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Normal Topic Warum ist der Glaube Pflicht? (Gelesen: 14 mal)
Inka
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In tiefer Liebe für JESUS,
MARIA und JOSEF

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Warum ist der Glaube Pflicht?
23.11.2021 um 14:01:03
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Warum ist der Glaube Pflicht?
Matthäus Kapitel 5
http://vulgata.info/index.php/Kategorie:Vulgata:NT:Mt05

Seit Epiphanie stellt uns das Kirchenjahr in den evangelischen Lesestücken Christum als Lehrer vor. Er geht in Palästina umher, und sucht, was seiner Lehre entspricht, glauben. Er lehrt aber nicht bloß mit Wort, sondern auch durch Tat. „Wenn ihr“, sagt er weshalb, „meinen Worten nicht glauben wollt, so glaubet wenigstens meinen Werken. “ Seine Taten sollten Glauben an ihn erwecken. So haben wir es schon am vorigen 2.Sonntag nach Epiph. Das Wunder zu Kana hatte den Erfolg, den der Evangelist meldet: glaubten an ihn." Die zwei Beute erzählten Wunderheilungen die des Aussätzigen und die des tranken Knechte von Kafarnaum hatten keinen anderen Zweck. Wie bei Jesus in Person, so ist es auch bei seiner Kirche der Fall, welche an seiner Stelle lehrt. Auch für sie sollen die ihr vom Heiland als Erbschaft überlieferten Wunder den Glauben an Jesus und an ihre göttliche Sendung erwecken. Dies ist eine wichtige näher zu betrachtende Wahrheit, die sich in zwei Punkte fassen lässt:
I.      Die Lehre Jesu und der kath. Kirche stützt sich auf Wunder
II.      Also ist sie Wahrheit und müssen wir ihr glauben.
Was ein Wunder sei, haben wir in der Schule gelernt etwas, was Niemand aus natürlichen Kräften, sondern nur durch die Allmacht Gottes verrichten kann. Kein Wunder ist also, wie sich leicht ergibt, dasjenige, was aus einer natürlichen Ursache hervorgeht, was sich aus dem Zusammenhang der geschaffenen Dinge erklären lässt, auch wenn es noch so auffallend oder ungewöhnlich, erschiene, wie z.B. unserem Jahrhundert die Eisenbahnen oder Telegraphen. Einige Beispiele werden das deutlicher machen das Wasser in Wein übergeht, ist kein Wunder, so lange dieser Verwandlungsvorgang innerhalb des Weinstockes sich allmählich vollzieht. Da saugt die Wurzel der Rebe das in die Erde gedrungene Wasser samt den Erdsäften auf, die Pflanzenseele, wie man es heißt, das Lebendige im Weinstock, ergreift das Wasser und verarbeitet es unter Einfluss der Sonne, der Wärme, des Lichtes in Saft und Beere. Der Arzt, welcher eine Krankheit heilt, tut kein Wunder, sondern etwas durchaus Natürliches, so geschickt auch immer er sein mag. Seine Tätigkeit besteht in nicht Andern, als dass er der Natur nachhilft, die selbst der Gesundheit zustrebt. Woher rührt die Krankheit der Daher, dass die natürliche dem Körper zukommende Mischung der Materie, welche die Bestandteile des Leibes ausmacht, gestört und außer Ordnung gebracht wird. Nun vermag die Seele sich des Leibes nicht mehr zu bedienen, wie es sein sollte, und das schmerzt sie, das ist die Krankheit. Der Leib besteht aus vielen Teilchen. In ihm ist ein bestimmtes Maß Wasser, Erde, Luft, Eisen, Feuer. Herrscht eines dieser Elemente zu stark und mehr als sich gehört vor, dann entsteht das Missbehagen und die Krankheit. Wenn nun der Arzt Arznei gibt, so sucht er das, was ungehörig vorwiegt, zu entfernen aus dem Leib, ihm zuzuführen, wie man ja weiß, dass z. b. Stahl gegeben wird, wenn dieser Mischteil dem Blute mangelt. Gelingt es nun dem Arzte, durch schweißtreibende Mittel den wässerigen Überfluss zu beseitigen, durch Arzneien das Mangelnde herbei zu bringen und so das bestimmte richtige Verhältnis der Teile wiederherzustellen, so ist auch die Krankheit gehoben. Dies geht auf natürlichste Weise von der Welt zu. Die Natur gehorcht da nicht dem Willen des Arztes, sondern ihren eigenen natürlichen ihr innewohnenden Gesetzen.

Bamberger Pastoralblatt Nr 3 erschienen 1879 im Druck von I. M. Reindl
  

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Re: Warum ist der Glaube Pflicht?
Antwort #1 - 25.11.2021 um 13:22:03
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Würde aber Jemand ohne Anwendung von äußeren oder inneren Arzneimitteln an das Lager des Kranken treten und zu ihm sprechen: „ Ich will, sei gesund" , der Kranke aber ohne weiteres sich wohl befinden und vom Lager gesund sich erheben  das ginge nicht mehr auf natürliche Weise zu, hier gehorchte die Natur und Materie des Leibes nicht mehr ihren ihr eigentümlichen von uns erkennbaren Gesetzen , sondern einem höheren, außer ihr stehenden, ihr als Herr und Gebieter gegenübertretenden Willen und zwar auf den Wink. Das wäre ein Wunder. Wenn ein elektrisch geladener Telegraphenapparat an dem einen Ende des Drahtes z. B. in Bamberg in Bewegung gesetzt wird, und dann am anderen Ende in einer Entfernung von 200 oder noch mehr Stunden z. B. in Rom oder Paris der Zeiger der Telegraphenscheibe oder -Uhr genau auf den Buchstaben oder die Ziffer rückt, welche man in Bamberg anzeigen wollte, so ist das zwar etwas sehr Überraschendes, aber doch durchaus nicht Übernatürliches. Denn Jedermann kennt, dass ein natürlicher, der Luft ähnlicher, dem Feuer und dem Blitz und dem Magnet verwandter Strom elektrischer Kraft durch den Draht läuft und den Zeiger am fernen Ende weitertreibt. Man sieht das Gefäß, in welchem chemisch der Strom erzeugt wird, man sieht den Draht, an welchem er weitergeleitet wird. – Wenn aber, wie im heutigen Evangelium, eine gute Strecke, vielleicht eine Stunde von einem Ort wie Kafarnaum entfernt, dem Herrn gemeldet wird: dort ist mein Knecht krank, und der Heiland e widert ohne Umstände: Geh hin, dein Knecht ist gesund, dein Glaube hat dir geholfen : so ist das nicht mehr natürlich; das liegt in keines Menschen Kraft und Möglichkeit, da ist keine  geschaffene Macht, sein Naturgesetz in Tätigkeit, kein Draht, einerlei vermittelnder Gegenstand, da ist ein rein geistiger, aber er Natur stehender Wille wirksam, das ist nicht mit natürlichen Dingen zugegangen. Dies vermag seine Naturkraft, das ist aber auch kein menschlicher Geist im Stande nachzutun – noch nie hat ein Arzt Jemand durch sein Wort und seinen Willen gesund gemacht. Das vermag aber auch kein Engel aus eigener Kraft, das vermag überhaupt Niemand. Das kann Gott allein, der Herr der Natur, und diejenigen können es, welchen dieser allmächtige Gott aus Gunst diese feine Gewalt mittheilt. Die Natur gehorcht nie dem bloßen Willen eines Menschen, sondern nur dem Willen dessen, der sie hervorrief und durch dessen Wink und Willen sie fortbesteht. Folglich ist es klar. Wunder ist etwas, was nur durch Gott selbst oder durch göttliche Kraft gewirkt werden kann.

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Re: Warum ist der Glaube Pflicht?
Antwort #2 - 27.11.2021 um 14:05:27
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Hat aber, diese Frage reiht sich nun an, Christus solche Wunder gewirkt?  Ich spreche nicht zu Ungläubigen, denen man erst beweisen müsste, dass es einen Christus gibt, dass er vor 1800 Jahren in Palästina lebte, wirkte, litt, starb. Ich rede vielmehr vor Gläubigen, welche mit mir überzeugt sind, dass Jesus Christus, bodygelobt in Ewigkeit, jetzt im Himmel mit seiner menschlichen Natur sitzt zur Rechten seines Vaters. Alle weiteren Erörterungen darüber also können wir uns ersparen. Wir beschäftigen und vielmehr direkt mit der aufgestellten Frage. Hat also Jesus unser Herr solche übernatürlichen Handlungen während seines menschlichen Lebens auf Erden vollbracht? Er hat es; und wenn wir dem Evangelisten folgen, war das am vorigen Sonntag in der Perikope (evangelischen Lesung) erzählte sein erstes: Er verwandelte Wasser in Wein auf der Hochzeit von Rana in Galiläa. Ist das ein Wunder? Versuche es nachzumachen, wenn du kannst, und dann sage, es war kein Wunder. Rufe den Chemiker herbei, dass er vor deinen Augen mittels seiner Säuren und Salzbasen, mittels seiner Essenzen und Gasen, in seinen Ösen und Retorten aus Wasser Wein mache. Allein er vermag es nicht. Und selbst zugegeben, dass ihm etwas Ähnliches gelingen könnte auf dem langwierigen Wege der Verwendung verwickelter Naturkräfte, wer vermag, wie es der Heiland tat, ohne Anwendung irgendeines anderen Hilfsmittels oder einer Kunst, durch ein bloßes, nicht einmal äußerlich ausgesprochenes, rein innerliches „Ich will “, das Wasser in köstlichsten Wein zu verwandeln in einem Moment, so lange man die Augen aufs und niederschlägt? Das vermochte nur der, dem die Natur als ihrem Herrn und Erschaffer unterworfen ist. Wesen verwandeln, aus einer Substanz eine andere hervorbringen, steht allein in Gottes Macht. Das wusste der Teufel selbst sehr gut, da er in der Wüste zu Christus, ihn versuchend, sagte: Wenn du der Sohn Gottes bist, so sprich dass die Steine zu Brot werden. d . h.  will es glauben, dass du Gott bist, wenn du durch ein Wort Steinsubstanz in Brotsubstanz umwandeln kannst.  Im heute verlesenen Evangelium heilt er einen von Aussatz behafteten Menschen, indem er auf dessen Bitte spricht: Ich will rein sein. Merke wohl Aussatz gehört zu den schreckbaren Arten von Krankheiten, welche noch nie von einem Arzt geheilt worden. Aussatz spottet jeder ärztlichen Kunst. Er aber sagte bloß: „Ich will sein rein.“ Zeige mir den Arzt, welcher Ähnliches vermag. Dieser Arzt müsste erst noch, geboren werden. Nein, Niemand vermags. Nur göttliche Kraft kann es. Also ist es ein Wunder! Noch mehr, der Aussätzige befand sich, als ihn Jesus heilte, in dessen Nähe, wenigstens nur auf Sehweite und nur so weit von ihm entfernt, dass er seinen Hilferuf vernehmen konnte? Vielleicht, so könnte ein Ungläubiger oder ein Zweifler einwenden, vielleicht war der Atem Jesu Heilkräftig für jenen Elenden. Das Evangelium kommt dem Zweifel zuvor. Raum ist der Aussätzige geheilt, so begegnet Jesu der heidnische römische Centurio und dessen vorausgesendeten Freunde mit der Bitte um Heilung für seinen todkranken Knecht. Die Stadt ist noch weit entfernt, kein Blick, kein Atem Jesu kann noch den fernen Kranken streifen. Jeder Ausweg ist dir abgeschnitten o Zweifel. Nichts dringt bis zum Kranken, nicht einmal die Stimme Jesu, er ist viel zu fern dazu; nichts als sein göttlich allmächtiger Wille kann sich geltend machen, derselbe, der einst gebot: Es werde, und es ward. Wir haben ein unleugbares Wunder vor uns.

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