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Normal Topic Von der Taufunschuld (Gelesen: 793 mal)
Doris Franziska
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Mein Herz gehört JESUS,
MARIA und JOSEF

Beiträge: 33
Mitglied seit: 11.09.2008
Geschlecht: weiblich
Von der Taufunschuld
06.10.2008 um 11:49:33
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"Die heilige Katharina war noch nicht getauft, als ihr in einer Nacht die heiligste Jungfrau Maria mit dem Jesus-Kind auf dem Arm erschien. Das süße Kind aber wandte sein Gesichtchen von ihr ab und sprach: 'Katharina, du bist nicht schön, weil du noch nicht getauft bist.' Katharina, erschrocken darüber, zögerte nicht länger mehr, die heilige Taufe zu empfangen. In der folgenden Nacht erschien ihr die jungfräuliche Mutter mit ihrem holden Kind wieder. Diesmal lächelte sie das Kindlein freundlich an, neigte sich zu ihr herab und steckte ihr einen goldenen Ring an den Finger zum Zeichen, dass sie von nun an seine Braut sei...

Eine gar heilsame und wichtige Lehre liegt für dich, lieber Leser, und für mich in dieser Begebenheit. - Durch die heilige Taufe wird, wie der göttliche Heiland sagt, der Mensch wiedergeboren, er wird eine ganz neue Kreatur, ein ganz reines, heiliges Kind Gottes! Die Seele trägt nun das unendlich schöne Ebenbild Gottes an sich und wird dadurch so schön, so lieblich, so herrlich, dass es gar nicht auszusprechen ist. "Könnten wir", sagt die heilige Katharina von Siena, "mit leiblichen Augen eine Seele im Zustand der Gnade, also im Zustand der Taufunschuld betrachten, wir würden mit Staunen wahrnahmen, dass sie an Herrlichkeit alle Blumen, alle Gestirne, alle Welt übertrifft und es ist wohl kein Mensch, der für solche Schönheit nicht zu sterben verlangte." -

Diese innere Schönheit der unschuldigen, reinen Seele können wir im sterblichen Leib freilich nicht sehen, aber doch treten Spuren davon oft am Gesicht der Heiligen und Gerechten zu Tage. Ihr Antlitz leuchtet zuweilen, himmlischer Friede ruht darauf. Kein Wunder also, wenn Jesus, dessen Auge ins Verborgene sieht und vor dem jede Seele wie ein offenes Buch daliegt, so freundlich die heilige Katharina anblickte, als ihre Seele durch die Taufe ganz makellos und rein von jeder Sünde wurde.

Dagegen ist es auch nicht zu verwundern, dass er sich abwandte, als er ihre Seele noch von Sünden befleckt sah. Die Sünde ist das hässliche Untier, welches Gott nicht anschauen kann, welches er hasst und verabscheut immer und ewig. O wie schrecklich verunstaltet eine einzige schwere Sünde die Seele! Luzifer, der allerschönste Engel vor Gottes Thron, sündigte und er wurde dadurch der scheußliche Satan. Du würdest vor Entsetzen vergehen, wenn du seine schreckliche Gestalt sehen würdest! Wie abscheulich wird nun wohl eine Seele aussehen, die durch eine schwere Sünde die Taufunschuld verliert, oder gar noch die Seele durch mehrere schwere Sünden verunstaltet?

Betrachte dies wohl, und frage dich ernstlich: Besitzt meine Seele die Taufunschuld noch? Steht sie noch in der Gnade Gottes? Ist sie noch schön und lieblich im Auge Jesu oder muss er wohl gar sein Antlitz mit Abscheu von mir abwenden? - Ach, wenn du etwa fändest, dass an deiner Seele eine schwere Sünde haftet, wie kannst du länger in diesem Zustand bleiben? Wenn du garstigen Schmutz an deinem Leib bemerkst, so wäschst du dich; und wenn du an deinem Gesicht einen scheußlichen Aussatz hättest, den niemand ohne Abscheu ansehen könnte, wie würdest du alle Mittel anwenden, dieses Aussatzes los zu werden! -

Warum eilst du nicht, ein Gleiches an deiner Seele zu tun und sie zu reinigen durch Reue und aufrichtige, ernste Buße? - Tust du es nicht und stirbst du dahin in der Sünde, erscheint deine Seele dann mit Sünden behaftet vor dem Angesicht Jesu, deines Richters, wie wirst du von Entsetzen ergriffen werden, wenn er sein Antlitz mit Abscheu von dir abwendet und spricht: Hinweg von mir ins ewige Feuer!! Doch kannst du sagen: Ich besitze noch die Taufunschuld, ich stehe in der Gnade Gottes; o wie glücklich bist du! Alle Schätze der Welt mit ihrer Schönheit und Pracht sind dann mit deiner Seele nicht zu vergleichen! O bewahre diese himmlische Schönheit; wache, bete, fliehe die Sünde und wandle immer vor Gottes heiligem Auge, damit du sie nicht verlierst!

Q: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes, Regensburg 1884, S. 2318-2324
« Zuletzt geändert: 23.08.2013 um 22:02:19 von Brigitta B »  

"Jesus, lehre uns Dich erkennen, wie Du bist, damit wir Dich lieben, Dir dienen, Dir nachfolgen."(Johann Michael Sailer)
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