe zu einem heil . Sakrament. Als solches und zwar als das 7. unter den 7 Sakramenten kennt und verehrt unser Glaube die Ehe. Wer vermag nunmehr die Würde und Heiligkeit des Ehestandes genügend zu ermessen? Wer kann es fassen, dass durch, ein Staunens würdiges Wunder göttlichen Erbarmens jene Einrichtung zu einem Kanal der heiligmachenden Gnade wurde, die vorher ein Kanal der Unheiligkeit war, und da daraus auf alle Menschen Heil sich ergieße, woraus vorher Schande und Fluch zugleich mit der verderbten Natur sich fortvererbten, ohne dass ihnen durch, irdische Macht eine heilsame Schranke gesetzt werden konnte. Dieses anbetungswürdige unsichtbare Wunder der Gnade deutete Christus durch das auf der Hochzeit gewirkte sichtbare Wunder an, als er das Wasser in Wein verwandelte. Gemeines natürliches Wasser im besten Falle war selbst im Volk des A. T. die Ehe vor Christus. In kostbaren Wein aber, d . h. in eine übernatürliche unschätzbare Sache wurde sie durch die Gnade Jesu Christi im N. T. verwandelt. „Die Ehe, sagt Paulus, ist ein großes Sakrament in Jesus und der Kirche. Sie ist aus Wasser in Wein, d . h . in einen Theil des göttlichen Weinstockes verwandelt, welcher Christus selbst ist. „Denn ich bin, spricht er, der wahre Weinstock. Heilig also ist die Ehe und heilig muss sie gehalten werden. Was heilig ist, muss heiliggehalten und Heilig behandelt werden.

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Re: Die katholische Ehe
Antwort #4 - 26.08.2021 um 13:01:00
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1.Sollte man denken, dass es nötig sei, diese selbstverständliche Wahrheit noch eigens einzuschärfen? Und dennoch ist es notwendig, ja in diesen unseren Tagen notwendiger als je, dies der ganzen Welt, insbesondere aber allen gläubigen Kindern der Kirche eindringlichst ans Herz zu legen. – Der ganzen Welt. Denn die Ehe bildet das Fundament der ganzen menschlichen Gesellschaft. Wer diesen Grundpfeiler, auf welchen sich das Gebäude des Menschengeschlechts aufbaut und aus welchem dasselbe seine Bausteine herholt, erschüttert, hat den ganzen Bestand der menschlichen Gesellschaft aus den Fugen gehoben. Denn aus der Ehe geht die Familie, aus der Familie die Gemeinde, aus den Gemeinden kleinerer und größerer Art gehen die Staaten und Völker hervor. Man kann den sittlichen Wert und das innere Glück eines Volkes und Landes genau darnach tarieren, inwieweit in demselben die Ehe heiliggehalten wird. Selbst die alten heidnischen Staaten und Völker legen für diese Wahrheit auffallende Zeugnisse ab. Dat alte heidnische Rom, um nur ein Beispiel anzuführen, dem unter allen Weltreichen die längste Dauer von fast einem Jahrtausend beschrieben war, blühte und erstarkte in Wahrheit doch nur so lange, als in ihm gute Sitten und vor allem die Unversehrtheit des Ehestandes bewahrt wurden. Als einmal die Missachtung des den Vätern ehrwürdigen ehelichen Lebens in Gesetzen und in der Praxis einriss und überhandnahm, da hatte es auch mit der Blüte ein Ende. Der Wurm sahs und fraß im Herzen, und selbst die glänzendsten kriegerischen Erfolge von außen konnten den inneren Zerfall kaum länger als ein oder 14 Jahrhunderte überkleistern. Gerade so wird es der Menschheit, den Staaten und Völkern unserer Tage ergeben, welche an der Heiligen Wurzel des eigenen Baumes, an der christlichen Ehe, rütteln, und dort die zerstörende Art ansetzen. Sie werden schneller zerfallen, als die alten Heidenstaaten, weil sie, denen die Segnungen des Christentums zu Theil geworden sind, sich, durch deren Verwerfung zugleich eine größere Schuld aufladen, als jene, denen die Sonne der Gerechtigkeit, Jesus, noch nicht geleuchtet hatte.

Quelle: Bamberger Pastoralblatt Nr.2 vom 11 Januar  aus dem Jahre 1879 Druck von J.M Reindl
  

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Re: Die katholische Ehe
Antwort #5 - 28.08.2021 um 14:02:32
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2. Den gläubigen Kindern der heil. katholischen Kirche, also euch, vor Allem liegt es ob, die Heiligkeit der Ehe aufrecht zu halten in diesen schlimmen Tagen, weil die Ehe euch von Jesus, dem Gottessohn und seinen Aposteln durch die Kirche als ein großes Heiligtum überliefert worden ist. Es wurde soeben im ersten Teil auseinandergesetzt. „Die Ehe ist“, lehrt Paulus im Epheserbriefe, ,,ein großes Sakrament in Christus und der Kirche". ,,Wer leugnet" , bestimmt zuletzt noch die Gesamtheit der lehrenden Kirche, Papst und Bischöfe auf dem allgemeinen Konzil von Trient gegenüber den Irrlehren vor 300 Jahren, ,,dass die Ehe ein wahres zu den 7 Sakramenten der katholischen Kirche gehöriges heiliges Sakrament fei, der sei aus der Gemeinschaft der Gläubigen und Jesu Christi ausgeschlossen.“ Ihr also, die ihr erleuchtet seid und das himmlische Geschenk der Gnade und des wahren Glaubens erhalten habt, müsst euch auch desselben würdig zeigen. Ihr müsst den kirchenfeindlichen Bestrebungen der Gegenwart, welche den himmlischen Charakter der Ehe nicht anerkennt und von einem Sakrament der Ehe nichts wissen will, die Spitze abbrechen dadurch, dass ihr selbst in euerem Inneren und in euerem Bekenntnis und Leben eben jene Heiligkeit des Sakramentes festhaltet und anerkennt. Ich weiß“, so müsst ihr bedenken und aussprechen vor Jedermann, ich weiß als katholische Christ, als Schüler Jesu und der Apostel, von keiner andern Ehe, als von jener, welche in Jesus und seiner Kirche als Sakrament geschlossen ist, also mit und durch die Erlaubnis, Gutheißung, Betätigung der kirchlichen Obrigkeit, die Christi Stelle vertritt und seine Gnadenschätze in Verwahr hat. Ich will von keiner anderen Hochzeit wissen, als von einer solchen, zu welcher Jesus, seine Hl. Mutter und seine Apostel beide letzteren bedeuten die Kirche sich einfinden, d . b. die Gnaden seines Sakramentes darüber ausgießen. Mögen die Gegner darüber denken, wie sie wollen, dies ist mein Glaube, dies ist meine Hochzeit.“ – Auf solche Art müsset ihr die Handhelfer Jesu und seiner Kirche in der Bewahrung seiner Heiligtümer sein ; ganz ähnlich, wie in der Anbetung des aller heiligsten Sakramentes des Altars jene, die es nicht kennen oder nicht glauben, daran ehrfurchtloses vorübergeben, wie an einer gemeinen Sache; wir aber, die wir es wissen, ahmen ihnen nicht nach, sondern verdoppeln den Tribut unserer Huldigung, ohne die ' Ungläubigen zwingen zu wollen , zu tun ,was sie nicht glauben Ihr werdet daher die weltlichen Bestimmungen über die Ehe, welche jetzt wie früher bürgerliche Geltung haben und dem Zwecke dienen, das bürgerliche Zusammenleben zu regeln, einhalten ohne sie jedoch für mehr zu halten , als sie sind, für irdische Verordnungen, und ohne zu vergessen, dass sie für den katholischen Christen nur die Schale an der Ehe betreffen, nicht aber den Kern, d. i. das Sakrament, die himmlische Gnadensubstanz. Es wird sich daher auch Keiner von euch begnügen mit der sogenannten Zivilehe ", d. h. mit den weltlichen Verhandlungen vor dem Staatsbeamten; sondern ihr werdet diesen den Empfang des kirchlichen Ehesakramentes, die Schließung euerer Ehe vor dem Angesicht der Kirche hinzufügen, weil ihr sonst aufhören würdet, Kinder Gottes, Glieder der Kirche und Jesu Christi, katholische Christen zu sein. Diese Grundsätze müsst ihr nicht nur in eignen Herzen und Leben tragen, sondern auch bei Allen geltend machen, die euch teuer sind, nahestehen, auf welche ihr Einfluss ausübt, vor allem, christliche Eltern, Familienväter und Mütter, bei euren Kindern. Bei diesen müsst ihr, wenn sie Ehen eingehen wollen, darauf dringen, dass die katholisch heiraten d. h. alle von Gott und seiner Kirche an die Eheschließung geknüpften Bedingungen erfüllen und so des Gnadensegens es Sakramentes teilhaftig werden, nicht aber mit dem Unsegen eines Sakrilegs ihr Herz und ihre Zukunft belasten. Dies ist das Wichtigste.

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Re: Die katholische Ehe
Antwort #6 - 29.08.2021 um 15:15:37
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3 Daran aber schließt sich die Heiligung des Ehestandes in einer anderen Hinsicht. Dasjenige nämlich was heilig und gottgefällig eingegangen wurde, muss auch in heiliger, christlicher, gottgefälliger Weise fortgepflegt und vollendet werden. Die Gnaden des Sakramentes, zu so wichtigen irdischen und himmlischen Zwecken verliehen, müssen wohl bewahrt und zu deren Wächtern und Beschützern jene Tugenden aufgestellt und gepflegt werden, welche man die Standestugenden der Eheleute nennt: die unverbrüchliche eheliche Treue, die standesgemäße Keuschheit, die in gegenseitiger Hochachtung und in heiligem Pflichteifer wurzelnde Liebe und Einigkeit. Wehe einer Familie, die zwar, da sie sich begründete, an ihrem Trauungstage " Jesum zur Hochzeit eingeladen hatte, die aber nachher diesen Jesus, diesen ihren Gott und Seligmacher durch schwere Übertretung ihrer heiligten Pflichten verjagt und an seiner statt seinem Gegner, Satan, mit seinen Satelliten, dem Teufel der Unzucht, des Treubruchs, der Eifersucht, der Zwietracht ec. die Türe öffnet. Gott und feine heiligen Engel mögen euch und euere Kinder, mögen die ganze Christenheit vor solchem Unglück bewahren. Jesus, Maria und Joseph, dieses heiligste Urbild einer wahrhaft christlichen Familie mögen alle christlichen Ehen in ihren Schutz nehmen und bewirken, dass der unnennbare Segen dieses großen Sakramentes noch einmal die Welt verjünge und die Menschenfamilie ihrem wahren Glück zuführe für Zeit und Ewigkeit. Amen.

Ende

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