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Normal Topic Von der Gegenwart Christi in der Eucharistie (Gelesen: 726 mal)
Doris Franziska
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Mein Herz gehört JESUS,
MARIA und JOSEF

Beiträge: 33
Mitglied seit: 11.09.2008
Geschlecht: weiblich
Von der Gegenwart Christi in der Eucharistie
06.10.2008 um 11:59:02
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Was die Sonne am Himmelsraume, das ist das hochheilige Sakrament des Altares in der Kirche Gottes. Nimm die Sonne weg und Alles in der Natur versinkt in Nacht und Tod, alles Leben erstarrt; denn die Sonne mit ihren wärmenden und leuchtenden Strahlen muss alles, was auf Erden schwebt und lebt, beleben. Nimm das heilige Altarsakrament in der heiligen katholischen Kirche weg, das heißt: wenn der Glaube an die Gegenwart Christi im hochheiligen Sakramente aus den Herzen der wahren Christen verschwinden würde, so würde die ganze katholische Christenheit in die Finsternis des Unglaubens, in den Abgrund der heidnischen Lasterhaftigkeit versinken. Im hochheiligen Sakramente ist Christus, der Sohn Gottes und Heiland, der da ist die Sonne der Gerechtigkeit, wahrhaft und wirklich und wesentlich gegenwärtig. Durch seinen Empfang in der heiligen Kommunion, durch sein Eingehen in die Herzen, durch den Genuss seines Fleisches und Blutes teilt er allen, die an ihn glauben und würdig seinem Tische sich nahen, das Leben der Gnade mit, vereinigt sich mit ihnen aufs Innigste, bewahrt sie vor der Todsünde und legt in sie hinein den Keim der glorreichen Auferstehung und des ewigen Lebens.

Daher sagt er auch: „Ich bin das lebendige Himmelsbrot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, der wird leben ewiglich. Das Brot aber, das ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt.“ (Joh 6,51f.). Um unserer Seele Speise und Nahrung zu sein, ist also Jesus, der Sohn Gottes, mit Fleisch und Blut, mit Gottheit und Menschheit, mit Leib und Seele im hochheiligen Sakramente gegenwärtig. – ...

Von den Zeiten der Apostel an hatten alle Christen geglaubt, dass Jesus im heiligsten Sakramente gegenwärtig sei; ja für die Christen der ersten dreihundert Jahre war es der größte Trost, in den Zeiten schwerer Verfolgung den Leib des Herrn vor ihrem Gange zum Martertode noch zu empfangen. Sie trugen das hochheilige Sakrament eingehüllt in weiße Tücher mit nach Hause, um im Augenblick der Gefahr dasselbe zu empfangen.

Leider hat der hochmütige Lehrer Berengar von Tours die Wandlung des Brotes und Weines in der heiligen Messe und damit auch die Gegenwart Christi im hochheiligen Sakrament geleugnet.  Allein der heilige Papst Leo trat sogleich mit ernster Strenge dieser Ketzerei entgegen und hielt die bisherige Lehre der Kirche aufrecht.

Nach dieser Lehre der Kirche aber musst du wissen, lieber Leser, dass in der heiligen Messe bei der Wandlung durch das allmächtige Wort Gottes, welches der Priester ausspricht, das Brot der Hostie in den wahren Leib Christi und der Wein im Kelch in sein wahres Blut umgewandelt wird, so dass vom Brot und Wein nur die äußere Gestalt, nämlich die Farbe, der Geruch, der Geschmack, die Form mehr übrig bleibt. Nach der Wandlung ist Brot und Wein nicht mehr  Brot und Wein, sondern der wahre Leib und das wahre Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, der Gott und Mensch zugleich ist. Es ist dies freilich ein großes, wunderbares Geheimnis, und für den Verstand unbegreiflich, allein doch kann und muss es der katholische Christ glauben. Denn Jesus, Gottes Sohn, welcher auf der Hochzeit zu Kana Wasser in Wein verwandelt hat durch seinen allmächtigen Willen, kann auch Brot und Wein in sein heiliges Fleisch und Blut verwandeln. –

Ist es nicht auch begreiflich, wie aus Erde, Wasser, Luft und Sonnenstrahlen alle Jahre das nahrhafte Getreide und die süße Weintraube wird? Und das tut Gott durch seinen allmächtigen Willen, ohne dass wir uns darüber wundern, so unbegreiflich es ist. Soll nun der nämliche allmächtige Sohn Gottes nicht auch Brot in seinen Leib verwandeln können? Wer wird dies bezweifeln? Doch du, christliche Seele, bezweifelst es nicht, du glaubst es, weil es Christus und seine heilige Kirche so lehrt. „Selig diejenigen, welche nicht sehen und doch glauben“, spricht der Heiland.

Wenn du es aber glaubest, so erweise auch deinem im heiligsten Sakrament gegenwärtigen Heiland die tiefste Anbetung und Ehrfurcht; besuche, so oft du kannst, die Kirche und bringe deinem Jesus im Tabernakel das Opfer des Lobes, des Dankes und der Liebe dar. Hast du ein Anliegen, so schütte dein Herz vor Jesus aus, der eben deswegen Tag und Nacht in der Kirche gegenwärtig ist, um dir Gnade und Erbarmen zu erweisen. Empfange recht oft mit innigem Verlangen das heiligste Fleisch und Blut deines Heilandes, damit du im Stand der Gnade ausharrest, zu allem Guten gestärkt werdest und das ewige Leben empfangest. O wie groß ist die Liebe Jesu gegen dich, wie gerne möchte er sich mit dir vereinigen und dir seine Gnaden mitteilen! So schenke ihm denn dein Herz, fasse Vertrauen zu ihm und liebe ihn. Willst du es?


Q: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes, Regensburg 1884
« Zuletzt geändert: 23.08.2013 um 22:01:57 von Brigitta B »  

"Jesus, lehre uns Dich erkennen, wie Du bist, damit wir Dich lieben, Dir dienen, Dir nachfolgen."(Johann Michael Sailer)
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