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Normal Topic Gebet Erklärung (Gelesen: 52 mal)
Inka
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In tiefer Liebe für JESUS,
MARIA und JOSEF

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Gebet Erklärung
11.10.2021 um 13:41:55
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Unterricht über das Gebet.
1) Was beten heißt, und wie notwendig das Gebet sei.


Beten überhaupt heißt sein Herz und Gemüt, d. h. seine Gedanken und Begierden von allem Irdischen wegwenden und mit Ehrfurcht und Vertrauen zu Gott richten. Das Wegwenden unsers Herzens und Gemütes von dem Irdischen, von unsern täglichen Geschäften, Arbeiten und Verrichtungen können wir nicht jedes Mal gleich und nach unserm Gefallen vollbringen, aber wir können mit der Gnade Gottes uns Mühe geben, dass wir es vollbringen. Sobald du dich also bemühest, dein Herz zu Gott zu erheben, an ihn zu denken, ihn zu lieben, ihm zu danken, ihn zu loben oder zu bitten, so betest du, auch wenn du kein Wort spricht. Du siehst also, mein Christ, dass das noch kein wahres Gebet ist, wenn du schöne Worte hersagest oder in einem Gebetbuche herablesest, du musst dir vielmehr Mühe geben, dabei an Gott zu denken, und dein Herz von allem Irdischen wegzuwenden, du musst im Herzen fühlen, was du betest, du musst davon gerührt, ergriffen sein. Alles kostet Mühe, auch das rechte, wahre Beten kostet Mühe, Kampf und Streit. – Daraus erhellt nun, dass derjenige, welcher auf das Gebet Fleiß und Mühe verwendet, auch wenn er zerstreut ist, doch recht betet, wenn er nur redlich gekämpft und die eitlen Gedanken auszuschlagen sich bemühet hat. Ferners erhellt daraus, dass die Gebetbücher nur ein Hilfsmittel sind, wodurch man sein Herz leichter zu Gott erheben kann, und dass es nicht genug ist, in einem Gebet- oder Betrachtungsbuche zu lesen, sondern, dass man die Worte im Herzen erwäget, überdenket und fühlet. Wie notwendig das Gebet ist, kannst du daraus sehen, weil es Gott selbst haben will und unsere Armseligkeit und Not uns dazu treibt. Jesus Christus hat gesagt: „Wachet und betet,“ und wieder: „Ihr sollt allzeit beten.“ Er selbst hat ganze Nächte im Gebete zugebracht, und uns im heiligen „Vater unser“ das Beten gelehrt. Das Gebet ist allein das Mittel, durch welches Gott unsern Nöten zu Hilfe kommen, unsere Armut reich machen und unsere Seele mit allerlei Gütern anfüllen will. Der heilige Augustin sagt: „Das Gebet ist der Schlüssel zum Himmel, der alle Thüren desselben öffnet und alle Behältnisse der göttlichen Schätze aufschließt.“ Derselbe Heilige nennt das Gebet auch ein Brod des Lebens, welches die Seele nährt. Das Gebet ist notwendig, wie das Atemholen, und ohne Gebet ist es nicht möglich, vor Gott wohlgefällig zu wandeln. Der heilige Augustin sagt daher ganz richtig: „Wer recht zu beten weiß, der weiß auch recht zu leben.“ Wo kein Gebet ist, geht es mit einem Male rückwärts, es schleicht sich sogleich Lauigkeit ein, die Leidenschaften werden Herr, und der Mensch wird bald von einer Sünde in die andere fallen. Daher geschieht es, dass derjenige, welcher nicht mehr recht oder gar nicht mehr betet, auch an Gott keine Freude mehr findet, von Gott sich trennt, und endlich gottlos wird. Endlich ist gewiss, dass wir nur durch das Gebet Hilfe in unsern - Nöten und Anliegen von Gott erhalten, worauf uns auch Jesus hinweiset, wenn er sagt: „Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan werden. Denn ein Jeder, der bittet, empfängt; wer suchet, der findet, und wer anklopft, dem wird aufgetan werden.“


Herz Marien Büchlein Ein Gebetsbuch aller wahrer Verehrer der seligen Jungfrau vom Pfarrer Georg Alt 1878 erschienen im Friedrich Pustet Verlag
  

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In tiefer Liebe für JESUS,
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Re: Gebet Erklärung
Antwort #1 - 13.10.2021 um 12:20:18
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2. Von den verschiedenen Arten des Gebetes.

Es gibt vornehmlich fünf Arten des Gebetes:


1) Anbetung Gottes, wenn du betrachtest, wie Gott der alleinige Herr Himmels und der Erde ist, und wie du selbst und alle Kreaturen, mit allem, was sie sind und haben, von ihm abhängen, dich deshalb vor ihm demütiget und deine Armseligkeit erkennst.
In solcher Anbetung und Lobpreisung Gottes brachte der heilige Franz von Assisi ganze Nächte zu, indem er dabei immer ausruft: „O Gott, wer bin ich und wer
bist du?“

2) Lobpreisung Gottes: wenn du die herrlichen Eigenschaften Gottes, seine Allmacht und Weisheit, seine Schönheit, seine unendliche Liebe, Güte und Barmherzigkeit insbesondere betrachtest, und darüber dich wunderst, wie er gar so gut, so liebevoll, so schön, so überaus mächtig und weise ist.

3) Dankgebet: wenn du die Wohltaten, welche Gott dir selbst und allen Menschen, ja selbst den unvernünftigen Geschöpfen angedeihen lasset, betrachtest, und in deinem Herzen dankbare Liebe zu Gott erweckest.

4) Aufopferungsgebet: wenn du bereuest, dass du Gott so schlecht gedient, ihn so oft beleidiget hast, und dir vornimmst, ihm treuer zu dienen und alle deine Werke zu Seiner Ehre und nach seinem heiligen Willen verrichtest.

5) Bittgebet: wenn du mit heißem Verlangen und festem Vertrauen Gott um irgendeine Gnade bittest.


Diese fünf Arten des Gebetes können wieder auf zweierlei Weise geübt werden, nämlich 1) mündlich und 2) innerlich.

1) Mündlich betet man, wenn man die Gebete hör bar mit dem Munde spricht und die Gefühle seines Herzens in Worten ausdrückt. Hierbei kommt es aber besonders darauf an, dass Herz und Mund zusammenstimmen, dass das Herz auch fühlt, was der Mund spricht, oder dass die Gedanken auch auf das gerichtet sind, was der Mund ausdrückt. Geschieht dieses nicht, so ist ein solches Gebet ein leeres Lippengeplapper und es finden die Worte des Herrn hierauf eine Anwendung, welche er einst zu den Israeliten gesagt hat: „Diess Volk ehrt mich mit den Lippen, aber sein Herz ist ferne von mir.“ –

2) Innerlich betet man, wenn man z. B. seine Gedanken auf irgendein Geheimnis, das Gott geoffenbart, Jesus eingesetzt, auf irgend eine Wahrheit, die Jesus verkündet, auf sein heiliges Beispiel, auf das Leben und die Tugenden seiner Heiligen heftet, diese Geheimnisse, Wahrheiten, Beispiele, Tugenden sich lebhaft vor die Augen des Geistes stellt, überlegt, auf sich selbst anwendet, mit seinem Benehmen, Tun und Lassen vergleicht, und wenn man findet, dass man darnach nicht gelebt, es bereut, um Verzeihung bittet, ernstliche Entschlüsse macht, sein Leben forthin zu ändern und um Gnade und Hilfe fleht. Da diese Art innerlich im Herzen und in Gedanken vor sich geht, so nennt man es innerliches oder betrachtendes Gebet. Diese Art zu beten wäre die beste und nützlichste. – Glück selig der Mensch, der das innerliche Gebet täglich mit Ernst übet, er wird, er muss sich, wenn er ein Sünder ist, bessern, wenn er lau ist, entzündet und angeeifert, wenn er auf dem Wege der Tugend ist, zur Vollkommenheit dadurch geführt werden.


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Re: Gebet Erklärung
Antwort #2 - 15.10.2021 um 14:03:00
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3. Eigenschaften eines guten Gebetes.

Du mußt beten: »

1) Mit tiefster Demut. Sobald du anfängst zu beten, so stelle dich in die Gegenwart Gottes, und bedenke, dass du ein armseliges Geschöpf seiner Hand bist,
und gar nichts hast und vermagst ohne ihn. Wie ein demütiger Bettler nahe dich dem höchsten Gute.

2) Mit herzlichem Verlangen. Es muss dein Gebet vom Herzen gehen, und du musst auch im Herzen das Verlangen haben, das zu erhalten, um was du bittest. Ein herzloses Gebet gefällt Gott nicht.

3) Mit festem Vertrauen,
so dass du ganz sicher erwartest, dass Gott dir das, um was du bittest, geben, oder wenn es nicht zu deinem Seelenheile ist, etwas anderes dafür gewähren werde. Darum sagte auch Jesus: „Alles, um was ihr mit Vertrauen bitten werdet, werdet ihr erhalten.“

4) Mit reinem oder reumütigem Herzen. Das Gebet eines Menschen, der unbußfertig, ohne den ernstlichen Willen, sich zu bekehren, in Sünden dahin
lebt, ist so lange ein Gräuel vor Gott, Ihm missfällig, bis er seine Sünden wirklich bereuet und sich wahrhaft bekehren will.

5) Mit Beharrlichkeit und Ergebung in den Willen Gottes. Du musst so lange beten und nicht nachlassen, bis dich Gott erhört. Es ist ja gewiss, dass wir immer erhört werden, wenn wir recht beten. Dabei musst du aber auch vollkommen in Gottes Willen ergeben sein, so dass es dir recht ist, wann und auf welche Weise dich Gott erhöret, und nicht murrest oder zaghaft wirst, wenn er dir nicht gibt, was du verlangst, weil es deinem Seelenheile nicht zum Nutzen sein würde.

6) Im Namen Jesu. Du musst im Vertrauen auf Jesu unendliche Verdienste dein Gebet zu Gott richten; in Folge jener Worte des Heilandes: „Was
ihr immer meinen Vater in meinem Namen bitten werdet, das wird er euch geben.“


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Re: Gebet Erklärung
Antwort #3 - Gestern um 14:09:50
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4. Vom rechten Gebrauche der Gebetbücher.

Vor allem merke dir, dass jedes Gebetbuch nur ein Hilfsmittel ist, um die Gefühle deines Herzens besser auszudrücken, oder heilige, Gott wohlgefällige Gedanken, Begierden und Gefühle in deinem Herzen zu er regen. Gott sieht allein auf das Herz. So lange du selbst in dir heilige Gefühle der Demut, des Verlangens, der Liebe, der Reue, der Dankbarkeit empfindest, und du eigene Worte findest, um diese Gefühle vor Gott auszudrücken, so brauchst du auch im Gebetbuch nicht zu lesen und zu beten. Erst dann, wenn du ganz trocken dich fühlest, wenn du gar keine guten Gedanken hast, wenn du dich verwirrt und zerstreut findest und wahre Andacht dich verlassen will, dann nimm das Gebet- oder Betrachtungsbuch zur Hand und lese darin mit aller Aufmerksamkeit. Merke dir ferner, dass es nicht genug ist, wenn du im Gebetbuch ließest, wenn du die Gebete ohne Rührung, ohne Andacht herabsprichst; du musst vielmehr die Worte des Gebetbuches überdenken, dabei einige Zeit verweilen, auf dich anwenden, dieselben betrachten, damit dein Herz zur Andacht entzündet und gute Erregungen, Anmutungen und Seufzer erweckt werden. Nimmst du ein Pfefferkörnlein in den Mund und schluckest du es, ohne es zu zerkauen, ganz hinab, so wirst du gar keinen Geschmack davon haben; oder wenn du Brod ließest, ohne dass du es im Munde kauest, so hat dein Leib wenig oder schlechten Nutzen davon. So ist es auch mit dem Lesen oder Beten in einem Gebet- oder Betrachtungsbuch. Du musst die Worte überlegen, überdenken, erwägen, damit dein Ä und dein Wille davon ergriffen, zu Gott gerichtet werde. Es kommt hier nicht darauf an, ob du viele und lange Gebete hersagest, sondern darauf, wie du betest. Auch die Pharisäer haben viele und lange Gebete hergesagt, und doch waren ihre Gebete Gott missfällig, weil ihr Gebet die rechten Eigenschaften nicht hatte. Bete also, mein Christ, bete allzeit, bete bei Tag und Nacht, in der Kirche und zu Hause, bei der Arbeit und auf dem Wege, bete in Gedanken, in Worten und in Werken; es ist notwendig, es ist äußerst notwendig, dass du betest, aber bete recht, bete im Geiste und in der Wahrheit, so wie Jesus, wie Maria, und dein Gebet dringet dann durch die Wolken; es hat keine Ruhe, bis es hinkommt zum Throne Gottes, und geht nicht von dannen, bis der Allerhöchste es ansieht. Mit dir betet Jesus, mit dir seine Allerheiligste Mutter, mit dir die ganze triumphierende Kirche, mit dir alle frommen Christen auf Erden und ein solches Gebet muss dann gewiss Gnade vor Gott finden und Erhörung.



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